Luxemburg

Das Kreuz in meinem Klassenzimmer

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Das Kruzifix-Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs hat für reichlich Aufsehen gesorgt. Soweit ich weiß, gibt es in Luxemburg schon lange keine Kreuze mehr in Klassenzimmern. Zumindest in Musikschulen nicht. In meinem Klassenzimmer, in dem ich leidenschaftlich gern meine Schüler unterrichte, hängt allerdings ein schlichtes Kruzifix. Ich weiß, dass es nicht jedem gefällt, aber bisher hat niemand sich darüber beschwert.

Meine Klavierschüler und ihre Eltern dürfen es positiv sehen: wenn ich auf das Kreuz schaue (und das tue ich oft), werde ich an meine christlichen Grundwerte erinnert, und die sind auch beim Unterrichten, das einen großen Teil meiner Zeit ausfüllt, wichtig. Ich bekomme also bei jedem Blick aufs Kreuz einen neuen Motivationsschub, mich mit Hingabe meinen Schülern zu widmen und sie als ganze Menschen (nicht nur als „Schüler A, B, C“!) zu sehen. Ich weiß, Jesus ist da, auch im Klassenzimmer, und Er hilft mir, die richtigen Worte und das richtige Maß zu finden. Der Heiland segnet mich und meine Schüler. Folglich genießen meine Schüler dadurch einen besseren Unterricht, als wenn das Kreuz nicht dort hinge.

Das sind Gedanken, die vielleicht nicht jeder nachvollziehen kann, aber seid versichert: sie sind ernst gemeint - das Kreuz hat eine positive Ausstrahlung auf eine Schulklasse. Als Bürger eines christlichen Europas und eines christlichen Luxemburgs möchte ich weiterhin das Recht behalten, ein Kreuz in meinem Klassenzimmer zu haben. Sollte jemand sich daran stören, kann er es einfach wie den Kalender oder das Bild meiner Kinder an der Wand ignorieren.

Laut
Kruzifix-Umfrage auf „Die Presse.com“ scheint eine große Mehrheit eh für das Kreuz in Schulklassen zu sein. Wer sie noch nicht kennt, der mag die 12 Thesen für das Kreuz im öffentlichen Raum lesen (gefunden bei Europe4Christ):

1. Das Recht auf Religionsfreiheit kann nur seine Ausübung bedeuten – nicht die Freiheit von Konfrontation. Sinn der Religionsfreiheit ist es nicht, eine Gesellschaft zu schaffen, die religionsfrei ist.

2. Kreuze zu demontieren ist eine Verletzung auf derselben Ebene, wie es das Anbringen des Kreuzes für die Atheisten ist.

3.Die leere weiße Wand ist auch eine ideologische Aussage – vor allem dann, wenn sie vorher jahrhundertlang nicht leer war. Ein „wertneutraler“ Staat ist eine Fiktion, die oft propagandistisch benützt wird.

4. Ein angebliches Recht, nicht mit religiösen Inhalten konfrontiert zu werden, kann also nicht stärker sein als das Recht zur freien Religionsausübung.

5. Die Staaten, welche Europäische Menschenrechtskonvention unterzeichnet haben, verstanden unter dem „Recht auf Religionsfreiheit“ mit Sicherheit nicht eine „Freiheit von Religion“.

6. Juristen sprechen von der „slippery slope“ (Achtung Glatteis!): Wehret den Anfängen! Heute sind von dem Bildersturm Institutionen betroffen, morgen das Halsketterl außerhalb meiner Wohnung!

7. Statt religiöse Intoleranz zu bekämpfen, wird die Religion in Form ihrer Symbole bekämpft.

8. Man kann nicht politische Probleme bekämpfen, indem man die Religion bekämpft.

9. Antireligiöser Fundamentalismus macht sich zum Komplizen religiöser Fundamentalismen indem er sie durch Intoleranz provoziert.

10. Das Christentum drängt seiner Natur gemäß nach außen – es kann sich niemals als Privatsache abtun oder ins Ghetto sperren lassen!

11. Die betroffene Bevölkerung möchte mehrheitlich die Kreuze behalten! Es ist auch demokratiepolitisch problematisch, Einzelinteressen so eklatant den Vorrang einzuräumen.

12. Das Kreuz ist das Logo Europas. Es ist ein religiöses Symbol, aber doch wesentlich mehr als das.



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Rosenkranz-Atelier

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Eine liebe Bekannte und Landsmännin von mir stellt wunderbare Rosenkränze her und führt seit einiger Zeit auch einen Blog, über den sie einmal pro Monat eins ihrer Kunstwerke verlost. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch ohne Verlosung! Auf der Homepage von Maryse kann man sich neben den handgefertigten Rosenkränzen auch schönen Schmuck, den sie selbst herstellt, anschauen und bestellen. Viel Spaß beim Stöbern!


[via
Apostolicam Actuositatem]
antoniusdetail



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Kuschelkatholizismus

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Aus einem Interview der Tagespost mit dem Philosophen Robert Spaemann:

Verdient eine Gesellschaft, die Stellungnahmen des Heiligen Vaters als gefährlichen Fundamentalismus betrachtet, noch Attribute wie liberal oder tolerant?

Nein, sie ist weder liberal noch tolerant, es sei denn, man versteht unter Liberalismus die Überzeugung, dass es keine Überzeugungen geben darf. Ursprünglich heißt Toleranz Respekt vor den Überzeugungen anderer. Das ist im Augenblick bei uns im Schwinden begriffen. Toleranz heißt jetzt nicht mehr Respekt vor Überzeugungen anderer, sondern Ablehnung jeder Überzeugung. Was dem Papst vorgeworfen wird ist ganz schlicht, dass er das verkündet, was die katholische Kirche immer verkündet hat. Er tut es auf eine besonders vernünftige und menschliche Weise. Aber er verzichtet nicht darauf, den christlichen Lebensweg zu lehren.


Wie meine Twitter-Follower gestern mitbekamen, war ich von meiner Pfarrei aus zu einer Versammlung der katholischen Erwachsenenbildung unseres Dekanats geschickt worden. Ich kam etwas zu spät und war beim ersten Anblick der Versammlung gleich etwas irritiert, die lieben Leute - so 40 an der Zahl - in Grüppchen sitzend zu sehen, in der Mitte des Raumes eine Kordel in Kreisform ausgelegt, die wohl für ein Begrüßungsspiel verwendet worden war. Gut, ich gesellte mich also dazu. Ideen für etwaige Projekte wurden gesammelt. Wir setzten uns wieder in einen Kreis.

Der Leiter der Erwachsenenbildung sprach die prima Zusammenarbeit mit Referenten verschiedenster Couleur an. Leider, so bemängelte er, dürfe man nicht mehr mit
Donum Vitæ und Pro Familia zusammenarbeiten, das habe das Bistum verboten. Keiner der Anwesenden schien sich an dieser Aussage zu stören. So blieb es an mir, den Einwand vorzubringen, dass man das „leider“ des Herrn Leiters so nicht im Raum stehen lassen könne, es gehe hier immerhin um Institutionen, die Abtreibungen befürworten und deren Sexualerziehung so gar nicht im Sinne der Kirche ist. Er habe das bedauert, so seine Antwort, weil diese Leute doch wirklich tolle Dinge zur Sexualität zu sagen haben, aber man dürfe nicht sehen, welche Möglichkeiten man nicht habe aufgrund des Verbots von Trier, sondern was einem noch alles offen stehe. Glückliches Grinsen des Leiters und zustimmendes Nicken in der Runde.

Einen Vorbehalt hatte ich gegen Ende der Versammlung noch anzubringen: wieso fürchte man sich vor einem katholischen Profil, wo sei in unserem Bistum denn der Raum, seinen Glauben zu vertiefen und in den Glaubenswahrheiten der Kirche unterrichtet zu werden, wenn nicht in der so genannten „katholischen“ Erwachsenenbildung? Da seien die Kollegen in Luxemburg konsequenter, dort nenne man sich seit einiger Zeit nur noch „
Erwuessebildung“ und habe das „katholisch“ gleich weggelassen. Wahrscheinlich um nicht anzuecken. Man wird zwar finanziell von der Kirche getragen, obwohl man gegen Papst und allzu Katholisches ist, aber gut, sei’s drum. Könne man nicht anstatt dieses „Kuschelkatholizismus“ doch katholischere und tiefer gehende Angebote ins Programm aufnehmen?

Man dankte mir für den interessanten Hinweis. Dann meldete sich der Herr, der anschließend die Kordel zusammenrollte, noch zu Wort: „Ich bin gerne Katholik. Aber ich bin nicht besser als ein Protestant oder ein Moslem. Wir müssen uns davor hüten, uns als etwas Besseres zu fühlen.“ Er warnte auch vor radikalen Gruppierungen wie Orthodoxen und Syriern (Hä? Was er damit wohl meint?). Ich weiß nicht, wieso meine Kritik am fehlenden katholischen Profil ihn auf solche Gedanken gebracht hat. Er bevorzugt im Themenangebot der katholischen Erwachsenenbildung auf jeden Fall scheinbar Veranstaltungen wie „Trommeln im Kreuzgang“ oder „Kochkurs für Männer“. Das sei ihm gelassen. Ich hielt auch brav meinen Mund. Aber ich dachte an die Aussage Robert Spaemanns, die ich anfangs zitiert habe: „Toleranz heißt Ablehnung jeder Überzeugung“, und ich füge hinzu: „auch der eigenen.“ Das habe ich bei dieser ernüchternden Versammlung gelernt.


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Danse macabre in Luxemburg

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Der Einwand des Bischofs war umsonst, der mutige Widerstand unseres Großherzogs hat nichts gebracht, die 16 Ärzte, die ihre Kollegen jetzt dazu aufrufen, eine Petition gegen das Sterbehilfe-Gesetz zu unterzeichnen, werden in ihren Bemühungen leider auch erfolglos bleiben.

Die verblendeten Befürworter des legalen Mordens sind stark, aggressiv, charismatisch und überzeugt davon, sich für das Richtige einzusetzen. Das überzeugt diejenigen, deren Seelenkompass nicht fest auf Christus ausgerichtet ist. Man schließt sich blindlings der Meinung der Todeskämpfer an, glaubt ihren heuchlerischen Argumenten und meint, selbst aus Überzeugung für dieses „Recht auf Selbstbestimmung“ zu sein. Was können da die paar übrig gebliebenen Katholiken noch ausrichten?

Manchmal schäme ich mich dafür ein Luxemburger zu sein… Es gab Zeiten, da bedeutete „Luxemburger“ noch „Marienkind“. Ich hoffe, dass die Trösterin der Betrübten unsere Weihe an sie nicht vergisst, bete dass ihr das Unmöglich gelingt: die Vorreiter der Todesbewegung zu bekehren, ihre Herzen für Jesus zu gewinnen.


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Happy Birthday, lieber Bischof…

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Heute Abend fand ich eine Email einer frustrierten Messgängerin in meiner Inbox vor, die ich hier (anonym natürlich) zitieren möchte. Die gute Frau ist nach Luxemburg zur Muttergottes-Oktave gepilgert, wie man das als Luxemburger jedes Jahr nach Ostern zu tun pflegt. Enttäuscht schreibt sie mir:

„Ich meine, ich gehe bald auch wieder in die traditionelle Messe (kleine Anmerkung: das klingt so, als würde ich dorthin gehen. Diesen Luxus habe ich leider nicht). Dort wird dem
Bischof in der Kathedrale nicht das Happy Birthday gesungen und er bekommt nicht von jedem Kind eine Blume überreicht, sondern bekommt dort die Muttergottes die Rosen und zum Schluss ein Marienlied“.

Liebe XXX, ich möchte Dir mein Mitleid bekunden, nur zu gut kenne ich derart frustrierende Messen mit unserem Erzbischof. Ich erinnere mich nur zu gut, wie vor einigen Jahren ein Dankgottesdienst nach dem Weltjugendtag in Köln abgehalten wurde, der vor kreativen Ideen nur so trotzte. Während der ersten Viertelstunde (nach der langen Predigt am Anfang - die Priester scheinen vergessen zu haben, dass man die Predigt nach dem Evangelium hält) spielten einige Jugendliche einen Sketch, das zum erbaulichen Inhalt ein dummes Gespräch über das Dosenfutter aus Köln hatte. Es sollte wohl irgendwie im Zusammenhang mit dem Kyrie stehen. Ja, Herr, erbarme Dich! Die Musik hätte im übrigen gut zu einer Party gepasst, nicht jedoch in die heilige Messe. Trotz klarer Anweisungen der Päpste, die nicht aus blinden Vorschriften, sondern aus vernünftig belegten Argumenten bestehen, finden manche Priester doch immer wieder Rechtfertigungen für das Niveaulose in der katholischen Liturgie.

Ein weiteres Problem, das ich neulich bereits in einer
luxemburgischen Talkshow ansprach, ist die Verdrängung der Kniebänke in luxemburgischen Kirchen. Ja, liebe Leser, was viele von euch sich vielleicht gar nicht vorstellen können, ist in Luxemburg bittere Realität: man kniet nicht mehr vor Gott, die Menschen sitzen auf ihrem A…llerwertesten und stehen (wenn überhaupt) zur Wandlung auf - ganz ehrfürchtig natürlich. Nach den Wandlungsworten zieht die Schwerkraft die Mehrzahl der luxemburger Hintern wieder auf ihre gepolsterten Stühle zurück. Sollte mal ein Verrückter wie ich dort zur Messe gehen und sich - o Gott - tatsächlich auf die Fliesen knien, stehen die stehenden Christen unter Schock. So schrieb mir neulich eine Bekannte, mit der ich in Luxemburg zur Messe war: „Am besten gefiel mir freilich, wie deine diversen Kniefälle eine Vielzahl von Leuten regelrecht schockiert haben.“

Ich frage mich immer, wie es dazu kommen konnte. Wie konnten Priester und Bischöfe es zulassen, dass das kniende Beten aus der Kirche verbannt wurde? Dort im heiligen Raum wird die heiligste aller Handlungen vollzogen, und wir kleinen Würmlein dürfen daran teilhaben, dürfen Kraft aus dem Opfer Christi schöpfen. „Da kommt es einem ganz von selbst, dass man vor Ihm nicht stolz dastehen darf. Man möchte die eigene Gestalt tiefer machen, damit sie sich nicht so anmaßend aufrecke - und sieh: schon ist die Hälfte ihrer Höhe geopfert: der Mensch kniet. Und ist es seinem Herzen noch nicht genug, so mag er sich noch beugen dazu.“ (Romano Guardini)

Der heilige Paulus schrieb bereits vor 2000 Jahren, dass „alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen“ sollen „vor dem Namen Jesu“. „Nur die Luxemburger nicht“ lese ich nirgends im Philipperbrief. Gott sei Dank lebe ich jenseits der Grenze in der schönen Eifel, wo die Kirchen wenigstens noch Kniebänke haben.

UPDATE: Mir wurde mittlerweile mitgeteilt, dass das ganze Geburtstagstheater dem Bischof auch keinen Spaß gemacht haben soll. Ich möchte Erzbischof Franck ja auch kein Unrecht tun. Vielleicht war es so, dass die ganze Aktion von irgendwelchen kreativen Köpfen ausgedacht und geplant wurde und der Bischof davon nichts wusste. Mit dem Theater in der WJT-Messe muss es wohl ähnlich gewesen sein. Vielleicht sollte er seine Mitarbeiter auf eindeutige Richtlinien aus dem Vatikan hinweisen, um derartiges Getue in der Messe von vornherein zu vermeiden.

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Warum der Papst Möhren empfiehlt

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Der „ordentliche Ritus“ sollte ordentlich gefeiert werden, der Tridentinische Ritus sollte den Katholiken verständlich erklärt werden (ursprünglich erschienen auf www.kath.net).

Am 7.7.2007 veröffentlichte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. ein Motu Proprio demgemäß der Missstand in der katholischen Kirche abgeschafft werden soll, dass Priester eine Sondergenehmigung ihres Bischofs benötigen, um die heilige Messe in ihrer vorkonziliaren Form feiern zu dürfen.

Eine offensichtliche Abneigung gegenüber der tridentinischen Messe ist bei vielen geistlichen Würdenträgern, Priestern und Theologen festzustellen. Daraus resultiert oftmals eine Diskriminierung der Gläubigen innerhalb des Volkes Gottes, die sich vom so genannten „Alten Ritus“ angezogen fühlen.

Umso enttäuschender ist nun
die Stellungnahme unseres Erzbischofs Fernand Franck, der die „Alte Messe“ als Schatz der katholischen Kirche und der christlichen Kulturgeschichte schlechthin nicht zu würdigen weiß, sondern in seinem zwei Drittel des Textes einnehmenden „Bekenntnis zur liturgischen Erneuerung“ fast ausschließlich die Vorzüge der erneuerten Liturgie gegenüber der tridentinischen Messe hervorhebt und dabei auch noch behauptet, dass „die von Papst Benedikt XVI. in seinem Brief vom 7. Juli 2007 an die Brüder im Bischofsamt erwähnten Entstellungen“ … „in Luxemburg gottlob selten sind“.

Folgende Begebenheiten sind keine Seltenheit, sondern stehen an der Tagesordnung in den Kirchen Luxemburgs: Man geizt am „Tisch des Gotteswortes“ und streicht mal Sonntags eine Lesung – entweder um Zeit zu sparen oder um sie durch ein Schauspiel zu ersetzen. Priester verändern hier und da die vorgegebenen Messtexte, mal wird der Friedensgruß weggelassen, mal am Hochgebet rumgebastelt, mal an möglichst vielen anderen Stellen versucht, kreativ zu sein. Kommunionhelfer werden eingesetzt, obwohl keine Notwendigkeit dazu besteht. Am Altar bedient man sich wie an einer Bar und taucht den Leib Christi eigenhändig in den Kelch mit dem Blute Christi ein. In vielen Kirchen Luxemburgs sind die Kniebänke entfernt worden, so dass sogar das Knien bei der Wandlung, was wenigstens hier noch die Ehrfurcht vor Gott in Seiner leiblichen Gegenwart zum Ausdruck bringen sollte, den meisten Gläubigen fremd geworden ist. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.“ Diese Worte des Papstes anlässlich seines Besuchs im Zisterzienserstift Heiligenkreuz am 9. September 2007 treffen nicht nur auf die Gottesdienste außerhalb, sondern leider vielmals auch innerhalb Luxemburgs zu. Hier sollte man nicht die Augen verschließen.

Es sollen nun jene Priester streng überwacht werden, welche die Messe nach dem tridentinischen Ritus feiern wollen, um auf Nummer sicher zu gehen „dass die außerordentliche Form der Messe“ nicht als „Ausdruck bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Positionen und Strömungen und somit als ‚Flagge‘ kirchenfremder Anliegen missbraucht wird“. Paradoxerweise wird zum Seelenheil der Gläubigen nicht sichergestellt, dass die Mitarbeiter der katholischen Kirche in Luxemburg treu zur Lehre der Kirche stehen. Es ist kein Geheimnis, dass Theologen in Luxemburg den Papst in seinem Engagement für den Erhalt traditioneller Werte ablehnen und hier eine neue Art der „integralen Spiritualität” zu kreieren versucht wird, die mehr mit Esoterik als mit gesundem katholischen Glauben zu tun hat.

Wer sich in Luxemburg nicht den modernistischen Strömungen des Zeitgeistes anpasst, wird von den so genannten Liberalen aufs Äußerste angegriffen und verleumdet. Dies ist die traurige Realität, die der Verfasser erlebt. Ich bekenne mich zum II. Vatikanum und zum ordentlich gefeierten „ordentlichen Ritus“. Der in der Theorie nie abgeschaffte und jetzt wieder frei zugänglich gemachte Tridentinische Ritus ist mir persönlich jedoch lieber und sollte in seiner Tiefe und seinem Reichtum den gläubigen Katholiken tatsächlich leichter zugänglich gemacht und auch schmackhafter und verständlicher nahe gebracht werden als dies Seine Exzellenz in der Stellungnahme vom 8. September 2007 getan hat.

Um es salopp auszudrücken: Wenn der Papst wieder mehr Möhren anbieten möchte, muss man jetzt nicht versuchen, um jeden Preis Kartoffeln zu verkaufen. Warum setzt sich der Papst für Möhren ein, welche Vitamine enthalten sie und wie wirken sich diese auf den (geistlichen) Organismus des Menschen aus? Das wären zu diesem Zeitpunkt meines Erachtens nach die entscheidenden Fragen.


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