Zu Gertrud Lambert-Völkel, einer Gitarrenlehrerin und Dichterin aus dem Sauerland verband mich während der letzten Jahre ihres langen Lebens eine innige Freundschaft. Sie widmete mir 2003 den Text „Abrahams Kinder“, den ich als Oratorium vertonte. Leider verstarb Gertrud Lambert am 18. Mai 2004 im Alter von 89 Jahren, gerade zwei Tage vor der Uraufführung des Oratoriums. Umso ergreifender und unvergesslicher war die Uraufführung damals im Mai 2004. Im Jahr davor hatte die Mendener Kantorei unter der Leitung meines Freundes Johannes Krutmann bereits ein Konzert mit meinen Chorwerken gegeben, für das ich eigens einen kleinen Zyklus mit Liedern von Gertrud Lambert komponiert hatte. Das folgende Gedicht, das sie im hohen Alter schrieb, lag ihr besonders am Herzen. Worte des Trostes, die auch in den verregneten Novembertagen gut tun!
Licht
Lichtumsäumt sind die Wolken, einer Verheißung gleich, die da sagt: Nimm sie nicht so schwer, die Last, die dich bedrückt, die Traurigkeit der Tage, und der Stunden, die dich weinen lassen. Sieh, die Wolken wandern, doch das Licht der Grenzenlosigkeit, das bleibt. Ist Ewigkeit und erster Auftrag eines Gottes, der uns liebt, und, wenn die Zeit gekommen, für dich da sein wird.