Christ sein
30/06/09 11:35 Kategorie: Lehrreiches

Das Christentum ist eine lebensverändernde, persönliche Erfahrung des auferstandenen Christus. Jeder, der Jesus aufrichtig sucht, wird Ihn finden. Doch wenn wir ihn finden, müssen wir bereit sein für die Konsequenzen, denn nichts wird mehr sein wie vorher.
Der Bischof zitiert den seligen Franz Jägerstätter, der sich nach einer wilden Jugend bekehrt hat und fortan ein vorbildliches christliches Leben führte: „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wie schmerzhaft es ist, als halbherziger Christ zu leben“. Er stellt fest, dass die Gläubigen versucht seien, ein halbherziges Christentum zu akzeptieren und ein doppeltes Leben zu führen: ein Mensch zu sein, wenn wir in der Kirche sind oder beten und ein anderer, wenn wir mit Freunden, Familie oder auf der Arbeit sind, um ja nicht aufzufallen. Dabei, so der Bischof, kann kaum etwas wichtiger sein als der Glaube, der zu tun hat mit der letztendlichen Bedeutung unseres Lebens. Dies seien die Dinge, über die wir reden müssen, wenn wir ein ganzes und ungeteiltes Leben in Jesus Christus leben möchten.
Wir sind innerhalb weniger Jahrhunderte von einer Welt, in der es unmöglich war, nicht an Gott zu glauben, zu einer Welt übergegangen, in der der Glaube an Gott nicht mehr nötig zu sein oder keinen Unterschied zu machen scheint. Der Mehrzahl der Menschen in unserer westlichen, „entwickelten“ Kultur können ihr ganzes Leben so zubringen, als würde Gott nicht existieren. Wohl dürfen wir unseren Glauben frei leben, zusammen beten und Messe feiern, aber die Massenmedien trichtern uns ständig ein, dass wir unsere religiösen Ansichten niemanden aufdrängen dürfen. Diese kuriose Idee wurde immer als vernünftige und aufgeklärte Art zu leben proklamiert. Du bist frei zu glauben, was du glauben möchtest, ich bin frei zu glauben, was ich glauben möchte und die Regierung stimmt damit überein, uns nicht vorzuschreiben, was wir zu glauben haben. Klingt nicht falsch.
Doch die Dinge sind nicht so vernünftig und aufgeklärt wie sie scheinen. Als Beispiel erwähnt Bischof Chaput die Afrika-Reise Papst Benedikts im März diesen Jahres (s. meinen Kommentar dazu): obwohl kaum jemand derart viel Geld und menschliche Hilfe in den Kampf gegen Aids investiert wie die katholische Kirche, wurde aufgrund der Aussage des Papstes, Kondome würden nicht helfen, das Problem dieser schrecklichen Epidemie zu bekämpfen - die im übrigen von führenden Wissenschaftlern der Aids-Forschung bestätigt wurde - die Lüge in den Medien verbreitet, der Papst wäre verantwortlich für den Tod von Millionen Afrikanern und die Haltung der Kirche würde eine Bedrohung für das öffentliche Gesundheitswesen darstellen. Der „Kult des Kondoms“ und die dahinter liegende Ideologie, dass Sex als fundamentales Bedürfnis der Menschen nicht hinterfragt werden darf, verhinderte jede öffentliche Diskussion und Verständnis für die Position des Papstes: Kondome auszuteilen vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl und ermuntert zu gerade jenen Verhaltensweisen, die Aids verbreiten.
Wir lernen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die religiöse Freiheit und den freien Austausch unterschiedlicher Ideen respektiert. Aber dem ist nicht so, wie das eben dargelegte Beispiel zeigt. Es kann tatsächlich so weit kommen, dass wir irgendwann auf legaler Basis daran gehindert werden, unsere Meinung öffentlich zu vertreten. Die Frage, die dann auftaucht, ist: „Wie werden wir in dieser neuen Welt leben? Wie können wir ein ‚neues Leben in Christus‘ in einem ungläubigen Zeitalter leben?“
Diese Frage können wir nur beantworten, wenn wir manche Dinge über das Christsein klarstellen. Dies bedarf jedoch der Klarstellung über die Person Jesu Christi. Heutzutage ist Jesus nicht mehr der Herr, der Sohn Gottes, sondern eher ein aufgeklärter, humanistischer Typ. Das Problem ist: Wenn Jesus nicht Gott ist, kann er nichts für uns tun. Dann ist das Evangelium nicht mehr als eine interessante Lebensphilosophie.
Wir müssen also daran glauben, dass Jesus der Sohn Gottes und Mariens ist, wahrer Gott und wahrer Mensch. Jesus ist nicht vom Himmel gekommen, um uns zu sagen, dass wir jeden Sonntag zur Messe gehen müssen oder dass wir mehr beten und freundlicher zu unseren Nachbarn sein sollen. Sogar Nichtgläubige können den Texten der Bibel entnehmen, dass es hier nicht um Kompromisse geht. Jesus will alles von uns, nicht nur am Sonntag. Er möchte, dass wir Gott mit ganzem Herzen lieben, mit ganzer Seele, mit all unserer Kraft unserem ganzen Geist. Er will, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst. In anderen Worten: mit einer uneingeschränkten Liebe.
So müssen wir Christus beim Wort nehmen, Ihn lieben, als würde unser Leben davon abhängen. Jetzt. Ohne Ausreden. Christsein macht dein ganzes Wesen aus. Es bedeutet, dass dein Leben eine Aufgabe hat, es bedeutet, jeden Tag danach zu streben, ein besserer Nachfolger Jesu zu sein, Ihm immer ähnlicher zu werden in Wort und Tat, dort zu wachsen, wo Er dich hingepflanzt hat und das Evangelium durch dein Leben zu predigen, ob in der Schule, im Beruf oder zuhause.
Ein letzter Punkt: Liebe die Kirche, liebe sie als deine Mutter und deine Lehrerin. Hilf dabei, sie aufzubauen und zu reinigen. Wir alle werden wütend, wenn wir die Schwächen und Sünden innerhalb der Kirche sehen. Aber wir müssen immer bedenken, dass die Kirche weit, weit mehr ist als die Summe ihrer menschlichen Teile. Die Kirche ist die Braut Christi. Wo die Kirche ist, ist Jesus Christus - bis ans Ende der Tage. Und wir wollen immer dort sein, wo Jesus ist, denn es gibt keinen anderen Weg heim zu Gott außer durch Ihn.
Liebe die Kirche und wisse und ehre, was sie lehrt. Sie lehrt, woran Christus dich und jeden teilhaben lassen möchte, zu deinem Besten und für deine Erlösung. Wenn du weißt, was die Kirche lehrt, kannst du danach leben und die Lehre mit anderen teilen.
Die Führer unserer säkularisierten Gesellschaft wollen sich als große Humanisten ausgeben. Doch genau diese Gesellschaft rechtfertigt das Morden von Millionen Babys und die Verstümmelung von Embryonen im Laboratorium. Wir fertigen Behinderte und alte Menschen ab und nennen es „würdevolles Sterben“. Die Familie ist nicht mehr der Bund von Mann und Frau, der zu neuem Leben führt und somit zur Zukunft der Gesellschaft. Tatsächlich werden in den westlichen Ländern derart wenig Kinder geboren, dass man sich fragen muss, ob unsere Zivilisation ihren Überlebenswillen verloren hat.
Nur die Kirche erhebt sich gegen diese inhumanen Strömungen unserer Zeit. Es ist unsere Mission, als Laien sicherzustellen, dass Christi Lehre auf jeder Ebene unserer Gesellschaft verkündigt und erklärt wird: in der Politik, auf unserem Arbeitsplatz, in unserer Kultur. Dies erfordert wahrhaft Mut. Subtiler und weniger subtiler Druck wird ausgeübt, um Jesus loszuwerden und seine frohe Botschaft zu verwässern. Oder nur einzelnes aus seinen Lehren herauszupicken. Doch das können wir nicht tun. Verspreche Jesus, dass du der Lehre der Kirche nie durch deine Worte oder Taten widersprechen wirst.
Nur die Wahrheit kann den Menschen befreien. Diese Wahrheit ist Jesus Christus. Wenn wir unsere Mitmenschen wirklich lieben, wollen wir, dass sie die Wahrheit kennen. Die ganze Wahrheit. Nicht nur die Teile, die ihnen angenehm sind und sie nicht herausfordern.
Es ist wirklichen Christen nicht möglich, ein Doppelleben zu führen. Unser ganzes Denken und Handeln muss von unserem Glauben verwandelt werden oder wir werden zu Hypokriten.
Dies ist der Pfad zu einem neuen Leben in Christus: Nutze jeden Tag, um etwas für die Ewigkeit zu tun. Und die Zeit damit zu beginnen, ist jetzt.