Petrusbruderschaft

Gute Priester, gute Beichten

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Dafür dass die Familienfreizeit mit der Petrusbruderschaft mich so sehr beeindruckt hat, habe ich doch recht wenig darüber gebloggt. Rückblickend möchte ich nämlich noch sagen, wie gut die Klarheit mir getan hat, mit der die Priester der Petrusbruderschaft die katholische Lehre in ihren Vorträgen, Predigten und vor allem auch in der Beichte während der Woche in Blankenheim verkündet haben. Durch meine Verbindung zu den „Amici di Dio“, zu den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz und zu Priestern wie Don Reto Nay, Kaplan Johannes Schwarz und Pfarrer Konrad Sterninger ist mein Kompass zwar eindeutig römisch-katholisch ausgerichtet - was bei Durchschnittskirchgängern und von der Kirche Fernstehenden leider immer wieder den Eindruck erweckt, ich sei „extrem“; Unsinn, ich bin nur katholisch! - doch macht der Alltag in der Welt und in der eigenen Pfarrei es einem nicht immer leicht, sich selbst noch als „katholisch normal“ zu verstehen.

Es war also wirklich erbaulich, mal wieder einen kleinen Haufen Priester zu erleben, die nicht ständig versuchen, einen Spagat zwischen Lüge und Wahrheit zu machen (wie es der gemeine Dorfpfarrer oder
Dechant es tragischerweise so oft tun). Priester, die nicht in Shorts, Birkenstock-Schlappen oder Strickwesten herumlaufen, sondern in einer modisch eleganten und vor allem zeitlosen Soutane, welche die Würde ihrer Berufung deutlich unterstreicht. Gleichzeitig habe ich dieses Priesterformat stets als sehr aufgeschlossen, freundlich, humorvoll, kinderliebend und charismatisch erlebt. (Das erwähne ich nur, weil auf „Soutanenpriestern“ der Ruf des strengen und bornierten Ewiggestrigen lastet. Dem ist natürlich nicht so. Ich denke, dass eher viele Priester mit einem verkehrten Verständnis des II. Vatikanums diese Eigenschaften vertreten. Klammer zu.)

Seit ich wieder zur Beichte gehe - seit 2003 - bemühe ich mich darum, solche Priester aufzusuchen, die 1. ehrlich und schonungslos - also Klartext - mit mir reden und 2. mir nicht bei jeder gebeichteten Sünde Anekdoten aus ihrem eigenen Leben erzählen. Eine meiner gnadenreichsten Beichten hatte ich Anfang diesen Monats in Blankenheim bei P. Bernhard Gerstle FSSP, der im „Ruhrgebiets-Rundbrief“ der Bruderschaft u.a. folgendes geschrieben hat:

„(…) jeder wird zugeben, dass von Ausnahmen abgesehen, in den durchschnittlichen Pfarreien das Bußsakrament fast zum Erliegen gekommen ist. Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig. Da ist zum einen der eklatante Glaubensschwund. Viele bedenken nicht mehr die Folgen der Sünde und die Sühne, die dafür entweder in diesem Leben oder in der Ewigkeit geleistet werden muss. Damit verbunden ist der Mangel an Sündenbewusstsein. Die Kriterien für das, was als schwere Sünde zu bewerten ist, hat sich jedoch nicht geändert, wie dies auch nochmals der neue Weltkatechismus bestätigt. Daran ändern auch abweichende Auffassungen einzelner Geistlicher nichts. Auch hat die Einführung der allgemeinen Bußandacht, die als Hinführung zur Beichte gedacht war, bei vielen Gläubigen den fälschlichen Eindruck erweckt, sie könne die persönliche Beichte ersetzen. Doch nach wie vor gilt, dass schwere Sünden (= Todsünden) in einer persönlichen Beichte bekannt werden müssen.
Ein Kommunionempfang im Zustand schwerer Sünde ist nicht nur unfruchtbar, sondern darüber hinaus ein Sakrileg (schwerer Missbrauch eines Sakraments).(Hervorhebung von mir.)

P. Gerstle verweist auf das Schreiben Papst Benedikts an alle Bischöfe und Priester zum Auftakt des Priesterjahres, der „den heroischen Seeleneifer des hl. Johannes Maria Vianney“ herausstellt. Der heilige Pfarrer von Ars hörte „im Sommer nicht selten bis zu 16 Stunden täglich Beichte. (…) Indem der Heilige Vater in seinem Schreiben so ausführlich auf die Seelsorge des hl. Pfarrer von Ars in der Ausübung des Bußsakraments eingeht, wird deutlich, welche Bedeutung Papst Benedikt diesem heiligen Sakrament beimisst und wie sehr er eine treue Verwaltung dieses hl. Sakraments von den Priestern erwartet.“

P. Gerstle schließt mit dem Wunsch, dass „das vom Papst ausgerufene Priesterjahr reiche Früchte tragen und viele Priester zu neuem Eifer für Gott und die ihnen anvertrauten Menschen anspornen“ möge. „Beten wir um gute und heiligmäßige Priester!“

Zum Schluss möchte ich das schöne Gebet zitieren, das in Ars während des Priesterjahres täglich in der Basilika gebetet wird:

Père Très Saint,
en cette année sacerdotale
que tu donnes à ton Église,
nous te prions pour tous
les prêtres du monde;
Viens les bénir
et rendre fructueux leur ministère.

Donne à tes pasteurs,
par l‘intersession du Saint Curé d‘Ars,
un cœur semblable à celui de ton Fils.

Suscite par ton Esprit-Saint
de nombreuses vocations sacerdotales.

Amen.

***

Heiligster Vater,
in diesem Priesterjahr,
das du deiner Kirche schenkst,
bitten wir dich für alle Priester der ganzen Welt;
segne sie und mache ihren Dienst fruchtbar.

Auf die Fürsprache des hl. Pfarrers von Ars
gib deinen Hirten ein Herz,
das dem deines Sohnes ähnlich ist.

Erwecke durch deinen Heiligen Geist
zahlreiche Priesterberufungen.

Amen.


[Übersetzung der Pfarrer-von-Ars-Gebetsgemeinschaft]


Nachtrag: Noch etwas zur Petrusbruderschaft: P. Engelbert Recktenwald FSSP weist auf seiner Seite kath-info.de auf eine neue Webseite der Konfraternität St. Petrus hin. Es handelt sich um eine Vereinigung von katholischen Laien und Priestern, die durch Gebet und Opfer die Priesterbruderschaft St. Petrus unterstützen möchten.


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Gedanken über die tridentinische Messe I

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Vor einer guten Woche nahmen wir zum ersten Mal an der alljährlichen Familienfreizeit der Petrusbruderschaft in Blankenheim teil. Hier treffen sich Familien, um während einer Woche „bei guter, froher Atmosphäre an Leib und Seele aufzutanken“, wie es im Programmtext der Petrusbruderschaft heißt. Natürlich ist solch eine Woche nicht ganz stressfrei, vor allem nicht für jene Familien, die mit Kleinkindern unterwegs sind. So wie Martina und ich halt. Dennoch tut dies der Schönheit solch einer „Familienfreizeit“ keinen Abbruch. Genau so wenig die Tatsache, dass die „stillen Messen“ im außerordentlichen Ritus aufgrund der zahlreichen Kinder keine wirklich stillen Messen sind. Es geht eine wunderbare Kraft von der heiligen Liturgie aus, die uns wirklich hat auftanken lassen.

Nachdem ich seit Monaten, ja fast einem Jahr keine alte Messe mehr feiern konnte, war der tägliche Besuch der Messe im tridentinischen Ritus wie ein liturgischer Wellness-Urlaub. Keine Änderungen im Ablauf, kein Streichen von Wesentlichem, kein Hinzufügen von Banalem, keine unnötigen, bösen Überraschungen in der heiligen Messe. Zeit zu beten, Zeit für Stille, nicht die ständige Pflicht, irgendetwas zu tun oder zu sagen. Sich einfach nur hinein versenken können in das Geheimnis des Messopfers Christi. Welche Wohltat, welch eine Gnade, welch ein Segen für eine Familie!

Gleichzeitig kommen in Anbetracht des Schicksals der klassischen Liturgie immer wieder Wut und Unverständnis darüber hoch, wie eine einzige Generation an Bischöfen, Priestern und (Un-)Gläubigen es schaffen konnte, mit einem derartigen Hass soviel Gutes und Schönes zu zerstören. Manchmal denke ich, dass man es nur mit Dummheit erklären kann. Dann wieder vermute ich, dass dahinter ein teuflischer Plan stecken muss. Am Schluss gestehe ich mir ein, dass ich nicht beurteilen kann, was hinter dieser drastischen Wendung steckt, und wohl nie ganz verstehen werde, wie es dazu kommen konnte. Bleibt die Hoffnung und das innige Gebet, dass die Liturgie, die unzählige Heilige während Jahrhunderten aus ganzer Seele geliebt und gefeiert haben (wie der heilige Pfarrer von Ars, an dessen Wirkungsstätte ich diesen Text gerade schreibe), wieder nach und nach mehr Anerkennung, Respekt und vielleicht sogar Liebe erfahren wird. Wir haben einen Papst, der alles Mögliche dafür tut. Mögen wir Christen ihm vertrauen und auf ihn hören.

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Helpdesk bei den Mönchen

Auf der großartigen Familienfreizeit der Petrusbruderschaft in Blankenheim hat ein Priester mir dieses lustige Video gezeigt, das mich irgendwie daran erinnert, wie ich ab und zu versuche, meinen technisch weniger versierten Verwandten und Freunden die Betriebsweise der grundlegendsten Computerprogramme näher zu bringen. Über die Tage mit den Petrusbrüdern und vielen anderen katholischen Familien werde ich in den kommenden Tagen von Ars aus bloggen. Herzliche Grüße!





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