Sakramente

Love Story - Teil 3

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In den Teilen eins und zwei meiner Liebesgeschichte habe ich beschrieben, wie ich nach einer recht wilden Jugend den Weg zu einer anderen, erfüllteren Art von Liebe gefunden habe, die geprägt ist vom Glauben an Gott, und wie ich schlussendlich Martina heiratete und mit ihr eine Familie gründete. Im dritten Teil werde ich auf die Grundlagen eingehen, die seit unserer Hochzeit dafür sorgen, dass unsere Ehe glücklich ist und dass wir keinen einzigen Tag an ihr zweifeln müssen.

Als wir vor knapp drei Jahren heirateten, hörte ich manch gut gemeinten Rat von älteren, „erfahreneren“ Bekannten, die mich davor warnten, dass a) mein überzeugter Katholizismus und b) die Liebe zu Martina nicht ewig andauern würden, und dass es keine Garantie gäbe, dass nicht auch unsere Ehe eines Tages in der Scheidung enden würde.

Oberflächlich betrachtet sind diese Befürchtungen durchaus realistisch. Immerhin ist die aktuelle Scheidungsrate alles andere als ein Beispiel für glückliche Beziehungen. All diese Paare, von denen jeder von uns sicher einige kennt, haben sich irgendwann doch auch geliebt, oder? Oder war es vielleicht keine wahre Liebe? Oder hat das Scheitern zahlloser Ehen in unserer Zeit andere Ursachen? Wieso „nimmt die Liebe ab“ und die Streitereien überhand und weshalb kann man dagegen anscheinend so wenig tun?

Ich bin kein Eheberater (eigentlich bin ich
Pianist und Komponist, auch wenn man das aus meinem Blog kaum herausliest), führe vielleicht auch nicht die perfekte Ehe (was auch immer man darunter verstehen mag), aber – und das ist das Entscheidende – ich bin glücklich mit meiner Frau. Natürlich liegt das daran, dass sie ein lieber Mensch ist, dass sie klug, reif und verständnisvoll und unkompliziert ist. Ich könnte die Liste beliebig erweitern. Doch es handelt sich hier lediglich um Eigenschaften, die eben nur einen Teil des Eheglücks ausmachen. Schließlich gibt es bei jedem Menschen auch weniger angenehme Seiten, die man weder bei sich und schon gar nicht bei anderen jemals ganz los wird. Also muss die Liebe zum Partner so grenzenlos sein, dass dieser sich immer geliebt weiß, auch bei Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Denn sogar der verhärtetste Mensch hat in seinem Innern das tiefe Grundbedürfnis, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden.

Doch wie kann diese Sehnsucht erfüllt werden und wie kann die Liebe zwischen zwei Menschen von Dauer sein, wenn:
  • in einer Partnerschaft eine Hintertür geöffnet bleibt, die einem erlaubt, jederzeit aus der Beziehung zu flüchten und seine Liebe dem Partner zu entziehen?
  • das Gut des anderen nicht über dem eigenen Gut steht, wenn man nicht gelernt hat, uneigennützig zu lieben?
  • wenn nicht ein größeres, gemeinsames Ziel angestrebt wird?

1. Beginnen wir mit Punkt 1, der Hintertür. Einen Hinterausgang – und ich beschreibe im folgenden den Idealfall aus katholischer Sicht – hat man in der Phase der Prüfung, nämlich dann, wenn man sich auf eine Beziehung einlässt, um sich und den Partner besser kennen- und einschätzen zu lernen und die Freundschaft im Laufe einer gewissen (nicht über die Jahre ausufernden) Zeit auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen. Bleibt der Wunsch bestehen, sein ganzes Leben mit diesem Menschen zu teilen, konkretisiert man diese Bereitschaft durch den Akt der Verlobung. Bis zur Eheschließung lässt man sich immer noch die Möglichkeit offen, sich aus Gründen der Klugheit und Einsicht zurückzuziehen und auf getrennten Wegen weiterzugehen. Mann und Frau haben sich zu diesem Zeitpunkt weder das ewige Ja in der Kirche vor Gottes Angesicht und vor den anwesenden Zeugen gegeben, noch haben sie sich durch das körperliche Ja, den Geschlechtsverkehr, einander ganz geschenkt und versprochen. Geschenke sollte man nämlich nicht zurückfordern.

Entscheidet man sich allerdings für die Ehe und gibt einander das Ja-Wort, dann geht die Hintertür nicht nur zu, sondern sie löst sich auf, sie verschwindet, weil das glückliche Paar sich ab diesem Zeitpunkt in der Unauflöslichkeit der Ehe befindet. Unser „Ja sei ein Ja“ (Mt 5,37), sagt Jesus – und genau darin liegt ein grundlegendes Geheimnis einer intakten Ehe: beide Partner wissen, dass das „Ja“ bis zum Ende gilt und dass dem anderen dieses Versprechen genau so
heilig ist wie einem selbst. Auf dieser Basis gedeiht ein unerschütterliches Vertrauen ineinander (und in Gott – doch zu dem kommen wir beim nächsten Punkt), so dass viele Probleme wie Eifersucht, Verlustängste oder Misstrauen die Ehe gar nicht erst angreifen und vergiften können. Das Verschwinden der Hintertür ist weder ein Verlust von Freiheit noch ein Gefangensein in einem rein gesellschaftlich geprägten Schema, wie manche Ideologien es uns weismachen möchten. Es ist vielmehr der Schritt, der uns dank Gottes Gnade dazu verhilft, unsere Liebe im sicheren und gesegneten Umfeld der Familie zu entfalten und daran zu wachsen.

2. Solange mein Partner mein Ein und Alles ist und ich all meine Hoffnungen und Wünsche auf ihn projiziere, bleibt meine Liebe egoistisch und meine Ehe unerfüllt. Erhebt man den Partner zu einer Art Gottesfigur, ist die Ehe zum Scheitern verurteilt. Man wird weder in der Lage sein, frei und unegoistisch zu lieben, noch kann der Partner für all das herhalten, was man nur bei Gott suchen sollte und finden kann. Die uneigennützige Liebe lernen wir von Gott, der uns Seine Liebe dadurch offenbart hat, dass Er „seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“ (1Joh 4,9). Jesus, die Muttergottes und die Heiligen sollen die Vorbilder der Eheleute sein. Sie helfen uns, unsere Partner so zu lieben, wie der heilige Paulus es im 5. Kapitel seines Briefes an die Epheser fordert:
„Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus.“ Überhaupt enthält dieser Abschnitt der Heiligen Schrift einen Schatz an Empfehlungen, die helfen, eine gute Ehe zu führen.

Das Gebet, die regelmäßige Gewissenserforschung und die Reinigung durch die heilige Beichte, die häufige Kommunion mit Jesus in der Messe: all dies sind Waffen, die die Liebe eines Ehepaars stärken, sie läutern und von egoistischen Beschränkungen befreien. Kleine Aufmerksamkeiten, gute Worte und Liebesdienste am anderen sind die natürlichen Folgen eines praktizierten Glaubens. Man muss in der Ehe das Gut des anderen vor das eigene Gut stellen. Wird diese Grundeinstellung von beiden Eheleuten getragen, kann die Ehe – trotz aller Disharmonien, die nicht zu vermeiden sind und die natürlich auch ihre Berechtigung haben – nicht anders als glücklich sein.

Selbstredend ist man als Ehepaar auch offen für die Kinder, die Gott einem schenken möchte und würde sich nie aus egoistischen Gründen vor diesem Gottesgeschenk verschließen. (Uns wurden bis jetzt
2 Söhne geschenkt.)

3. In der gemeinsamen Ausrichtung auf Gott sehe ich die dritte Grundlage einer glücklichen Ehe: über allem anderen muss die Beziehung zu Gott stehen, die mindestens genau so gepflegt werden will wie diejenige zum Ehepartner. Wer keine Beziehung zu Gott sucht und lebt, wird früher oder später unzufrieden mit sich und seinem Partner, da ein anderer Mensch nie in der Lage sein wird, jenen inneren Frieden zu schenken, den nur Gott, nicht aber die Welt geben kann (vgl. Joh 14,27). Wo Gott im Mittelpunkt einer Partnerschaft steht, wo gemeinsam gebetet wird, wo in der hl. Beichte regelmäßig mit sich selber ins Gericht gegangen wird, dort wird das Liebesglück täglich erneuert. Der gelebte Glaube erhält die Gnade des Ehesakraments ein Leben lang, wenn beide Partner ihr Leben immer neu auf Gott als gemeinsames Ziel ausrichten.

Diese drei Grundlagen – keine Hintertür, eine gereinigte Liebe und die gemeinsame Ausrichtung auf Gott – sind nur dort möglich, wo der Glaube ernst genommen wird. Christliche Eheleute dürfen den Glauben nicht in der Schublade des „Privaten“ verstecken, nein, sie müssen ihren Glauben gemeinsam leben und verkünden. Jedes Ehepaar, das sucht, wird seinen Weg finden, seine ihm eigene Art, die Ehe in den Dienst Gottes zu stellen. Es ist ein Weg, der unendlich reich belohnt wird. Er gibt der Liebe die Tiefe, jene Lebendigkeit, nach der jeder Mensch sich sehnt. Vielleicht wird ein solches Paar ein paar Liebesromane und -filme weniger konsumieren, da die Liebe ihr wunderschönes Lied ununterbrochen im eigenen Leben singt. Aber wen würde das stören?


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Ein dreifacher Friede

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„Können die Menschen den Frieden in dieser Welt finden, wenn sie sich nicht der Notwendigkeit bewusst sind, dass sie sich mit Gott, dem Nächsten und mit sich selber versöhnen müssen?“ (Benedikt XVI.)

Papst Benedikt stellt in dieser Frage, die mir heute im Kalenderblatt begegnet ist, die These der Notwendigkeit eines dreifachen Friedens auf, wobei er die Reihenfolge sicher mit Bedacht gewählt hat. An erster Stelle steht also der liebe Gott. Ohne Frieden mit Gott kein Friede in der Welt. Viele würden behaupten, dass der dritte Frieden, der Friede mit sich selbst, an erster Stelle stehen müsste. Doch die Logik lässt uns rasch erkennen, dass Gott, aus dem unsere Existenz hervorgeht, auch die Quelle des Friedens mit sich selber sein muss.

Der Friede, den Jesus uns gegeben und hinterlassen hat (vgl. Joh 14,27), liegt in den Sakramenten der Kirche verborgen wie die Blume in der Knospe. In der heiligen Taufe wird das Fundament gelegt, das uns durch die Gnade Christi Anteil am göttlichen Leben schenkt. Da der Mensch immer wieder dazu neigt, den Frieden mit Gott, dem Nächsten und sich selbst zu beeinträchtigen, hat Gott das Sakrament der Versöhnung eingesetzt, damit wir den Frieden wiedererlangen können.

Die heilige Eucharistie - die wir nur empfangen dürfen, wenn wir regelmäßig zur Beichte gehen - stärkt den Frieden in unseren Herzen. Um also den Frieden in der Welt sicherzustellen, müssen wir die Kraft der von Gott gespendeten Sakramente in der Kirche wieder entdecken!

Update: Okay, ich gebe zu, das ist alles etwas vereinfacht… Aber die These enthält ein Stückchen Wahrheit. :-)


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Die Melodie des Gewissens

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Ich lese zurzeit eine hochinteressante Schrift von P. Martin Ramm FSSP mit dem Titel „Was ist Keuschheit? - Hilfen zur Gewissensbildung im 6. Gebot“ (kann hier bestellt werden). Bevor P. Ramm auf das 6. Gebot („Du sollst nicht ehebrechen“ bzw. „Du sollst nicht Unkeuschheit treiben“) eingeht, führt er einige tiefsinnige Gedanken über das Gewissen an, die mich dazu veranlasst haben, ein wenig bei diesem Thema zu verweilen und weiter darüber nachzudenken.

P. Ramm verweist auf das lateinische Wort für ‚Gewissen‘: ‚conscienta‘, das wörtlich ‚Mitwissen‘ bedeutet. Das Gewissen ist also eine Instanz, durch die der Mensch am Wissen um das göttliche Gesetz teilhaben kann, ein Hilfsmittel, das uns befähigt, die sittliche Qualität unseres Handelns einzuordnen. Ob unser Gewissen etwas als gut oder schlecht einstuft, liegt nicht an Regeln, die uns von außen auferlegt werden, sondern an der göttlichen Ordnung, die tief in unserem Inneren verwurzelt ist.

Der Katechismus der Katholischen Kirche definiert das Gewissen unter Punkt 1778 folgendermaßen:

„Das Gewissen ist ein Urteil der Vernunft, in welchem der Mensch erkennt, ob eine konkrete Handlung, die er beabsichtigt, gerade ausführt oder schon getan hat, sittlich gut oder schlecht ist.“


Die Frage, warum dann nicht alle Menschen ein einheitliches Verständnis von Gut und Böse haben, drängt sich auf. In Bezug auf das 5. Gebot („Du sollst nicht töten“) sind sich die meisten wohl einig. Allerdings nur scheinbar, denn bei Themen wie Abtreibung, Euthanasie oder Todesstrafe klaffen die Meinungen weit auseinander. Andere Gebote wie z.B. Nummer 2 („Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“) und Nummer 3 („Du sollst den Sonntag heiligen“) können offenbar nur für eine gewisse „Zielgruppe“ wahr und richtig sein. Das berühmte sechste Gebot - „Du sollst nicht ehebrechen“ - lässt wiederum Raum für viele verschiedene Interpretationen.

P. Ramm erklärt sich diese willkürliche Gewissensausrichtung („autonomes Gewissen“) dadurch, dass wohl „jeder Mensch ein Gewissen hat“, es jedoch „nicht bei allen gleich gut“ funktioniere. „Wo man nämlich gewohnheitsmäßig gegen das Gewissen handelt, wird seine Stimme immer leiser wahrgenommen“. Geht man in einer bestimmten Sache zum ersten Mal über sein Gewissen hinweg, wird die fragwürdige Handlung von einem starken Herzklopfen oder einem mulmigen Gefühl begleitet. Diese innere Regung ist sozusagen das Aufleuchten eines feindlichen Objekts auf dem Radar des Gewissens. Bei jedem wiederholten Ausführen der betreffenden Tat wird der innere Widerstand schwächer, bis man zu guter Letzt vergessen hat, dass man eigentlich etwas Verkehrtes tut.

Der Teufel macht sich diesen Mechanismus im Kleinen wie im Großen zunutze. Je mehr die Gesellschaft in ihren sittlichen und moralischen Wertvorstellungen abstumpft, umso „normaler“ erscheint die Sünde. Hier braucht der Einzelne viel Kraft, um sich über die gängigen „Wertvorstellungen“, die dem Menschen eine Schein-Freiheit vorgaukeln, zu erheben.

Als ich 2003 anfing, mich gegen alle inneren und äußeren Widerstände ernsthaft mit der Lehre der katholischen Kirche zu beschäftigen, hat mich die Einsicht, wie wahr, schlüssig und vernünftig diese ist, schier umgehauen. Ich musste einsehen, dass all meine Vorurteile im Grunde genommen haltlos waren. Dieses Eingeständnis war kein leichter Schritt, zumal er mit ernsthaften Konsequenzen für mein Leben verbunden war. Dennoch war es die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe.

Wenn es um das ewige Leben geht, sollte man durchaus versuchen, einen Kurswechsel im zeitlichen und so ungemein kurzen Leben vorzunehmen. Dann wird die Stimme des Gewissens, die fast verstummt ist, ihre Melodie durch ein langsames aber stetiges Crescendo wieder ins Bewusstsein aufsteigen lassen. Man wird in vielen Punkten merken, dass man „es eigentlich immer gewusst“ hat und versuchen, schlechte Gewohnheiten, die nicht im Einklang mit dem göttlichen Willen sind, abzulegen.

Jesus hat der Kirche ein wunderbares Heilmittel geschenkt, das hilft, diese Ausrichtung zu bestärken: die heilige Beichte. Es bedarf allerdings des großen Vertrauens, dass Gott gut ist, und dass sein Wille unser Bestes möchte und keinen Deut weniger. Und im nächsten Schritt: dass die Kirche gut ist, und dass sie trotz aller Schwächen und Fehler
das Werkzeug Gottes ist, um die Menschen zur ewigen Seligkeit zu führen.

An dieser Stelle scheint die Vernunft der Irrationalität zu weichen. Hier befindet sich der Abgrund, dem die meisten schnell zu Tode erschrocken den Rücken kehren. Wagst du jedoch wider alle Vernunft den ersten Schritt in diese unbekannte Leere, wirst du die größte Überraschung deines Lebens vorfinden: deine Seele wird von Gott gehalten und emporgehoben in Reiche, die den blinden Augen des Leibes verborgen waren. Die Liebe Gottes wird das Lodern deines Herzens aufflammen lassen zu einem großen Licht, das ahnend begreift, welch unbeschreibliche Herrlichkeit vor uns liegt. Unsere Sünden lassen das Licht schnell wieder erblassen, aber die heiligen Sakramente werden uns auf unserer Pilgerreise zum Ewigen immer wieder neu auf das Wahre ausrichten, damit unsere Seele tapferen Schrittes durch die Wirrnisse des Lebens vorwärts Richtung Gott schreiten kann.


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Kleine Katechese für die Kommunionkinder

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Eine Kurzkatechese als Vorbereitung auf die erste heilige Kommunion (kann z.B. vor einer Anbetungsstunde den Kindern vorgetragen werden).

Liebe Kinder!

Wir freuen uns sehr, dass ihr heute gekommen seid, um mit uns Jesus anzubeten. Ich bin sicher, dass auch Jesus selbst sehr froh ist, euch jetzt in der Kirche zu sehen.

Was wir heute tun, nämlich Jesus in Seiner leiblichen Gegenwart anbeten, ist etwas sehr Schönes und zugleich sehr Geheimnisvolles. Vielleicht verstehen wir Erwachsenen auch viel zu wenig von diesem großen und schönen Geheimnis, um es euch wirklich gut erklären zu können.

Als Jesus bereits von den Toten auferstanden war, sagte Er zu Seinen Jüngern: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20) Damit sagt Jesus nicht nur, dass Er durch den Heiligen Geist bei uns ist, sondern auch durch Seine leibliche Gegenwart.

Zu diesem Zweck stiftete Jesus die 7 Sakramente. Menschen erfinden und bauen Dinge. Manches kleine Wunder kann ein Physiker oder ein Chemiker oder ein Arzt mithilfe der Naturgesetze vollbringen. Doch die 7 Sakramente kann kein Mensch einfach „machen“. Sie sind Zeichen der göttlichen Gegenwart auf Erden, die Gott selbst uns geschenkt hat. Die 7 Sakramente sind:

  • Die Taufe
  • Die Kommunion
  • Die Firmung
  • Die Ehe
  • Die Priesterweihe
  • Die Beichte
  • Die Krankensalbung

Sie sind eng miteinander verbunden: Der Priester wird durch das Sakrament der Priesterweihe von Gott mit der Kraft ausgestattet, das Opfer der heiligen Messe darzubringen, wo Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi gewandelt werden. Durch den Priester wiederum dürfen wir dann die heilige Kommunion empfangen. Um die heilige Kommunion empfangen zu dürfen, müssen wir unser Inneres rein halten. Hierfür hat Gott uns die heilige Beichte geschenkt.

Wer nie beichten geht, darf auch nicht zur Kommunion gehen. Leider halten sich viele Menschen nicht mehr an diese Regel und die Priester trauen sich nicht mehr, es ihnen zu sagen. Dennoch ist die Beichte die unverzichtbare Voraussetzung für den würdigen Empfang der heiligen Eucharistie (das ist ein anderes Wort für „Kommunion“). Die Fenster unserer Herzen werden durch unsere Sünden täglich ein wenig schmutziger. Eines Tages sieht man Gott dann gar nicht mehr in seinem Leben. Im Sakrament der Beichte fließt jedoch der Gnadenstrom von Gottes Barmherzigkeit und spült den ganzen Schmutz deiner Sünden hinweg, so dass dein Herz wieder ganz frei wird für Seine Gegenwart und Seine Liebe. Wenn wir regelmäßig beichten, kriegen wir von Gott ganz viel Kraft und wir werden wachsen in unserem geistigen Leben. Wir werden die heilige Kommunion viel würdiger empfangen und Gott wird stärker in unserem Leben wirksam sein können. Nehmt euch deshalb vor, oft beichten zu gehen, auch wenn die anderen es nicht tun. Die Kirche sagt, dass man mindestens einmal im Jahr beichten muss, empfiehlt jedoch den häufigeren Empfang des Bußsakramentes, z.B. einmal im Monat. Wieso? Weil man nach einem Jahr kaum noch eine gute Beichte ablegen kann, zu viel hat man dann schon wieder vergessen, zu oberflächlich wird man beichten…

Wir haben vorhin gehört, dass der Priester Brot und Wein in der heiligen Messe in Leib und Blut Jesu wandelt, oder um es genauer zu sagen: Gott tut es selbst durch den Dienst des Priesters. Nach der Messe wird immer mindestens eine geweihte Hostie - so nennt man das gewandelte Brot - im Tabernakel in der Kirche aufbewahrt. Um zu zeigen, dass Jesus gegenwärtig ist, lässt man das „ewige Licht“ brennen, auch außerhalb der Gottesdienste. Bei der Anbetung nimmt nun der Priester - und nur der Priester darf das tun - Jesus in Gestalt der Hostie aus dem Tabernakel und stellt Ihn in der Monstranz auf den Altar, damit die Gläubigen Jesus anbeten können.

Keiner von uns versteht dieses Geheimnis ganz und gar, aber durch einen Akt des Glaubens nähern wir uns ihm an. Wir können z.B. im Gebet still für uns sagen: „Jesus, ich verstehe nicht, wie Du da in diesem kleinen Brot so ganz für mich da sein kannst, aber ich glaube, dass Du da bist. Hilf Du mir beten! Heilige Maria, Muttergottes! Keiner war Jesus so nah, wie Du. Ich gebe Dir mein Herz, damit Du es für Jesus schmückst und es Ihm gibst. Amen.“

Wir wollen gleich still beten und nachdenken über das, was wir gehört haben. Alle hier in der Kirche werden ganz besonders für euch, liebe Kommunionkinder, beten, dass ihr eure Herzen weit öffnen könnt für den Empfang Seines heiligen Leibes bei eurer Erstkommunion. Zur Kommunion werdet ihr viele Geschenke bekommen. Aber das größte Geschenk wird Jesus selber sein. Die Geschenke werden eines Tages vielleicht verschwunden oder kaputt sein, aber Jesus in der Kommunion wird euch euer Leben lang begleiten und ins ewige Leben führen. Er wird bei euch sein „alle Tage bis zum Ende der Welt“.


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