Mundkommunion
Handkommunion oder Mundkommunion
07/03/10 19:09 Kategorie: Kirche

Wer sich eine historische Abhandlung über die Kommunionpraxis der Kirche erwartet, wird falsch beraten sein. Monika Winter polarisiert in ihrer Schrift auch nicht und legt kein Pamphlet für die Überlegenheit der einen oder anderen Form der Kommunion vor. Vielmehr gewährt sie uns Einblicke in die Entwicklung ihres Glaubens und ihres Verständnisses der heiligen Eucharistie. Die sehr persönlich gehaltenen Denkanstöße können dem Leser helfen, mit größerer Ehrfurcht und Dankbarkeit die heilige Kommunion zu empfangen. Besonders empfehlenswert ist das Büchlein für jene Gläubigen, die verstehen möchten, wieso immer noch (und hoffentlich: immer mehr) Katholiken die Mundkommunion der Handkommunion vorziehen.
Wie viele von uns hat Monika Winter „am Anfang nur ein unachtsames Händeausstrecken, Entgegennehmen, Essen und schnell wieder In-die-Bank-Gehen, zelebriert“. Wie man den Kommunionempfang, den heiligsten Moment der Messe, jedoch auch erleben kann, wird schön und ausführlich beschrieben. „Versunken in diesen heiligen Moment, durchdringen die Worte Der Leib Christi die Stille der Anbetung. (…) Ich schließe meine Augen und öffne den Mund, mein Herz und ich bin bereit, die Liebe Gottes zu empfangen. (…) Ich öffne mich, damit er ganz Besitz von mir nehmen kann. (…) Ich trage das Kostbarste, verborgen in meinem Innersten, zurück zur Bank. Ich schließe meine Augen und merke, wie sich die ganze Liebe Gottes in meinem Körper ausbreitet.“
Ich wünsche diesem Büchlein eine weite Verbreitung und hoffe, dass es vielen Gläubigen zu einer tieferen Liebe beim Empfang der heiligen Eucharistie verhilft.
Links:
- Bestellmöglichkeit beim Fe-Verlag
- Rezension auf kathnews.de
- Evangelisation heute
- Über die Mundkommunion
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Links im katholischen Internet
29/11/09 08:27 Kategorie: Blogozese
- Interview mit Monika Rheinschmitt: Heute Abend (29. November) um 19.00 Uhr strahlt Radio Horeb in der Sendung „Treffpunkt“ mit dem Titel „Generation Benedikt und kathnews.de auf Sendung bei Radio Horeb“ ein Interview mit Frau Monika Rheinschmitt, der Vorsitzenden von Pro Missa Tridentina, aus. Ich hoffe, dass Radio Horeb die neue monatliche Sendereihe der Generation Benedikt und kathnews.de auch als Podcast anbieten wird! (via kathnews.de)
- Videos aus Vietnam: Die beiden Missio-Mitarbeiter Martin Minkowitsch und Andreas Thonhauser waren vor einem guten Monat in Vietnam, um den Opfern des Taifun Ketsana Hilfe vor Ort zu leisten. Auf den Blog hatte ich damals hingewiesen. Auf missio.at kann man sich auch einige Videos anschauen, die auf ihrer Reise entstanden ist. Sehr bewegend!
- Videos und Vorträge aus Heiligenkreuz: P. Karl Wallner hat auf der Heiligenkreuzer Homepage auf die vielfältigen Angebote von Heiligenkreuzer Mönchen im Internet hingewiesen.
- Podcasts aus Stiepel: Das Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel stellt viele hervorragende Vorträge und Predigten auf ihrer Podcast-Seite zum Anhören und Downloaden zur Verfügung.
- Kathwahrheit.de: Eine unerschöpfliche Fundgrube an Information zum katholischen Glauben. Ob Sakramente, Heilige, Zeugnisse, Abtreibung, so ziemlich alles wird hier im Licht der katholischen Wahrheit beleuchtet.
- Evangelisation heute: Eine fantastische Initiative von Familie Winter aus Annweiler, zu Recht von kath.net zur Webseite des Monats im Juni 2009 gekürt! In einem meiner nächsten Beiträge werde ich das wunderbare Büchlein „Handkommunion oder Mundkommunion“, das soeben im fe-Verlag erschienen ist, vorstellen. Ich möchte auch auf den Gebetstag für die Ungeborenen am 9. Dezember hinweisen.
Über die Mundkommunion
30/05/09 20:47 Kategorie: Lehrreiches

Leider hat man es als bekennender „Mund-Kommunizierender“ nicht immer leicht. Es ist schwer geworden, sich als einziger in einer Kirche zum Kommunionempfang hinzuknien, wo alle stehend die Handkommunion empfangen. Früher ging’s nicht anders: man hat auf der Kommunionbank nebeneinander kommuniziert ohne gleich verständnislosen Blicken ausgesetzt zu sein und Gegenstand des Klatschs zu werden. Das ist heute leider nicht mehr so.
Immer wieder höre ich auch, dass sogar Priester abfällig über Gläubige reden, die den Leib Christi in Form der Mundkommunion empfangen möchten, ja manche Geistliche würden sich wünschen, diese Gläubige nicht mehr in ihrer Kirche zu sehen. Ich erinnere mich, wie mir vor Jahren ein Priester beim Österreichischen Ordenstag (!) glatt die kniende Mundkommunion verweigern wollte. „Stehns auf! Wir sind schließlich erlöste Christen“, maulte er mich an und spendete mir dann doch widerwillig die heilige Kommunion.
Vielleicht könnte die unvoreingenommene Lektüre dieses wertvollen Büchleins vielen Christen helfen, ihre Vorurteile abzubauen und sich der uralten und von den Heiligen gut begründeten Tradition der Mundkommunion zu öffnen. Wenn Kardinal Arinze betont, dass er „das ganze Buch mit großer Freude gelesen“ habe und Erzbischof Malcolm Ranjith, Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, das Vorwort zu Bischof Schneiders Schrift beisteuert, wenn der Papst die Kommunionbank bei den großen Papstmessen wieder einführt - sind all dies nicht Hinweise, die wir als Christen ernst zu nehmen haben?
Ich möchte ein paar Abschnitte aus dem Vorwort von Erzbischof Ranjith zitieren, die das Problem der mangelnden Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten verdeutlichen:
„Gemäß der Tradition ist es klar, dass es konsequent und unerlässlich geworden ist, Gesten und Haltungen des Leibes und des Geistes anzunehmen, die das Schweigen, die innere Sammlung, die demütige Annahme unserer Armseligkeit erleichtern vor der unendlichen Größe und Heiligkeit desjenigen, der uns in den eucharistischen Gestalten entgegen kommt. Die beste Art, unseren Sinn für die Ehrfurcht dem eucharistischen Herrn gegenüber auszudrücken, besteht darin, dem Beispiel des Apostels Petrus zu folgen, der sich vor dem Herrn auf die Knie warf und ausrief: „Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder!“ wie das Evangelium uns berichtet. (Lk 5,8)
Nun aber bemerkt man in einigen Kirchen, dass diese Praxis immer mehr verschwindet und die Verantwortlichen nicht nur die Gläubigen nötigen, die hl. Kommunion stehend zu empfangen, sondern sie haben sogar alle Kniebänke entfernt und zwingen so ihre Gläubigen zu sitzen oder zu stehen, sogar während der Erhebung der eucharistischen Gestalten, die zur Anbetung gezeigt werden. [Siehe zu diesem Phänomen auch meinen Eintrag Happy Birthday, lieber Bischof] Es ist seltsam, dass eine solche Maßnahme in den Diözesen von den Verantwortlichen der Liturgie verfügt wurde oder in den Kirchen von den Pfarrern, ohne auch nur im Geringsten die Gläubigen zu befragen, wo man doch heute mehr denn je in gewissen Kreisen von Demokratie in der Kirche spricht. Gleichzeitig muss man zugeben, dass dies eine Praxis ist, die missbräuchlich und in aller Eile in einigen Gebieten der Kirche sofort nach dem Konzil eingeführt wurde; auf diese Weise veränderte man die vorausgegangene, jahrhundertealte Praxis und die neue Praxis wurde zur Regel für die ganze Kirche. Man rechtfertigte diesen Wandel, indem man sagte, dies entspräche besser dem Evangelium und der alten Praxis der Kirche. Es ist wahr: was man auf die Zunge empfängt, kann man auch auf die Hand empfangen, da dieser Körperteil von gleicher Würde ist. Um diese Praxis zu rechtfertigen, verweisen einige auf die Worte Jesu: „Nimm und iss“ (Mk 14,22; Mt 26,26).
Was auch immer die Gründe sein mögen, diese Praxis zu rechtfertigen, wir können nicht die Augen verschließen vor dem, was auf Weltebene geschieht, wo diese Praxis durchgeführt wird. Diese Geste trägt zu einer schrittweisen zunehmenden Schwächung der Haltung der Ehrfurcht den heiligen eucharistischen Gestalten gegenüber bei. Die vorausgehende Praxis bewahrte besser den Sinn für die Ehrfurcht. Dagegen haben sich ein alarmierender Mangel an Sammlung und ein Geist allgemeiner Unaufmerksamkeit eingeschlichen. Man sieht heute oft Kommunizierende, die an ihre Plätze zurückkehren, so als wäre nichts Außergewöhnliches geschehen. Am meisten zerstreut sind die Kinder und Jugendlichen. In vielen Fällen kann man den Geist der Ernsthaftigkeit und des inneren Schweigens nicht erkennen, der die Gegenwart Gottes in der Seele anzeigen müsste.“
Es gibt von vielen Seiten Bemühungen, Katholiken wieder näher an die Geheimnisse der heiligen Liturgie heranzuführen. Beten wir in diesen Tagen besonders zum Heiligen Geist, dass Er unsere Herzen erfülle und das Herz Seiner Gläubigen mit Seiner Liebe entzünde.
Mögen wir die „flammende Ermahnung“ Johannes Pauls II. verstehen, die er der Kirche in seiner letzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ gleichsam einem Testament hinterlassen hat:
„Wir müssen mit aller Sorgfalt darauf bedacht sein, keine der Dimensionen oder Erfordernisse der Eucharistie abzumindern. Nur auf diese Weise zeigen wir, dass wir uns wahrhaft der Größe dieses Geschenkes bewusst sind. (…) Es besteht keinerlei Gefahr, die Sorgfalt im Umgang mit diesem Geheimnis zu übertreiben.“ (Nr. 61)
Weiterführende Links: Weihbischof Schneider auf Gloria.tv:
- Ein Bischof darf nicht schweigen
- Handkommunion: Wie die Verteilung von Keksen
- Die Heilige Kommunion
- Für die knieende Mundkommunion