Heiligenkreuz

Links im katholischen Internet

  • Interview mit Monika Rheinschmitt: Heute Abend (29. November) um 19.00 Uhr strahlt Radio Horeb in der Sendung „Treffpunkt“ mit dem Titel „Generation Benedikt und kathnews.de auf Sendung bei Radio Horeb“ ein Interview mit Frau Monika Rheinschmitt, der Vorsitzenden von Pro Missa Tridentina, aus. Ich hoffe, dass Radio Horeb die neue monatliche Sendereihe der Generation Benedikt und kathnews.de auch als Podcast anbieten wird! (via kathnews.de)
  • Videos aus Vietnam: Die beiden Missio-Mitarbeiter Martin Minkowitsch und Andreas Thonhauser waren vor einem guten Monat in Vietnam, um den Opfern des Taifun Ketsana Hilfe vor Ort zu leisten. Auf den Blog hatte ich damals hingewiesen. Auf missio.at kann man sich auch einige Videos anschauen, die auf ihrer Reise entstanden ist. Sehr bewegend!
  • Videos und Vorträge aus Heiligenkreuz: P. Karl Wallner hat auf der Heiligenkreuzer Homepage auf die vielfältigen Angebote von Heiligenkreuzer Mönchen im Internet hingewiesen.
  • Podcasts aus Stiepel: Das Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel stellt viele hervorragende Vorträge und Predigten auf ihrer Podcast-Seite zum Anhören und Downloaden zur Verfügung.
  • Kathwahrheit.de: Eine unerschöpfliche Fundgrube an Information zum katholischen Glauben. Ob Sakramente, Heilige, Zeugnisse, Abtreibung, so ziemlich alles wird hier im Licht der katholischen Wahrheit beleuchtet.
  • Evangelisation heute: Eine fantastische Initiative von Familie Winter aus Annweiler, zu Recht von kath.net zur Webseite des Monats im Juni 2009 gekürt! In einem meiner nächsten Beiträge werde ich das wunderbare Büchlein „Handkommunion oder Mundkommunion“, das soeben im fe-Verlag erschienen ist, vorstellen. Ich möchte auch auf den Gebetstag für die Ungeborenen am 9. Dezember hinweisen.


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Abt Karl Braunstorfer

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Dass das Stift Heiligenkreuz aufgrund des Nachwuchses fast aus allen Nähten platzt, ist schon ein erstaunliches Phänomen in einer Zeit, in der eine Klostergemeinschaft nach der anderen ausstirbt. Was macht Heiligenkreuz für junge Männer so attraktiv? Als regelmäßiger Gast des Stiftes erkläre ich mir diese Anziehung vor allem durch die Schönheit der Liturgie in Heiligenkreuz und die Beibehaltung der lateinischen Sprache nach dem Konzil. Wo andere Klöster alles Lateinische aus ihren Mauern verbannt haben, bestand Abt Karl Braunstorfer, der Abt von Heiligenkreuz in der Zeit von 1945 bis 1969, darauf, dass das Chorgebet weiterhin auf lateinisch gesungen (!) wird. Die Liturgie, die man heute in einem Heiligenkreuzer Konventamt erleben darf, ist ein Musterbeispiel für eine feierliche und würdige Umsetzung der Reformen des II. Vatikanischen Konzils. Während ein Großteil der Kirchenmänner sich über eine Art „sturmfreie Bude“ in der Kirche freute und zuweilen quasi gegen alles Vorkonziliare randalierte, blieb hier ein Mönch standhaft und ließ sich nicht vom Geist der Zeit beirren. Solch eine Haltung ruft in mir große Bewunderung hervor. Wegen seines heiligmäßigen Lebens und seiner Verdienste wurde vergangenes Jahr der Seligsprechungsprozeß eingeleitet. Aus diesem Anlass wurde eine eigene Internetpräsens mit vielen Informationen und Bildern eingerichtet.

P. Prof. DDr. Alkuin Schachenmayr OCist, der Postulator für das Seligsprechungsverfahren von Abt Karl, hielt vor einer Woche in Bochum-Stiepel einen wunderbaren Vortrag über diese leuchtende Gestalt des Zisterzienserordens. Kaum einer hat sich wohl so intensiv mit Abt Karl beschäftigt wie P. Alkuin, dessen Blog zur Cistercienserforschung ich an dieser Stelle auch wärmstens empfehlen möchte. Der Vortrag ist nicht nur höchst informativ, sondern spannend gehalten, mit manch lustigen, aber auch vielen bewegenden Exkursen. Den Vortrag kann man sich auf der Podcast-Seite des Klosters Stiepel anhören oder gleich unter diesem Link downloaden (mit Rechtsklick).

Wir sind herzlich dazu eingeladen, den Diener Gottes Abt Karl Braunstorfer als Fürsprecher im Himmel anrufen. P. Alkuin berichtet in seinem Vortrag auch von vielen Gebetserhörungen. Diese mögen bitte an ihn
weitergeleitet werden!

GEBET

Gott, allmächtiger Vater, das Geheimnis des Kreuzes ist unsere Kraft, denn durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, wurde der Baum des Paradieses zum Baum des Heiles, indem du durch den Tod deines Sohnes am Kreuz die ganze Welt erlöst hast.

Dein Diener Abt Karl Braunstorfer hat sein Leben unter dieses Geheimnis des Kreuzes gestellt. Er wollte in seinem Leben und seinem Dienst nichts anderes sein, als ein Freund, ein Diener und Bote des Kreuzes. Ich bitte Dich: Lass auch mich Freund, Diener und Bote des Kreuzes sein, bereit, mein ganzes Leben unter dieses Geheimnis zu stellen.

Du kennst die Kreuze, die mich belasten, du allein kennst alle meine Anliegen... in denen ich auf die Fürsprache von Abt Karl dich um Erhörung bitte.

Gewähre, Herr, dass dein Heiliges Kreuz mir in diesem Leben Trost und Zuversicht, Kraft und Stärke, Freude und Hoffnung gebe, damit ich dieses Kreuz in der Ewigkeit schauen darf als leuchtendes Zeichen des Sieges. Amen.


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Echo Klassik Musikpreis für Heiligenkreuz

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Herzlichen Glückwunsch an die Mönche des Stiftes Heiligenkreuz, deren Bestseller-CD Chant - Music for Paradise vor einigen Tagen mit dem ECHO Klassik Musikpreis in der Dresdner Semperoper ausgezeichnet wurde. Vom ORF gibt es einen kurzen TV-Bericht, in dem man neben P. Karl Wallner auch mal den großartigen Stiftskantor P. Simeon Wester zu sehen bekommt, der wesentlich zum Gelingen der Aufnahmen beigetragen hat. Mit dem ihm eigenen rheinischen Humor meint er: „Man muss die Dinge, die einem der liebe Gott schenkt, halt so nehmen wie sie sind…“ Auch eine Art, mit Erfolg umzugehen!


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Der Künstlermönch von Heiligenkreuz

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Vor einem Monat hat der „Künstlermönch“ P. Raphael Statt OCist seine feierliche Profess abgelegt. Zu diesem schönen Anlass möchte ich ein Interview veröffentlichen, das ich vor gut zwei Jahren mit P. Raphael geführt habe (es erschien damals auf kath.net).

Mich persönlich berührt es, wenn sich künstlerisches Talent und Glaube in einem Menschen so sehr ergänzen. Leider ist dies in unserer Zeit eher selten der Fall. P. Raphaels Geschichte bezeugt, wie ein Talent zu neuer Blüte gelangen kann, wenn man es ganz in Gottes Hände zurücklegt, bereit auf den Willen Gottes zu hören.

Bei einem Klostereintritt muss man sich von vielem trennen. P. Raphael hatte auch von seiner Kunst Abschied genommen und kam nicht - wie man vielleicht vermuten könnte - nach Heiligenkreuz mit der Bitte, weiter als Künstler aktiv sein zu dürfen. Er wollte Gott als Mönch dienen, nicht mehr und nicht weniger. Über Außenstehende wurde der Abt erst eine Weile nach seinem Eintritt auf die Arbeiten von P. Raphael hingewiesen. Ab diesem Zeitpunkt darf der „Künstlermönch“, wie er mittlerweile auch genannt wird, in „evangelischem Gehorsam“ neue und prächtigere Kunstwerke zur Ehre Gottes erschaffen. Das Stift Heiligenkreuz hat
eine Seite mit vielen Fotos der Skulpturen, Bilder und sonstigen Schöpfungen von P. Raphael eingerichtet.

Hier nun das Interview (man beachte, dass es nicht aktuell ist, und daher manche Projekte, über die er spricht, bereits abgeschlossen sind):



KATH.NET: Wurden Ihre Werke von Anfang an von religiösen Motiven inspiriert?

Fr. Raphael Statt: Nein, das hat sich erst in den letzten sieben Jahren vor meinem Klostereintritt im Jahre 2004 dorthin entwickelt. Ausgelöst durch die Eindrücke des furchtbaren Krieges in Jugoslawien hat sich diese religiöse Thematik an meiner Pietà erst herauskristallisiert. Dieses Werk war sozusagen mein Einstieg in die sakrale Kunst.

KATH.NET: Hat diese Arbeit Ihre Beziehung zur Muttergottes vertieft?

Fr. Raphael Statt: Ja, schon, doch ein wirklich tieferes Verhältnis zur Muttergottes habe ich später durch meinen Aufenthalt in Medjugorje bekommen. Man kann allerdings sagen, dass seit der Entstehung der Pietà meine Liebe zur Kirche als meine Heimat stärker gewachsen ist.

KATH.NET: Wie haben Sie zu Ihrer Berufung als Mönch gefunden?

Fr. Raphael Statt: Als Kind hatte ich schon eine starke Zuneigung zu den Ordensgemeinschaften unserer Kirche. Ich selber komme aus einer lebendigen Kirchengemeinde bei Berlin. Einen indirekten Berufungsimpuls löste jedoch meine zweite Pietà aus, die der Abt der Prämonstratenser aus Duisburg - Hamborn in seiner Abtei ausstellen wollte. Aus diesem Anlass war ich eine Woche Gast des Konvents, wo ich das tägliche Chorgebet mit den Chorherren mitgebetet habe. Während die Psalmen gebetet wurden, ist in mir eine starke Sehnsucht und die Liebe zu Gott und zum immerwährenden Chorgebet entfacht worden. Das hatte zur Folge, dass ich daraufhin in zwei - drei verschiedenen Klöstern „Kloster auf Zeit“ machte. Als ich dann das Stift Heiligenkreuz kennenlernte, wuchs in mir die Gewissheit, dass mich Gott in seine Nachfolge gerufen hatte.

KATH.NET: Wie ließ sich Ihre Kunst mit Ihrer Berufung als Mönch kombinieren?

Fr. Raphael Statt: Ich hatte bei meinem Eintritt ins Kloster Heiligenkreuz mit meiner künstlerischen Arbeit so gut wie abgeschlossen. Meine Berufung als Mönch habe ich über meine Berufung als Künstler gestellt, und ich bin hier, um dem Herrn als Zisterziensermönch in Gebet und Arbeit zu dienen. Aber bereits nach Vollendung meiner Noviziatszeit ergab sich die Notwendigkeit, mein künstlerisches Talent wieder einzusetzen, diesmal für das Kloster.

KATH.NET: Hat sich Ihre Kunst durch das Mönchsein verändert?

Fr. Raphael Statt: Nein, ich glaube noch nicht direkt, dazu bin ich erst zu kurz wieder in meiner künstlerischen Arbeit. Doch ich erfahre schon jetzt am Beispiel meiner derzeitigen Arbeit, dass sich mein künstlerisches Betätigungsfeld sehr erweitert. Auch bewege ich mich im benediktinischen Spannungsfeld zwischen täglichem Chorgebet und künstlerischer Arbeit. Das tägliche Chorgebet sehe ich als wichtige Grundlage für all mein Tun.

KATH.NET: Was ist der Hintergrund Ihrer momentanen Arbeit?

Fr. Raphael Statt: Der Prior unseres Priorats in Bochum-Stiepel hat mich vor ungefähr zwei Jahren gebeten, für die dortige Kirche Entwurfs- und Ideenskizzen zur Erweiterung des Altarraumes anzufertigen. Der Altarraum sollte erweitert werden, um eine verbesserte Aufstellungsmöglichkeit für das nunmehr zu klein gewordene Chorgestühl zu finden. Bei der Weiterentwicklung und Umsetzung meiner Gestaltungsidee durch den dortigen Architekten (Herrn Hedtfeld) war es eine Selbstverständlichkeit, dass ich auch mit der Aufgabe betraut wurde, für diese Kirche ein neues Chorgestühl zu entwerfen. Hinzu kam dann der Wunsch des Priors und seines Klosterkonvents, mir auch noch die Gestaltung der zwei vorgesehenen neuen Glasfenster für die neu entstandenen Chorstallenräume, die sich jetzt links und rechts des Altarraumes befinden, anzuvertrauen. Es war die Idee des Priors, P. Maximilian, die beiden Christusbildnisse, das Grabtuch von Turin und das Volto Santo, als Motiv für die neuen Fenster zu nehmen. Das neue Chorgestühl, sowie auch der von mir entworfene Doppel-Ambo, ein Priestersitz und die Sedilien werden im Moment angefertigt. Alle gestalteten Einrichtungsgegenstände müssen in harmonischer Weise miteinander korrespondieren und eine gestalterische Einheit in dem neu umgebauten Kirchenraum ergeben. Denn es ist wichtig, dass sie die liturgischen Handlungen durch ihre Ausstrahlungskraft sowie durch ihre gute Funktionalität fördern. Bei meiner Gestaltungsarbeit an dem neuen Chorgestühl konnte ich spüren, dass es von großem Vorteil ist, dass ich selber täglich im Chorgestühl den Lobpreis Gottes verrichte und dass ich sehr gut weiß, worauf es für den praktischen Gebrauch ankommt. Dadurch habe ich die Möglichkeit, meine praktische Erfahrung in die künstlerische Gestaltung mit einfließen zu lassen. Die gesamte Kirchengestaltung ist ja zur Verherrlichung Gottes gedacht. Und das ist etwas Wunderbares.

KATH.NET: Wann werden die Arbeiten abgeschlossen sein?

Fr. Raphael Statt: Am Pfingstsonntagabend, dem 27. Mai (2007), wird Abt Gregor Henckel Donnersmarck den neu gestalteten Altar- und Chorraum mit dem neuen Chorgestühl und den Christusfenstern im Rahmen einer festlichen Pontifikalvesper einweihen.

KATH.NET: War Ihnen das Volto Santo schon vor Ihrer Arbeit an den Glasfenstern für das Zisterzienserkloster in Stiepel ein Begriff?

Fr. Raphael Statt: Ja, ich habe im Noviziat das Buch von Paul Badde über das Muschelseidentuch mit großem Interesse gelesen. Ich war danach auch zu Exerzitien in Manoppello. So habe ich meinen guten Eindruck durch das heilige Antlitz in Manoppello noch vertiefen können und auch wertvolle Glaubensimpulse auf meinem Weg geschenkt bekommen.

KATH.NET: Glauben Sie an die Echtheit des Bildes von Manoppello?

Fr. Raphael Statt: Ja, ich glaube an die Echtheit und Authentizität dieses Christusbildes. Es war für mich ein starkes Erlebnis, bei den Vorträgen von Schwester Blandina, einer Ordensfrau, die sich schon seit einigen Jahren in ihren Forschungen mit diesem Bildnis befasst, zu sehen, wie die beiden Christusbildnisse von Turin und Manoppello übereinander gelegt eine perfekte Übereinstimmung der jeweiligen Konturen und Verwundungen ergeben. So etwas kann man nicht fälschen. Gewisse Dinge kann man nicht durch Worte klären, man erfährt sie einfach im Gebet.

KATH.NET: Wie definieren Sie Ihre Aufgabe als Künstler?

Fr. Raphael Statt: Durch das Gestalten der Glasfenster mache ich mich gewissermaßen auf zu Christus, unserem Herrn, der sich in authentischer Weise auch im Grabtuch von Turin und im Volto Santo offenbart. Gemäß dem Wort aus dem Psalm 95 „Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, vor ihm jauchzen mit Liedern!“ bin ich mit meiner Gestaltung der Christusfenster auch ein Stück weit unterwegs zu Gott. Ich verstehe mich als Mönch, der sein Leben lang Gott sucht, und ich bin dankbar für diesen Auftrag, in den ich all meine Liebe und mein Talent hineinlege, wobei ich bemüht bin, diese Arbeit verstärkt auf das Fundament des Gebetes zu stellen. Hier ist mir der berühmte Fra Angelico, ein Dominikanermönch und Künstler aus dem 14./15. Jahrhundert, ein großes Vorbild. Er hat sein künstlerisches Charisma mit einer überzeugenden Christusnachfolge verbunden. Und so sind für mich auch christliche Kunstwerke ein Gebet. Ich sehe mich als Künstler, der durch seine Arbeit auch ein Verkündigungsapostolat wahrnimmt.

KATH.NET: Vielen Dank für das Gespräch.


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Anselm Grün über den Choral von Heiligenkreuz

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Die Kategorie, der dieser kurze Beitrag zugeordnet ist, sollte vielmehr „Aufschlussreiches“ statt „Lehrreiches“ heißen, entlarvt der folgende Auszug eines Radio-Interviews mit dem Bestsellautor und über-alles-Bescheid-Wisser Pater Anselm Grün doch einiges. Die wortwörtliche Mitschrift basiert auf der Sendung Klassik à la carte (einem meiner Lieblingspodcasts) vom 12.06.2009.



Journalistin: Hier im Kloster wird - Sie haben es gerade erwähnt - der gregorianische Gesang sehr gepflegt. Sie haben auch ein Buch über die spirituelle Kraft der Musik geschrieben. Es heißt: „Höre, so wird deine Seele leben“. [Klar, worüber hat der Mann noch nicht geschrieben?] Was passiert mit Ihnen, wenn Sie Musik hören?

P. Anselm Grün: [nuschelt:] Die Musik dringt einfach in tiefere Schichten ein. Wenn ich eine Bach-Kantate höre, muss ich nicht die Worte glauben, sondern die Worte fallen in die Seele hinein und ich spüre, was die Worte ausdrücken. Für mich ist Musik immer ein Fenster auch zum Himmel und ein Weg, offen zu werden für Transzendenz und in Berührung zu kommen mit meiner tiefsten Sehnsucht, mit meinem Herzen - oft kleben wir ja auch oberflächlich und äußerlich… - und die Musik ist für mich ein wichtiger Weg, mich zu spüren und in den Grund der Seele zu kommen und da die Sehnsucht zu spüren [spüren, spüren, spüren], dass die eigentliche Sehnsucht zu Gott geht.

Journalistin: Die Zisterzienser-Mönche vom Stift Heiligenkreuz sind ja mit ihrer CD mit gregorianischen Gesängen in den Charts gelandet, „Music for Paradise“ heißt die CD, glaube ich. Kennen Sie diese CD?

P. Anselm Grün: Ich habe sie nicht angehört. Es ist immer gefährlich, wenn man Choral dann zu sehr verzweckt, also Choral ist ein geistlicher Gesang und ich denke nicht, dass er für die Massen so geeignet ist, da wird dann irgendwas verfälscht. [Wie bitte?! Pater Grün, Sie verzwecken alles Mögliche, sei es katholisch oder nicht katholisch, um ihren Senf dazuzugeben und das dann in bares Geld umzuwandeln - zugegegeben, das können Sie gut - und jetzt bezichtigen Sie die Heiligenkreuzer Mönche der Verzweckung und Verfälschung, ausgerechnet Sie, die Sie den katholischen Glauben so oft bis zur Unkenntlichkeit entstellen und der breiten Masse ständig ein synkretistisches Mischmasch auftischen?!]



Eine kurze Klarstellung für P. Grün: Ich bin den Mönchen des Stiftes
Heiligenkreuz, und besonders dem Stiftskantor, der zum großen Teil für die Qualität des Gesanges verantwortlich ist, persönlich sehr verbunden und kann Ihnen, lieber P. Grün, versichern, dass hier der Choral so gesungen wird, wie die Mönche ihn auch ohne Mikrofone singen: das Herz auf Gott ausgerichtet, im Sinn die größere Ehre Gottes. Das Resultat wird aufgrund ihres Glaubens und ihres Talents eben besonders schön und ergreifend. Hinter dem Gebet (denn es ist gesungenes Gebet in reinster Form) verschwinden die Mönche - allen voran ihr Chorleiter - fast vollständig, während a) ihnen der Erfolg überhaupt nicht so wichtig ist, wie Sie vielleicht meinen, und b) sie diesen ganzen Medienrummel nicht lieben. Umso besser, dass ein Mönch - stellvertretend für alle - bereit ist, die Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. P. Karl Wallner wird man oft gesehen, gehört, gelesen haben, Mitwirkende des „Hit-Albums“ wohl kaum.

Stört P. Anselm Grün vielleicht der Erfolg des Stiftes Heiligenkreuz, riecht er eine unliebsame Konkurrenz? Hat er geahnt, dass nach den Musik-Charts auch die Bestseller-Listen von Heiligenkreuzer Mönchen betreten werden? Es wäre höchst wünschenswert, dass P. Karl Wallner mit seinen Büchern auch ein breites Publikum erreicht. So hätten wir endlich ein katholisches Pendant zu Ihnen, lieber P. Anselm Grün. Aber keine Angst, die Welt liebt Ratgeber, und ich bin sicher, Sie haben noch nicht über jeden Furz einen solchen geschrieben.



P.S.: Surftipp - der YouTube-Kanal eines jungen Mönchs aus Heiligenkreuz mit vielen Videos über das Stift.


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Gedanken über die tridentinische Messe II

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Mir scheint, dass die Blogoezese mehr und mehr über die tridentinische Messe berichtet. Seit ich dabei bin (also seit April 2009), habe ich bereits auf mehreren Blogs mitlesen dürfen, wie ihre Autoren dabei sind, die überlieferte Liturgie für sich zu entdecken. Ich erinnere mich, dass Elsa mit Begeisterung auf die Strahlkraft der tridentinischen Messe in Campocavallo di Osimo reagiert hat. Der Autor von Commentarium Catholicum scheint von seiner ersten Messe im usus antiquior ebenso positiv berührt gewesen zu sein und hält die Gregorianik gar für den Schlüssel zur Erneuerung der Liturgie. Benita schrieb vor einigen Tagen sehr schön und ausgeglichen über den Alten wie den Neuen Ritus in ihrem Artikel „Tridentinische Messe“. Und dass J.R.R. Tolkien seine Schwierigkeiten mit der Liturgiereform hatte, wundert mich nicht, genausowenig wie die Tatsache, dass der hl. Josemaría Escrivá nach der Liturgiereform den überlieferten Ritus bevorzugte (s. „Escrivá und die hl. Messe“ Teil 1 und Teil 2). Ja, über solche Dinge wird in der katholischen Blogosphäre berichtet. Es bewegt sich etwas in unserer Kirche, und das Motu Proprio Papst Benedikts hat in den vergangenen zwei Jahren unverkennbar zahlreiche spirituelle Früchte hervorgebracht.

Obwohl ich seit meiner Entdeckung der
Schönheit der tridentinischen Liturgie ebendiese der weit verbreiteten „unordentlichen“ Form der Neuen Messe vorziehe (N.B.: anerkannte Formen des römischen Ritus sind die „ordentliche“ und die „außerordentliche“ Form), liebe ich auch den Novus Ordo Missæ – wenn er z.B. so schlicht und erhaben gefeiert wird wie in Heiligenkreuz, wo ich ab morgen wieder zu Gast sein darf. Wird der Ablauf der Messe jedoch – auch nur in Kleinigkeiten – durch den Priester nach seinen persönlichen Vorlieben ummodelliert, was meist unnatürliche Brüche in der Messe erzeugt und die persönliche Andacht behindert, flammt die Sehnsucht nach der tridentinischen Messe in meinem Herzen umso stärker wieder auf. Auch die unnatürliche Gebetsrichtung zum Volk hin, die den Priester beim Beten verlegen in die Menge oder noch verlegener auf den Boden schauen lässt und die meist hässlichen Volksaltäre, die nach bester nachkonziliarer Manier auch noch unästhetisch – weil schmerzhaft unsymmetrisch – mit Kerzen oder Blumenstöcken „geschmückt“ sein müssen, tragen nicht dazu bei, dass ich eine Lanze für den NOM brechen würde. Vor allem aber sind es „die Intoleranz der Liberalen und die Unkenntnis der Unwissenden“, wie ich in meinem Bericht über die tridentinische Messe in Polen schrieb (s.o.), die meinen Gerechtigkeitssinn verletzen und mich anstacheln, mich umso inniger für die Alte Messe einzusetzen. Würden große Teile der Hebelzieher die Tradition nicht so ächten und wäre die Alte Messe innerhalb der Kirche wirklich anerkannt, dann hätte ich diesen Text wohl in einer anderen Tonart verfasst.

So hoffe ich auf jeden Fall fest, dass eine „Reform der Reform“ die Fehlentwicklungen der postkonziliaren Jahre im Laufe der Zeit ausmerzen und dazu beitragen wird, dass der Glaube in rechter Weise und unverkürzt verkündet wird – vor allem durch eine wirklich angemessene Würdigkeit des Ritus. Ich bin überzeugt, dass wir als Katholiken unseren Glauben mit all seinen Auswirkungen auf unser Leben dadurch ernster nehmen und ein glaubwürdigeres Zeugnis ablegen können, als dies zurzeit der Fall ist.

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Dieses Bild stammt aus einer Werbekampagne von Una Voce, gefunden habe ich es auf Elsas Nacht(b)revier.

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R.I.P. Pater Ansgar

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Gestern, am ersten Geburtstag unseres lieben Raphael, verstarb leider plötzlich und unerwartet P. Ansgar Schepers OCist aus dem Zisterzienserkloster Bochum-Stiepel. Wir waren ihm freundschaftlich verbunden und bei jedem unserer Besuche in Stiepel über seine Freundlichkeit und seine Kinderliebe gerührt.



Hier ist P. Ansgar mit unserem 8-monatigen Antonio zu sehen (Februar 2008). Er kam gerade aus der Küche, wo er ein leckeres Mittagessen für Konvent und Gäste zubereitet hatte:

Stiepel Februar 2008 - 29

Auf diesem Bild sieht man P. Ansgar einen Tag vor Aschermittwoch diesen Jahres, auf dem Arm den 6-monatigen Raphael:

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Auf dem
Totenzettel des Stiftes Heiligenkreuz und des Klosters Stiepel kann man mehr über diesen lieben Menschen erfahren, der von vielen schmerzlich vermisst werden wird.

Requiem und Begräbnis finden am kommenden Samstag, den 29. August um 10.30 Uhr in Stiepel statt.
P. Prior Maximilian Heim wird dem Trauergottesdienst vorstehen. Nähere Informationen findet man auf der Seite des Klosters.

Requiem aeternam dona ei, Domine.
Et lux perpetua luceat ei.
Requiescat in pace.
Amen.


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Gute Priester, gute Beichten

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Dafür dass die Familienfreizeit mit der Petrusbruderschaft mich so sehr beeindruckt hat, habe ich doch recht wenig darüber gebloggt. Rückblickend möchte ich nämlich noch sagen, wie gut die Klarheit mir getan hat, mit der die Priester der Petrusbruderschaft die katholische Lehre in ihren Vorträgen, Predigten und vor allem auch in der Beichte während der Woche in Blankenheim verkündet haben. Durch meine Verbindung zu den „Amici di Dio“, zu den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz und zu Priestern wie Don Reto Nay, Kaplan Johannes Schwarz und Pfarrer Konrad Sterninger ist mein Kompass zwar eindeutig römisch-katholisch ausgerichtet - was bei Durchschnittskirchgängern und von der Kirche Fernstehenden leider immer wieder den Eindruck erweckt, ich sei „extrem“; Unsinn, ich bin nur katholisch! - doch macht der Alltag in der Welt und in der eigenen Pfarrei es einem nicht immer leicht, sich selbst noch als „katholisch normal“ zu verstehen.

Es war also wirklich erbaulich, mal wieder einen kleinen Haufen Priester zu erleben, die nicht ständig versuchen, einen Spagat zwischen Lüge und Wahrheit zu machen (wie es der gemeine Dorfpfarrer oder
Dechant es tragischerweise so oft tun). Priester, die nicht in Shorts, Birkenstock-Schlappen oder Strickwesten herumlaufen, sondern in einer modisch eleganten und vor allem zeitlosen Soutane, welche die Würde ihrer Berufung deutlich unterstreicht. Gleichzeitig habe ich dieses Priesterformat stets als sehr aufgeschlossen, freundlich, humorvoll, kinderliebend und charismatisch erlebt. (Das erwähne ich nur, weil auf „Soutanenpriestern“ der Ruf des strengen und bornierten Ewiggestrigen lastet. Dem ist natürlich nicht so. Ich denke, dass eher viele Priester mit einem verkehrten Verständnis des II. Vatikanums diese Eigenschaften vertreten. Klammer zu.)

Seit ich wieder zur Beichte gehe - seit 2003 - bemühe ich mich darum, solche Priester aufzusuchen, die 1. ehrlich und schonungslos - also Klartext - mit mir reden und 2. mir nicht bei jeder gebeichteten Sünde Anekdoten aus ihrem eigenen Leben erzählen. Eine meiner gnadenreichsten Beichten hatte ich Anfang diesen Monats in Blankenheim bei P. Bernhard Gerstle FSSP, der im „Ruhrgebiets-Rundbrief“ der Bruderschaft u.a. folgendes geschrieben hat:

„(…) jeder wird zugeben, dass von Ausnahmen abgesehen, in den durchschnittlichen Pfarreien das Bußsakrament fast zum Erliegen gekommen ist. Die Gründe dafür sind sicher vielschichtig. Da ist zum einen der eklatante Glaubensschwund. Viele bedenken nicht mehr die Folgen der Sünde und die Sühne, die dafür entweder in diesem Leben oder in der Ewigkeit geleistet werden muss. Damit verbunden ist der Mangel an Sündenbewusstsein. Die Kriterien für das, was als schwere Sünde zu bewerten ist, hat sich jedoch nicht geändert, wie dies auch nochmals der neue Weltkatechismus bestätigt. Daran ändern auch abweichende Auffassungen einzelner Geistlicher nichts. Auch hat die Einführung der allgemeinen Bußandacht, die als Hinführung zur Beichte gedacht war, bei vielen Gläubigen den fälschlichen Eindruck erweckt, sie könne die persönliche Beichte ersetzen. Doch nach wie vor gilt, dass schwere Sünden (= Todsünden) in einer persönlichen Beichte bekannt werden müssen.
Ein Kommunionempfang im Zustand schwerer Sünde ist nicht nur unfruchtbar, sondern darüber hinaus ein Sakrileg (schwerer Missbrauch eines Sakraments).(Hervorhebung von mir.)

P. Gerstle verweist auf das Schreiben Papst Benedikts an alle Bischöfe und Priester zum Auftakt des Priesterjahres, der „den heroischen Seeleneifer des hl. Johannes Maria Vianney“ herausstellt. Der heilige Pfarrer von Ars hörte „im Sommer nicht selten bis zu 16 Stunden täglich Beichte. (…) Indem der Heilige Vater in seinem Schreiben so ausführlich auf die Seelsorge des hl. Pfarrer von Ars in der Ausübung des Bußsakraments eingeht, wird deutlich, welche Bedeutung Papst Benedikt diesem heiligen Sakrament beimisst und wie sehr er eine treue Verwaltung dieses hl. Sakraments von den Priestern erwartet.“

P. Gerstle schließt mit dem Wunsch, dass „das vom Papst ausgerufene Priesterjahr reiche Früchte tragen und viele Priester zu neuem Eifer für Gott und die ihnen anvertrauten Menschen anspornen“ möge. „Beten wir um gute und heiligmäßige Priester!“

Zum Schluss möchte ich das schöne Gebet zitieren, das in Ars während des Priesterjahres täglich in der Basilika gebetet wird:

Père Très Saint,
en cette année sacerdotale
que tu donnes à ton Église,
nous te prions pour tous
les prêtres du monde;
Viens les bénir
et rendre fructueux leur ministère.

Donne à tes pasteurs,
par l‘intersession du Saint Curé d‘Ars,
un cœur semblable à celui de ton Fils.

Suscite par ton Esprit-Saint
de nombreuses vocations sacerdotales.

Amen.

***

Heiligster Vater,
in diesem Priesterjahr,
das du deiner Kirche schenkst,
bitten wir dich für alle Priester der ganzen Welt;
segne sie und mache ihren Dienst fruchtbar.

Auf die Fürsprache des hl. Pfarrers von Ars
gib deinen Hirten ein Herz,
das dem deines Sohnes ähnlich ist.

Erwecke durch deinen Heiligen Geist
zahlreiche Priesterberufungen.

Amen.


[Übersetzung der Pfarrer-von-Ars-Gebetsgemeinschaft]


Nachtrag: Noch etwas zur Petrusbruderschaft: P. Engelbert Recktenwald FSSP weist auf seiner Seite kath-info.de auf eine neue Webseite der Konfraternität St. Petrus hin. Es handelt sich um eine Vereinigung von katholischen Laien und Priestern, die durch Gebet und Opfer die Priesterbruderschaft St. Petrus unterstützen möchten.


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Urlaub!

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Morgen ist es soweit: für ganze 4 Wochen bin ich mit meiner kleinen Familie unterwegs. Auf „Gott sei Dank“ wird sich in dieser Zeit wohl nicht so viel tun. Vielleicht schicke ich mal einen Gruß aus Ars oder aus Heiligenkreuz oder von sonst einem der schönen Orte, wo wir mit Gottes Gnade Kraft tanken werden. Ich hoffe nur, dass die Reise mit zwei Kleinkindern nicht in Stress ausarten wird.

Zur Verdeutlichung stelle ich euch eine kurze Aufnahme von Antonio vor (gerade 2 geworden), wie er –
Gustavo Dudamel beobachtend – den 2. Satz aus Schostakowitschs 10. Symphonie dirigiert. Mein Sohn hat Temperament. Allein das Zuschauen kann anstrengend sein.



Gott sei Dank ist Antonios kleiner Bruder Raphael sehr, wirklich sehr viel ruhiger. Die Situation ist für die Eltern also noch zu meistern. Der kleine Schatz krabbelt übrigens unten neben dem Dirigenten und taucht im Video auch mal kurz auf, fällt aber im Gegensatz zu Antonio kaum auf. Auch ein wilder Schostakowitsch hindert ihn nicht daran, seelenruhig mit seinen Bauklötzen weiter zu spielen.

Ähnlicher Beitrag: Kinder und klassische Musik


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Love Story - Teil 2

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Dies ist die Fortsetzung von Love Story – Teil 1.

Nach der Trennung von meiner Freundin hatte ich eine wichtige Begegnung mit Gabriele Kuby, die sich unermüdlich für eine „sexuelle Revolution“ der Liebe und Reinheit einsetzt. Dank ihr und der Vorträge von Christopher West, die sie mir auf CD schenkte, wurde mir klar, dass die Kirche in ihrer Morallehre und besonders Papst Johannes Paul II. in seiner „Theologie des Leibes“ keine Spielverderber sein möchten oder durch Verbote Macht ausüben wollen. Auch wenn verkrustete Priester zu Zeiten meiner Eltern und Großeltern diesbezüglich viel Unheil durch liebloses Beichthören und schulmeisterliches Fingerheben angerichtet haben, so darf diese missgeleitete Zunft nicht ewig als Entschuldigung missbraucht werden, sich nicht ernsthaft der Morallehre der Kirche zu stellen. Tatsächlich strahlt die Lehre der Kirche eine Liebe für die Jugend und für die Familien aus, wie man sie sonst nirgends findet.

Ich hatte am eigenen Leib erfahren, dass die sexuelle Freiheit, wie der Geist der Zeit sie vermitteln möchte, der menschlichen Würde nie gerecht werden kann. Was vordergründig Vergnügen bereitet und Nähe vortäuscht, führt bald zu Isolation und Entfremdung. Die Sexualität gehört ausschließlich in die Ehe, weshalb oft vom „ehelichen Akt“ gesprochen wird. Nur hier ist der Rahmen gegeben, der dem unschätzbaren Geschenk der menschlichen Sexualität den ihr angemessenen Ausdruck verleihen kann. Nur hier wird der Akt in seiner Ganzheit der Liebe Gottes gerecht, die im Sakrament der Ehe zwei Menschen unauflöslich miteinander verbindet, sie einander schenkt und anvertraut.

Dieses Konzept (über das wohl manch einer meiner werten Leser empört die Nase rümpfen wird) wurde mir mehr und mehr in seiner Schönheit und den daraus resultierenden Konsequenzen bewusst: glückliche, intakte Familien könnten aus jener Lebenshaltung hervorgehen, mit Kindern, die sich geliebt wissen und mit aufrechtem Rückgrat am Aufbau einer gerechteren Welt mitwirken, kurzum: Menschen, die lernen, ihren Egoismus hinter sich zu lassen zum Wohl der Familien und der Gesellschaft. Gut, hier träume ich ein wenig – all das sind idealisierte Vorstellungen, schwer umzusetzen, wenig erstrebenswert für die meisten, vielleicht zum Scheitern verurteilt in einer Welt wie der unsrigen…

Dennoch: ich gelobte, fortan sexuell abstinent zu leben, bis Gott mir die richtige Frau schenken und wir heiraten würden – sollte der Herr so gütig sein, mir dieses Glück nach meinen zahlreichen Fehltritten zu gewähren. Ich öffnete mich gleichzeitig vorbehaltlos der Möglichkeit, Priester oder Ordensmann zu werden.

Bei meiner ersten Wallfahrt nach
Medjugorje lernte ich Martina kennen. Es war keine Liebe auf den ersten Blick. Sie hinterließ jedoch wie viele andere Mitreisende unserer Pilgergruppe einen tiefen Eindruck in mir, waren es doch die ersten Begegnungen mit jungen Menschen, die ernst machten mit dem katholischen Glauben, die Gott wirklich an die erste Stelle ihres Lebens setzten. Nicht pseudoreligiöse Jugendliche und liberale Priester, wie ich sie an katholischen Hochschulgemeinden, den so genannten KHG‘s, kennengelernt hatte, wo der Glaube nach Lust und Laune zurechtgebogen und -gezimmert wird. Hier hörte ich kein „Jesus ja, aber…“, sondern sah Menschen, die mit leuchtenden, reinen Augen durch ihr bedingungsloses „Ja“ zu Jesus und seiner Kirche eine Lebensfreude ausstrahlten, wie ich sie vorher bei niemandem gesehen hatte.

Martina war ein besonders fröhliches Mitglied der „
Amici di Dio“, und sie imponierte mir wie die anderen dadurch, dass sie ein Skapulier trug, mit Selbstverständlichkeit den Rosenkranz betete und die Mundkommunion empfing, den Papst liebte… Alles Dinge, von denen ich mir bis dahin nicht vorstellen konnte, dass es sie gab. Da Martina vorhatte, ins Kloster einzutreten und Gott ihr Leben als kontemplative Schwester darzubringen, kam ich gar nicht auf die Idee, mir irgendwelche Zukunftsträume auszumalen. Ich betete vielmehr, dass Gott mir meine Berufung zeigen und mir helfen sollte, einen vollständigen Neuanfang zu machen, egal in welche Richtung der Weg mich führen würde.

Erst als ich wieder zuhause war, drängten sich vermehrt die Erinnerungen an Martina in mir auf, bis ich schlagartig beim Betrachten eines Fotos von ihr
wusste, dass wir heiraten würden. Ich kannte sie kaum, deshalb schien mir der Gedanke genau so verrückt wie den Freunden, denen ich nach und nach davon erzählte. Gerade in einer Zeit, in der ich über den Kummer der letzten Beziehung hinweggekommen war und allein wieder wunderbar zurechtkam, schlug die Liebe zu und versetzte mein Leben in Unruhe. Was tun? Ich bat Gott um Zeichen, die Er mir auch regelmäßig schickte, damit ich die innere Gewissheit nicht verlor und nicht aufgab. Es bedurfte nämlich der allergrößten Hartnäckigkeit, um Martinas Vertrauen zu gewinnen und ihr zu beweisen, dass ich es ernst meinte. Gleichzeitig durfte ich nicht zu aufdringlich sein, gab sie mir doch immer wieder zu verstehen, dass sie sich nicht vom Weg ins Kloster abbringen lassen würde und dass sie nicht an mir interessiert sei.

9 Monate lang habe ich um sie geworben und gerungen, es gab Höhen und Tiefen, ich habe manches richtig und auch vieles falsch gemacht. Am Ende wollte sie mir doch eine Chance geben und den Schritt in die Beziehung mit mir wagen. Ich konnte es kaum fassen. Nach meiner extrem turbulenten Vergangenheit hatte ich nun eine Freundin, die nie mit einem Mann zusammen gewesen war! Vor dieser Unschuld, die gleichzeitig eine enorme Kraft ausstrahlte, hatte ich einen Riesenrespekt, und in gewisser Weise hatte auch der liebe Gott mir meine Unschuld zurückgegeben.

Ich entdeckte die Liebe neu und erfuhr zum ersten Mal, welch tiefe Bande der Freundschaft zwischen Mann und Frau entstehen können, wenn sie nicht durch verfrühte sexuelle Kontakte beeinflusst werden. Keiner wird behaupten, dass es leicht ist, auf die körperliche Nähe vor der Ehe zu verzichten. Auch für uns war es manchmal sehr schwierig. Aber wo ein Wille ist, ist ein Weg, sagt man, und wo gebetet wird, hilft Gott. Es ist möglich, und der Verzicht wird unendlich reich belohnt! Das „Warten“ beschützt, heiligt und kräftigt die Liebe zwischen den Brautleuten, wodurch ein starkes, unerschütterliches Fundament für ein ganzes (!) Leben miteinander gebildet wird.

Nach einem halben Jahr, das nicht immer unkompliziert war, da Martina immer noch zwischen Kloster und Ehe schwankte, verlobten wir uns Anfang Februar 2006 – nachdem wir die
30-tägige Schutzmantel-Andacht zum heiligen Josef gebetet hatten (sehr zu empfehlen!). Die Brautzeit sollte uns helfen, unsere Berufung zur Ehe zu prüfen und einander noch tiefer kennenzulernen. Martina wurde kurz später im Gebet vor dem Allerheiligsten die tiefe Gewissheit geschenkt, dass wir zusammengehören, und unsere Vorfreude auf die Hochzeit und das Gründen einer neuen Familie wuchs täglich. Gott schenkte uns Klarheit. Die Monate vor der Hochzeit waren glücklich und erfüllt und wir wuchsen aufgrund manch äußerer Hindernisse noch enger zusammen. Ich lebte in diesem Jahr auch während zwei Monaten im Stift Heiligenkreuz bei Wien, wo wir am Rosenkranzfest des gleichen Jahres das Sakrament der Ehe empfangen durften.

Hochzeit Martina & David - 116

Hier geht’s zum
dritten Teil der Love Story.

Buchtipps zum Thema: Ausbruch zur Liebe und Only You


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Neue Geistliche Lieder…

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In meinem Artikel „Musik der Anbetung“ schnitt ich kürzlich das so genannte „Neue Geistliche Lied“ an und schrieb:

Abraten möchte ich jedoch vom Neuen Geistlichen Lied (in der heiligen Messe), das viel an Ehrfurcht in unserer Kirche zerstört hat. Gero Vehlow schreibt in seinem lesenswerten Buch ‚Maria in der Musik‘: ‚In der Kirchenmusik hat es im Zeitraum von weniger als vier Jahrzehnten ein so starkes Absinken des Niveaus gegeben wie in keiner anderen musikalischen Gattung.‘

Hier besteht ein viel zu wenig beleuchteter Zusammenhang zwischen u.a. dem Schwund der Mundkommunion, der Hochaltäre und Kniebänke und letztlich dem Glauben der Menschen im allgemeinen und der Einführung mehr und mehr „kreativer Elemente“ und „Zusammengebasteltem“ in der heiligen Liturgie der Kirche, die den Kirchgängern das Gefühl wahrer Anbetung immer fremder hat werden lassen. Poplieder und Neues Geistliches Lied sind ein Ausdruck dieser Strömung. Natürlich haben auch Einflüsse von außen, wie die wandelnden Wertvorstellungen der Gesellschaft und die falsche Definition von Freiheit zu dieser Entwicklung beigetragen. All dies kann ich hier nur kurz andeuten, da es sonst den Rahmen sprengen würde.


Ich verstehe, dass diese spärlich begründeten Aussagen von manchem Leser mit Skepsis und Unverständnis gelesen werden können und möchte daher versuchen, behutsam und verständlich zu erklären, was damit gemeint ist.

Zunächst gilt zu definieren, welche Lieder ich unter dem Begriff „Neues Geistliches Lied“ verstehe. Eine Sammlung mit typischen Neuen Geistlichen Liedern ist das Liederheft „Unterwegs“, das in unserem Bistum (Trier) verbreitet ist und u.a. vom Deutschen Liturgischen Institut und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben wurde. Ich schlage das Büchlein aufs Geratewohl auf und vor mir liegt das Lied „Freunde, dass der Mandelzweig“. Hier der Text der ersten Strophe:

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
Ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

So geht es während 4 Strophen weiter, ohne dass Gott ein einziges Mal erwähnt wird.

Nächstes Beispiel, „Wir kommen und gehen“ von Zenetti/Biersack:

Wir kommen und gehen, Wolken im Wind,
Wer kann es verstehen, wozu wir sind?
Wir kommen und gehen, Spuren im Sand,
Die Spuren verwehen, keinem bekannt.

Drittes und letztes Beispiel, „Wo Menschen sich vergessen“ von Laubach/Lehmann:

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen,
und neu beginnen, ganz neu,
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Friede werde unter uns.

Diese Art von Liedern habe ich also damit gemeint, Lieder, die zum großen Teil musikalisch banal sind, textlich an der Oberfläche bleiben und nicht zu Gott hinführen. Solche Lieder sind für die Liturgie unpassend.

Wahrhaft liturgische Lieder sind Gebete, die direkt an Gott oder an die Heiligen gerichtet sind. Keine philosophischen Essays oder hochtrabende Gedankenausschweifungen mit sozialkritischem Touch, die vielleicht das Lebensgefühl einer Generation beschreiben, denen jedoch das Zeitlose - entsprechend dem Zeitlosen der Liturgie - vollständig abgeht. Mit der Zeit wurde durch jene modernen (oder sollte man mittlerweile nicht sagen
altmodischen?) Lieder im Zusammenhang mit den falsch verstandenen Liturgiereformen der 60er und 70er Jahren das Verständnis der heiligen Messe nach und nach ausgehöhlt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie wenig Raum viele Lieder dieser Epoche dem lieben Gott gewähren und stattdessen den Menschen mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens zu rücken bestrebt sind.

Eine prägnante und gute Beschreibung der Kritik an den seit den 60er Jahren auftauchenden Neuen Geistlichen Liedern liest man auf
Wikipedia:

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche wächst zunehmend die Kritik am Neuen Geistlichen Lied. Gegner dieser Gattung werfen dem sogenannten „NGL“ eine Profanierung des Mysteriums des katholischen Glaubens vor. Lieder wie „Ins Wasser fällt ein Stein“, „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ oder ähnliche Stücke moderner Art entsprechen nach der Auffassung vieler katholischer Theologen nicht Charakter und Würde der katholischen Liturgie. Viele Lieder seien zwar für Katechesen geeignet, jedoch lassen sich aufgrund ihrer oftmals unliturgischen Texte für sie kein Platz im Gottesdienst finden. Und auch das II. Vatikanische Konzil spricht sich in seinen Dokumenten für den Erhalt der klassischen Kirchenmusik aus.


Dennoch halten sich diese, ich nenne sie mal „Wohlfühl-Lieder“ in vielen Gemeinden hartnäckig bis auf den heutigen Tag. Sie vermitteln nichts von der Heiligkeit des liturgischen Geschehens. Ihnen fehlt gänzlich die Aura katholischer Mystik, die der Mensch braucht, um ein Gefühl für des grenzenlose Gut, das die heilige Messe für die Menschheit darstellt, zu gewinnen. Durch das Verdrängen der Musik der Mönche des Mittelalters und der polyphonen Meister der Renaissance hat der Gläubige gewissermaßen den Bezug zum Heiligen in der Musik verloren und tut sich zuweilen schwer, einen Zugang zu „alter“ Musik zu finden, die objektiv gesehen freilich nicht alt und verstaubt, sondern in höchstem Maß aktuell und eben zeitlos ist. Nicht umsonst stürmten die Mönche von Heiligenkreuz die Charts mit ihrer CD „
Music for Paradise“, die frei von populären und verharmlosenden Arrangements den Gregorianischen Choral in wohlklingendster, schlichter Authentizität einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat. Diesen Erfolg kann man sich letzten Endes nur durch die Sehnsucht der Menschen nach heiliger Musik, die der Seele eine Ahnung des Ewigen zu schenken vermag, erklären.

Ist es nicht in höchstem Maß bedauerlich, dass liturgische Kirchenmusik, allen voran der Gregorianische Choral aus dem Gemeindeleben vielerorts vollständig ausgestorben zu sein scheint? Es mangelt schließlich nicht an würdigem Liedgut, dem noch das Vermögen innewohnt, die Herzen der Gläubigen zu Gott zu erheben. Dennoch gilt dem Banalen oft der Vorrang gegenüber dem Kunstvollen in der Kirchenmusik. Gefragt sind Priester, Kirchenmusiker und Kirchenchöre, die den Mut haben, die alten Schätze katholischen Liedguts aus der Versenkung zu heben und von den großen Bischofsmessen bis in die kleinen Pfarreien hinein wieder in ihrer unendlichen Schönheit neu erklingen und aufblühen zu lassen.


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Die Kasel des Bischofs

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Seit vergangenen Sonntag hat das Bistum Trier einen neuen Bischof. Die Kasel, die Bischof Stephan Ackermann bei seiner Einführung ins Bischofsamt - freiwillig oder unfreiwillig - getragen hat, sorgte in der katholischen Bloggerszene für einige gewürzte Beiträge.

Den Anfang machte Summorum Pontificum:

„Das Gewand, das der Bischof zu dieser feierlichen Gelegenheit trug, ist dem Vernehmen nach ein Geschenk des Domkapitels und entspricht zweifellos dem Geschmack des in Trier ansässigen Deutschen Liturgischen Instituts.“

Das Liturgische Institut hat in der Vergangenheit vielmals die Grenze des Erträglichen überschritten. Ein „Gestaltungswettbewerb“ namens „LiturgieGewänder“ (sic!) entlockte unserem hoch geschätzten Kaplan Johannes Maria Schwarz einen lesenswerten Kommentar, der im April 2005 in den Amici-News erschienen ist:

„Genuin Christliches ist (in diesen Entwürfen) nämlich wenig zu finden – ein Vorteil, möchte man meinen, wenn man sich das Gotteshaus vielleicht mit Hindus teilen will – ach nein, das geht ja nicht, weil andere Religionen ihren Götzen, nicht das Billigste und Hässlichste vorsetzen.“

Über die Kasel berichtet haben auch Mater amata, Elsa, Pater Siegfried und zu guter Letzt Karmelblume, der viele interessante Fotos zum Thema gesammelt hat (gut, auf das Bild von Williamson hätte ich verzichtet).

Man fragt sich, was in unserer Kirche los ist? Wo ist die Liebe zur heiligen,
schönen Liturgie geblieben? Papst Benedikt XVI. hat vom „Frösteln“ gesprochen, „das einem die glanzlos gewordene nachkonziliare Liturgie einjagt“ und von der „Langeweile, die sie mit ihrer Lust zum Banalen wie mit ihrer künstlerischen Anspruchslosigkeit auslöst“ (aus: Im Angesicht der Engel, S. 17). Er bezieht sich in diesem Satz vorrangig auf die Kirchenmusik, aber die Ästhetik der Kasel steht mit der Ästhetik der Musik durchaus in Verbindung.

Eine kleine Anekdote am Rand: Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…

Geben wir vielleicht Papst Benedikt noch einmal das letzte Wort. Er scheint mir doch ein tieferes Verständnis von Liturgie zu haben als der besagte Dechant:

„Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht“ (aus der Ansprache des Papstes in Heiligenkreuz am 9. September 2009).



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Was Er euch sagt, das tut!

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Vergangenes Wochenende fand in unserer Pfarrei ein Einkehrwochenende mit Prof. P. Dr. Maximilian Heim OCist statt. Ich möchte im folgenden auf das eingehen, was mich besonders berührt hat.

Beeindruckend war zunächst das authentische Zeugnis, das P. Maximilian als Mensch und Priester bei den Menschen hinterlässt. Wenn er über die Muttergottes und über Jesus spricht, spürt man, dass er über Vertraute redet, über Personen, zu denen er eine innige und lebendige Beziehung hat. Ich merke oft, wie ich im Alltag dazu geneigt bin, im Stillen meinen Glauben, der soviel Un-glaubliches beinhaltet, durch die steten Widerstände unserer Umwelt in Frage zu stellen und den tiefen Herzensbezug zur Realität Gottes in der Kirche und in der Welt zu verlieren. Dann weiß nur noch der Kopf, dass die Geschichte mit der Erbsünde und die Erlösung durch den auferstandenen Heiland Wirklichkeit sind. P. Maximilian bezeugt, dass auch ein gelehrter Professor in seinem Glauben von kindlicher Freude und Dankbarkeit erfüllt sein kann und dass Glaube und Vernunft sich nicht widersprechen, sondern die beiden Flügel sind, die uns zur Erkenntnis der Wahrheit erheben.

Die innige Liebe der Muttergottes zu Jesus wurde uns anhand ausgewählter Bibelstellen veranschaulicht. Maria beantwortete die Anfrage des Erzengels mit ihrem „Fiat“, obwohl sie nicht verstand, wie ihr geschah. Ihr tiefer Glaube an das Kommen des Messias ließ sie offen sein für die Empfängnis des Jesuskindes durch den Heiligen Geist. Bei der Erläuterung der
vier Mariendogmen hat P. Maximilian nebenbei klargestellt, dass das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nichts mit dieser Perikope zu tun hat. Maria war von Gott vorherbestimmt, die Mutter des Erlösers zu sein, weshalb sie von der Erbsünde verschont blieb und bei ihrem Tode mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.

Wie sie mit den Aposteln in den Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten gebetet hat, so stünden auch wir jetzt in der Novene zu Pfingsten und sollten uns ihrer Fürsprache anempfehlen. Der Sinn der Marienweihe bestünde darin, dass Maria die Möglichkeit bekomme, ihr durch das Schwert geöffnete Herz der Liebe anstelle unseres harten Herzens zu setzen, damit wir offen seien für die Gnade Gottes.

P. Maximilian gab uns 4 Merksätze des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle mit auf den Weg, die als Leitsätze für das ganze Leben gelten können:

1. Was Er euch sagt, das tut
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium (Joh 2,5) verdeutlicht das bedingungslose Vertrauen Mariens in ihren Sohn. Mit diesem Vertrauen dürfen auch wir auf Gott und seine Gebote hören.

2. Was Er euch tut, das sagt
Auch die Umkehrung der Aufforderung Mariens zu Kanaa gelte es zu berücksichtigen. Wie Maria sollen wir uns nicht scheuen, über Gott zu reden und ihn zu loben, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49).

3. Was Er euch gibt, das nehmt
Gott möchte uns beschenken. Wir dürfen seine Gaben nicht ablehnen, sondern sollen dankbar das annehmen, was er uns gibt.

4. Was Er euch nimmt, das gebt
Dieser Satz sei der schwierigste der vier. Oftmals muss man Abschied nehmen von geliebten Menschen oder von Dingen, die wir nur ungerne loslassen. Gott, der uns beim Namen kennt, meint es dennoch gut mit uns und oft sind solche Abschiede Teil eines größeren Guts.

Wie setzen wir all das um? Das Herz unseres Glaubens sei die Liturgie der Kirche, die nie zur „Show“ ausarten dürfe, da sie nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk sei. Es sei unabdinglich, sich in die überlieferten Formen und Traditionen einzufügen, und Gott selbst durch diese Formen wirken zu lassen.
(Anmerkung: Die Heiligenkreuzer Mönche sind bekannt für ihre würdige Umsetzung der nachkonziliaren Messe. In Heiligenkreuz und Stiepel habe ich erlebt, wie würdig, feierlich und doch schlicht die Messe im Neuen Ritus auch gefeiert werden kann).

Wir sind dankbar, dass P. Maximilian uns in diesen Tagen näher zur Gottesmutter geführt hat und hoffen, dass er uns bald wieder besuchen wird.


Nachtrag: Auf kath.net gibt es ein gutes Interview mit P. Maximilian über seine neueste Buchveröffentlichung, über den Papst und über die heilige Liturgie.


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Der Medien-Priester

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In den vergangenen 2 Jahren hat P. Dr. Karl Wallner aus Heiligenkreuz sicher mehr Interviews gegeben als manch ein Popstar. Wollte man all seine Interviews hören, lesen und schauen, bräuchte man wohl einige Tage Zeit. Ich möchte allerdings auf einen sehr guten Beitrag (Beitrag mittlerweile nicht mehr online) hinweisen, den der NDR vor 2 Wochen gebracht hat. Souverän und sympathisch wie man es von ihm kennt, steht P. Karl in dieser Sendung der Moderatorin wieder einmal Rede und Antwort.
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Bemerkenswert finde ich, dass P. Karl nie den Blick auf das Wesentliche verliert und es meisterhaft versteht, klar und trotzdem leicht verdaulich über die Kirche zu reden. Selbstverständlich sind Interviews zum fantastischen Chant-Album keine theologischen Abhandlungen. Predigten und Vorträge von P. Karl kann man sich u.a. bei Gloria.tv und Kathtube zu Gemüte führen (es lohnt sich!).

Danke für Deinen großartigen Dienst, lieber P. Karl! Gäbe es Dich nicht, müsste der liebe Gott einen Mönch von Deinem Format erfinden!


Bild: Meine Frau Martina und ich am wohl schönsten Tag unseres Lebens. :-) Hochzeit in im Stift Heiligenkreuz, Trauungspriester P. Karl


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Warum der Papst Möhren empfiehlt

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Der „ordentliche Ritus“ sollte ordentlich gefeiert werden, der Tridentinische Ritus sollte den Katholiken verständlich erklärt werden (ursprünglich erschienen auf www.kath.net).

Am 7.7.2007 veröffentlichte Seine Heiligkeit Papst Benedikt XVI. ein Motu Proprio demgemäß der Missstand in der katholischen Kirche abgeschafft werden soll, dass Priester eine Sondergenehmigung ihres Bischofs benötigen, um die heilige Messe in ihrer vorkonziliaren Form feiern zu dürfen.

Eine offensichtliche Abneigung gegenüber der tridentinischen Messe ist bei vielen geistlichen Würdenträgern, Priestern und Theologen festzustellen. Daraus resultiert oftmals eine Diskriminierung der Gläubigen innerhalb des Volkes Gottes, die sich vom so genannten „Alten Ritus“ angezogen fühlen.

Umso enttäuschender ist nun
die Stellungnahme unseres Erzbischofs Fernand Franck, der die „Alte Messe“ als Schatz der katholischen Kirche und der christlichen Kulturgeschichte schlechthin nicht zu würdigen weiß, sondern in seinem zwei Drittel des Textes einnehmenden „Bekenntnis zur liturgischen Erneuerung“ fast ausschließlich die Vorzüge der erneuerten Liturgie gegenüber der tridentinischen Messe hervorhebt und dabei auch noch behauptet, dass „die von Papst Benedikt XVI. in seinem Brief vom 7. Juli 2007 an die Brüder im Bischofsamt erwähnten Entstellungen“ … „in Luxemburg gottlob selten sind“.

Folgende Begebenheiten sind keine Seltenheit, sondern stehen an der Tagesordnung in den Kirchen Luxemburgs: Man geizt am „Tisch des Gotteswortes“ und streicht mal Sonntags eine Lesung – entweder um Zeit zu sparen oder um sie durch ein Schauspiel zu ersetzen. Priester verändern hier und da die vorgegebenen Messtexte, mal wird der Friedensgruß weggelassen, mal am Hochgebet rumgebastelt, mal an möglichst vielen anderen Stellen versucht, kreativ zu sein. Kommunionhelfer werden eingesetzt, obwohl keine Notwendigkeit dazu besteht. Am Altar bedient man sich wie an einer Bar und taucht den Leib Christi eigenhändig in den Kelch mit dem Blute Christi ein. In vielen Kirchen Luxemburgs sind die Kniebänke entfernt worden, so dass sogar das Knien bei der Wandlung, was wenigstens hier noch die Ehrfurcht vor Gott in Seiner leiblichen Gegenwart zum Ausdruck bringen sollte, den meisten Gläubigen fremd geworden ist. Die Liste ließe sich weiter fortsetzen. „Wo immer man bei liturgischen Besinnungen nur darüber nachdenkt, wie man Liturgie attraktiv, interessant, schön machen kann, ist Liturgie schon verfallen. Entweder ist sie Opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht.“ Diese Worte des Papstes anlässlich seines Besuchs im Zisterzienserstift Heiligenkreuz am 9. September 2007 treffen nicht nur auf die Gottesdienste außerhalb, sondern leider vielmals auch innerhalb Luxemburgs zu. Hier sollte man nicht die Augen verschließen.

Es sollen nun jene Priester streng überwacht werden, welche die Messe nach dem tridentinischen Ritus feiern wollen, um auf Nummer sicher zu gehen „dass die außerordentliche Form der Messe“ nicht als „Ausdruck bestimmter gesellschaftlicher oder politischer Positionen und Strömungen und somit als ‚Flagge‘ kirchenfremder Anliegen missbraucht wird“. Paradoxerweise wird zum Seelenheil der Gläubigen nicht sichergestellt, dass die Mitarbeiter der katholischen Kirche in Luxemburg treu zur Lehre der Kirche stehen. Es ist kein Geheimnis, dass Theologen in Luxemburg den Papst in seinem Engagement für den Erhalt traditioneller Werte ablehnen und hier eine neue Art der „integralen Spiritualität” zu kreieren versucht wird, die mehr mit Esoterik als mit gesundem katholischen Glauben zu tun hat.

Wer sich in Luxemburg nicht den modernistischen Strömungen des Zeitgeistes anpasst, wird von den so genannten Liberalen aufs Äußerste angegriffen und verleumdet. Dies ist die traurige Realität, die der Verfasser erlebt. Ich bekenne mich zum II. Vatikanum und zum ordentlich gefeierten „ordentlichen Ritus“. Der in der Theorie nie abgeschaffte und jetzt wieder frei zugänglich gemachte Tridentinische Ritus ist mir persönlich jedoch lieber und sollte in seiner Tiefe und seinem Reichtum den gläubigen Katholiken tatsächlich leichter zugänglich gemacht und auch schmackhafter und verständlicher nahe gebracht werden als dies Seine Exzellenz in der Stellungnahme vom 8. September 2007 getan hat.

Um es salopp auszudrücken: Wenn der Papst wieder mehr Möhren anbieten möchte, muss man jetzt nicht versuchen, um jeden Preis Kartoffeln zu verkaufen. Warum setzt sich der Papst für Möhren ein, welche Vitamine enthalten sie und wie wirken sich diese auf den (geistlichen) Organismus des Menschen aus? Das wären zu diesem Zeitpunkt meines Erachtens nach die entscheidenden Fragen.


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