Das Geheimnis liturgischer Erneuerung

Was empfehlen Sie den Jugendlichen, die neugierig auf die alte Messe sind?
Kardinal Antonio Cañizares Llovera: Die Jugendlichen müssen im Geist der Liturgie erzogen werden. Es wäre ein Fehler, sie auf die eine oder die andere Form in einer polemischen Weise festzulegen. Sie müssen an die Anbetung herangeführt werden und an den Geist des Mysteriums. Ihnen soll der Lobpreis und die Danksagung vermittelt werden – und das Ganze, was die liturgische Feier der Kirche durch die Zeiten ausgemacht hat.
Heute fehlt es den Jugendlichen vor allem an liturgischer Bildung – unabhängig von der Form, die sie besonders verteidigen. Das ist die große Herausforderung für die nahe Zukunft, auch für die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenlehre. Wir brauchen heute eine neue liturgische Bewegung, so wie es sie im 19. und 20. Jahrhundert gab. Dabei geht es nicht um die eine oder um die andere Form, sondern um die Liturgie als solche.
Und wie kann diese neue liturgische Bewegung Wirklichkeit werden?
Kardinal Antonio Cañizares Llovera: Wir brauchen eine neue Einführung in das Christentum. Auch für Kinder und für Jugendliche. Eine Einführung in die Liturgie besteht nicht nur darin, etwas über die Zelebration zu wissen, obwohl das natürlich unerlässlich im theologischen und doktrinellen Sinne ist. Jugendliche und Kinder sollen an sehr würdig gefeierten Liturgien teilnehmen, die ganz durchdrungen sind vom Mysterium Gottes und sich der Einzelne mit einbezogen weiß. Aktive Teilnahme bedeutet nicht, etwas zu machen, sondern in den Lobpreis und in die Stille einzutreten, in das Hören und auch in das Bittgebet und in all das, was Liturgie wirklich ausmacht. Solange das nicht geschieht, wird es keine liturgische Erneuerung geben. Wir müssen uns um hundertachtzig Grad drehen. Jugendpastoral soll ein Ort sein, an dem Begegnung mit dem lebendigen Christus in der Kirche stattfindet. Wo Jesus Christus als jemand von gestern erscheint, ist weder liturgische Bildung noch aktive Teilnahme möglich. Solange das Bewusstsein für den lebendigen Christus nicht wieder erwacht, wird nichts aus der so dringend notwendigen Erneuerung.
Aus persönlicher Erfahrung kann ich diese Aussagen nur bestätigen. Nur die Begegnung mit Priestern und jungen Menschen, die die heilige Messe mit großer Liebe und im Geist der Anbetung feierten, hat mir ermöglicht, die Schönheit der katholischen Kirche und ihrer wunderbaren Liturgie zu erkennen. Fußballmessen oder Kuschelmessen mit Lesungen aus dem „Kleinen Prinzen“ hätten mir den Blick auf das Wesentliche verwehrt.
Ich verstehe, dass viele Menschen heute nichts mehr mit der Kirche anfangen können oder gar negative Gefühle gegen sie hegen. Das liegt meiner Meinung jedoch daran, dass die meisten – um es mit Fulton Sheen zu sagen – nicht wissen, was sie eigentlich hassen, oder zumindest verabscheuen. Es tut mir oft in der Seele weh, wenn ich Menschen treffe, die noch ansatzweise an Gott glauben, jedoch überhaupt keinen Draht zur Kirche haben. Bevor ich zurück in die katholische Kirche gefunden habe, hätte ich mich trotz allem als tief religiösen Menschen bezeichnet – nein, „spirituell“ wäre damals wohl eher mein Ausdruck gewesen, um ja nicht in Verbindung mit der Kirche gebracht zu werden (noch davor war ich stolzer Atheist). Aber ich wusste gar nicht, wie weit meine Seele noch von Gott entfernt war – trotz Meditation, Mantra-singen und beten. Nicht dass ich mich jetzt „überlegen“ fühle, aber zufriedener und glücklicher fühle ich mich. Deshalb wundere ich mich auch nicht über den Radiobeitrag von heute morgen, bei dem ich zufällig erfuhr, dass religiöse Menschen statistisch gesehen die glücklicheren Menschen sind.
Die Liturgie der Kirche führt den gläubigen Menschen immer wieder auf das Wesentlichste im Leben zurück: auf die Liebe zu Gott und zu seinen Mitmenschen. Umso wichtiger ist es, dass die liturgische Zerrüttung der vergangenen 40 Jahre ein Ende nimmt und die Menschen allerorts das Recht auf eine schöne, angemessene und würdig gefeierte Liturgie zurückgeschenkt bekommen. Und das, so wage ich zu behaupten, regelt die Natur dank demographischer Gesetzmäßigkeiten von selbst.
Gedanken über die Anbetung

Danke auch an dieser Stelle noch einmal für euern Dienst und für die wertvollen Impulse!
Ein Rendez-vous mit dem Herrn
Anbetung ist für mich die höchste – und vielleicht gerade deshalb die schwierigste – aller Gebetsformen. Wenn es stimmt, dass Gebet im Allgemeinen nicht zuerst ein Tun des Betenden ist, sondern ein Tun Gottes – sozusagen ein Rendez-vous des Herrn mit uns –, dann wird das in der Anbetung für mich am deutlichsten: Er ist da! Und Er ist da als der, der Er wirklich ist und als der Er angebetet werden will: als König der Welt, der Schöpfung, der Erlösung und der Vollendung, der sich klein macht und verschenkt wie gebrochenes Brot, um mir Sein Leben zu schenken. Er ist da – das ist alles und zugleich der Anfang und die Vollendung von allem!
(Paul Galles, Pfarrer in Esch/Alzette, Luxemburg)
***
Dusche für die Seele
Anbetung ist die Dusche für meine Seele. Das warme Wasser der Gottesliebe umfließt mich, ich schaue hinauf, darf die Augen schließen, darf einfach da sein, muss nicht viel reden, darf einfach ich sein.
(Roger Ibounigg, Pfarrer in Pöllauberg/Steiermark)
***
Sein Herzschlag…
‚Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe‘ (Ps 62). Beim stillen Gebet hilft mir die Szene des Evangeliums, in der Johannes im Abendmahlsaal an der Brust Jesu ruht. Christus in der hl. Eucharistie lädt mich ein, mich in die Vertrautheit seiner Freundschaft loszulassen, gleichsam seinen Herzschlag zu erlauschen. Ich muss nichts tun - er handelt an mir. Er weiß, was zu tun ist, was von Nöten ist. Ich halte still und werde still. So wird die Anbetung zum Ort tiefer Verwandlung, die Gott bewirkt, und damit zur Grundlage aller Aktivität.
(Andreas Schätzle, Priester der ED Wien und Programmdirektor von Radio Maria Österreich)
***
Vorgeschmack des Himmels
In der Anbetung des allerheiligsten Sakraments begegnen wir Jesus ‚live‘. Wir blicken uns gegenseitig an, sozusagen Aug in Auge, allerdings auf der Ebene des reinen Glaubens. Was wir sehen, ist ausschließlich die demütige Gestalt der Hostie. Diese unspektakuläre, verborgene Gegenwart des Herrn hat uns so viel zu sagen; zunächst über Ihn, wer Er ist und wie Er zu uns steht; aber auch über uns, wer wir in seinem Licht sind und sein können. Die eucharistische Anbetung setzt das Wandlungsgeschehen der Messe in uns fort, indem wir durch den Herrn immer mehr in Ihn verwandelt werden nach dem Maß, mit dem wir uns treu und beständig seiner Gegenwart aussetzen.
Heute ist mir beim Betrachten der Schriftlesung aus dem Stundenbuch eine Erkenntnis geschenkt worden, die sich auf die Anbetung der Eucharistie übertragen lässt. Es handelt sich um 1 Joh 3,2: ‚Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.‘ Mit anderen Worten: Wenn wir Jesus eines Tages im Himmel schauen werden, werden wir durch diesen Anblick in Ihn verwandelt, ‚ihm ähnlich sein‘. Seine Schönheit, sein Licht, sein Wesen werden uns bei Seinem Anblick durch und durch durchdringen, so dass wir selbst ein Stück ‚Jesus‘ werden; so wie ein Mensch selbst ein Stück ‚Sonne‘ wird, wenn ihm die Sonne direkt ins Gesicht leuchtet. Die Begegnung mit Jesus im heiligen Sakrament ist ein kleiner Vorgeschmack des Himmels. In der eucharistischen Anbetung macht er uns allmählich Ihm ähnlich.
(Christoph Haider, Pfarrer in Oberhofen/Tirol)
***
Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit
Warum wagen sich manche Seelen nicht an das ruhende Gebet vor dem Allerheiligsten heran; warum finden sie nicht den Weg dazu; oder lassen doch bald wieder davon ab? Tag und Nacht wartet er im Tabernakel auf mich, weil er mich bis ans Ende liebhat! Sind es nicht drei große Themen, drei weite Bezirke, drei wichtige Angelegenheíten, über welche ich zu Gott reden, mit Gott mich beraten, also vor Gott kommen darf?
Einmal ist es mein Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was alles an Sorgen, Taten, Hoffnungen, Zweifeln, Aufgaben, Ereignissen, was an Reue, Einsicht und Absicht, Planung und Ahnung, Erfolg und Enttäuschung, Irrnis und Wirrsal, Ruhe und Unruhe liegt doch im Leben eines Menschen, so auch in meinem Erdendasein? Ja, würden wir mit alledem zu Gott kommen, vor Gottes Angesicht mit ihm und uns zu Rate gehen, demütig, ehrlich und vertrauend an Gott uns wenden: - wir hätten mehr lebendiges Christentum in der Welt, und ungleich mehr Seelen würden aus einem wahrhaft innerlichen Gebet Frieden schöpfen und Kraft gewinnen, zur Heiligung.
Zum anderen das Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit, Schöpfer, Erlöser, Heiligmacher; Allmacht, Weisheit und Liebe, Kreuzweg und Gnade: - was liegt für eine Welt von Gedanken, was an Reichtum, an Größe von Wundern im Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit! Was tut sich uns doch eine Welt auf, wenn wir beginnen, darüber mit Gott zu reden?
Und noch ein großes Thema gibt es: des Menschen Verhältnis zu seiner Umwelt, zu seinem Beruf. Kann dies nicht ein würdiger und wichtiger Gegenstand des Gebets sein? Ob du Mutter, Vater bist oder Kind, ob Vorgesetzter oder Untergebener, ob Krankenschwester oder Büroangestellte, Professor oder Bauernknecht, ob Novize in einem Kloster oder Lehrling in einer Schlosserwerkstatt, ob Pflegling in einem Versorgungsheim oder Präsident eines Staates: die Erfüllung deines Berufes und dein Umgang mit dem Nächsten sind wahre Angelegenheiten einer Prüfung vor Gottes Angesicht, dem sich in Liebe verzehrenden Herrn im Tabernakel!
(Werner Wolff, Pfarrer in Eintürnenberg/Deutschland)
***
Du, der Lebendinge!
Herr, ich komme zu Dir. Du bist da in diesem schlichten Brot. Ich glaube, dass Du es bist. Du, den die Welt nicht fassen kann, Du bist hier - wahrhaft, wirklich gegenwärtig. Du der Lebendige, Du der Herr. Du schaust mich an, ich schaue Dich an. Unsere Blicke treffen sich - geheimnisvoll - und doch wirklich. Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus - so singt ein Hymnus. Ich darf hier sein: mit meiner Gebrochenheit, meiner Schwachheit, meiner Sünde. Wer zu mir kommt, sagst Du, Herr, den weise ich bestimmt nicht ab. Danke, Herr, dass ich da sein darf. Danke, dass ich nichts leisten muss, dass ich einfach vor Dir sein darf. Du kennst mich. Ich brauche Dich so sehr: Deine Hilfe, Deine heilende Berührung, Deine Befreiung, Dein Leben. Herr, nimm mich so, wie ich bin, und mach mich so, wie Du mich haben willst.
Herr, Du weißt alles, Du weißt auch, dass ich Dich liebe. Ich erfahre die eucharistische Anbetung als einen Ort, wo das Wasser aus dem Heiligtum fließt (vgl. Ez 47): überall, wo das Wasser aus dem Heiligtum hinkommt, wird alles gesund. Der Herr in der Eucharistie ist wie der Felsen, aus dem für das Volk der Israeliten damals das Wasser strömte. In beharrlichen Schritten des Glaubens wird dieser mein Glaube wie ein Stab, mit dem ich das Wasser aus dem Felsen schlage. Im Blick auf den eucharistischen Herrn erkenne ich Ihn, der auch um meinetwillen durchbohrt wurde, und ich tauche ein in den Strom, der aus seinem Herzen fließt. Oft ist es trocken und mühsam, wenn ich Ihn dort suche, und doch bricht sich auch jene Erfahrung Bahn, die ein Jakob auf seiner Flucht vor Esau machen durfte. Inmitten der Ausweglosigkeiten und unbeantworteten Fragen ist Er plötzlich da und staunend rufe ich aus: Gott ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.
(P. Andreas Hasenburger, Missionar vom kostbaren Blut/Kufstein)
Adieu, mein Skapulier!

Was Er euch sagt, das tut!

Beeindruckend war zunächst das authentische Zeugnis, das P. Maximilian als Mensch und Priester bei den Menschen hinterlässt. Wenn er über die Muttergottes und über Jesus spricht, spürt man, dass er über Vertraute redet, über Personen, zu denen er eine innige und lebendige Beziehung hat. Ich merke oft, wie ich im Alltag dazu geneigt bin, im Stillen meinen Glauben, der soviel Un-glaubliches beinhaltet, durch die steten Widerstände unserer Umwelt in Frage zu stellen und den tiefen Herzensbezug zur Realität Gottes in der Kirche und in der Welt zu verlieren. Dann weiß nur noch der Kopf, dass die Geschichte mit der Erbsünde und die Erlösung durch den auferstandenen Heiland Wirklichkeit sind. P. Maximilian bezeugt, dass auch ein gelehrter Professor in seinem Glauben von kindlicher Freude und Dankbarkeit erfüllt sein kann und dass Glaube und Vernunft sich nicht widersprechen, sondern die beiden Flügel sind, die uns zur Erkenntnis der Wahrheit erheben.
Die innige Liebe der Muttergottes zu Jesus wurde uns anhand ausgewählter Bibelstellen veranschaulicht. Maria beantwortete die Anfrage des Erzengels mit ihrem „Fiat“, obwohl sie nicht verstand, wie ihr geschah. Ihr tiefer Glaube an das Kommen des Messias ließ sie offen sein für die Empfängnis des Jesuskindes durch den Heiligen Geist. Bei der Erläuterung der vier Mariendogmen hat P. Maximilian nebenbei klargestellt, dass das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nichts mit dieser Perikope zu tun hat. Maria war von Gott vorherbestimmt, die Mutter des Erlösers zu sein, weshalb sie von der Erbsünde verschont blieb und bei ihrem Tode mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.
Wie sie mit den Aposteln in den Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten gebetet hat, so stünden auch wir jetzt in der Novene zu Pfingsten und sollten uns ihrer Fürsprache anempfehlen. Der Sinn der Marienweihe bestünde darin, dass Maria die Möglichkeit bekomme, ihr durch das Schwert geöffnete Herz der Liebe anstelle unseres harten Herzens zu setzen, damit wir offen seien für die Gnade Gottes.
P. Maximilian gab uns 4 Merksätze des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle mit auf den Weg, die als Leitsätze für das ganze Leben gelten können:
1. Was Er euch sagt, das tut
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium (Joh 2,5) verdeutlicht das bedingungslose Vertrauen Mariens in ihren Sohn. Mit diesem Vertrauen dürfen auch wir auf Gott und seine Gebote hören.
2. Was Er euch tut, das sagt
Auch die Umkehrung der Aufforderung Mariens zu Kanaa gelte es zu berücksichtigen. Wie Maria sollen wir uns nicht scheuen, über Gott zu reden und ihn zu loben, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49).
3. Was Er euch gibt, das nehmt
Gott möchte uns beschenken. Wir dürfen seine Gaben nicht ablehnen, sondern sollen dankbar das annehmen, was er uns gibt.
4. Was Er euch nimmt, das gebt
Dieser Satz sei der schwierigste der vier. Oftmals muss man Abschied nehmen von geliebten Menschen oder von Dingen, die wir nur ungerne loslassen. Gott, der uns beim Namen kennt, meint es dennoch gut mit uns und oft sind solche Abschiede Teil eines größeren Guts.
Wie setzen wir all das um? Das Herz unseres Glaubens sei die Liturgie der Kirche, die nie zur „Show“ ausarten dürfe, da sie nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk sei. Es sei unabdinglich, sich in die überlieferten Formen und Traditionen einzufügen, und Gott selbst durch diese Formen wirken zu lassen. (Anmerkung: Die Heiligenkreuzer Mönche sind bekannt für ihre würdige Umsetzung der nachkonziliaren Messe. In Heiligenkreuz und Stiepel habe ich erlebt, wie würdig, feierlich und doch schlicht die Messe im Neuen Ritus auch gefeiert werden kann).
Wir sind dankbar, dass P. Maximilian uns in diesen Tagen näher zur Gottesmutter geführt hat und hoffen, dass er uns bald wieder besuchen wird.
Nachtrag: Auf kath.net gibt es ein gutes Interview mit P. Maximilian über seine neueste Buchveröffentlichung, über den Papst und über die heilige Liturgie.
Gebetszettel

Der Sänger Mariens

Der heilige Ludwig Maria (Louis-Marie) war einer der innigsten Marienverehrer aller Zeiten und hat zahlreiche wertvolle Schriften und unzählige Lieder hinterlassen. Eine sehr gute Auswahl dieser Schriften ist im „Goldenen Buch“ enthalten. Die Marienweihe mit 33-tägiger Vorbereitung geht auf ihn zurück. Ausgiebige Informationen zur Marienweihe findet man auf der Homepage der katholischen Gemeinschaft „Amici di Dio“.
Seine Schriften haben mich stark beeinflusst. Die Weihe mache ich seit nunmehr 5 Jahren, und ich kann nur bestätigen, dass sie tiefgreifende Auswirkungen hat!
Worte Papst Johannes Pauls II. über das „Goldene Buch“:
Diese beiden Worte bringen die vollkommene Zugehörigkeit zu Jesus durch Maria zum Ausdruck: „Totus Tuus ego sum, et omnia mea tua sunt!“ schreibt der Hl. Ludwig und er übersetzt: „Mein Jesus, ich bin ganz Dein, und alles, was mein ist, ist Dein durch Maria, Deine heilige Mutter!“„Ich selbst schöpfte in meiner Jugend großen Gewinn aus der Lektüre dieses Buches, denn darin fand ich die Antwort auf meine Ratlosigkeit: Meine Furcht bestand darin, dass die Verehrung Mariens und ihre große Verbreitung, den Vorrang der Verehrung Christi, gefährdete. Unter der weisen Führung des Hl. Ludwig verstand ich, dass wenn man das Geheimnis Marias in Christus lebt, diese Gefahr nicht besteht. Auf meinem Bischofswappen ist der Wahlspruch ‚Totus Tuus‘ zu lesen, der sich bekanntlich an der Lehre des Hl. Ludwig inspiriert.“
Aus dem „Flammengebet“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort:
„Heiliger Ludwig Maria, bitte für uns!“„Um wahre Kinder Mariens, Deiner heiligen Mutter, bitte ich Dich, die von ihr in Liebe empfangen und in ihrem Schoß getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt und durch ihre Sorge groß gezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind!“
Ein Interview aus Medjugorje

Am 31.12.2005 sprach David Ianni über die Gründe seiner wiederholten Pilgerfahrten nach Medjugorje, über seine Kunst und seinen Glauben.
David Ianni, Sie sind Pianist und Komponist aus Luxemburg, zur Zeit leben Sie in Österreich, und Ihr Herz ist irgendwie sehr stark mit Medjugorje verbunden. Warum? Was bedeutet Medjugorje für Sie, für Ihre Kunst, für Ihr geistliches Leben?
Ich bin letztes Jahr zu Silvester zum ersten Mal in Medjugorje gewesen. Das war mit einer Gruppe aus Österreich, „Amici di Dio“, die jedes Jahr Pilgerfahrten nach Medjugorje organisiert. Meine Bekehrung hängt eng mit der Weihe an Maria zusammen. Kurz nachdem ich die Weihe gemacht hatte, das war im Sommer 2004, spürte ich einen starken inneren Ruf, nach Medjugorje kommen zu sollen. Eine Bekannte hat mir einmal gesagt: „Wenn du im entferntesten das Bedürfnis hast, nach Medjugorje zu fahren, dann könnte es sein, dass die Muttergottes selbst dich ruft.“ Dieser Satz hat mich nie losgelassen. Besonders nach der Weihe ist er stärker geworden.
Warum haben Sie diese Weihe gemacht?
Ich bin traditionell etwas oberflächlich katholisch aufgewachsen. In meiner Jugend war mir die Musik sehr wichtig, ich habe angefangen Konzerte zu spielen und bin sehr viel herumgereist, und schon in dieser Zeit haben sich die Fragen gestellt nach dem Sinn des Lebens. Die Kirche war für mich aber verschlossen. Ich hatte die Sehnsucht nach etwas Exotischem, nach Esoterik, nach asiatischen Religionen. Ich musste einige Umwege gehen, bis ich dann im Jahre 2000 eine katholische Kirche kennen gelernt habe, wo ich Organist war. Eine Frau hat mir einen Rosenkranz geschenkt, der aus Medjugorje war. So habe ich angefangen den Rosenkranz zu beten. Und so ist Medjugorje in Verbindung mit meiner Bekehrung. Der Rosenkranz, die Muttergottes durch den Rosenkranz, hat mich zurück zur katholischen Kirche geholt. Durch dieses Gebet ist meine Liebe zu Maria gewachsen und in mir wurde der Wunsch immer stärker, diese Weihe an Maria zu machen. Dieselbe Bekannte, die zu mir über Medjugorje gesprochen hat, hat mir auch das Goldene Buch von Ludwig Maria Grignion de Montfort empfohlen. Das hat mich sehr tief angesprochen und ich wusste, dies sei mein Weg. Vier Monate nach der Weihe bin ich nach Medjugorje gekommen. Ich hatte das Gefühl, einfach richtig hier zu sein. Es ist nicht so spektakulär, wie ich es erwartet hatte. Es gibt nämlich viele Zeugnisse von Menschen, die hier radikal bekehrt wurden, aber ich hatte ja vorher schon zurück zum katholischen Glauben gefunden. Es war einfach schön, weil die Pfarrei in Medjugorje ein schönes und starkes Zeugnis der lebendigen Kirche ist.
In welchem Sinne meinen Sie das?
Viele Gläubige, auch viele junge Menschen, kommen hierher. In den Messen, auf dem Erscheinungsberg und auf dem Kreuzberg trifft man junge Menschen, die beten, und das hat mich fasziniert. Man spürt auch die Präsenz der Muttergottes. Auf dem Erscheinungsberg habe ich einen sehr tiefen Frieden empfunden. Das Beten fällt einem sehr leicht dort. Unabhängig von den Erscheinungen ist die Kirche lebendig hier. Die Kirche ist voll, man spürt die Freude in den Messen. So viele Menschen leben hier ihren Glauben, gehen zur Kirche und empfangen die Sakramente. Besonders stark ist Gnade der Beichte in Medjugorje.
Woran hängt das, Ihrer Meinung nach?
Ohne dem Urteil der Kirche vorgreifen zu wollen, meiner Meinung daran, dass die Erscheinungen echt sind. Ich habe die Seher nur von ferne gesehen, Vicka etwas näher, und ich finde, dass sie eine authentische Ausstrahlung hat.
Was spricht die jungen Menschen in Medjugorje am meisten an? Was zieht sie an?
Die Sehnsucht nach Frieden, der Durst nach Wahrheit. Die Welt lügt uns so oft an. Durch die Medien bekommen wir überwiegend Negatives gezeigt. Junge Menschen werden auf dem Gebiet der Sexualität sehr manipuliert und in ihren Seelen angegriffen. Wenn sie noch keinen gefestigten Glauben haben, kann das zu schwerwiegenden Folgen führen. Die Botschaft von Medjugorje weckt in ihnen die Sehnsucht nach wahrem Frieden, und wohl auch nach Gott und nach Familie, nach intakten Familien. Die meisten Menschen kommen heutzutage aus zerrütteten Familien. Es ist sehr selten, dass man noch eine Familie findet, wo wirklich die Nächstenliebe gelebt wird, wo gebetet wird, wo die Eltern sich bei der ersten Schwierigkeit nicht gleich scheiden lassen. Aber am meisten zieht sie meiner Meinung nach die Sehnsucht nach Gott nach Medjugorje, danach, dem Leben einen Sinn zu geben. Hier begegnet man Maria und Christus intensiver als zuhause. Ein wichtiger Faktor ist, dass junge Menschen andere junge Menschen treffen, bei denen sie sehen, dass sie den Frieden gefunden haben, dass sie etwas tiefer im geistlichen Leben gekommen sind. Das ist ein starkes Zeugnis. Ein weiterer Punkt, der hier eine sehr wichtige Rolle spielt, ist die Anbetung in der Kapelle und die Anbetung in der Pfarrkirche. Das ist ein Schatz in unserer katholischen Kirche: Jesus in der Eucharistie, Jesus in den Sakramenten. In Seiner Präsenz verweilen dürfen. Besonders schön ist hier die Gestaltung: einfache Sätze, die tief ins Herz gehen, gepaart mit der Musik. Als Musiker fühle ich mich sehr angesprochen. Ich möchte besonders die Violinistin Melinda Dumitrescu hervorheben. Sie ist eine begnadete Musikerin und ihr Ton berührt unzählige Pilgerherzen. Sie ist eine Musikerin so wie wir, als Musiker, es uns wünschen: Das Geschenk ihrer Begabung, die sie von Gott in die Wiege gelegt bekommen hat, beantwortet sie mit einer tiefen Liebe zu Gott. Sie macht Musik für Gott. Viele begnadete Musiker machen sich vielleicht zu wenig Gedanken, woher ihr Talent kommt. Die Musik hat uns Gott geschenkt, damit wir ein Mittel haben, Ihn zu preisen, mit Ihm in Berührung zu kommen, die Menschen zur Wahrheit zu führen, in ihr Inneres zu führen, Licht und Frieden verbreiten. Das ist eine besondere Gabe der Musik, weil die Musik über den Sprachen steht. Musik versteht jeder, unabhängig von der Kultur und von der Sprache.
Wie verbinden Sie Ihren Glauben und Ihre Musik?
Ich nehme die Musik als Geschenk an. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich Musik spielen und komponieren kann, dass ich gewisse Gaben habe. Was ich von Gott bekommen habe, möchte ich Ihm zurück geben. Die Weihe an die Muttergottes wiederhole ich jeden Tag, und ich beziehe sie nicht nur auf mein Leben, auf den Umgang mit meinen Mitmenschen, sondern auch ganz explizit auf meine Musik, damit meine Musik der Muttergottes, und somit Jesus gehört. Ich bete um Inspiration und versuche so gut wie möglich die Botschaft des Evangeliums in Töne zu übersetzen und so Gott zu den Menschen näher zu bringen. Ich bete sehr viel vor, während und nach den Konzerten. Es ist wichtig, besonders nach dem Konzert auch weiter für das Publikum zu beten. Kirche und Kreuz sind Worte, die manche Menschen abschrecken, weil sie negative Assoziationen in ihnen hervorrufen, aber Töne öffnen die Herzen, und mit einem geöffneten Herzen kann man zum wahren Glauben finden. Das ist eigentlich mein Ziel mit der Musik: die Herzen meiner Hörer für den Glauben zu öffnen.
Interview: Lidija Paris, ursprüngliche Veröffentlichung hier.
Johannes Paul II. und seine Mutter Maria

Ich stehe auf einem hölzernen Klappstuhl auf der Piazza San Pietro, gut 100 m vom schlichten Sarg unseres geliebten Papstes Johannes Paul II. entfernt und verfolge gebannt den feierlichen und erhabenen Trauergottesdienst, an dem dank der medialen Ausstrahlung weltweit wohl bis zu einer Milliarde Menschen teilnehmen. Berührt und überwältigt von der Liebe der Pilger, deren Herz es ebenso wie mich und die fünfzig anderen kath.net-Leser unserer Busreise nach Rom verschlagen hat, bete ich im Stillen und danke Gott für diesen großen Papst.
Immer wieder denke ich an Maria, die Mutter Jesu, in deren Hände Karol Wojtyla sein Leben bedingungslos gelegt hat. Nachdem er als junger Mann während der Wirren des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1942 in der Chemiefabrik Solvay, wo er damals arbeitete, das „Goldene Buch“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort zum ersten Mal gelesen hatte, ein Buch „über die wahre Verehrung der seligen Jungfrau Maria“, klärte sich in ihm die Frage nach seiner Berufung vollends. Er, der das Schauspielen, die Dichtkunst und die Philosophie so sehr liebt, tritt im Herbst 1942 ins Priesterseminar von Krakau ein.
Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr trägt er das Karmelskapulier, Zeichen inniger Marienverehrung und innerer Verbundenheit mit dem Karmel, dem wohl marianischsten aller Orden. Nicht einmal bei seiner Operation nach dem gesundheitlich folgenschweren Attentat von 1981 lässt er zu, dass man ihm das Skapulier abnimmt.
Als er 1978 zum Papst gewählt wird, betont er sogleich den hohen Stellenwert, den der Rosenkranz, sein Lieblingsgebet, für ihn hat: „Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe“, das „uns (…) durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringt“ (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 2).
Durch Maria zu Jesus. – Dies ist der Weg, der einen der größten Päpste aller Zeiten hervorgebracht hat, einen Papst, der die Menschen geliebt hat, mit jeder Faser seines Herzens, und der diese Liebe in Wort und Tat bewiesen und gelebt hat. Weshalb lagen und liegen ihm so viele Herzen zu Füßen? Weil wir uns geliebt wussten vom polnischen „Stellvertreter Christi auf Erden“. Christen sowie Menschen anderer Konfessionen und Nichtgläubige fühlten, dass die Liebe dieses Menschen und seine Sorge um das Geschick der Menschheit durch und durch echt waren.
In seiner ersten Enzyklika „Redemptor Hominis“ aus dem Jahre 1979 stellt er die Weichen für das kommende Vierteljahrhundert seines Pontifikats: „Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, ist die Mitte des Kosmos und der Geschichte“ (Redemptor Hominis, R.H. Nr. 1). Er spricht sich aus für die Würde und die Freiheit jedes Menschen und gegen jegliche Form der Ungerechtigkeit. Die „Königswürde“ des Menschen „besteht im Vorrang der Ethik vor der Technik, im Primat der Person über die Dinge, in der Überordnung des Geistes über die Materie“ (R.H. Nr. 16). Diesem „Wahlprogramm“ ist Johannes Paul II. zeit seines Lebens treu geblieben.
Die Welt bewundert das Wirken dieses Papstes, seine Güte und seine Menschlichkeit, lobt seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, seinen Mut zum offenen Dialog mit Andersdenkenden, seine große Demut, die ihn dazu bewog, um Vergebung für die Sünden der Kirche zu bitten und sein Kreuz der Krankheit und des Alters bis zum Ende ohne Klagen zu ertragen und somit die christliche Botschaft von Kreuz und Auferstehung vor den Augen aller zu bekunden. Kaum jemand, der ihn erlebte, blieb unberührt von seinen Worten und Taten. Doch wir sollten die Gnade dieser Stunde dazu nutzen, tiefer zu schauen: Johannes Paul II. zeigte stets auf Jesus Christus, den Erlöser der Menschheit, der in der Kirche im Sakrament der Eucharistie präsent ist, der „Quelle des Lebens und der Heiligkeit“ (Litanei vom Herzen Jesu). Diese Quelle, das Zentrum, die Mitte, das Herz unseres christlichen Glaubens hat unserem Heiligen Vater die Kraft gegeben, Stimme des Gewissens in einer so gewissenlosen Zeit zu sein!
Schauen wir nach innen! Nicht die Form gebiert den Inhalt, sondern der Inhalt schafft das Äußere, die Form. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist. (…) Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (Lk 6, 45). Johannes Paul II. war ein Nachfolger Christi, dessen ganzes Leben auf Christus verweist, wie ein Fenster, durch das die barmherzige Liebe Gottes schien und weiter scheinen wird. In grenzenlosem Vertrauen auf seine himmlische Mutter Maria hat er die Kirche durch den „neuen Advent“ (R.H. Nr. 1) des „Großen Jubiläums“ des Jahres 2000 geführt. Als er am 16. Oktober, dem Beginn des 25. Jahres seines Pontifikats mit dem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ der Christenheit erneut den unschätzbaren Wert des Rosenkranzgebetes ans Herz legte, das Jahr des Rosenkranzes ausrief und die neuen „lichtreichen Geheimnisse“ veröffentlichte, die im Geschenk Christi der Eucharistie an uns gipfeln, setzte er wiederholt ein Zeichen seines marianischen Weges, der für alle Katholiken verbindlich sein sollte:
Durch Maria zu Jesus. – Johannes Paul II. führte sein Werk „zum Höhepunkt des beschrittenen Weges“ (Mane Nobiscum Domine, M.N.D. Nr. 10), indem er nach der bedeutenden Enzyklika über die Eucharistie am 7. Oktober 2004 (Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz!) sein letztes Apostolisches Schreiben „Mane Nobiscum Domine“ veröffentlichte und das Jahr der Eucharistie ausrief, um somit die Christen erneut als ihr Vater, Hirte und Lehrer tiefer in dieses unergründliche Geheimnis einzuführen. Es ist sicher kein Zufall, dass Papst Johannes Paul II. diese Welt im Jahr der Eucharistie verlassen hat, dessen Höhepunkt für viele junge Menschen aus der ganzen Welt der Weltjugendtag in Köln sein wird: „Sehr viel erwarte ich schließlich von euch, liebe Jugendliche, während ich unsere Verabredung für den Weltjugendtag in Köln in Erinnerung rufe. Das Thema ‚Wir sind gekommen, um ihn anzubeten’ (vgl. Mt 2,2) eignet sich in besonderer Weise dafür, um euch die rechte Haltung nahezubringen, wie wir dieses eucharistische Jahr leben können. Bringt zu diesem Treffen mit dem unter dem eucharistischen Schleier verborgenen Jesus die ganze Begeisterung eurer Jugend, eurer Hoffnung und eurer Liebesfähigkeit mit!“ (M.N.D. Nr. 30). Er hinterlässt nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Menschheit ein derart reiches Erbe, das im gegenwärtigen Augenblick sicher noch niemand wirklich zu erfassen vermag. Lassen wir uns weiterhin von ihm unterweisen, seine Lehre studieren und ergründen, um uns von ihm dorthin führen zu lassen, wohin er die Menschheit als Mensch, Priester, Bischof, Kardinal und letztendlich als Papst immer geleiten wollte:
Durch Maria zu Jesus.
Mit den Heiligen zum Allerheiligsten

Die katholische Gemeinschaft „Amici di Dio“ steht unter dem Schutz von 12 Heiligen. Diese Heiligen und überhaupt die Heiligen im allgemeinen sind Vorbilder, deren Leben wir immer wieder betrachten wollen. Sie spornen uns an, Christus und die Kirche an die erste Stelle unseres Lebens zu setzen. Das ist nicht immer einfach und gelingt auch nicht immer, aber es stellt sich doch jedes Mal heraus, dass es richtig ist, unser Schicksal ganz in die Hände dessen zu legen, der uns geschaffen hat.
Gottes Liebe ist unendlich - sie ist eigentlich mit menschlichen Maßstäben nicht zu begreifen. Davon erzählen die Heiligen durch ihr lebendiges Beispiel. Sie haben nicht gezögert, mit ihrem ganzen Leben für Gott einzustehen und seine Güte zu verkünden. Oft wurden sie für verrückt erklärt, doch in Wahrheit zeigen sie uns, dass Gottes Existenz Realität ist. Nur weil Gottes Liebe sie ergriffen hatte, konnten sie so leben, wie sie gelebt haben. Der Heiland hat sie im Himmel als mächtige Fürsprecher für uns und seine ganze Kirche eingesetzt.
Deshalb lautet auch das Motto der „Amici di Dio“: „Mit den Heiligen zum Allerheiligsten“. Das heißt, dass wir nie allein zu Gott beten und ihm entgegen gehen, sondern Ihn immer im Vertrauen auf die Unterstützung und die Fürbitte der Heiligen anbeten. Dies schützt uns vor groben Irrtümern. Uns selbst sollten wir nämlich immer misstrauen, da wir uns selbst so oft enttäuschen und schwach sind im Umsetzen unserer guten Vorsätze und wir ständig der Sünde ausgesetzt sind. Aber auf Gott und auf seine Heiligen, die uns auf dem Weg zum Himmel vorangegangen sind, dürfen wir unser ganzes Vertrauen setzen.
Papst Johannes Paul II. prägte den Leitsatz: „Werdet die Heiligen des neuen Jahrtausends!“ Damit wollte er den jungen Menschen unserer Zeit und allen Menschen zeigen, dass die Heiligkeit nicht unerreichbar ist und nur irgendwelche Leute von irgendwo heilig werden können. Die heilige Thérèse von Lisieux zeigt uns den so genannten „Kleinen Weg“, ein Weg auf dem jeder in der Heiligkeit wachsen kann: es gilt nicht, Großes zu vollbringen und durch Heldentaten in die Geschichte einzugehen, sondern im Kleinen, d.h. in den alltäglichen Dingen des Lebens, wie z.B. im Verrichten seiner Arbeit oder in den familiären Pflichten eine innere Haltung der Hingabe an Gott einzunehmen, was uns Gottes Willen mehr und mehr gleichförmig machen kann. Keiner wird heilig aus sich heraus. Es ist eine Gnade, um die wir innig beten müssen, denn alles Gute, jede Gnade und Gunst des Himmels kann uns nur von Gott durch die Hände Mariens zukommen. Alle Heiligen Gottes, bittet für uns!
Mit Maria zum Allerheiligsten

Zahllos sind die Ermahnungen zum immerwährenden Gebet in der heiligen Schrift, in den Gedanken der Heiligen, in den Dokumenten der katholischen Kirche. Die Wahrheit, die in der Aufforderung zum häufigen, ja zum ewigen Gebet aufstrahlt, wird jeder in sich finden, der einmal erlebt hat, wie richtig das Beten sich anfühlt. In der Folge wird man wohl auch eine Regung des Gewissens wahrgenommen haben, das einem mitteilen möchte, dass das Pensum der täglichen Zwiesprache mit Gott eigentlich selten ausreichend ist.
Maria, die in jedem Anliegen helfen will - sofern es nicht gegen Gottes Gebote gerichtet ist - wird uns auch helfen, unsere Beharrlichkeit im Gebet zu stärken. Fortschritte im geistlichen Leben und die Freundschaft Gottes erlangt nur, wer ausdauernd im Gebet ist, in guten wie in schlechten Tagen. Deshalb kann der Marienmonat Mai ein willkommener Anlass sein, Empfindungen der Liebe zur Muttergottes im Herzen zu wecken und sich oft im Gebet an sie zu wenden, damit sie uns zu ausharrenden Betern formt. Sie wird unser Beten und unser Rufen derart verstärken, dass es direkt in Gottes Herz dringt. Denn kein Mensch hat Jesus inniger geliebt und ist ihm näher gestanden als seine leibliche Mutter, die heilige Jungfrau Maria. Es ist bekannt, dass sie aus eben diesem Grund die mächtigste Fürsprecherin im Himmel ist, die wir bei Gott haben.
Wer sich Gott mit Maria nähert, wird schneller ankommen. Mögen wir deshalb Gott so häufig wie möglich in der heiligen Eucharistie begegnen, und zwar immer mit Maria an der Hand, sowohl in der heiligen Messe als auch in der eucharistischen Anbetung. Übergib deine Sorgen und Anliegen dem Herrn im Allerheiligsten Sakrament und bete Jesus mit Maria an. „Lobe den Herrn und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (vgl. Ps 103,2). Werde ein Freund Gottes!
Das Skapulier

Den Mitgliedern der katholischen Gemeinschaft „Amici di Dio“ wird bei ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft das braune Skapulier vom Berg Karmel von einem Priester aufgelegt. Dieses Zeichen, das uns persönlich an unsere Verbundenheit untereinander erinnert, beinhaltet jedoch andere wichtige Aspekte, die im folgenden kurz erläutern werden.

Was ist das Skapulier?
Das Skapulier besteht aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes, die durch zwei Tragbändchen miteinander verbunden sind. Der Name dieses Sakramentale leitet sich ab vom lateinischen Wort „scapulæ“, Schultern. Das Skapulier wird über beide Schultern hängend getragen und deutet das braune Schulterkleid des Ordensgewandes der Karmeliter an. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.
Ursprung
Nach der Überlieferung des Skapulierfestes überreichte die Muttergottes, die von den Mönchen des auf dem Berge Karmel gegründeten Bettelordens besonders verehrt wurde, am 16. Juli 1251 dem englischen Ordensgeneral Simon Stock ein Skapulier mit den Worten: „Mein Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes.“ Sobald dieses Versprechen den Gläubigen bekannt wurde, wollten auch sie dieses kostbare Unterpfand für ein gutes Leben und einen guten Tod besitzen. Päpste und Kardinäle, Kaiser und Könige, Bischöfe und Priester und Abermillionen von Gläubigen haben sich in der Folge mit diesem Schutzkleid Mariens bekleiden lassen.
Ein Zeichen
Das Skapulier ist von der Kirche approbiert und vom Karmeliterorden angenommen als äußere Manifestation der Liebe zu Maria, des kindlichen Vertrauens zu ihr und des Versprechens, ihr Leben nachzuahmen. Es symbolisiert ebenso die Verbundenheit der Laien, die es tragen, mit dem Karmeliterorden. Natürlich ist es nur ein Zeichen, welches dem Gläubigen zwar Gnaden gewährt, ihn jedoch nicht seiner Pflicht entbindet, sich bestmöglich im Weg der Nachfolge Christi zu bemühen. Durch dieses marianische Zeichen werden laut Johannes Paul II., der selbst das braune Skapulier seit seiner Kindheit trug, zwei Wahrheiten wach gehalten: „Einerseits der beständige Schutz der Allerseligsten Jungfrau, und zwar nicht nur auf unserem Lebensweg, sondern auch beim Übergang in die Fülle ewiger Herrlichkeit, andererseits das Bewusstsein, dass die Verehrung Marias sich nicht auf Gebete und Übungen zu ihrer Ehre in manchen Lebenslagen beschränken darf, sondern zu einem ,Habitus' werden muss, also zu einer beständigen Ausrichtung der persönlichen Lebensführung als Christ, die im häufigen Empfang der Sakramente und der Ausübung der geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit ihre Grundlage hat. Auf diese Weise wird das Skapulier zum Zeichen des ,Bundes' und der gegenseitigen Verbundenheit zwischen Maria und den Gläubigen. In ihm wird greifbar zum Ausdruck gebracht, wie Jesus vom Kreuz aus dem Johannes, und in ihm uns allen, seine Mutter übergab, und wie sich ihr der Lieblingsjünger und mit ihm wir alle vertrauensvoll anheimgeben, so dass sie zu unserer geistlichen Mutter wird“ (aus der Botschaft Johannes Pauls II. an den Karmeliterorden anlässlich der Weihe des Jahres 2001 an die Mutter Gottes und anlässlich des 750. Jahrestags der Übergabe des Skapuliers).
Als Schwester Lucia befragt wurde, warum Maria bei ihrer letzten Erscheinung in Fatima als Muttergottes vom Berge Karmel erschienen war, sagte sie: „Maria wollte dadurch ihren Wunsch bekunden, dass alle Menschen das Skapulier als Zeichen ihrer Weihe an Ihr Unbeflecktes Herz tragen.“ Da die „Amici di Dio“, die Freunde der großen Freunde Gottes im Himmel, in regelmäßigen Abständen ihr Leben durch die Grignion-Weihe ganz in die Hände Unserer Lieben Frau legen, entspricht das Skapulier unserer marianisch ausgerichteten Spiritualität und erinnert uns täglich an unsere Zugehörigkeit zu Mutter Maria, der Mutter der heiligen katholischen Kirche.
Am 16. Juli, dem Fest „Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel“, wollen wir, jeder auf seine Art, etwa durch den Besuch der Heiligen Messe, alljährlich unsere Dankbarkeit für die gütige Führung Mariens in unserem Leben und für das Gnadengeschenk des Skapuliers, das wir tragen dürfen, zum Ausdruck bringen.
Praktische Hinweise
- Das Skapulier wird nur einmal von einem Priester oder einer beauftragten Person überreicht.
- Das Skapulier ermutigt uns und erinnert uns daran, den Anforderungen des Evangeliums gerecht zu werden, die Sakramente zu empfangen und eine besondere Verehrung der Jungfrau Maria zu pflegen, welche sich durch das tägliche Rosenkranzgebet, die tägliche Andacht der drei „Ave Maria“ oder aber auch durch das Gebet des „Angelus“ ausdrückt.
Kurzformel zur Überreichung des Skapuliers
„Empfange dieses Skapulier als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Maria, der Mutter Jesu, der Du versprichst, sie nachzuahmen. Dieses Skapulier soll Dich an Deine Würde als Christ, Deine Hingabe im Dienst am Nächsten und die Nachahmung Mariens erinnern. Trage es als Zeichen ihres Schutzes und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Familie des Karmels in der Bereitschaft, Gottes Willen zu befolgen und im Einsatz im Dienst am Aufbau einer Welt, die seinem Plan der Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und des Friedens entspricht.“
© Skapulierabbildung aus dem Shop St. Josef
Soli Deo Gloria

Die „Amici News“ unterhielten sich mit dem katholischen Künstler über seine Musik, sein Leben und seinen Glauben.
AdD: David, du bist Pianist und Komponist. Was bedeutet für dich Musik?
David: Musik ist eine Gnade Gottes. Beim Musizieren, ob ich nun komponiere oder spiele, bete ich, vielmehr, das Musizieren selbst ist Gebet in sich. Das ist ein schönes Gefühl, und immer wieder ist es auch ein Geschenk für mich, wenn ich erleben darf, wie sich die Herzen meiner Zuhörer öffnen für die Liebe, von der gute Musik letztendlich immer singt, in all ihren unterschiedlichen Ausdrucksformen. Ob ich nun Beethoven, Chopin, Liszt, Schubert oder Brahms spiele – die großen Meister der klassischen Musik sind Künstler, deren Musik wir uns meiner Meinung nach vorbehaltlos anvertrauen und hingeben dürfen. Der Hörer kann so zum Mitbeter werden und Gottes Nähe tatsächlich in der Musik spürbar erfahren. Ich meine, dass alle großen Komponisten gläubige Menschen waren. So wusste zum Beispiel J. S. Bach, mein Lieblingskomponist, sehr wohl, wem er seine Musik zu verdanken hatte. Mit den Worten „Soli Deo Gloria“, die er auf seine Partituren zu schreiben pflegte, gab er dem Herrn das Empfangene in aller Bescheidenheit zurück. Solche Komponisten sind als Musiker meine Vorbilder, musikalische Heilige sozusagen. Ein Musiker muss meiner Meinung nach immer im Dienst der Musik stehen, und somit auch im Dienste Gottes, der uns das Leben und die Musik schenkt. Sie darf nicht zum Selbstzweck und zur Verbreitung negativer Inhalte missbraucht werden, was heutzutage leider oft der Fall ist. Doch es ist auch unübersehbar, dass immer mehr Künstler, vor allem auch junge Persönlichkeiten, sich zu ihrer Religiosität bekennen und die Menschen durch ihre Musik ermutigen und stärken wollen.
AdD: Bevor du zum katholischen Glauben fandest, warst Du einige Zeit bei einer Esoteriksekte. Wie bist du da hinein geraten?
David: Obwohl ich die Sakramente der Taufe, der Kommunion und der Firmung erhalten hatte, spielten Gott und die Religion in meinem Leben keine Rolle. Ich hatte keinen Glauben, der mir Halt geben konnte in einer Zeit meines Lebens, mit 16 Jahren, in der ich mit den Erfolgen und dem daraus resultierenden Druck meiner beginnenden Karriere einfach überfordert war. Mit 17 kaufte ich mir in London, wo ich damals studierte, meine ersten Esoterikbücher. Ich war sehr fasziniert von asiatischen Religionen, Meditation und Esoterik und dachte, dort Antworten auf die Frage nach dem Sinn des Lebens finden zu können. 1998 lernte ich ein esoterisches Seminarzentrum im Saarland kennen. Dort werden sehr teure Seminare zu allen möglichen esoterischen Themen angeboten: Tantra, Astrologie, Numerologie, Shiatsu, Okkultismus, Magie, Weltverschwörungstheorien... Nach und nach richtete ich unter dem Einfluss dieses Hauses mein ganzes Leben nach den Seminaren aus und vernachlässigte meine Freunde, meine Familie, meine Musik.
AdD: Welche Inhalte wurden von dieser Sekte vermittelt?
David: Die Leiterin dieses Hauses versteht sich als „spirituelle Lehrerin“ und als Medium für den so genannten „Christusgeist“, eine geistige Wesenheit, der auch Buddha und Christus angehören sollen. Diese spricht durch das Medium, auch in Einzelsitzungen à 77 Euro die Dreiviertelstunde. Es geht letztendlich um Geld und um Macht. Die Lehrer, die eine sehr charismatische Ausstrahlung haben, geben vor, dem Hilfesuchenden zur Erlösung seiner Leiden zu verhelfen. Ihre Lehren beinhalten Ideen aus verschiedenen Religionen, sowie ein wenig Psychologie und Naturheilkunde. Eine Mischung, die viele Menschen anzieht, die wie ich damals auf der Suche sind und nicht fest im Glauben stehen. Sie benutzen die Sehnsucht der Menschen nach Gott und machen sie sich hörig. Das funktioniert auch deshalb, weil sie alles auf das „höhere Wissen“ der „Meisterin“ zurückführen und das Ganze sehr clever und beeindruckend inszeniert wird. Seltsamerweise glaubten wir als „Schüler“ umso mehr, je tiefer wir „eingeweiht“ wurden. Ich erinnere mich z. B. daran, dass den Seminarteilnehmern einmal Apfelstücke ausgeteilt wurden mit den Worten „das ist mein Leib“ oder wie man Mutter Teresa wegen ihrer „Ego-Strukturen“ kritisierte. Wenn ich heute daran denke, habe ich als Katholik den Eindruck, dass so der Name des Herrn missbraucht und den Menschen durch solche Äußerungen der Weg in die Kirche fast unmöglich gemacht wird. Hat nicht Jesus selbst uns eindringlich gewarnt: „Hütet euch vor den falschen Propheten; sie kommen zu euch wie harmlose Schafe, in Wirklichkeit aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ (Mt 7, 15-16)
AdD: Wie hast du es geschafft, aus dieser Sekte auszusteigen?
David: Meine damalige Freundin brachte mich in Kontakt mit jungen Christen, und ich lernte eine neue Lebensweise kennen, kam wieder in Berührung mit Menschen, die nichts mit dem Seminarhaus zu tun hatten. Außerdem war ich eine Zeitlang als Organist und Chorleiter in einer katholischen Gemeinde tätig, war also während eineinhalb Jahren fast täglich der Liturgie „ausgesetzt“, was sicher auch einen bedeutenden Einfluss auf mich hatte. Durch das Geschenk eines Rosenkranzes aus Medjugorje lernte ich das Rosenkranzgebet kennen, das letztendlich wohl der entscheidende Faktor bei meiner Umkehr zum katholischen Glauben und zur Abkehr von der Sekte war. Ich stellte mein Leben unter die Führung der Muttergottes. So konnte ich meine Skepsis gegenüber der Kirche im Laufe der Zeit immer mehr überwinden und entdeckte, dass dort ein lebendiger Geist weht, dass am Altar etwas sehr, sehr Heiliges passiert. Auch die Art meiner Lektüre änderte sich. Irgendwann war ich soweit, dass ich statt der Esoterikbücher die Bibel las. Die Veränderungen in meinem Denken und Handeln öffneten mir die Augen für die Irrlehren, die in dem Seminarzentrum gelehrt werden. Es war ein sehr schwerer Prozess, mich nach mehreren Jahren der „Gehirnwäsche“ von ihnen zu lösen, besonders psychisch. Doch dank der Gnade Gottes und dem Beistand meiner Familie und meiner Freunde bin ich dort wieder heil herausgekommen. Leider bin ich eine Ausnahme. Und ich befürchte, dass es heutzutage viele ähnlich strukturierte Seminarhäuser gibt, die die Menschen gewaltig in die Irre führen. Ich bete für die Menschen, die nach wie vor in diesem Haus ein- und ausgehen und hoffe, dass sie es irgendwann schaffen werden, wieder ein normales Leben zu führen, ohne von Seminar zu Seminar zu leben und dabei Tausende von Euros auszugeben.
AdD: Was bedeutet dir der Glaube?
David: Mein Glaube ist mir unsagbar wichtig geworden. Ich habe den Segen des Rosenkranzgebets für mich erfahren dürfen, und es ist mir zur lieb gewonnenen Gewohnheit geworden, den Rosenkranz täglich zu beten und ihn auch immer in der Hosentasche bei mir zu tragen. Ich berühre die Perlen und weiß: Maria ist da! Besonders der Satz „bitte für uns Sünder“, mit dem ich am Anfang noch große Schwierigkeiten hatte, schenkt mir Trost und Kraft. Ich weiß heute, dass die Gottesmutter Maria, meine Mutter, mich zu Jesus Christus geführt hat. Dafür bin ich ihr einfach nur dankbar. Ich brauche Maria und mir nichts mehr vorzumachen und lerne, besser mit meinen und den Schwächen anderer umzugehen. Und ich glaube, dass sie mich auch durch die Musik immer wieder geführt und beschützt hat. Musik atmet Wahrheit, ist Ausdruck göttlicher Gnade und in gewisser Weise ein Tor, durch das eine Ahnung von Ewigkeit und von der Herrlichkeit Gottes in unsere Herzen strömen kann. Jesus sagt: „Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.“ (Lk 12, 34) Der Pianist Keith Jarrett hat diesen Gedanken sehr schön weitergeführt: „The music is where the heart is.“
Ein anderer Aspekt des katholischen Glaubens, der mir heilig geworden ist, ist die Tugend der Keuschheit. Was von den meisten noch belächelt wird, ist in Wahrheit eine große Stärke, eine der zwölf Früchte des Heiligen Geistes. Es ist nicht unmöglich und wider die menschliche Natur, ein keusches Leben zu führen und mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, sondern eine Gnade, die uns der liebe Gott gewährt, wenn wir Ihn darum bitten. Sexualität ohne Gefühl, ohne wirkliche Bindung, ohne Grenzen, ohne das heilige Sakrament der Ehe, ohne wirkliche Liebe – und so wird sie in der Mehrzahl der Fälle gelebt – führt uns nach meiner Erfahrung in eine innere Not und unweigerlich zu immer größerer seelischer und körperlicher Krankheit. Sie entfernt uns mehr und mehr von unserer Mitte: Isolation, Schmerz, Leid, Trennung, und leider auch oftmals Abtreibung sind die Folgen. Daran kann auch die Verhütung nichts ändern. Das Gegenteil ist der Fall. Je mehr die Verhütung gefördert wird, umso mehr wird auch eine Geisteshaltung gefördert, die das Geschenk der Sexualität in keiner Weise zu erfassen und zu würdigen vermag. Schade, dass sich offensichtlich nur wenige über diese Zusammenhänge im Klaren sind. Seit ich mich bewusst entschieden habe, enthaltsam zu leben, fühle ich mich paradoxerweise männlicher als vorher. Die Enthaltsamkeit gibt uns, Männern wie Frauen, unsere menschliche Würde zurück. Ich glaube, dass eine keusch lebende Jugend, die der durch und durch sexualisierten Bilderwelt unserer Zeit widersteht, uns in eine bessere Zukunft führen kann.
AdD: Du warst Silvester in Medjugorje, was waren Deine dortigen Erfahrungen?
David: Medjugorje hat mich tief berührt. Es war beglückend für mich, mit den anderen Pilgern, aber auch alleine dort zu beten und innerlich still zu werden. Der Friede war für mich sehr stark spürbar in Medjugorje. Einen besonders nachhaltigen Eindruck haben die Aufstiege zum Erscheinungs- und zum Kreuzberg in mir hinterlassen. Auch die fünf Grundlagen für ein gesegnetes und gottesfürchtiges Leben, die Maria den Gläubigen durch ihre Botschaften immer wieder in ihre Herzen legen möchte, nämlich Eucharistie, Rosenkranzgebet, Bibel, Fasten und Beichte, sind für mich seit meinen Erlebnissen in Medjugorje noch mehr zu einer Quelle der Inspiration geworden. Ich schöpfe viel Kraft aus meiner Wallfahrt nach Medjugorje.
AdD: Weltjugendtag in Köln: Du bist aus Luxemburg und wirst auch nach Köln kommen, was erwartest du dir vom Weltjugendtag?
David: Es wird mein erster Weltjugendtag sein, und ich schaue Köln mit großer Vorfreude entgegen. Ich freue mich darauf, mit jungen Christen aus aller Welt nach Köln zu reisen, um dort gemeinsam unseren Herrn Jesus Christus anzubeten. Ich sehe, dass vielerorts die Vorbereitungen auf Hochtouren laufen, was mich sehr freut. Auch in Luxemburg wird viel „Werbung“ für den Weltjugendtag gemacht. Wenn wir alle aktiv im Gebet auf den Weltjugendtag zuschreiten, wird er mit Sicherheit ein Segen sein für alle Pilger. Außerdem wünsche ich mir, dass Papst Johannes Paul II., von den Gebeten seiner ihm anvertrauten Herde getragen, in Freude und guter Gesundheit im August nach Köln kommen kann, um mit uns gemeinsam dieses große Fest unseres Glaubens zu feiern! Ich bete, dass der Herr viele Menschen für sich gewinnt. Und dass wir in Köln eine Bestärkung unseres Glaubens erfahren, die uns ein Leben lang prägen wird.