Priesterjahr
Don Johannes' neuer Film zum Priesterjahr
05/12/09 20:32 Kategorie: Kirche
Die Überschrift passt nicht ganz, denn den Film gibt’s so noch nicht. Aber zumindest einen vielversprechenden Trailer seines neuen Filmprojektes zum Priesterjahr hat Kaplan Johannes Maria Schwarz bereits ins Netz gestellt:
Mehr Infos gibt’s auf www.adsum2010.org, wo man den Film auch vorbestellen kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die (neue?) Homepage des Vereins kathmedia hinweisen, der die Geniestreiche des Kaplans vom Triesenberg herausgibt.
Mehr Infos gibt’s auf www.adsum2010.org, wo man den Film auch vorbestellen kann. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf die (neue?) Homepage des Vereins kathmedia hinweisen, der die Geniestreiche des Kaplans vom Triesenberg herausgibt.
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Gute Priester, gute Beichten
22/08/09 10:05 Kategorie: Frommes

Es war also wirklich erbaulich, mal wieder einen kleinen Haufen Priester zu erleben, die nicht ständig versuchen, einen Spagat zwischen Lüge und Wahrheit zu machen (wie es der gemeine Dorfpfarrer oder Dechant es tragischerweise so oft tun). Priester, die nicht in Shorts, Birkenstock-Schlappen oder Strickwesten herumlaufen, sondern in einer modisch eleganten und vor allem zeitlosen Soutane, welche die Würde ihrer Berufung deutlich unterstreicht. Gleichzeitig habe ich dieses Priesterformat stets als sehr aufgeschlossen, freundlich, humorvoll, kinderliebend und charismatisch erlebt. (Das erwähne ich nur, weil auf „Soutanenpriestern“ der Ruf des strengen und bornierten Ewiggestrigen lastet. Dem ist natürlich nicht so. Ich denke, dass eher viele Priester mit einem verkehrten Verständnis des II. Vatikanums diese Eigenschaften vertreten. Klammer zu.)
Seit ich wieder zur Beichte gehe - seit 2003 - bemühe ich mich darum, solche Priester aufzusuchen, die 1. ehrlich und schonungslos - also Klartext - mit mir reden und 2. mir nicht bei jeder gebeichteten Sünde Anekdoten aus ihrem eigenen Leben erzählen. Eine meiner gnadenreichsten Beichten hatte ich Anfang diesen Monats in Blankenheim bei P. Bernhard Gerstle FSSP, der im „Ruhrgebiets-Rundbrief“ der Bruderschaft u.a. folgendes geschrieben hat:
„(…) jeder wird zugeben, dass von Ausnahmen abgesehen, in den durchschnittlichen Pfarreien das Bußsakrament fast zum Erliegen gekommen ist. Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig. Da ist zum einen der eklatante Glaubensschwund. Viele bedenken nicht mehr die Folgen der Sünde und die Sühne, die dafür entweder in diesem Leben oder in der Ewigkeit geleistet werden muss. Damit verbunden ist der Mangel an Sündenbewusstsein. Die Kriterien für das, was als schwere Sünde zu bewerten ist, hat sich jedoch nicht geändert, wie dies auch nochmals der neue Weltkatechismus bestätigt. Daran ändern auch abweichende Auffassungen einzelner Geistlicher nichts. Auch hat die Einführung der allgemeinen Bußandacht, die als Hinführung zur Beichte gedacht war, bei vielen Gläubigen den fälschlichen Eindruck erweckt, sie könne die persönliche Beichte ersetzen. Doch nach wie vor gilt, dass schwere Sünden (= Todsünden) in einer persönlichen Beichte bekannt werden müssen. Ein Kommunionempfang im Zustand schwerer Sünde ist nicht nur unfruchtbar, sondern darüber hinaus ein Sakrileg (schwerer Missbrauch eines Sakraments).” (Hervorhebung von mir.)
P. Gerstle verweist auf das Schreiben Papst Benedikts an alle Bischöfe und Priester zum Auftakt des Priesterjahres, der „den heroischen Seeleneifer des hl. Johannes Maria Vianney“ herausstellt. Der heilige Pfarrer von Ars hörte „im Sommer nicht selten bis zu 16 Stunden täglich Beichte. (…) Indem der Heilige Vater in seinem Schreiben so ausführlich auf die Seelsorge des hl. Pfarrer von Ars in der Ausübung des Bußsakraments eingeht, wird deutlich, welche Bedeutung Papst Benedikt diesem heiligen Sakrament beimisst und wie sehr er eine treue Verwaltung dieses hl. Sakraments von den Priestern erwartet.“
P. Gerstle schließt mit dem Wunsch, dass „das vom Papst ausgerufene Priesterjahr reiche Früchte tragen und viele Priester zu neuem Eifer für Gott und die ihnen anvertrauten Menschen anspornen“ möge. „Beten wir um gute und heiligmäßige Priester!“
Zum Schluss möchte ich das schöne Gebet zitieren, das in Ars während des Priesterjahres täglich in der Basilika gebetet wird:
Père Très Saint,
en cette année sacerdotale
que tu donnes à ton Église,
nous te prions pour tous
les prêtres du monde;
Viens les bénir
et rendre fructueux leur ministère.
Donne à tes pasteurs,
par l‘intersession du Saint Curé d‘Ars,
un cœur semblable à celui de ton Fils.
Suscite par ton Esprit-Saint
de nombreuses vocations sacerdotales.
Amen.
***
Heiligster Vater,
in diesem Priesterjahr,
das du deiner Kirche schenkst,
bitten wir dich für alle Priester der ganzen Welt;
segne sie und mache ihren Dienst fruchtbar.
Auf die Fürsprache des hl. Pfarrers von Ars
gib deinen Hirten ein Herz,
das dem deines Sohnes ähnlich ist.
Erwecke durch deinen Heiligen Geist
zahlreiche Priesterberufungen.
Amen.
[Übersetzung der Pfarrer-von-Ars-Gebetsgemeinschaft]
Nachtrag: Noch etwas zur Petrusbruderschaft: P. Engelbert Recktenwald FSSP weist auf seiner Seite kath-info.de auf eine neue Webseite der Konfraternität St. Petrus hin. Es handelt sich um eine Vereinigung von katholischen Laien und Priestern, die durch Gebet und Opfer die Priesterbruderschaft St. Petrus unterstützen möchten.
Ein paar Bilder aus Ars
13/08/09 16:33 Kategorie: Privat
Nachdem Elsa vor einigen Tagen schon Bilder von unserer Ars-Wallfahrt veröffentlicht hat, nehme ich mir nun endlich die Zeit, auch noch ein paar Fotos von hier zu posten:





Tridentinische Messe am Schrein des heiligen Pfarrers von Ars:


Das Pfarrhaus, in dem der Heilige 40 Jahre lang gelebt hat:

In Dardilly (Geburtsort des hl. Jean-Marie Vianney):

Das Geburtshaus des Heiligen:

Das Bett, in dem Jean-Marie Vianney geboren wurde:

Hier hat der kleine Jean-Marie seine erste heilige Beichte abgelegt:

Und noch ein paar Bonus-Fotos. Den hier haben wir im Supermarkt „gefunden“. ;-)

Kaplan Johannes Maria Schwarz hält hier in Ars auch großartige Vorträge für uns, so z.B. an der Begegnungsstatue, wo sich heute Vormittag während des Vortrags eine lustige Begebenheit zugetragen hat:

Antonio gesellt sich spontan zu Don Johannes und lernt, wie man einen Segen spendet (man beachte das Benediktuskreuz in seiner Hand - er gibt es nicht mehr her):

Das Benediktuskreuz in all seiner Kraft:

Nach schallendem Gelächter von seiten der Zuhörer kann Johannes nun seinen Vortrag über die 3 Stufen im geistlichen Leben fortführen, während Antonio etwas weiter entfernt Steine in sein Eimerchen schaufelt. Doch ein ganz normaler Junge also. ;-)
Drei Fotos von unserem letzten Nachmittag in Ars:


Unser kleiner Raphael – „Introibo ad altare Dei“, zum Altare Gottes will ich krabbeln:






Tridentinische Messe am Schrein des heiligen Pfarrers von Ars:


Das Pfarrhaus, in dem der Heilige 40 Jahre lang gelebt hat:

In Dardilly (Geburtsort des hl. Jean-Marie Vianney):

Das Geburtshaus des Heiligen:

Das Bett, in dem Jean-Marie Vianney geboren wurde:

Hier hat der kleine Jean-Marie seine erste heilige Beichte abgelegt:

Und noch ein paar Bonus-Fotos. Den hier haben wir im Supermarkt „gefunden“. ;-)

Kaplan Johannes Maria Schwarz hält hier in Ars auch großartige Vorträge für uns, so z.B. an der Begegnungsstatue, wo sich heute Vormittag während des Vortrags eine lustige Begebenheit zugetragen hat:

Antonio gesellt sich spontan zu Don Johannes und lernt, wie man einen Segen spendet (man beachte das Benediktuskreuz in seiner Hand - er gibt es nicht mehr her):

Das Benediktuskreuz in all seiner Kraft:

Nach schallendem Gelächter von seiten der Zuhörer kann Johannes nun seinen Vortrag über die 3 Stufen im geistlichen Leben fortführen, während Antonio etwas weiter entfernt Steine in sein Eimerchen schaufelt. Doch ein ganz normaler Junge also. ;-)
Drei Fotos von unserem letzten Nachmittag in Ars:


Unser kleiner Raphael – „Introibo ad altare Dei“, zum Altare Gottes will ich krabbeln:

Vox Cœlestis
07/08/09 13:55 Kategorie: Blogoezese

„Der Heilige Vater hat in seinem Hang, die Segnungen des heiligen Zeitgeistes perfide zu hintertreiben, zum Priesterjahr diesen Heiligen dem Klerus als Vorbild angetragen, was zumindest im deutschen Katholizismus die konsequent-üblichen Verstörungen hervorrief. Warum geraten die eigentlich nie zur ultimativen Schockstarre ...?
Hintergründe der Verstörungstheorie: Der hl. Johannes Maria war wohl nicht mal auf der intellektuell-akademischen Höhe seiner eigenen Zeit, von der Gegenwart ganz zu schweigen. Von moderner Pastoral dürfte der Heilige keinen blassen Schimmer gehabt haben, moderne spirituelle Erlebniswelten von A wie Alexandertechnik bis Z wie Zen waren auch nicht sein Ding. Den Leib des Herrn hätte er nie bei einem Heilig-Brot-Happening in einer Grillzange durch die Gegend getragen, stattdessen veranstaltete er möglichst pompöse Fronleichnamsprozessionen durch sein Dorf.
Apropos Dorf: Er mußte sich auch nicht um Seelsorgeeinheiten mit 5000 Katholiken, 5 Kirchen, 50 Gottesdienstbesuchern und 0,5 Bußwilligen kümmern, sondern hatte nur eine 230-Seelen-Pfarrei an der Backe (plus halb Frankreich) und damit natürlich den vollen Chill in der klerikalen Hängematte (allerdings ohne Pastoralreferent und sonstige engagierte christfidele Laiici). Kasteit hatte es sich wahrscheinlich aus lauter Langeweile, oder um mangelnde Kreativität in Sachen liturgischer Selbstverwirklichung zu kompensieren, oder weil er einfach ein Seelenheil-Psycho war, aber das ist ja so oder so oder so ganz klar neurotisch, wie beispielsweise von berufenstem geistlichen Ab ... ähhh Beistand zu Schweinfurt (Ortsgespräch-Archiv: Juli 2009) festgestellt.“
[Anmerkung: den Link zu jenem teuflischen Clown aus Schweinfurt findet ihr im Originalbeitrag der „Himmlischen Stimme“]
Mir gefällt’s und ich schließe mich von Herzen seinem Gebet an:
Heiliger Pfarrer von Ars, bitte für uns!
Esoterik und katholischer Glaube
02/07/09 08:02 Kategorie: Lehrreiches

Ist Esoterik mit dem katholischen Glauben vereinbar? In einer e-mail hat mir David darauf geantwortet: nicht die kleinste Kleinigkeit.
Diese Frage ist höchst aktuell. Wer sich heute auf „Sinnsuche“ begibt, wird fast zwangsläufig mit esoterischen Angeboten konfrontiert. Dabei darf schon gefragt werden, ob mit dem Begriff „Esoterik“ nicht Etikettenschwindel betrieben wird. Denn: Was soll an Lehren, die in hoher Auflage auf den Markt geworfen werden, noch esoterisch, also allein den Eingeweihten zugänglich, sein? Im Grunde dürfte ich als Uneingeweihter gar nichts davon wissen. Recht besehen hat jede Religion neben einer exoterischen auch eine esoterische Seite, auch die christliche. Früher zumindest waren die Katechumenen bei der eigentlichen Mysterienfeier unerwünscht, denn sie mussten eben erst eingeweiht werden (durch das Sakrament der Taufe). Und Dionysius Areopagita warnt in seiner mystischen Theologie: „Gib aber acht, dass niemand der Nicht-Eingeweihten etwas von diesen Dingen zufällig hört.“
Gemeint ist mit Esoterik daher eher eine subjektiv-synkretistische Religiosität oder eine New-Age-Spiritualität; alles Mögliche fällt darunter, seien es alternative Heilmethoden, Spiritismus, Schamanentum oder Anthroposphie, so dass dem Begriff eigentlich jede Trennschärfe mangelt. Ich bin damit vielfältig in Berührung gekommen, und zwar ohne großartig danach gesucht zu haben. Ich bin kein Aussteiger, denn dazu war ich zu wenig eingestiegen. Einem katholischen Esoteriker wie Valentin Tomberg verdanke ich jedoch wertvolle Einsichten, auch was den katholischen Glauben betrifft. Tomberg – dessen Schriften immerhin von Robert Spaemann herausgegeben werden – kann als Beispiel dafür dienen, dass sich esoterische Weisheit und katholischer Glaube durchaus etwas zu sagen haben, natürlich unter Vorrang des päpstlichen Lehramts. Das einzige heterodoxe Element, das ich bei Tomberg habe finden können, ist die Reinkarnationslehre; diese soll aber keineswegs die Auferstehung der Toten „ersetzen“, sondern kann als Erfahrungstatsache daneben bestehen – wie in der Orthodoxie die Unzerstörbarkeit der Seele. Ein aufschlussreiches Statement dazu gibt es von Papst Johannes Paul II.
Beginnen möchte ich mit den unterschiedlichen esoterischen Praktiken; denn auf Praxis und Erfahrung wird in der „Szene“ sehr viel Wert gelegt, noch ehe es um theoretische Grundlagen geht. Ein weites Feld, das von nicht wenigen Scharlatanen und Hochstaplern bevölkert wird. Offen gestanden, habe ich mich nie sonderlich dafür interessiert. Es wäre daher unfair, alle diese Praktiken in Bausch und Bogen zu verdammen. Aber sind diese Praktiken nicht gefährlich? Nicht gefährlicher als das Leben an sich, scheint mir. Dämonen sind überall unterwegs, und wer fest im Glauben steht, muss nichts fürchten – außer den Herrn. Das heißt nicht, dass ich ein wildes Herumexperimentieren mit diesen Praktiken befürworten würde; spiritistische Sitzungen oder satanische Rituale sind natürlich indiskutabel. Statt Furcht erscheint mir die Tugend der Klugheit jedoch angemessener. Ich kann z. B. nicht ausschließen, dass an Astrologie etwas „dran“ ist. Aber wenn ich angesichts des Kreuzes bete, kann ich mich nicht anders als frei und verantwortlich fühlen vor Gott – determiniert weder durch Sterne noch durch Gene; und angesichts des Kreuzes kann ich auch nicht anders empfinden, als dass mein persönliches Schicksal in der Hand Gottes liegt – weder in Sternen noch in Genen.
Daneben haben sich viele esoterische Praktiken im Gesundheitsbereich ausgebreitet, offenbar mit mehr oder weniger Erfolg. Dabei kann einen nüchterner Pragmatismus schützen: Was hilft, hilft. Der Körper ist ein unbestechlicher Richter, und sein Urteil erkennt man daran, ob das Symptom verschwindet oder eben nicht. Problematisch wird das erst, wenn zwecks Heilung bestimmte esoterische Glaubenssätze angenommen werden sollen. Ja, es gibt zwar keinen esoterischen „Katechismus“, aber wiederkehrende Sätze, die man – gelegen oder ungelegen – zu hören kriegt, auch wenn die „Szene“ sich antidogmatisch (und antiinstitutionell) geriert.
Denn jeder spirituelle Fortschritt kann nur auf eigener Erfahrung beruhen. Erfahrung gehört gewissermaßen zu den Zauberwörtern, mit denen man auf esoterischen Kongressen punkten kann. Nur Dummköpfe, schreibt Gomez-Davila, müssen alle Erfahrungen selber machen. Und nur Dummköpfe, so könnte man Davila paraphrasieren, denken, Dogmen seien lebendiger Erfahrung entgegengesetzt. In Wirklichkeit aber sind die geoffenbarten Dogmen Beschreibungen einer objektiven-geistigen Realität, in die ich nicht unmittelbar Einsicht habe; erst dadurch, dass ich sie annehme, öffnen sich mir – analog zu Ikonen – Fenster zu dieser Realität, und ich kann Erfahrungen in und mit dieser Realität machen. Dabei kommt das Erfahrungsmoment im christlichen Glauben nicht zu kurz: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir geschaut und was unsere Hände berührt haben, das Wort des Lebens – das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschienen ist.“ (1 Joh 1, 1-3) Ist diese Erfahrung – das sinnliche Wahrnehmen des fleischgewordenen Logos – nicht im Glauben selbst enthalten, und zwar so, dass derjenige, der sich zu Christus bekehrt hat, über diese Erfahrung ganz selbstverständlich verfügt, ob nun bewusst oder unbewusst? Besondere mystische Erfahrungen sollten deshalb nicht überbewertet werden. „Alle Sakramente sind größer als jedwede Vision“, schreibt der Zisterzienser Thomas Keating und führt aus, dass die meisten mystischen Erfahrungen nicht in kontemplativen Orden, sondern außerhalb – zumeist von Laien – gemacht werden; durchaus denkbar ist, dass Gott mit diesen mystischen Gnadengaben gerade einem Mangel an Glauben aufhelfen will.
In der Regel werden aber nicht nur Dogmen an sich für obsolet erklärt, sondern Gott gleich mit – zumindest der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, erst recht der dreifaltige Gott, den zu denken Esoterikern offenbar zu kompliziert ist. Wenn Esoteriker von Gott sprechen, dann ist alles Mögliche damit gemeint – das Leben, der Kosmos, das Universum, eine Wunscherfüllungsmaschine, das höhere Selbst, aber eben nicht der christliche. Die Personalität Gottes wird sodann – so zum Beispiel in der durchaus ernst zu nehmenden transpersonalen Psychologie – abgelehnt oder zumindest als veraltet angesehen (das personale Gottesbild entspreche der rationalen Stufe, die nun aber durch die transrationale Bewusstseinsstufe abgelöst werde, wo – grob gesagt – jede Dualität aufgehoben ist). Für mich hat das „personale Gottesbild“ allerdings Vorzüge, die ich nicht missen möchte. Denn nur so weiß ich, dass meine Bitt- und Dankgebete einen Adressaten haben; der/das neoplatonische Eine, aus dem die Welt emaniert ist, kommt dafür nicht in Frage (konsequenterweise lehnte es der exklaustrierte Benediktinerpater Willigis Jäger ab, einen Brief an „Gott“ zu schreiben). Der/das Eine hat es auch nicht nötig, sich am Sinai oder durch Jesus Christus zu offenbaren, denn es offenbart sich ja am vollkommensten durch das, was geschieht. Die Liste ließe sich beliebig erweitern, mit dem Ergebnis, dass am Ende der ganze christliche Glaube, die Auferstehung der Toten inklusive, beseitigt wäre. Auf dieser Ebene – der metaphyischen – muss ich David unumwunden recht geben: das hat mit dem katholischen Glauben nicht die kleinste Kleinigkeit zu tun. Dass Jesus Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben sein soll, ist in die esoterische Weltsicht schlechterdings nicht integrierbar. Wie sollte es auch, wenn es darum geht, eine bestimmte Bewusstseinsstufe zu realisieren? Deshalb wird Jesus Christus auch nicht als Gottessohn oder Gottmensch gesehen (oder nur in der Form, dass diese Gottmenschlichkeit ein allgemeines Wesensmerkmal des Menschen sei), sondern als „Weltenlehrer“ (was auch immer das heißen mag) oder als Mensch mit einer tiefen Gotteserfahrung (Willigis Jäger). Der Zen-Spruch – Triffst du den Buddha, schlag ihn tot – ist auf Jesus eben nicht übertragbar, auch wenn Willigis Jäger, der offenbar vor keinem Irrtum haltmacht, das meint. Anders gesagt: Es wäre doch wohl verfehlt, die Nachfolge Christi als buddhistischen Übungsweg zu betrachten. Wer also Christus sucht, ist in der Esoterik schlecht aufgehoben.
Weitere Sätze sind: „Alle Religionen führen zum selben Ziel“, - „Nichts ist Zufall, alles hat einen Sinn“, - „Alles, was dir widerfährt, ist von dir gewollt“ etc. Sätze also, wie es im Faust heißt, mit viel Irrtum und einem Fünkchen Wahrheit – die weniger nerven würden, wenn sie nicht immer wie der Weisheit letzter Schluss vorgetragen würden. Nervend ist weiterhin – da alles bewusstseinsabhängig ist – das unselige Herumpsychologisieren, das einem Tanz um's golden Kalb gleicht.
Was hat das jetzt aber mit Religion zu tun? Meines Erachtens so viel wie ein Bordellbesuch mit einer Hochzeitsnacht. Oder weniger krass: so viel wie Esperanto mit einer gewachsenen Sprache. Nebenbei: Richtig klar geworden ist mir das, zugegeben, erst, nachdem ich ein paar Mal an der Hl. Messe im außerordentlichen Ritus teilgenommen hatte, in dem – so scheint mir, ohne Beweise dafür zu haben – die Religion an sich aufgehoben ist. Der Vergleich mit Esperanto trifft es ganz gut; die moderne Esoterik ist hochgradig künstlich, zusammengemixt aus allen möglichen Religionen, von denen sich keine darin wiedererkennen mag. Höchst unauthentisch dafür, dass auch „Authentizität“ zu den oben erwähnten Zauberwörtern gehört.
Dennoch plädiere ich für mehr „Esoterik“ innerhalb der Kirche. Der esoterische Spiritualismus scheint mir letztlich eine Reaktion einerseits auf den Materialismus zu sein, andererseits auf eine rationalistische Theologie, die das Jenseits „entvölkert“ hat – ja, wo sind nur die Engel hin, wo sind sie geblieben? Auf esoterischen Engelkongressen? Der katholische Glaube ist nämlich konkrete Metaphysik, nicht zufrieden mit blassen Abstraktionen. Mit Esoterik meine ich daher auch nicht eine aufgeblähte Innerlichkeit, sondern vielmehr eine Vertiefung des christlichen Glaubens; dieser ist zwar Geschenk Gottes und daher unverfügbar, aber es kann dafür gesorgt werden, dass er – wie der Herr im Gleichnis vom Sämann ausführt – auf fruchtbaren Boden fällt und wachsen und Frucht bringen kann – mittels mystagogischer Katechese, kontemplativen Gebets, des Herzens- oder Rosenkranzgebets, der Entwicklung der „geistlichen Sinne“ (R. Guardini) oder der Feier der Hl. Messe im außerordentlichen Ritus etc., also allem, was die reiche katholische Tradition hergibt. Dazu bedarf es nicht zuletzt „väterlicher“ Seelsorger, die aus einer echten christlichen Spiritualität leben, Menschenfischer eben, die einen geistig-seelisch zu Christus führen – man denke nur an die Starzen im orthodoxen Russland, die selbst einem Tolstoj imponiert haben. Mit Kritik kann an dieser Stelle nicht gespart werden, denn weite Teile des gegenwärtigen Klerus’ scheinen diesbezüglich selbst Nachholbedarf zu haben – vielleicht nicht zuletzt deswegen hat der Hl. Vater ein Priesterjahr ausgerufen.
Für die Priester
12/06/09 09:51 Kategorie: Frommes

O Jesus, ewiger Hoherpriester, bewahre Deine Priester im Schutze Deines heiligen Herzens, wo ihnen niemand schaden kann. Bewahre ihre gesalbten Hände unbefleckt, die täglich Deinen heiligen Leib berühren. Bewahre rein die Lippen, die gerötet sind von Deinem kostbaren Blute. Bewahre ihr Herz rein und unirdisch, das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines glorreichen Priestertums. Lass sie wachsen in der Liebe und Treue zu Dir und schütze sie vor der Ansteckung der Welt. Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen. Segne ihre Arbeiten mit reichlicher Frucht und schenke ihnen dereinst die Krone des ewigen Lebens.
In einer Woche, am 19. Juni, dem Herz-Jesu-Fest und dem Weltgebetstag zur Heiligung der Priester, wird Papst Benedikt XVI. das „Jahr des Priesters“ ausrufen. Kardinal Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation für den Klerus, hat ein schönes Schreiben veröffentlicht, in dem er hofft, dass es „ein Jahr voller Initiativen“ werden solle, „ein positives Jahr, in dem die Kirche vor allem den Priestern, aber auch allen Christen und – mithilfe der Massenmedien – der ganzen Welt sagen möchte, dass sie auf ihre Priester stolz ist, dass sie sie liebt, hochschätzt, bewundert und mit Dankbarkeit ihrem pastoralen Wirken und ihrem Lebenszeugnis Anerkennung entgegenbringt.“ Es soll „ein Jahr des Gebets sein, des Gebets der Priester selbst, des Gebets mit den Priestern und für die Priester, ein Jahr der Erneuerung im Hinblick auf die Spiritualität des Priestertums und im Hinblick auf jeden einzelnen Priester selbst.“
Unsere Priester haben in unserer Zeit kein leichtes Los. Ihre Schäflein laufen in Scharen davon und tauchen nie wieder in ihren Kirchen auf. Die übrig Gebliebenen machen es ihnen auch nicht leicht: der Katechismus ist nicht mehr so bekannt wie ehemals, aber vieles weiß der aufgeklärte Christ trotzdem besser: er braucht nicht mehr jeden Sonntag zu Messe, muss nicht mehr zur Beichte, hat mit der Morallehre der Kirche nichts am Hut, weil sie ja längst überholt ist…
Manchmal kommen Priester sich wohl auch ausgenutzt vor: wenn z.B. plötzlich ein junges Brautpaar vor der Tür steht, das in der Kirche heiraten möchte, sich sonst jedoch nie in einem Gotteshaus blicken lässt; wenn Eltern eine prunkvolle Kommunionfeier haben möchten, aber nicht bereit sind, mit ihren Kindern jeden Sonntag den Gottesdienst zu besuchen; wenn kreative Mütter bei der Gestaltung einer Kindermesse mitreden wollen, aber von Liturgie keine Ahnung haben, weil sie fast nie zur Messe gehen…
Ihr Beruf, der ja weit mehr ist als ein Beruf - ihre Berufung zum Dienst an Gott und am Menschen also, zu der sie ihr „Ja“ ausgesprochen haben, wird vom Volk weniger geschätzt als je zuvor. Viele meinen, dass sie die Gnaden, die dem Priester kraft der Priesterweihe zu eigen sind, nicht mehr brauchen, oder mehr noch, dass diese Gnaden überhaupt nicht existieren. Machen sich lustig über den Zölibat, ohne deren Sinn erfasst zu haben und die Größe, die ein Mensch braucht, um sich für diesen Weg zu entscheiden. Greifen sie an mit Vorwürfen, die die Medien und ihr Umfeld ihnen eingetrichtert haben, mit Vorwürfen, die zwar oft haltlos, aber dennoch so schwer zu widerlegen sind, weil die Wahrheit sich nicht so einfach beweisen lässt und im Gegensatz zur lärmenden Angriffslust der Welt in leisen Tönen redet, die nur ein offenes Ohr und ein offenes Herz wahrnehmen können.
Lieben also wenigstens wir Katholiken unsere Priester, wie es ihnen gebührt und schätzen wir die Opfer, die sie täglich zum Wohl der Kirche und zum Wohl der Menschen bringen. Versichern wir ihnen unsere Gebete und seien wir dankbar für ihren unschätzbaren Dienst an der Menschheit!