Fußballlieder in der Messe

Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…
Wohl oder übel musste ich einen neuen Liedplan zusammenstellen, den ich dem Herrn Pastor mit der Anmerkung schickte, dass ich unter seinen vorgeschlagenen Fußballliedern beim besten Willen keins finden könne, das für die heilige Messe geeignet sei. Über seine Antwort staunte ich dann doch nicht schlecht. Er beruft sich auf Bischof Ackermann und Weihbischof Leo Schwartz:
Sehr geehrter Herr Ianni,
an den Liedern, die ich Ihnen gesandt hatte, haben weder Bischof Dr. Ackermann noch Weihbischof Leo Schwarz für einen Fußballgottesdienst nichts auszusetzen, wird darin doch der Gedanke des fair-play und eines guten Miteinanders angesprochen. Da Sie aber so große Probleme mit solchen Liedern haben bin ich mit Ihrem Liedplan einverstanden.
Daraufhin tat ich, was ich von Anfang an vielleicht hätte tun sollen: ich sagte ihm ab. Wenn es stimmt, dass nicht einmal unser neuer Bischof mit solch einer Messe ein Problem hat (die noch dazu als Gemeindemesse gedacht ist), was hilft da noch diskutieren?
Als Katholik habe ich das Recht auf eine schöne und würdige Messe am Sonntag, die einen angemessenen Rahmen bietet, um Jesus gebührend zu empfangen. Insofern fahre ich diesen Sonntag in eine Kirche und nicht aufs Fußballfeld.
Es gibt einige wunderbare Schriften zur Kirchenmusik. Da die meisten jedoch „vorkonziliar“ sind, werden sie von fortschrittlichen Klerikern wie unserem Dechant und vielleicht auch unserem Bischof nicht mehr ganz so ernst genommen, schließlich habe die Kirche sich ja „weiterentwickelt“. Also wage ich gar nicht erst, daraus zu zitieren, sondern gebe der Ritenkongregation das Wort, die in der Instruktion über die Musik der heiligen Liturgie „Musicam sacram“ vom 5. März 1967, also einem „nachkonziliaren“ Dokument, folgenden Wunsch äußert:
Es ist zu hoffen, daß Seelsorger, Musiker und Gläubige in der bereitwilligen Annahme und Durchführung dieser Normen den eigentlichen Zweck der Musica sacra zu erreichen bemüht sind, nämlich die „Verherrlichung Gottes und die Heiligung der Gläubigen“.
a) Darum kann nur jene Musik „Musica sacra“ genannt werden, die für die Feier des göttlichen Kultes geschaffen und durch die Heiligkeit und Güte ihrer Formen ausgewiesen ist.
b) Unter dem Begriff Musica sacra kommen hier in Betracht: Der Gregorianische Choral, die alte und neue Polyphonie in ihren verschiedenen Gattungen, Musica sacra, die für die Orgel und für andere erlaubte Instrumente geschaffen wurde, und der kirchliche Volksgesang, der liturgische wie der religiöse.
Ist das so schwer zu verstehen? Steht da etwas von Ausnahmen und Fußballgottesdiensten?!
Je weniger ernst wir unsere Liturgie nehmen, umso weniger ernst werden wir als Katholiken genommen. Eine Banalisierung der liturgischen Feier führt niemanden näher zur Kirche und entfernt uns, die Gläubigen, nur mehr und mehr von den Geheimnissen unseres Glaubens. Dass man das nach 40 Jahren des Rumexperimentierens immer noch nicht gelernt hat!
Liturgie und Musik hängen eng zusammen, wie wir im Schlusszitat von unserem Papst hören werden. Was sagen dann Titel wie „Fi-Fa-Fußball“ oder „Der Ball ist rund“ über die Qualität einer Liturgie aus, die derart infantile Lieder braucht?
In der Tat kann man von Liturgie gar nicht reden, ohne auch von der gottesdienstlichen Musik zu sprechen; wo Liturgie verfällt, verfällt auch die „Musica sacra“, und wo Liturgie recht verstanden und gelebt wird, wächst auch gute Kirchenmusik. (Joseph Kardinal Ratzinger)
Was Er euch sagt, das tut!

Beeindruckend war zunächst das authentische Zeugnis, das P. Maximilian als Mensch und Priester bei den Menschen hinterlässt. Wenn er über die Muttergottes und über Jesus spricht, spürt man, dass er über Vertraute redet, über Personen, zu denen er eine innige und lebendige Beziehung hat. Ich merke oft, wie ich im Alltag dazu geneigt bin, im Stillen meinen Glauben, der soviel Un-glaubliches beinhaltet, durch die steten Widerstände unserer Umwelt in Frage zu stellen und den tiefen Herzensbezug zur Realität Gottes in der Kirche und in der Welt zu verlieren. Dann weiß nur noch der Kopf, dass die Geschichte mit der Erbsünde und die Erlösung durch den auferstandenen Heiland Wirklichkeit sind. P. Maximilian bezeugt, dass auch ein gelehrter Professor in seinem Glauben von kindlicher Freude und Dankbarkeit erfüllt sein kann und dass Glaube und Vernunft sich nicht widersprechen, sondern die beiden Flügel sind, die uns zur Erkenntnis der Wahrheit erheben.
Die innige Liebe der Muttergottes zu Jesus wurde uns anhand ausgewählter Bibelstellen veranschaulicht. Maria beantwortete die Anfrage des Erzengels mit ihrem „Fiat“, obwohl sie nicht verstand, wie ihr geschah. Ihr tiefer Glaube an das Kommen des Messias ließ sie offen sein für die Empfängnis des Jesuskindes durch den Heiligen Geist. Bei der Erläuterung der vier Mariendogmen hat P. Maximilian nebenbei klargestellt, dass das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nichts mit dieser Perikope zu tun hat. Maria war von Gott vorherbestimmt, die Mutter des Erlösers zu sein, weshalb sie von der Erbsünde verschont blieb und bei ihrem Tode mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.
Wie sie mit den Aposteln in den Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten gebetet hat, so stünden auch wir jetzt in der Novene zu Pfingsten und sollten uns ihrer Fürsprache anempfehlen. Der Sinn der Marienweihe bestünde darin, dass Maria die Möglichkeit bekomme, ihr durch das Schwert geöffnete Herz der Liebe anstelle unseres harten Herzens zu setzen, damit wir offen seien für die Gnade Gottes.
P. Maximilian gab uns 4 Merksätze des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle mit auf den Weg, die als Leitsätze für das ganze Leben gelten können:
1. Was Er euch sagt, das tut
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium (Joh 2,5) verdeutlicht das bedingungslose Vertrauen Mariens in ihren Sohn. Mit diesem Vertrauen dürfen auch wir auf Gott und seine Gebote hören.
2. Was Er euch tut, das sagt
Auch die Umkehrung der Aufforderung Mariens zu Kanaa gelte es zu berücksichtigen. Wie Maria sollen wir uns nicht scheuen, über Gott zu reden und ihn zu loben, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49).
3. Was Er euch gibt, das nehmt
Gott möchte uns beschenken. Wir dürfen seine Gaben nicht ablehnen, sondern sollen dankbar das annehmen, was er uns gibt.
4. Was Er euch nimmt, das gebt
Dieser Satz sei der schwierigste der vier. Oftmals muss man Abschied nehmen von geliebten Menschen oder von Dingen, die wir nur ungerne loslassen. Gott, der uns beim Namen kennt, meint es dennoch gut mit uns und oft sind solche Abschiede Teil eines größeren Guts.
Wie setzen wir all das um? Das Herz unseres Glaubens sei die Liturgie der Kirche, die nie zur „Show“ ausarten dürfe, da sie nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk sei. Es sei unabdinglich, sich in die überlieferten Formen und Traditionen einzufügen, und Gott selbst durch diese Formen wirken zu lassen. (Anmerkung: Die Heiligenkreuzer Mönche sind bekannt für ihre würdige Umsetzung der nachkonziliaren Messe. In Heiligenkreuz und Stiepel habe ich erlebt, wie würdig, feierlich und doch schlicht die Messe im Neuen Ritus auch gefeiert werden kann).
Wir sind dankbar, dass P. Maximilian uns in diesen Tagen näher zur Gottesmutter geführt hat und hoffen, dass er uns bald wieder besuchen wird.
Nachtrag: Auf kath.net gibt es ein gutes Interview mit P. Maximilian über seine neueste Buchveröffentlichung, über den Papst und über die heilige Liturgie.
Antonio mit Mönch

Kleines Weihegebet:
O meine Gebieterin, o meine Mutter.
Dir bringe ich mich ganz dar;
und um dir meine Hingabe zu bezeigen,
weihe ich dir heute meine Augen,
meine Ohren, meinen Mund, mein Herz,
mich selber ganz und gar.
Weil ich also dir gehöre,
o gute Mutter, bewahre mich, beschütze mich,
als dein Gut und Eigentum.
Amen.
Mit Maria auf Christus schauen

Geichlingen auf Google Street View

Ohne den Herrgott…

Ein Name, der untrennbar mit dem kleinen Ort Geichlingen in der Eifel in Verbindung gebracht wird, ist der Name Thiex. Weit über die Grenzen der Region hinaus ist das Möbelhaus der Firma Thiex seit Jahrzehnten bekannt und beliebt. Doch wer steht hinter diesem Namen, der für Qualität und Zuverlässigkeit bürgt?
Ich hatte die Gelegenheit, den Gründer der Firma, Herrn Leo Thiex, in seinem schönen Haus in Geichlingen zu besuchen und mich mit ihm zu unterhalten.
Empfangen werde ich von Frau Thiex, die die Haustür öffnet und mich in ihrer warmherzigen und liebevollen Art empfängt, die vielen Menschen bekannt sein dürfte. Hinter großen Männern stehen bekanntlich große Frauen. Sie begleitet mich zu Leo Thiex, der mich im Wohnzimmer bereits erwartet. Dass Leo Thiex seiner Frau zutiefst dankbar ist, lassen seine Worte in unserem nun folgenden Gespräch immer wieder unschwer erkennen. Sie war maßgeblich am Aufbau des erfolgreichen Unternehmens beteiligt.
Der Glaube
Doch zunächst zu den Anfängen. Geboren 1931 in die Familie eines Landwirtes aus Geichlingen, mussten Leo Thiex und seine 4 Geschwister den Schrecken des Krieges in seiner Kindheit leidvoll erfahren. Mehrere Male musste die Familie flüchten, hat sich lange mit anderen Geichlinger Einwohnern in Todesangst in einem Stollen in den Wäldern versteckt. Die tief religiöse Mutter hatte eine Fatima-Muttergottes mitgenommen, zu der man jeden Tag Zuflucht nahm und den Rosenkranz betete. Man versprach der Gottesmutter, ihr zu Ehren eine Kapelle hier in der „Wollefskaul“ zu errichten, wenn die Familien den Krieg unbeschadet überleben würden. Tatsächlich hat keine der 30 Bomben, die über Geichlingen abgeworfen wurden, das Haus einer dieser Familien zerstört. Die Kapelle steht bis heute und wird von ein paar Geichlingern liebevoll gehegt und gepflegt.
Als Leo Thiex mir diese Geschichte erzählt, bemerke ich, welch eine innige Liebe er für seine Mutter hegt. Sowohl sie als auch der Vater kamen aus einer kinderreichen Familie. Beide verloren in frühester Kindheit den Vater. Doch den Glauben an Gott verloren sie nicht. Die Mutter hat ihren Kindern das Fundament des Glaubens ins Herz gelegt, und bis heute sind Leo Thiex und seine Geschwister tief gläubige und praktizierende Katholiken. Dies hat Leo mit seiner Frau Annemie gemeinsam: auch sie hatte eine sehr fromme Mutter, die ihre Kinder auf eine solche Weise das Beten gelehrt hat, dass sie heute noch mit großer Liebe und Dankbarkeit davon erzählt.
Die Anfänge im Beruf
Nach dem Krieg absolvierte Leo Thiex seine Lehre zum Schreiner im Nachbarort Mettendorf und bestand mit Erfolg seine Gesellenprüfung. Die ersten Jahre seiner Berufslaufbahn übte er im angrenzenden Luxemburg aus, wo er Erfahrungen sammeln und Kontakte knüpfen konnte. Lange Fussmärsche durch die Wälder hinüber ins Nachbarland standen auf der Tagesordnung.
Zu Beginn der 50er Jahre wurde er dann für kurze Zeit arbeitslos. Wie jede wichtige Entscheidung seines Lebens, legte er auch diese Situation in die Hände des lieben Gottes und pilgerte zusammen mit anderen Gläubigen auf Fußwallfahrt ins 75 km entfernte Klausen, wo er Kraft für neue Taten sammelte. Die Pilgerreise trug bald ihre Früchte: Leo Thiex fand eine neue Anstellung in Luxemburg und lernte kurz später seine zukünftige Frau Annemie Thommes kennen, die aus einer Schreinerfamilie abstammte und in Köln eine Haushaltslehre bei katholischen Schwestern absolviert hatte.
Einige Jahre später, das junge Paar war mittlerweile verheiratet, holte Leos Schwager ihn zu sich in den Betrieb, wo er sein Können bis 1961 einbrachte.
Der Beginn des Erfolges
Nach über 10 Jahren Berufserfahrung wollte Leo Thiex selbständig werden. 1962 eröffnete er die erste Werkstatt in seinem Heimatdorf Geichlingen, die der Grundstein für die wirtschaftlich bald sehr erfolgreiche Firma Thiex werden sollte. Es sprach sich herum, dass Leo Thiex' Schreinerei gute Qualität zu guten Preisen lieferte, und ein Auftrag nach dem anderen ereilte die Firma.
Nach weiteren 10 Jahren wurde die Werkstatt auf den heutigen Standpunkt verlegt. Eine wesentlich größere Fläche stand der Firma nun zur Verfügung. Fleiß und Klugheit des Firmenleiters erlaubten mehrere Male einen weiteren Ausbau des Möbelhauses.
1997 übergab er die Firmenleitung seinem Sohn Michael und dessen Frau Mechthild, der das Möbelhaus bis heute erfolgreich führt.
Dankbare Rückschau
„Wir“, - damit meint Leo Thiex sich und seine Frau, „sind unseren Eltern sehr dankbar, denn sie haben uns den Glauben vermittelt“. Diese Einstellung solle man auch den eigenen Kindern weitergeben. Es habe keinen Sonntag ohne heilige Messe gegeben, Engagement in der Pfarrei war stets selbstverständlich, ebenso das Teilen der Güter: das Spenden für wohltätige Zwecke sei ihm sehr wichtig.
Berührt hat mich auch folgende kleine Anekdote: beim täglichen Schwimmen im hauseigenen Swimmingpool bete er stets für all seine Mitarbeiter, dass ihnen nichts passiert. Tatsächlich hat es bis heute keine schlimmen Betriebsunfälle in der Firma Thiex gegeben. Auch die verstorbenen Mitarbeiter vergisst er nicht im Gebet.
Seinen Lebensabend verbringt Leo Thiex etwas ruhiger, hat mehr Zeit für die Familie. Sehr gerne hilft er seiner Frau in der Küche und schält Äpfel und Möhren. Leider habe er nie die Gelegenheit gehabt, Musik zu lernen, aber seine Mutter hätte früher viel gesungen. So singt auch er seit 50 Jahren im Kirchenchor. Zur Feder greift er ab und zu auch ganz gerne: „Mein Hobby ist dichten.“
Rückblickend sagt er: „Hätten wir den Herrgott nicht dabei gehabt, wären wir heute nicht da, wo wir sind.“