Frommes

Altersfreigabe für die heilige Messe?

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Meine Frau und ich wurden vor einiger Zeit nach der Messe darauf hingewiesen, dass es besser wäre, unsere Kinder nicht mit zur Kirche zu nehmen, da sie erstens stören würden und sie zweitens überfordert wären. Natürlich gehen wir weiterhin, soweit das möglich ist, zusammen zur Messe, aber so richtig wohl fühlt man sich dann doch nie. Das Ganze erweist sich bei uns auch insofern als schwieriger, dass ich in unserer Pfarrei die Orgel spiele, und somit meine Frau größtenteils mit den zwei Jungs – 2 und 3 Jahre alt – allein ist. Trotzdem kein Ding der Unmöglichkeit. Und wenn die Kinder zu unruhig werden, geht man halt raus, ist ja auch nicht weiter tragisch.

Nun war im vergangenen Monat eine Taufe, bei der die zahlreichen jungen Eltern unseres Dorfes ausnahmsweise auch mal erschienen, zusammen mit ihren Kindern, den vielen gleichaltrigen Gefährten unserer beiden Söhne. Welch eine Freude! In einer Kirche, in der die Mehrheit der Besucher, naja, sagen wir mal so, den größeren Teil ihres Lebens schon hinter sich hat, und in der oftmals eine gewisse
Lethargie die Stimmung beherrscht, glucksten, kreischten und lachten nun die kleinen Wonneproppen. Natürlich kann man da nicht so meditativ beten (oder mit offenen Augen schlafen?), wie man es gewohnt ist, aber dafür mischen junge, lebensfreudige Kinderherzen verkrustete und leblose Strukturen wieder auf. Soll ich mich mehr über ein aufgewecktes Kind als über einen alten Menschen aufregen, der eine Verlautbarung des Priesters mit einem über Jahrzehnte eingeübten „Herr, erhöre uns“ beantwortet? Wohl kaum. Beides scheint mir seine Berechtigung zu haben, und über beides sollte man schmunzelnd hinwegsehen können.
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Wie sehr sehne ich mich oftmals während des sonntäglichen Hochamts nach ein klein wenig Kindergeschrei, das die Feier der heiligen Messe „stört“. Es wäre ein Zeichen der Hoffnung, dass unsere Kirchen in 5 bis 10 Jahren nicht ganz leer sein werden, dass wir als gläubige Christengemeinschaft auch in Zukunft gemeinsam unseren Glauben feiern und den Segen Gottes für unser Leben erbitten werden. Ach, Herr, bitte lass uns mit deiner Hilfe den Altersdurchschnitt unserer Pfarrgemeinden drastisch senken; lass die verschiedenen Generationen, vom nuckelnden Baby bis zum zitternden Greis, gemeinsam in deinem Haus versammelt sein!

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Und hier könnt ihr hören, was ein Priester (von vielen) über dieses Thema denkt:



Aus einem
Vortrag von P. Michael Luxbacher LC, der vor drei Jahren unseren kleinen Antonio getauft hat.


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Die Marienweihe

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Bereits mehrmals habe ich auf meinem Blog über die Marienweihe geschrieben. Heute ist es nun wieder soweit: die 33-tägige Vorbereitung kann beginnen. Ich kann die Marienweihe nur jedem empfehlen, der im Glauben wachsen oder überhaupt erst einmal etwas mehr über Gott erfahren möchte.

Als ich 2004 beschloss, die „Weihe an Jesus durch Maria“ zu machen, stand ich noch nicht fest im Glauben. Ich hatte viele Fragen und war der Kirche eher skeptisch gegenüber eingestellt. Es reichte der Wunsch, es auszuprobieren. „Schaden kann es ja nicht“, dachte ich mir und begann, jeden Tag die vorgesehenen Gebete und Betrachtungen zu verrichten. Am Tag der Weihe war ich in Bozen und ging dort in eine Kirche, kniete mich vor eine Muttergottesstatue und sprach das feierliche
Weihegebet. Es berührte mich stark, hier vor der Muttergottes zu beten. Dennoch war mir das Ganze immer noch ein Rätsel. Ich hatte keine Ahnung, was ich von diesem frommen Akt zu erwarten hatte. In den kommenden Monaten hat sich mein Leben dann so drastisch verändert wie nie zuvor. Zum Guten natürlich. Denn: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“ (Röm 8,28).

Seitdem wiederhole ich die Weihe jedes Jahr. Der hl.
Ludwig Maria Grignion von Montfort, der glühende Apostel der Gottesmutter, hat in seinen Schriften (hier online, allerdings auf englisch) alles klar dargelegt, was man wissen muss, um ein Kind Mariens zu werden. Er empfiehlt, die Weihe am 25. März, dem Fest der „Verkündigung des Herrn“ abzulegen. Folglich wäre heute der erste Tag der 33-tägigen Vorbereitung. Mehr Informationen zur Weihe findet ihr bei den Amici di Dio.

Ich werde die Gebete und die Betrachtungen dieses Jahr zum ersten Mal von meinem iPhone ablesen. Das fantastische
iPieta enthält nicht nur alle Schriften des hl. Ludwig Maria, sowie die Gebete zur Marienweihe, sondern unzählige andere Klassiker der geistlichen Literatur, zahlreiche Enzykliken, hunderte von Gebeten (auf englisch und Latein) sowie einen Kirchenkalender, mehrere Katechismen und die Heilige Schrift…

Auf eine gesegnete Fastenzeit an der Hand der Muttergottes!


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Tipps für die Fastenzeit

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Es folgt ein älterer Text, den ich auf der Seite von Amici di Dio wiedergefunden habe. Ich habe die Tipps damals wohl am meisten für mich selbst verfasst, aber vielleicht ist auch etwas Nützliches für euch dabei.

Zu Beginn der Fastenzeit nimmt man sich gerne viel vor. Weniger essen, mehr beten, innerlicher leben…

Doch wie wir alle wissen, werden Vorsätze leichter gefasst als umgesetzt. Sechs Wochen sind eine lange Zeit, wenn es darum geht, kontinuierlich an sich zu arbeiten und die schlechten Gewohnheiten durch gute zu ersetzen.

Wie begehe ich also eine gute Fastenzeit? Welche Entschlüsse sollte ich fassen und wie meine Vorsätze in die Tat umsetzen? Vielleicht sind folgende Tipps hilfreich: 

1. Kenne den Hintergrund und den Sinn der Fastenzeit. Um sich würdig auf das wichtigste Fest der Christenheit vorzubereiten, begeht die Kirche die Fastenzeit, die so genannten „heiligen vierzig Tage”. Von Aschermittwoch bis Ostern sind es genau 40 Tage – zieht man die 6 Sonntage ab, denn an den Sonntagen wird bereits mit Freude der Auferstehung unseres Heilands gedacht (s.a. Mt 9,14-15). Die heiligen 40 Tage haben ihren Ursprung im Alten Testament und finden ihren höchsten Ausdruck im Fasten Jesu (siehe das Evangelium vom ersten Fastensonntag, Mt 4,1-11). Jesus bezwingt den Satan „und es kamen Engel und dienten ihm.” Nach seinem Vorbild wollen auch wir ein heiliges Fasten begehen und mit den Waffen des Gebets gegen das Böse kämpfen. „Durch die vierzigtägige Fastenzeit vereint sich die Kirche jedes Jahr mit dem Mysterium Jesu in der Wüste” (KKK 540) Die drei großen Formen der Buße, die in der Fastenzeit vermehrt praktiziert werden sollen, sind: Fasten, Beten und Almosengeben (vgl. Mt 6,1-18). Die Zeit bis Ostern gibt uns Gelegenheit, Buße für unsere Sünden zu tun und durch Fasten, Beten und Almosengeben wieder mit uns, mit Gott und mit unseren Nächsten ins Reine zu kommen. Dadurch wird die Fastenzeit auch zu einer Zeit der Reinigung.

2. Nutze die Fastenzeit für einen Neuanfang.
„Legt den alten Menschen ab, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht, ändert euer früheres Leben und erneuert euren Geist und Sinn! Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.” (Eph 4,22-24) Um dies zu tun, müssen wir alte, schlechte Gewohnheiten ablegen und neue, gute Gewohnheiten uns systematisch aneignen. Dazu bietet uns die Fastenzeit eine gnadenvolle Gelegenheit. Am meisten Kraft für diesen Neuanfang schöpfen wir aus der heiligen Beichte. Worauf wartest du?

3. Halte dich an feste Gebetszeiten.
Auch wenn dieser Leitsatz das ganze Jahr über gültig sein sollte, können wir in den heiligen 40 Tagen noch mehr Gewicht auf die Treue im Gebet legen. Eine Möglichkeit wäre z.B. 20 Minuten früher aufzustehen und jeden Tag mit dem Gebet zu beginnen, noch vor dem Frühstück oder bevor man den Computer anmacht oder sonstigen Aktivitäten nachgeht. Man kann versuchen, jeden Tag einen Rosenkranz zu beten, notfalls indem man die 5 Gesätzchen über den Tag verteilt, oder jeden Tag ein Kapitel in der Bibel zu lesen.

4. Faste mindestens einmal in der Woche.
Das ist gar nicht so leicht. Wenn es darum geht, wenig oder gar nichts zu essen, sträubt sich vieles im Menschen. Aus diesem Grund gibt es so viele Interpretationen des Begriffs „Fasten”, die sich vielleicht hier und da zu weit von seiner ursprünglichen, recht simplen Bedeutung entfernen. Es ist gut, den Kampf gegen das Böse direkt auf der leiblichen Ebene durch das Fasten aufzunehmen. Ob man nun bei Brot und Wasser, Brot, Kaffee und Wasser, nur bei Wasser und Tees oder auf eine andere Art fastet – den Hunger darf und soll man im Laufe des Tages spüren und durchhalten bis zum nächsten Morgen. Viel Gebet und geistliche Lektüre helfen, den Fasttag tatsächlich auf Gottes Willen hin auszurichten. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Muttergottes bei den Erscheinungen in Medjugorje darum bittet, mittwochs und freitags bei Brot und Wasser zu fasten. Wer dieses Fasten bereits praktiziert hat, wird berichten können, wie viel Gutes daraus hervorsprießen kann. Wenn dir ein solches Fasten gelingt, bleibe demütig und danke Gott, dass er dir diese Gnade gewährt hat.

5. Gib Almosen. Das bedeutet konkret: spende Geld! Es gibt Christen, die monatlich den Zehnten ihrer Einnahmen spenden. Da nichts wirklich uns gehört und alles, wirklich alles uns aus der gütigen Hand Gottes zufließt, sollte man immer bereit sein, einen Teil des eigenen Besitzes auch an andere weiterzugeben, die ihn brauchen oder für gute Zwecke einsetzen können. Der Akt des Gebens und des Teilens beruht auf einer freiwilligen Entscheidung aus dem Geist der Nächstenliebe heraus und auf einem tiefen Vertrauen in den nie versiegenden Strom der Güte Gottes. Der Heilige Vater legt in seiner diesjährigen Botschaft zu Fastenzeit (Anmerkung: von 2008, hier geht’s zur Botschaft für 2010) einen besonderen Schwerpunkt auf den Akt des Almosengebens.

6. Gehe mit Maria durch die Fastenzeit. Die heilige Jungfrau Maria wird sich freuen, dir beim Laufenlernen im geistlichen Leben zu helfen. Reiche ihr also so oft du kannst die Hand und bitte sie um ihren Beistand und ihre Führung. Häufige Stoßgebete zur Muttergottes und der heilige Rosenkranz tragen dich sicher und effektiv durch die Fastenzeit und natürlich durch dein ganzes Leben.

7. Setze dir überschaubare und realistische Ziele. Zu viele gute Vorsätze auf einmal oder Ziele, die man offenkundig (erst mal!) nicht erreichen kann, haben meist zum Ergebnis, dass man schnell wieder resigniert aufgibt. Es kann etwa hilfreich sein, sich einen Vorsatz nur für einen einzigen Tag vorzunehmen und dann einen weiteren Tag dranzuhängen, und noch einen und noch einen…

8. Stehe auf, wenn du gefallen bist. Gelingt dir etwas von dem Vorgenommen mal nicht und bist du wieder einmal an deiner eigenen Schwäche gescheitert, so bleibe nicht stehen. Der Leitsatz muss lauten: weitergehen, und wo nötig, Stärkung aus dem heiligen Sakrament der Beichte schöpfen. Wenn du deine Sünde oder Schwachheit beweinen möchtest, so tue dies. Aber das sollte in der Regel nicht länger als 5 Minuten dauern. Selbstmitleid äußert sich im Sitzen- oder Liegenbleiben, während wahre Reue weitergehen bedeutet, so z.B. durch Werke der Nächstenliebe und der Buße.


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Gedanken über die tridentinische Messe III

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In Zeiten des Frustes über die liturgischen Entwicklungen der Kirche seit dem II. Vatikanum kommt mir oft der Vergleich zwischen der Musik der großen Meister und den billigen Arrangements, die man für Richard Clayderman oder andere Easy-Listening-Interpreten produziert hat, um die breite Masse zu erreichen. Ich spreche ihn kaum aus, will ja niemandem auf die Füße treten, aber heute, nachdem ich auf kath.info den ausgezeichneten Artikel Basteln am heiligen Erbe von P. Bernward Deneke FSSP gelesen habe, schreibe ich mir ein wenig Frust von der Seele.

Seit ich vor vier Jahren die klassischen Liturgie und die zeitlose Schönheit
kennengelernt habe, die dieses größte aller Kunstwerke ausstrahlt, vermisse ich doch sehr vieles in der neuen Liturgie, die mir manchmal wie eine light Version der herkömmlichen Messe vorkommt, um nicht zu sagen wie ein blasser Abklatsch der „außerordentlich“ schönen Form der Messe, die – Gott sei Dank – immer mehr junge Gläubige und Priester wieder entdecken.

Wieso hat man beispielsweise das Schuldbekenntnis, in dem die Heiligen angerufen werden, so drastisch gekürzt? Überhaupt, warum wird es eigentlich nicht mehr in jeder heiligen Messe gebetet? Wieso wird das „Herr, ich bin nicht würdig“ nur einmal gesprochen, warum ist der römische Kanon fast vollkommen aus der „Durchschnittsmesse“ verbannt worden? Wieso beten wir das Paternoster nicht mehr auf Latein? Wieso beten wir überhaupt nicht mehr auf Latein, der Muttersprache der römisch-katholischen Kirche?

Wir sollten uns stets vor Augen halten, was uns durch die Liturgiereform genommen wurde, auf welche Schätze man gemeint hat, fortan verzichten zu können. Die oben aufgezählten Beispiele sind nur oberflächliche „Symptome“ für die Verlustigkeit eines mystischen Gottesdienstes, in den man eintreten kann wie in einen heiligen Tempel, in dem jedes Wort und jede Geste erfüllt ist von der Liebe anbetender Engel, so dass die Seele unwiderstehlich an Gottes Herz gezogen wird…

Genauso wenig wie ich die ganze
Mondscheinsonate Ludwig van Beethovens verstümmelt und verzuckert hören (oder spielen) möchte, bin ich bereit, auf die „tridentinische Messe“ zu verzichten, nur weil gerade mal zwei Generationen an Klerikern für uns entschieden haben, dass es nur noch den ersten Satz der Mondscheinsonate gibt, und den auch noch leicht verdaulich mit viel Puderzucker für das „dumme Volk“ zurechtgestutzt. Denn „für dumm“ musste man das Volk ja schon halten, wenn man vor 40 Jahren meinte, den Gläubigen das Erbe der überlieferten Liturgie vom geistlichen Speiseplan stehlen zu müssen.

Gerne würde ich mit einem positiven Ausblick enden, aber ich glaube, das gelingt mir heute nicht. Wenn ich die gegenwärtige Situation sehe, in die kleine Dorfpfarreien durch verkehrte Reformen hineinmanövriert worden sind, wenn ich erlebe, dass fast der letzte Rest an Liebe zur römisch-katholischen Tradition aus den Herzen ausgerottet zu sein scheint, verdunkelt sich mein Gemüt schon ein wenig. Wenn zwei- bis dreimal jährlich ein gregorianisches Ordinarium gesungen wird und verschiedene Messgänger sich dann noch über das „Zuviel“ an Latein beschweren, tut mir das Herz weh. Nicht nur weil diese Haltung vom Verlust einer katholischen Frömmigkeit, sondern schlechthin von der Abwesenheit einer für unsere Zeit bitter nötigen Kultur zeugt.

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Bild: (c) introibo.net


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Kinder und die heilige Messe

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Über Pater Recktenwalds Fundgrube kath.info bin ich auf das folgende starke Zitat gestoßen:

„Es ist einer der Hauptirrtümer zu glauben, dass es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse. Es gibt ja auch keine Kinderflugzeuge, Kinderstraßenbahnen und so weiter. Die Kinder können ganz normal am Glaubensleben der Eltern und Erwachsenen teilnehmen. Dadurch, dass man die Kinder ausgliedert und ihnen gleichsam Reservate zuweist, geschieht in Wirklichkeit eine verhängnisvolle Desintegration. Und dieses Problem begegnet uns besonders in Kinder- und Familiengottesdiensten. Ich plädiere daher dafür, dass Kindern die Messe erklärt wird und sie zusammen mit den Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen; sie sich genauso wie die Erwachsenen von der Heiligkeit Gottes berühren lassen. Auf diese Weise überwinden wir die Desintegration und erleben die Kontinuität der Geschichte Gottes mit seinem Volk. Wir haben denselben Gott für Kinder, Erwachsene und Alte. Liturgie und Pastoral dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Die liturgischen Formen sind so reich, dass sie jeden ansprechen können.“

Prof. Dr. Albert Richenhagen, Professor für Musiktheorie an der Universität der Künste in Berlin, in einem sehr lesenswerten Interview mit Hinrich Bues in der Tagespost vom 10. Juli 2008.

Als Vater von zwei Kleinkindern mache ich mir öfter Gedanken über den sonntäglichen Messbesuch mit der Familie. Neulich machte jemand mir die Bemerkung, ich sollte meine Kinder doch lieber nur zu Kindergottesdiensten mitnehmen, da sie bei den Messen stören. Nun darf man nicht meinen, dass Antonio und Raphael durch die Kirche rennen oder die ganze Zeit plappern, brüllen, weinen. Nein - aber freilich sind kleine Kinder auch nicht eine ganze Messe lang still, es sei denn, sie schlafen friedlich, und das kommt ab einem gewissen Alter nicht mehr so oft vor.

Ich plädiere dafür, dass junge Familien den Messbesuch nicht säumen, nur weil sie meinen, ihre Kinder seien noch zu klein, oder schlimmer, die Kinder sollten nur in „Kindergottesdienste“ mitgenommen werden. Kinder entwickeln im frühesten Alter einen Sinn für das Heilige, und ich durfte oft erleben, wie die verschiedenen Abschnitte der Messe kleine Kinder tief beeindrucken. Ein Mönch erzählte mir mal, dass seine Berufung auch dadurch gewachsen sei, weil er von klein auf jede Woche mit in die heilige Messe
durfte. Genau: Kinder haben ein Recht auf die heilige Messe, und die Eltern haben die Pflicht, zumindest an Sonntagen einer Messe beizuwohnen, auch wenn die Andacht vielleicht nicht mehr ganz so groß ist wie ehemals ohne Kinder. Dafür sind die Gnaden nicht weniger gering.

Deshalb mein beherzter Zuruf an alle junge Familien mit Kleinkindern: geht zur heiligen Messe und lasst den Sonntagsgottesdienst zu einem zentralen Mittelpunkt für eure Familie werden! Jesus, Maria und Josef, erleuchtet uns, helfet uns, rettet uns!


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Marianische Impulse zum Rosenkranzmonat

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Empfehlung zum Rosenkranzmonat Oktober: auf der Seite von Marie de Nazareth hat man die Möglichkeit, sehr schöne marianische Impulse - z.B. Aussprüche von Heiligen über die Muttergottes oder kurze Lebensberichte - per Email oder RSS-Feed zu abonnieren. Absolut sehenswert ist auch die Multimedia-Gallerie, eine Sammlung von Musik- und Kunstvideos, die auf die Muttergottes verweisen. Dass dort Musik, wie jenes herrliche Magnificat von Franz Liszt, geboten wird, macht mir das Projekt umso sympathischer:



P.S.: Verwandte Artikel finden sich unter den Schlagwörtern (
Tags) Maria und Rosenkranz. Siehe außerdem die Betrachtung „Die Waffe des Christen“ zum Rosenkranzmonat!


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Gedanken über die tridentinische Messe II

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Mir scheint, dass die Blogoezese mehr und mehr über die tridentinische Messe berichtet. Seit ich dabei bin (also seit April 2009), habe ich bereits auf mehreren Blogs mitlesen dürfen, wie ihre Autoren dabei sind, die überlieferte Liturgie für sich zu entdecken. Ich erinnere mich, dass Elsa mit Begeisterung auf die Strahlkraft der tridentinischen Messe in Campocavallo di Osimo reagiert hat. Der Autor von Commentarium Catholicum scheint von seiner ersten Messe im usus antiquior ebenso positiv berührt gewesen zu sein und hält die Gregorianik gar für den Schlüssel zur Erneuerung der Liturgie. Benita schrieb vor einigen Tagen sehr schön und ausgeglichen über den Alten wie den Neuen Ritus in ihrem Artikel „Tridentinische Messe“. Und dass J.R.R. Tolkien seine Schwierigkeiten mit der Liturgiereform hatte, wundert mich nicht, genausowenig wie die Tatsache, dass der hl. Josemaría Escrivá nach der Liturgiereform den überlieferten Ritus bevorzugte (s. „Escrivá und die hl. Messe“ Teil 1 und Teil 2). Ja, über solche Dinge wird in der katholischen Blogosphäre berichtet. Es bewegt sich etwas in unserer Kirche, und das Motu Proprio Papst Benedikts hat in den vergangenen zwei Jahren unverkennbar zahlreiche spirituelle Früchte hervorgebracht.

Obwohl ich seit meiner Entdeckung der
Schönheit der tridentinischen Liturgie ebendiese der weit verbreiteten „unordentlichen“ Form der Neuen Messe vorziehe (N.B.: anerkannte Formen des römischen Ritus sind die „ordentliche“ und die „außerordentliche“ Form), liebe ich auch den Novus Ordo Missæ – wenn er z.B. so schlicht und erhaben gefeiert wird wie in Heiligenkreuz, wo ich ab morgen wieder zu Gast sein darf. Wird der Ablauf der Messe jedoch – auch nur in Kleinigkeiten – durch den Priester nach seinen persönlichen Vorlieben ummodelliert, was meist unnatürliche Brüche in der Messe erzeugt und die persönliche Andacht behindert, flammt die Sehnsucht nach der tridentinischen Messe in meinem Herzen umso stärker wieder auf. Auch die unnatürliche Gebetsrichtung zum Volk hin, die den Priester beim Beten verlegen in die Menge oder noch verlegener auf den Boden schauen lässt und die meist hässlichen Volksaltäre, die nach bester nachkonziliarer Manier auch noch unästhetisch – weil schmerzhaft unsymmetrisch – mit Kerzen oder Blumenstöcken „geschmückt“ sein müssen, tragen nicht dazu bei, dass ich eine Lanze für den NOM brechen würde. Vor allem aber sind es „die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden“, wie ich in meinem Bericht über die tridentinische Messe in Polen schrieb (s.o.), die meinen Gerechtigkeitssinn verletzen und mich anstacheln, mich umso inniger für die Alte Messe einzusetzen. Würden große Teile der Hebelzieher die Tradition nicht so ächten und wäre die Alte Messe innerhalb der Kirche wirklich anerkannt, dann hätte ich diesen Text wohl in einer anderen Tonart verfasst.

So hoffe ich auf jeden Fall fest, dass eine „Reform der Reform“ die Fehlentwicklungen der postkonziliaren Jahre im Laufe der Zeit ausmerzen und dazu beitragen wird, dass der Glaube in rechter Weise und unverkürzt verkündet wird – vor allem durch eine wirklich angemessene Würdigkeit des Ritus. Ich bin überzeugt, dass wir als Katholiken unseren Glauben mit all seinen Auswirkungen auf unser Leben dadurch ernster nehmen und ein glaubwürdigeres Zeugnis ablegen können, als dies zurzeit der Fall ist.

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Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne von Una Voce, gefunden habe ich es auf Elsas Nacht(b)revier.

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Gute Priester, gute Beichten

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Dafür dass die Familienfreizeit mit der Petrusbruderschaft mich so sehr beeindruckt hat, habe ich doch recht wenig darüber gebloggt. Rückblickend möchte ich nämlich noch sagen, wie gut die Klarheit mir getan hat, mit der die Priester der Petrusbruderschaft die katholische Lehre in ihren Vorträgen, Predigten und vor allem auch in der Beichte während der Woche in Blankenheim verkündet haben. Durch meine Verbindung zu den „Amici di Dio“, zu den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz und zu Priestern wie Don Reto Nay, Kaplan Johannes Schwarz und Pfarrer Konrad Sterninger ist mein Kompass zwar eindeutig römisch-katholisch ausgerichtet - was bei Durchschnittskirchgängern und von der Kirche Fernstehenden leider immer wieder den Eindruck erweckt, ich sei „extrem“; Unsinn, ich bin nur katholisch! - doch macht der Alltag in der Welt und in der eigenen Pfarrei es einem nicht immer leicht, sich selbst noch als „katholisch normal“ zu verstehen.

Es war also wirklich erbaulich, mal wieder einen kleinen Haufen Priester zu erleben, die nicht ständig versuchen, einen Spagat zwischen Lüge und Wahrheit zu machen (wie es der gemeine Dorfpfarrer oder
Dechant es tragischerweise so oft tun). Priester, die nicht in Shorts, Birkenstock-Schlappen oder Strickwesten herumlaufen, sondern in einer modisch eleganten und vor allem zeitlosen Soutane, welche die Würde ihrer Berufung deutlich unterstreicht. Gleichzeitig habe ich dieses Priesterformat stets als sehr aufgeschlossen, freundlich, humorvoll, kinderliebend und charismatisch erlebt. (Das erwähne ich nur, weil auf „Soutanenpriestern“ der Ruf des strengen und bornierten Ewiggestrigen lastet. Dem ist natürlich nicht so. Ich denke, dass eher viele Priester mit einem verkehrten Verständnis des II. Vatikanums diese Eigenschaften vertreten. Klammer zu.)

Seit ich wieder zur Beichte gehe - seit 2003 - bemühe ich mich darum, solche Priester aufzusuchen, die 1. ehrlich und schonungslos - also Klartext - mit mir reden und 2. mir nicht bei jeder gebeichteten Sünde Anekdoten aus ihrem eigenen Leben erzählen. Eine meiner gnadenreichsten Beichten hatte ich Anfang diesen Monats in Blankenheim bei P. Bernhard Gerstle FSSP, der im „Ruhrgebiets-Rundbrief“ der Bruderschaft u.a. folgendes geschrieben hat:

„(…) jeder wird zugeben, dass von Ausnahmen abgesehen, in den durchschnittlichen Pfarreien das Bußsakrament fast zum Erliegen gekommen ist. Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig. Da ist zum einen der eklatante Glaubensschwund. Viele bedenken nicht mehr die Folgen der Sünde und die Sühne, die dafür entweder in diesem Leben oder in der Ewigkeit geleistet werden muss. Damit verbunden ist der Mangel an Sündenbewusstsein. Die Kriterien für das, was als schwere Sünde zu bewerten ist, hat sich jedoch nicht geändert, wie dies auch nochmals der neue Weltkatechismus bestätigt. Daran ändern auch abweichende Auffassungen einzelner Geistlicher nichts. Auch hat die Einführung der allgemeinen Bußandacht, die als Hinführung zur Beichte gedacht war, bei vielen Gläubigen den fälschlichen Eindruck erweckt, sie könne die persönliche Beichte ersetzen. Doch nach wie vor gilt, dass schwere Sünden (= Todsünden) in einer persönlichen Beichte bekannt werden müssen.
Ein Kommunionempfang im Zustand schwerer Sünde ist nicht nur unfruchtbar, sondern darüber hinaus ein Sakrileg (schwerer Missbrauch eines Sakraments).(Hervorhebung von mir.)

P. Gerstle verweist auf das Schreiben Papst Benedikts an alle Bischöfe und Priester zum Auftakt des Priesterjahres, der „den heroischen Seeleneifer des hl. Johannes Maria Vianney“ herausstellt. Der heilige Pfarrer von Ars hörte „im Sommer nicht selten bis zu 16 Stunden täglich Beichte. (…) Indem der Heilige Vater in seinem Schreiben so ausführlich auf die Seelsorge des hl. Pfarrer von Ars in der Ausübung des Bußsakraments eingeht, wird deutlich, welche Bedeutung Papst Benedikt diesem heiligen Sakrament beimisst und wie sehr er eine treue Verwaltung dieses hl. Sakraments von den Priestern erwartet.“

P. Gerstle schließt mit dem Wunsch, dass „das vom Papst ausgerufene Priesterjahr reiche Früchte tragen und viele Priester zu neuem Eifer für Gott und die ihnen anvertrauten Menschen anspornen“ möge. „Beten wir um gute und heiligmäßige Priester!“

Zum Schluss möchte ich das schöne Gebet zitieren, das in Ars während des Priesterjahres täglich in der Basilika gebetet wird:

Père Très Saint,
en cette année sacerdotale
que tu donnes à ton Église,
nous te prions pour tous
les prêtres du monde;
Viens les bénir
et rendre fructueux leur ministère.

Donne à tes pasteurs,
par l‘intersession du Saint Curé d‘Ars,
un cœur semblable à celui de ton Fils.

Suscite par ton Esprit-Saint
de nombreuses vocations sacerdotales.

Amen.

***

Heiligster Vater,
in diesem Priesterjahr,
das du deiner Kirche schenkst,
bitten wir dich für alle Priester der ganzen Welt;
segne sie und mache ihren Dienst fruchtbar.

Auf die Fürsprache des hl. Pfarrers von Ars
gib deinen Hirten ein Herz,
das dem deines Sohnes ähnlich ist.

Erwecke durch deinen Heiligen Geist
zahlreiche Priesterberufungen.

Amen.


[Übersetzung der Pfarrer-von-Ars-Gebetsgemeinschaft]


Nachtrag: Noch etwas zur Petrusbruderschaft: P. Engelbert Recktenwald FSSP weist auf seiner Seite kath-info.de auf eine neue Webseite der Konfraternität St. Petrus hin. Es handelt sich um eine Vereinigung von katholischen Laien und Priestern, die durch Gebet und Opfer die Priesterbruderschaft St. Petrus unterstützen möchten.


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Gedanken über die tridentinische Messe I

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Vor einer guten Woche nahmen wir zum ersten Mal an der alljährlichen Familienfreizeit der Petrusbruderschaft in Blankenheim teil. Hier treffen sich Familien, um während einer Woche „bei guter, froher Atmosphäre an Leib und Seele aufzutanken“, wie es im Programmtext der Petrusbruderschaft heißt. Natürlich ist solch eine Woche nicht ganz stressfrei, vor allem nicht für jene Familien, die mit Kleinkindern unterwegs sind. So wie Martina und ich halt. Dennoch tut dies der Schönheit solch einer „Familienfreizeit“ keinen Abbruch. Genau so wenig die Tatsache, dass die „stillen Messen“ im außerordentlichen Ritus aufgrund der zahlreichen Kinder keine wirklich stillen Messen sind. Es geht eine wunderbare Kraft von der heiligen Liturgie aus, die uns wirklich hat auftanken lassen.

Nachdem ich seit Monaten, ja fast einem Jahr keine alte Messe mehr feiern konnte, war der tägliche Besuch der Messe im tridentinischen Ritus wie ein liturgischer Wellness-Urlaub. Keine Änderungen im Ablauf, kein Streichen von Wesentlichem, kein Hinzufügen von Banalem, keine unnötigen, bösen Überraschungen in der heiligen Messe. Zeit zu beten, Zeit für Stille, nicht die ständige Pflicht, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Sich einfach nur hinein versenken können in das Geheimnis des Messopfers Christi. Welche Wohltat, welch eine Gnade, welch ein Segen für eine Familie!

Gleichzeitig kommen in Anbetracht des Schicksals der klassischen Liturgie immer wieder Wut und Unverständnis darüber hoch, wie eine einzige Generation an Bischöfen, Priestern und (Un-)Gläubigen es schaffen konnte, mit einem derartigen Hass soviel Gutes und Schönes zu zerstören. Manchmal denke ich, dass man es nur mit Dummheit erklären kann. Dann wieder vermute ich, dass dahinter ein teuflischer Plan stecken muss. Am Schluss gestehe ich mir ein, dass ich nicht beurteilen kann, was hinter dieser drastischen Wendung steckt, und wohl nie ganz verstehen werde, wie es dazu kommen konnte. Bleibt die Hoffnung und das innige Gebet, dass die Liturgie, die unzählige Heilige während Jahrhunderten aus ganzer Seele geliebt und gefeiert haben (wie der heilige Pfarrer von Ars, an dessen Wirkungsstätte ich diesen Text gerade schreibe), wieder nach und nach mehr Anerkennung, Respekt und vielleicht sogar Liebe erfahren wird. Wir haben einen Papst, der alles Mögliche dafür tut. Mögen wir Christen ihm vertrauen und auf ihn hören.

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Gedanken über die Anbetung

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Der folgende Beitrag wurde den „Amici-News“ vom März 2007 entnommen. Wir baten damals mehrere Priester, einen Gedanken zur eucharistischen Anbetung niederzuschreiben.

Danke auch an dieser Stelle noch einmal für euern Dienst und für die wertvollen Impulse!


Ein Rendez-vous mit dem Herrn

Anbetung ist für mich die höchste – und vielleicht gerade deshalb die schwierigste – aller Gebetsformen. Wenn es stimmt, dass Gebet im Allgemeinen nicht zuerst ein Tun des Betenden ist, sondern ein Tun Gottes – sozusagen ein Rendez-vous des Herrn mit uns –, dann wird das in der Anbetung für mich am deutlichsten: Er ist da! Und Er ist da als der, der Er wirklich ist und als der Er angebetet werden will: als König der Welt, der Schöpfung, der Erlösung und der Vollendung, der sich klein macht und verschenkt wie gebrochenes Brot, um mir Sein Leben zu schenken. Er ist da – das ist alles und zugleich der Anfang und die Vollendung von allem!

(Paul Galles, Pfarrer in Esch/Alzette, Luxemburg)

***

Dusche für die Seele

Anbetung ist die Dusche für meine Seele. Das warme Wasser der Gottesliebe umfließt mich, ich schaue hinauf, darf die Augen schließen, darf einfach da sein, muss nicht viel reden, darf einfach ich sein.

(Roger Ibounigg, Pfarrer in Pöllauberg/Steiermark)

***

Sein Herzschlag…

‚Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe‘ (Ps 62). Beim stillen Gebet hilft mir die Szene des Evangeliums, in der Johannes im Abendmahlsaal an der Brust Jesu ruht. Christus in der hl. Eucharistie lädt mich ein, mich in die Vertrautheit seiner Freundschaft loszulassen, gleichsam seinen Herzschlag zu erlauschen. Ich muss nichts tun - er handelt an mir. Er weiß, was zu tun ist, was von Nöten ist. Ich halte still und werde still. So wird die Anbetung zum Ort tiefer Verwandlung, die Gott bewirkt, und damit zur Grundlage aller Aktivität.

(Andreas Schätzle, Priester der ED Wien und Programmdirektor von Radio Maria Österreich)

***

Vorgeschmack des Himmels

In der Anbetung des allerheiligsten Sakraments begegnen wir Jesus ‚live‘. Wir blicken uns gegenseitig an, sozusagen Aug in Auge, allerdings auf der Ebene des reinen Glaubens. Was wir sehen, ist ausschließlich die demütige Gestalt der Hostie. Diese unspektakuläre, verborgene Gegenwart des Herrn hat uns so viel zu sagen; zunächst über Ihn, wer Er ist und wie Er zu uns steht; aber auch über uns, wer wir in seinem Licht sind und sein können. Die eucharistische Anbetung setzt das Wandlungsgeschehen der Messe in uns fort, indem wir durch den Herrn immer mehr in Ihn verwandelt werden nach dem Maß, mit dem wir uns treu und beständig seiner Gegenwart aussetzen.

Heute ist mir beim Betrachten der Schriftlesung aus dem Stundenbuch eine Erkenntnis geschenkt worden, die sich auf die Anbetung der Eucharistie übertragen lässt. Es handelt sich um 1 Joh 3,2: ‚Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.‘ Mit anderen Worten: Wenn wir Jesus eines Tages im Himmel schauen werden, werden wir durch diesen Anblick in Ihn verwandelt, ‚ihm ähnlich sein‘. Seine Schönheit, sein Licht, sein Wesen werden uns bei Seinem Anblick durch und durch durchdringen, so dass wir selbst ein Stück ‚Jesus‘ werden; so wie ein Mensch selbst ein Stück ‚Sonne‘ wird, wenn ihm die Sonne direkt ins Gesicht leuchtet. Die Begegnung mit Jesus im heiligen Sakrament ist ein kleiner Vorgeschmack des Himmels. In der eucharistischen Anbetung macht er uns allmählich Ihm ähnlich.

(Christoph Haider, Pfarrer in Oberhofen/Tirol)


***

Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit

Warum wagen sich manche Seelen nicht an das ruhende Gebet vor dem Allerheiligsten heran; warum finden sie nicht den Weg dazu; oder lassen doch bald wieder davon ab? Tag und Nacht wartet er im Tabernakel auf mich, weil er mich bis ans Ende liebhat! Sind es nicht drei große Themen, drei weite Bezirke, drei wichtige Angelegenheíten, über welche ich zu Gott reden, mit Gott mich beraten, also vor Gott kommen darf?

Einmal ist es mein Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was alles an Sorgen, Taten, Hoffnungen, Zweifeln, Aufgaben, Ereignissen, was an Reue, Einsicht und Absicht, Planung und Ahnung, Erfolg und Enttäuschung, Irrnis und Wirrsal, Ruhe und Unruhe liegt doch im Leben eines Menschen, so auch in meinem Erdendasein? Ja, würden wir mit alledem zu Gott kommen, vor Gottes Angesicht mit ihm und uns zu Rate gehen, demütig, ehrlich und vertrauend an Gott uns wenden: - wir hätten mehr lebendiges Christentum in der Welt, und ungleich mehr Seelen würden aus einem wahrhaft innerlichen Gebet Frieden schöpfen und Kraft gewinnen, zur Heiligung.

Zum anderen das Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit, Schöpfer, Erlöser, Heiligmacher; Allmacht, Weisheit und Liebe, Kreuzweg und Gnade: - was liegt für eine Welt von Gedanken, was an Reichtum, an Größe von Wundern im Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit! Was tut sich uns doch eine Welt auf, wenn wir beginnen, darüber mit Gott zu reden?

Und noch ein großes Thema gibt es: des Menschen Verhältnis zu seiner Umwelt, zu seinem Beruf. Kann dies nicht ein würdiger und wichtiger Gegenstand des Gebets sein? Ob du Mutter, Vater bist oder Kind, ob Vorgesetzter oder Untergebener, ob Krankenschwester oder Büroangestellte, Professor oder Bauernknecht, ob Novize in einem Kloster oder Lehrling in einer Schlosserwerkstatt, ob Pflegling in einem Versorgungsheim oder Präsident eines Staates: die Erfüllung deines Berufes und dein Umgang mit dem Nächsten sind wahre Angelegenheiten einer Prüfung vor Gottes Angesicht, dem sich in Liebe verzehrenden Herrn im Tabernakel!

(Werner Wolff, Pfarrer in Eintürnenberg/Deutschland)


***

Du, der Lebendinge!

Herr, ich komme zu Dir. Du bist da in diesem schlichten Brot. Ich glaube, dass Du es bist. Du, den die Welt nicht fassen kann, Du bist hier - wahrhaft, wirklich gegenwärtig. Du der Lebendige, Du der Herr. Du schaust mich an, ich schaue Dich an. Unsere Blicke treffen sich - geheimnisvoll - und doch wirklich. Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus - so singt ein Hymnus. Ich darf hier sein: mit meiner Gebrochenheit, meiner Schwachheit, meiner Sünde. Wer zu mir kommt, sagst Du, Herr, den weise ich bestimmt nicht ab. Danke, Herr, dass ich da sein darf. Danke, dass ich nichts leisten muss, dass ich einfach vor Dir sein darf. Du kennst mich. Ich brauche Dich so sehr: Deine Hilfe, Deine heilende Berührung, Deine Befreiung, Dein Leben. Herr, nimm mich so, wie ich bin, und mach mich so, wie Du mich haben willst.

Herr, Du weißt alles, Du weißt auch, dass ich Dich liebe. Ich erfahre die eucharistische Anbetung als einen Ort, wo das Wasser aus dem Heiligtum fließt (vgl. Ez 47): überall, wo das Wasser aus dem Heiligtum hinkommt, wird alles gesund. Der Herr in der Eucharistie ist wie der Felsen, aus dem für das Volk der Israeliten damals das Wasser strömte. In beharrlichen Schritten des Glaubens wird dieser mein Glaube wie ein Stab, mit dem ich das Wasser aus dem Felsen schlage. Im Blick auf den eucharistischen Herrn erkenne ich Ihn, der auch um meinetwillen durchbohrt wurde, und ich tauche ein in den Strom, der aus seinem Herzen fließt. Oft ist es trocken und mühsam, wenn ich Ihn dort suche, und doch bricht sich auch jene Erfahrung Bahn, die ein Jakob auf seiner Flucht vor Esau machen durfte. Inmitten der Ausweglosigkeiten und unbeantworteten Fragen ist Er plötzlich da und staunend rufe ich aus: Gott ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.

(P. Andreas Hasenburger, Missionar vom kostbaren Blut/Kufstein)



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Für die Priester

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Um die Gebete von gestern für Kirche, Papst und Bischof zu vervollständigen, möchte ich noch ein schönes Gebet für unsere Priester hier veröffentlichen, das der hl. Thérèse von Lisieux zugeschrieben wird:

O Jesus, ewiger Hoherpriester, bewahre Deine Priester im Schutze Deines heiligen Herzens, wo ihnen niemand schaden kann. Bewahre ihre gesalbten Hände unbefleckt, die täglich Deinen heiligen Leib berühren. Bewahre rein die Lippen, die gerötet sind von Deinem kostbaren Blute. Bewahre ihr Herz rein und unirdisch, das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines glorreichen Priestertums. Lass sie wachsen in der Liebe und Treue zu Dir und schütze sie vor der Ansteckung der Welt. Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen. Segne ihre Arbeiten mit reichlicher Frucht und schenke ihnen dereinst die Krone des ewigen Lebens.

In einer Woche, am 19. Juni, dem
Herz-Jesu-Fest und dem Weltgebetstag zur Heiligung der Priester, wird Papst Benedikt XVI. das „Jahr des Priesters“ ausrufen. Kardinal Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation für den Klerus, hat ein schönes Schreiben veröffentlicht, in dem er hofft, dass es „ein Jahr voller Initiativen“ werden solle, „ein positives Jahr, in dem die Kirche vor allem den Priestern, aber auch allen Christen und – mithilfe der Massenmedien – der ganzen Welt sagen möchte, dass sie auf ihre Priester stolz ist, dass sie sie liebt, hochschätzt, bewundert und mit Dankbarkeit ihrem pastoralen Wirken und ihrem Lebenszeugnis Anerkennung entgegenbringt.“ Es soll „ein Jahr des Gebets sein, des Gebets der Priester selbst, des Gebets mit den Priestern und für die Priester, ein Jahr der Erneuerung im Hinblick auf die Spiritualität des Priestertums und im Hinblick auf jeden einzelnen Priester selbst.“

Unsere Priester haben in unserer Zeit kein leichtes Los. Ihre Schäflein laufen in Scharen davon und tauchen nie wieder in ihren Kirchen auf. Die übrig Gebliebenen machen es ihnen auch nicht leicht: der Katechismus ist nicht mehr so bekannt wie ehemals, aber vieles weiß der aufgeklärte Christ trotzdem besser: er braucht nicht mehr jeden Sonntag zu Messe, muss nicht mehr zur Beichte, hat mit der Morallehre der Kirche nichts am Hut, weil sie ja längst überholt ist…

Manchmal kommen Priester sich wohl auch ausgenutzt vor: wenn z.B. plötzlich ein junges Brautpaar vor der Tür steht, das in der Kirche heiraten möchte, sich sonst jedoch nie in einem Gotteshaus blicken lässt; wenn Eltern eine prunkvolle Kommunionfeier haben möchten, aber nicht bereit sind, mit ihren Kindern jeden Sonntag den Gottesdienst zu besuchen; wenn kreative Mütter bei der Gestaltung einer Kindermesse mitreden wollen, aber von Liturgie keine Ahnung haben, weil sie fast nie zur Messe gehen…

Ihr Beruf, der ja weit mehr ist als ein Beruf - ihre
Berufung zum Dienst an Gott und am Menschen also, zu der sie ihr „Ja“ ausgesprochen haben, wird vom Volk weniger geschätzt als je zuvor. Viele meinen, dass sie die Gnaden, die dem Priester kraft der Priesterweihe zu eigen sind, nicht mehr brauchen, oder mehr noch, dass diese Gnaden überhaupt nicht existieren. Machen sich lustig über den Zölibat, ohne deren Sinn erfasst zu haben und die Größe, die ein Mensch braucht, um sich für diesen Weg zu entscheiden. Greifen sie an mit Vorwürfen, die die Medien und ihr Umfeld ihnen eingetrichtert haben, mit Vorwürfen, die zwar oft haltlos, aber dennoch so schwer zu widerlegen sind, weil die Wahrheit sich nicht so einfach beweisen lässt und im Gegensatz zur lärmenden Angriffslust der Welt in leisen Tönen redet, die nur ein offenes Ohr und ein offenes Herz wahrnehmen können.

Lieben also wenigstens wir Katholiken unsere Priester, wie es ihnen gebührt und schätzen wir die Opfer, die sie täglich zum Wohl der Kirche und zum Wohl der Menschen bringen. Versichern wir ihnen unsere Gebete und seien wir dankbar für ihren unschätzbaren Dienst an der Menschheit!


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Gebete um Erhalt der kirchlichen Einheit

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Gestern bin ich auf eine sehr schöne Initiative von Jens Falk aufmerksam geworden, die ich unterstützen möchte.

Hier die Gebete, die man täglich um Erhalt der kirchlichen Einheit beten kann:

Gebet für den Heiligen Vater
Laßt uns beten für unseren Papst Benedikt XVI. Der Herr erhalte ihn und stärke ihn und mache ihn glücklich auf Erden und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde! Vater unser… Gegrüßet seist du, Maria…

Gebet für unseren Bischof
Lasset uns beten für unseren Bischof, N. Er möge in Deiner Kraft, o Herr, Deine Herde weiden. Herr Jesus Christus, Du Hirte und Haupt Deiner Kirche, wir bitten Dich, steh unserem Oberhirten mit der Kraft Deines Segens bei, daß er an uns Deine Stelle vertritt, uns entflammt durch seinen Eifer, uns beschämt durch seinen Wandel, uns trägt durch seine Liebe, uns stärkt durch seine Geduld, uns segnet durch seine Gebete, uns weidet durch seine Lehre und uns reinigt und läutert zu Deinem heiligen Volke und zum unbefleckten Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Ewigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Bischof J. M. Sailer)

Maria, Schutzherrin der Kirche
Maria, du mächtige Jungfrau, du bist die hohe, ruhmvolle Schützerin der Kirche, die wunderbare Hilfe der Christen. Du bist furchtbar wie ein zum Kampf gerüstetes Kriegsheer. Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet. In unseren Nöten, unseren Kämpfen, unseren Bedrängnissen schütze uns wider den Feind, und in der Stunde unseres Todes nimm unsere Seele auf in den Himmel! Amen. (Hl. Don Bosco)


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Warum ich sonntags zur Messe gehe

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Als Kind ging ich sporadisch zur Messe. Vor meiner Kommunion und meiner Firmung regelmäßig. Danach gar nicht mehr. Kommt euch das bekannt vor?

Es geht den meisten doch gut ohne Messe, wieso „vergeude“ ich dann seit 5 Jahren soviel Zeit, um wenigstens zwei- oder dreimal, oder wenn möglich sogar täglich die Messe zu besuchen?

Ein Sonntag ohne Messe mit meiner Familie kann ich mir nicht mehr vorstellen. Das liegt nicht daran, dass es so etwas wie die
Sonntagspflicht gibt und ich sonst beichten müsste, dass ich eine Messe geschwänzt habe. Es hat auch nichts damit zu tun, dass die Musik so wunderbar oder der Priester so lustig ist.

Ich gehe sonntags (oder samstags oder werktags) zur Messe, weil Gott mich dazu einlädt. Einem Freund oder einem Familienmitglied würde ich eine Einladung aus Bequemlichkeit bestimmt nicht ausschlagen. Demnach tue ich das bei Gott erst recht nicht.

Ich weiß, dass Jesus sich in jeder heiligen Messe aufs Neue der Menschheit opfert, dass Er sich uns schenken möchte, damit wir Anteil am ewigen Leben haben. Ich werde nicht warten, bis ein Unglück über mich hereinstürzt, um mich an Gott zu wenden. Ich werde nicht warten, bis ich zu einer Beerdigung muss oder Freunde ihre Hochzeit in der Kirche feiern. Nein. Gott ist Teil meines Alltags, je nach Moment mehr oder auch weniger bewusst. Diese eine Stunde in der Woche soll jedoch ganz IHM gehören. In dieser Stunde kann ich mein Herz auf Gott richten und es Ihm darbringen, mit meinen Sünden, meinen guten Vorsätzen, meinen Bitten und meinen Dankgebeten.

Die heilige Messe ist die Quelle, aus der ich die Kraft für mein Leben schöpfe. Es ist ein Geschenk, zur heiligen Messe gehen zu dürfen ohne dafür verfolgt, bestraft oder gar getötet zu werden. Dieses Geschenk nehme ich dankbar an.

Lieber Leser, bedenke, auch DU bist eingeladen! :)


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Eucharistische Anbetung zur Heiligung der Priester

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Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ (KIN) gibt im Auftrag des Vatikans eine neue Broschüre heraus, die für das Gebet für Priester wirbt. Das 50-seitige Heft zeigt anhand von Beispielen, wie in der Kirchengeschichte durch das Gebet und die Selbsthingabe von Gläubigen viele junge Männer zu ihrer Berufung gefunden haben und Priester wurden. Es kann hier (kostenlos) bestellt werden.

Als Christen haben wir viele Möglichkeiten, Einfluss auf die Gesellschaft zu nehmen. Eine nicht zu unterschätzende ist natürlich die
eucharistische Anbetung. Sehr schöne Texte und Impulse zur Anbetung findet man auf dieser Seite.

Sollte in eurer Pfarrei keine eucharistische Anbetung (mehr) stattfinden, zögert bitte nicht, euern Seelsorger danach zu fragen. In der Regel freuen Priester sich über derartige Anfragen aus der Gemeinde und werden (hoffentlich) bereitwillig Anbetungsstunden anbieten.

Die stille Anbetung des Allerheiligsten ermöglicht dem Beter, sein Herz von Jesus berühren zu lassen und bei Jesus selbst in die Schule zu gehen. Keine andere Gebetsform kann diese Praxis ersetzen. Interessierten sei auch die Enzyklika „
Ecclesia de Eucharistia“ Papst Johannes Pauls II. wärmstens empfohlen.

[via
kath.net]


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Gebetszettel

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Ich habe meinen Blog nun auch noch um einige schöne Gebetszettel erweitert, die ich für die katholische Gemeinschaft „Amici di Dio“ zusammengestellt habe. Sie sind als PDF unter dem Menüpunkt „Gebete“ zum Download erhältlich und beidseitig auszudrucken.


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Zum ersten Mai

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Über die Wichtigkeit des Rosenkranzes habe ich ja schon früher geschrieben. Ich meinte damals, dass es wichtig sei „unseren Vorsatz zu stärken, täglich den Rosenkranz zu beten!“. Jetzt, da der Mai beginnt, stelle ich doch beschämt fest, dass ich den Rosenkranz in den vergangenen Monaten höchstens noch zwei- bis dreimal wöchentlich gebetet habe. Zeit also, auf meinen bewährten Motivationstrick zurückzugreifen: „Don‘t break the Chain!“.

Irgendein Komiker - also ein Komiker von Beruf - hat erklärt, er versuche jeden Tag an seinen Gags zu schreiben, um anschließend ein großes Kreuz in seinen Wandkalender zu malen. Sein Ziel sei es, die Kette, die so im Kalender entsteht, nicht zu unterbrechen. Seine Motivationstechnik hat damals wohl ziemlich viele Leute angesprochen. Als von Natur aus faule Wesen sind wir Menschen ja immer offen für Tricks, die helfen können, den inneren Schweinehund zu überwinden. Ich muss sagen, ich hab‘s mal wieder nötig.

Ein Programmierer hat eine
Internetapplikation geschrieben, die uns solch einen virtuellen Kalender vorhält. Nützlich, dass der Kalender nicht an der Wand hängt sondern in meinem Mac, denn dorthin schaue ich öfter. Man kann das Widget auch ohne weiteres in einen Blog einbinden, den Code findet man ebenfalls auf der besagten Seite.

Nun… *drumroll*: ich werde das Widget einen Monat lang unterhalb dieses Artikels veröffentlichen und mich überraschen lassen, ob das mir hilft, konsequenter den Rosenkranz zu beten.

Falls jemand diese Idee blöd findet, freue ich mich sehr für ihn/sie, dass er/sie solche Tricks nicht braucht, um brav jeden Tag kiloweise Gnaden durch den Rosenkranz auf uns herabzuflehen.

Hat jemand Lust, sich an der Aktion zu beteiligen?

Ach so, wer nicht weiß, wieso man den Rosenkranz beten sollte: zwei meiner Lieblingsschriften über das Rosenkranzgebet erklären das wunderbar:


Auf dieser schönen Seite findet man auch eine Anleitung zum Rosenkranzgebet. Viel Freude und Segen beim Beten!

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Die Waffe des Christen

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Eine Betrachtung zum Rosenkranzmonat.

Seit Jahrhunderten erfreut sich das Rosenkranzgebet großer Beliebtheit unter den Katholiken. Das Jahr des Rosenkranzes, das Papst Johannes Paul II., ein großer Marienverehrer, für 2003 ausgerufen hat, setzte neue Impulse im Leben vieler Gläubigen. Die „lichtreichen“ Geheimnisse wurden den bisherigen drei Rosenkränzen - „freudenreich“, „schmerzreich“ und „glorreich“ - hinzugefügt und ergänzten das Rosenkranzgebet um 5 weitere Betrachtungen aus dem Leben des Heilands.

Der Papst strich in seinem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariæ“ besonders die Notwendigkeit des Gebetes innerhalb der Familie hervor, die „durch zersetzende Kräfte auf ideologischem oder praktischem Niveau bedroht ist“ (Nr. 6). „Die Wiederbelebung des Rosenkranzes in den christlichen Familien“ stelle daher „der Familie eine wirksame Hilfe dar, um die verheerenden Auswirkungen dieser epochalen Krise einzudämmen.“

Dies klingt dramatisch. Hält man sich jedoch die ungeheuren Scheidungs- und Abtreibungsraten vor Augen, sowie die völlige Orientierungslosigkeit vieler junger Menschen, die ihrem Leben keinen tieferen Sinn mehr zu geben wissen, kann man hier durchaus das Wirken des Teufels erkennen, der „wie ein brüllender Löwe“ umhergeht „und sucht, wen er verschlingen kann“ (1Petr 5,8). Viele Heilige haben den Menschen den Rosenkranz als mächtige Waffe gegen die Angriffe Satans empfohlen, und auch die Muttergottes selbst hat bei ihren Erscheinungen immer wieder dazu ermahnt, täglich voll Vertrauen den Rosenkranz zu beten.

Freilich, viele Christen sehen im Rosenkranz ein frömmlerisches Leiern, das nicht mehr zeitgemäß ist oder sie meinen eben einfach, er spreche sie nicht an und sei nichts für sie. Lassen wir uns nicht täuschen! Der Rosenkranz ist „ein Gebet von großer Bedeutung und ist dazu bestimmt, Früchte der Heiligkeit hervorzubringen“ (Rosarium Virginis Mariæ Nr. 1). Der heilige
Ludwig Maria Grignion de Montfort geht soweit zu sagen: „Ich weiß zwar nicht, wie und warum das so ist, gleichwohl beruht es auf Wahrheit: Ich kenne kein besseres Mittel, um zu erforschen, ob eine Person Gott angehört, als festzustellen, ob sie das Ave Maria und den Rosenkranz liebt oder nicht.“

Mit etwas Willenskraft kann jeder lernen, den Rosenkranz zu lieben. Dem einen mag das Lesen einer guten Schrift über den Rosenkranz genügen, um ihn von dessen Wert zu überzeugen, ein anderer braucht vielleicht die Erfahrung eines gut gebeteten Rosenkranzes in der Gemeinschaft oder die Empfehlung eines Freundes oder Priesters. Es gilt auf jeden Fall, unseren Vorsatz zu stärken, täglich den Rosenkranz zu beten!

Der Rosenkranzmonat Oktober bietet einen willkommenen Anlass, diesen Vorsatz in uns zu festigen und täglich neu in die Tat umzusetzen. Möge der hl. Ludwig Maria uns durch seine Fürsprache anspornen: „Ich bitte euch inständig, betet euern Rosenkranz! Dann werdet ihr auf dem Sterbebette jenen Tag und jene Stunde preisen, da ihr meinem Ruf gefolgt seid. Wenn ihr so unter dem Segen Jesu und Mariä reichlich gesäet habt, werdet ihr die ewigen Segnungen des Himmels ernten.“


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Die Schönheit der tridentinischen Liturgie

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Wie ich den tridentinischen Ritus entdeckt habe.

Krakau im Juli 2005: ein junger Priester ist zusammen mit mir und einigen anderen Pilgern am späten Nachmittag auf der Suche nach einer freien Kirche, um dort mit uns die Messe im tridentinischen Ritus zu feiern. Obwohl ich bereits bei einer so genannten „Alten Messe“ dabei gewesen bin, die mich damals nicht sonderlich berührt hat (was wohl u.a. am schlechten Gesang und an der weiten Entfernung zum Altar gelegen hat), steckt mich nun der Eifer meiner Freunde an. Etwas Besonderes scheint in der Luft zu liegen. Nach unzähligen Kirchen, in denen Messe gefeiert oder angebetet wird (wo gibt es das noch?!), finden wir dann endlich eine Kirche mit einer herrlichen barocken Seitenkapelle, die dem heiligen Hyazinth von Polen geweiht ist und in der uns gestattet wird, die heilige Messe zu feiern. Ein junger Mann in Soutane richtet erhaben schweigend alles für uns her.

Da keiner von uns zu ministrieren weiß, liest der Priester, der nach einigen Minuten der Sammlung nun prachtvoll gekleidet vor den Altar schreitet, alle Texte selbst, mal still, mal laut. Das gemurmelte Gebet und die Andacht der Anwesenden entrücken mich zusehends mehr. Ein Schleier scheint sich langsam und schwer vor mir zu erheben, so als ob ein Engel mich in die Heiligkeit und Schönheit dieses Ritus einführen wollte. Unscharf werden die Grenzen von Zeit und Raum und ich fühle mich in einen zeitlosen, göttlichen Lobpreis hineinversetzt. Die Anmut der Bewegungen des Priesters, das Ineinanderfließen der Gebete und Gesänge sowie die Schönheit der Kapelle erheben mein Herz gleichsam in einem göttlichen Dreiklang und öffnen es weit für diesen kostbaren Schatz der katholischen Kirche.

Es war eine heilige Messe, die ich nie wieder vergessen werde. Mit einem Schlag hatte ich verstanden, dass hier nicht der Priester einfach mit dem Rücken zum Volk die Messe für sich feiert, während wir Laien uns zwangsläufig langweilen müssten, teilnahmslos einem antiquierten Schauspiel beiwohnend. Nein, wir beteten gemeinsam zu Gott, unserem Herrn und Erlöser, jeder auf seine - seiner Berufung angemessene - Art.

Was das Ohr nicht versteht, erfasst das Herz auf mystische Weise. Später habe ich oft tridentinische Messen mit dem Schott mitgefeiert, so dass mir nach und nach viele Feinheiten und Schönheiten mehr erschlossen wurden. Auch die Vertrautheit mit dem Ablauf und den Texten des Neuen Ritus, oder des „ordentlichen Ritus“, wie wir diesen nun nennen dürfen, hat sehr dazu beigetragen, dass ich manches, was im „außerordentlichen Ritus“ schleierhaft erscheinen könnte, besser verstehen kann.

Ich glaube nicht, dass man den einen gegen den anderen Ritus gegeneinander ausspielen sollte, aber ich bin fest davon überzeugt, dass das Kennenlernen der „Alten Messe“ für jeden Katholiken, der die Kirche liebt, von enormem Wert sein kann. Wie viele Heilige vor uns die Messe in genau dieser Form geliebt und gefeiert haben, kann man gar nicht ermessen. Diese Messe erscheint mir im Gesamten als größtes und tiefstes geistiges Kunstwerk der Geschichte. Wer einmal die Größe und Schönheit der Tridentinischen Messe erfahren hat, wird nicht umhin kommen, jede Messe im „Novo Ordus Missæ“ an diesem „Modell“ zu messen. Ich liebe die Messe im Neuen Ritus, würde mir jedoch sehr wünschen, dass die Liturgie nach dem Missale von Papst Johannes XXIII. die Anerkennung erfahren würde, die ihr zusteht. Das Motu Proprio „Summorum Pontificum“ Papst Benedikts XVI. vom 7.07.2007 ist ein großer und visionärer Schritt in diese Richtung. Möge die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden weichen zugunsten einer umfassenden Liebe für die zeitlosen Schätze der katholischen Kirche, zu der die Tridentinische Messe zweifellos zählt und immer zählen wird.


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Nicht verzagen, Paulus fragen

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Betrachtung einer Kraftspritze aus dem Neuen Testament (ursprünglich erschienen auf www.amicididio.com)

In der Mitte des Römerbriefs ermutigt der heilige Paulus uns mit Worten, die in ihrer Kraft kaum zu übertreffen sind. Das 8. Kapitel spricht über die Erlösung, die den Getauften durch das Leiden und die Auferstehung Christi verheißen ist. Ein schlichter Satz fasst die Hoffnung auf diese Erlösung in grenzenlosem Vertrauen zusammen:

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt...“

Paulus sagt nicht: „Wir vermuten, wir hoffen, wir glauben...“, nein: „wir wissen“. Das bedeutet, dass jede Situation, wie ausweglos sie uns auch erscheinen mag, von Gott zum Guten gewendet wird. Wenn wir ihn lieben. Das „wichtigste und erste Gebot“ zu halten (vgl. Mt 22,38), nämlich Gott zu lieben „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Dtn 6,5), ist die Voraussetzung für diese Gewissheit. Durch das Halten der Gebote „wird es dir gut gehen“ (Dtn 6, 18). Und wenn wir Jesus lieben, werden wir auch seine Gebote halten (vgl. Joh 14,15).

Das klingt eigentlich recht leicht, ist aber freilich nicht immer so einfach im Alltag umzusetzen. Was kann ich tun?

Jesus, die Muttergottes und alle Heiligen laden uns unermüdlich zum Gebet ein. Im Gebet erhält Gottes Liebe Einzug in unsere Herzen und wir erlauben es Ihm, unsere Seele nach Seinem Willen heranzubilden. Die größte Gnade im Gebetsleben des Katholiken ist der Empfang des Leibes Christi in der Heiligen Messe. Unsere Liebe zu Gott wird größer mit jedem würdigen Empfang Seines Leibes, auch wenn wir es oft nicht merken oder sogar eher das Gegenteil in unserem Leben wahrzunehmen glauben. Paulus rät, wieder im 8. Kapitel seines Briefes an die Römer: „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.“

Treues und geduldiges Ausharren im Empfang der Sakramente sind der Schlüssel zur Erfüllung des Versprechens, das uns der heilige Paulus schenken möchte, dass nämlich Gott „alles zum Guten“ führen wird. Klingt realitätsfremd? Weit entfernt von den Problemen, die das Leben uns stellen kann? Nein. Wir müssen in der Tiefe ansetzen, wenn es um unser Seelenheil geht. Das geistliche Leben wird genährt vom Gebet, vom bedingungslosen Übergeben unseres Menschseins in die Hände Gottes. Dort, tief verborgen im Unsichtbaren passieren die wichtigen und großen Dinge, die Gott an uns tun will. Das Wort Gottes verwandelt uns.

Lernen wir Sätze wie jenen aus dem Römerbrief auswendig, damit sie unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe stärken. Bleiben wir treu in unserer Liebe zu Jesus, die sich im häufigen Empfang der heiligen Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung kundtut. Dann werden wir, wenn die Dunkelheit uns wieder einmal zu erschlagen droht, voller Zuversicht mit dem heiligen Paulus ausrufen können:

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“!


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Füreinander beten

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Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden. (Mk 12, 28-31)

Das Gebet füreinander stärkt die Nächstenliebe und die Gottesliebe. Beten wir für alle, die uns lieb sind, aber auch für jene, mit denen wir uns schwer tun, beten wir für die Menschen, die wir kennen, ob gut oder flüchtig, beten wir auch für jene, die wir nicht kennen. In der heiligen Messe beten wir im Schuldbekenntnis: „Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei Gott, unserem Herrn.“ Beten wir also jeden Tag für die Brüder und Schwestern, die uns so oft darum bitten - und denken auch wir dankbar daran, dass unserer täglich im Gebet der Kirche gedacht wird!

„Im Gebet verbunden“ – welch schöner Gruß! Im Gebet füreinander folgen wir dem Aufruf des Apostels Paulus, der uns im Galaterbrief ermutigt: „Einer trage des anderen Last; so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Gal 6, 2) „Denn wie wir an dem einen Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder denselben Dienst leisten, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, als einzelne aber sind wir Glieder, die zueinander gehören.“ (Röm 12, 4-5). Suchen wir also Gott nicht nur dann auf, wenn es uns nicht gut geht und wir seine Hilfe brauchen, sondern hauptsächlich um Ihn auf die Fürsprache unserer glorreichen Mutter im Himmel um Seinen Segen für unsere Mitmenschen zu bitten.


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