Mutter Teresa über die Beichte

Das Sakrament der Versöhnung: „Alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein“
Die Beichte ist ein großartiges Geschehen, ein Akt großer Liebe, nur hier können wir als Sünder, als Sündenbeladene hineingehen und herauskommen als Sünder, denen vergeben ist, als Sündenfreie.
Die Beichte ist niemals etwas anderes als in die Tat umgesetzte Demut. Wir nannten sie früher Bußsakrament; aber in Wahrheit handelt es sich um ein Sakrament der Liebe, um ein Sakrament der Versöhnung. Wenn sich eine Bresche auftut zwischen mir und Christus, wenn ein Riss durch meine Liebe geht, dann kann alles Mögliche diese Spalte auffüllen. Die Beichte ist der Zeitpunkt, wo ich Christus erlaube, alles von mir zu nehmen, was spaltet, alles was zerstört. Dass ich Sünder bin, muss mir bewusst sein. Die meisten von uns laufen Gefahr zu vergessen, dass wir Sünder sind und dass wir als solche in die Beichte gehen. Wir müssen uns an Gott wenden, um ihm zu sagen, wie tiefbetrübt wir sind über alles, was wir zu tun im Stande waren und was ihn verletzt hat.
Der Beichtstuhl ist kein Ort für banale Unterhaltung oder bloßes Gerede. Hier geht es nur um das Eine: um meine Sünden, meine Reue, meine Vergebung; darum, wie ich meiner Versuchungen Herr werden kann, wie ich Tugend in die Tat umsetzen kann und wie die Liebe zu Gott wachsen kann.
| Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe Es gibt keine größere Liebe 1997, p. 116 |
Abt Karl Braunstorfer

P. Prof. DDr. Alkuin Schachenmayr OCist, der Postulator für das Seligsprechungsverfahren von Abt Karl, hielt vor einer Woche in Bochum-Stiepel einen wunderbaren Vortrag über diese leuchtende Gestalt des Zisterzienserordens. Kaum einer hat sich wohl so intensiv mit Abt Karl beschäftigt wie P. Alkuin, dessen Blog zur Cistercienserforschung ich an dieser Stelle auch wärmstens empfehlen möchte. Der Vortrag ist nicht nur höchst informativ, sondern spannend gehalten, mit manch lustigen, aber auch vielen bewegenden Exkursen. Den Vortrag kann man sich auf der Podcast-Seite des Klosters Stiepel anhören oder gleich unter diesem Link downloaden (mit Rechtsklick).
Wir sind herzlich dazu eingeladen, den Diener Gottes Abt Karl Braunstorfer als Fürsprecher im Himmel anrufen. P. Alkuin berichtet in seinem Vortrag auch von vielen Gebetserhörungen. Diese mögen bitte an ihn weitergeleitet werden!
GEBET
Gott, allmächtiger Vater, das Geheimnis des Kreuzes ist unsere Kraft, denn durch deinen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, wurde der Baum des Paradieses zum Baum des Heiles, indem du durch den Tod deines Sohnes am Kreuz die ganze Welt erlöst hast.
Dein Diener Abt Karl Braunstorfer hat sein Leben unter dieses Geheimnis des Kreuzes gestellt. Er wollte in seinem Leben und seinem Dienst nichts anderes sein, als ein Freund, ein Diener und Bote des Kreuzes. Ich bitte Dich: Lass auch mich Freund, Diener und Bote des Kreuzes sein, bereit, mein ganzes Leben unter dieses Geheimnis zu stellen.
Du kennst die Kreuze, die mich belasten, du allein kennst alle meine Anliegen... in denen ich auf die Fürsprache von Abt Karl dich um Erhörung bitte.
Gewähre, Herr, dass dein Heiliges Kreuz mir in diesem Leben Trost und Zuversicht, Kraft und Stärke, Freude und Hoffnung gebe, damit ich dieses Kreuz in der Ewigkeit schauen darf als leuchtendes Zeichen des Sieges. Amen.
Marisa Wilcke singt Hildegard von Bingen
In einem Interview sagt sie: „Wer mir das erste Mal in meinem Leben von Hildegard von Bingen erzählt hat, ist mir nicht mehr wirklich in meinem Gedächtnis. Bewusst kam ich das erste Mal mit der heiligen Hildegard Ende 1999 in Berührung, einfach weil mein Zug kurz in Bingen hielt und ich mich sofort an Hildegard von Bingen erinnerte. Damals im Zug brannte ich sofort darauf, ihre Wirkungsstätten zu besuchen. Wer war sie? Wieso wird sie heute noch verehrt? Wie kam sie als Äbtissin dazu, gegen den Willen ihrer Oberen ein eigenes Kloster für ihre Nonnen zu bauen und dort einzuziehen? Sich nicht erschrecken zu lassen, sondern zu behaupten, um gleichzeitig diese Sanftmut und Liebe in ihren Texten und Liedern zu leben – errungene Ergebenheit! Sie war durchdrungen von etwas Höherem, und sie hat – nach großen inneren Kämpfen – dem vertraut. Ich denke, dass das ihr diese unglaubliche Kraft verliehen hat, die ich mit ihr verbinde, und den Mut vorwärts zu gehen, Grenzen zu erweitern. Wir haben eine so verrückte Welt, in der wir leben, dass das sich Besinnen auf andere Werte schon überlebensnotwendig geworden ist. Auch sich zu verbinden mit der Stille im Inneren, die einem dann doch so viel zu sagen hat, ist für mich ein Bestandteil meines Lebens, den ich nicht mehr missen möchte.“
Auf ihrer zweiten Homepage, die den religiösen Gesängen der Künstlerin gewidmet ist, kann man ihre Hildegard-CD bestellen und einige Hörproben genießen.
Die Schutzherrin der Reinheit

Prolog
Am 6. Juli 1902 verstarb die hl. Maria Goretti im Alter von 11 Jahren einen Tag nach einer versuchten Vergewaltigung, die mit 14 Messerstichen endete. Das Mädchen wollte beim Übergriff seine Unversehrtheit nicht verlieren, diese war ihr wichtiger als ihr Leben. Der Mörder verlor durch ihre Haltung vollends die Kontrolle über sich und stach auf sie ein. Noch auf dem Sterbebett verzieh das heilige Kind dem 20-jährigen Alessandro Serenelli, der zu dreißig Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde.
Die Geschichte des Mörders
Die ersten Jahre verbrachte er in sturer Reuelosigkeit. Da erschien ihm eines Nachts im Traum die kleine Maria Goretti. Sie pflückte Blumen und bot sie ihm an. Von diesem Zeitpunkt an war er wie verwandelt und wurde ein vorbildlicher Häftling. Zu Weihnachten 1928 wurde er vorzeitig entlassen. Sein erster Weg führte ihn zu Marias Mutter Assunta. Er wollte sie um Verzeihung bitten. Am Weihnachtsabend klopfte er an die Tür des Pfarrhauses von Corinaldo an, wo sie Haushälterin geworden war. Sie antwortete: „Wenn Gott dir verziehen hat, wie sollte ich dir nicht vergeben?“ Beide empfingen während der Weihnachtsmesse nebeneinander in der heiligen Kommunion den Herrn, der allen alles zu vergeben bereit ist.
Bald darauf trat er als Laienbruder in das Kloster der Kapuziner von Macerata ein. Bei der Heiligsprechung Maria Gorettis durch Papst Pius XII. im Jahr 1950 hatte auch Alessandro Serenelli sich unter den 500.000 versammelten Gläubigen auf dem Petersplatz eingefunden.
Vermächtnis des Büßers: Warnung vor Pornografie
Hören wir die Stimme des Mörders, der einige Jahre vor seinem Tod 1970 folgenden Brief geschrieben hat:
„Ich bin beinahe 80 Jahre alt und werde bald sterben. Wenn ich mir meine Vergangenheit anschaue, erkenne ich, dass ich in meiner frühen Jugend einen schlechten Weg ausgewählt habe, der dazu führte, dass ich mein Leben zerstörte.
Mein Verhalten wurde von Zeitschriften, Medien und schlechten Beispielen beeinflusst, denen die Mehrheit der jungen Menschen folgt, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Ich tat das Gleiche und war nicht besorgt darüber.
Als ich 20 Jahre alt war, beging ich ein Verbrechen aus Leidenschaft. Heute ist die Erinnerung daran etwas Furchtbares für mich. Maria Goretti, jetzt eine Heilige, war mein guter Engel, durch Gottes Vorsehung zu mir gesandt, um mich zu führen und zu retten.
Ich habe immer noch ihre Worte des Tadels und der Vergebung in meinem Herzen eingraviert. Sie betete für mich, hielt Fürsprache für ihren Mörder. Dreißig Jahre Gefängnis folgten. Wäre ich alt gewesen, hätte ich mein ganzes Leben im Gefängnis verbracht. Ich akzeptierte das Urteil, weil ich schuldig war.
Die kleine Maria war wirklich mein Licht, meine Beschützerin; dank ihrer Hilfe konnte ich mich während 27 Jahren Haft gut benehmen und ein ehrenhaftes Leben führen, als man mich wieder in die Gesellschaft aufnahm.
Die Brüder des hl. Franziskus, Kapuziner aus den Marken, hießen mich mit engelsgleicher Nächstenliebe in ihrem Kloster – als Bruder, nicht als Knecht – willkommen. Seit 24 Jahren lebe ich in ihrer Gemeinschaft und hoffe nun in heiterer Gelassenheit, Gott bald schauen zu dürfen, meine Liebsten zu umarmen und bei meinem Schutzengel und ihrer Mutter Assunta zu sein.
Ich hoffe, dass dieser Brief andere lehren kann, das Böse zu meiden und stets auf dem rechten Pfad zu bleiben, wie kleine Kinder. Ich glaube, dass wir auf die Religion mit ihren Grundsätzen nicht verzichten können, sondern dass sie uns wahren Halt und Kraft schenken kann und der einzig sichere Weg in allen Begebenheiten ist, auch in den schmerzhaftesten unseres Lebens.“
Bekenntnisse eines Reumütigen des späten 20. Jahrhunderts
Im Grunde genommen, ohne dass es explizit gesagt wird, meint Alessandro Serenelli mit Zeitschriften und Medien pornografische Medien. Tatsächlich kennt die Geschichte zahlreiche Mörder, die ihre Sucht nach Pornografie als Hauptursache ihrer grauenhaften Taten ansahen. Ein Serienmörder, der als einer der brutalsten in die Geschichte Amerikas einging, wurde 1989, zehn Jahre nach seiner Inhaftierung, auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet. Ein Tag vor seinem Tod wurde ein Interview mit ihm aufgenommen, um das er eigens gebeten hatte. Er wollte die Menschen in aller Eindringlichkeit vor der Macht des Bösen, die sich durch die Pornografie manifestiert, warnen. Ein bemerkenswerter Schritt, bedenkt man, dass der Mann nur noch wenige Stunden zu leben hatte und darum wusste. Ich glaube ihm:
Papst Johannes Paul II. hat sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass besonders die jungen Menschen wieder den Wert der Keuschheit und Reinheit erkennen und als das annehmen, was sie sind: nämlich Tugenden, die uns ein wirklich erfülltes und glückliches Leben ermöglichen. Ich weiß ein Lied davon zu singen und werde demnächst darüber berichten, wie ich dazu kam, mein Durchschnittsleben (=wechselnde Partnerschaften mit Sex als einem der Hauptziele) hinter mir zu lassen, um ein neues Leben mit ungleich mehr Tiefe, Schönheit und Glück zu erfahren.
„Scheut euch nicht, in ihr (Maria Goretti) die christliche Keuschheit, die Unschuld und das Schamgefühl zu ehren. Das sind Tugenden, die immer und besonders heute notwendig sind zum Schutz der menschlichen und christlichen Würde, zu einem glaubwürdigen Leben nach dem Evangelium, zur echten, aufrichtigen Liebe, zu gegenseitiger Achtung der Person, zur Rechtschaffenheit und zu wahrem Familienglück.“ (Papst Johannes Paul II.)
Update: Auch Elsa hat über die hl. Maria Goretti und Alessandro gebloggt. Sehr lesenswert!
Weiterführende Links:
- Amici di Dio: 3 Ave Maria für Keuschheit und Reinheit
- Gabriele Kuby: Du darfst alles - was willst du?
- Only You
- Kathpedia: Keuschheit
- Freundeskreis Maria Goretti
- MariaGoretti.org
Gegen die Abtreibung


Der Sänger Mariens

Der heilige Ludwig Maria (Louis-Marie) war einer der innigsten Marienverehrer aller Zeiten und hat zahlreiche wertvolle Schriften und unzählige Lieder hinterlassen. Eine sehr gute Auswahl dieser Schriften ist im „Goldenen Buch“ enthalten. Die Marienweihe mit 33-tägiger Vorbereitung geht auf ihn zurück. Ausgiebige Informationen zur Marienweihe findet man auf der Homepage der katholischen Gemeinschaft „Amici di Dio“.
Seine Schriften haben mich stark beeinflusst. Die Weihe mache ich seit nunmehr 5 Jahren, und ich kann nur bestätigen, dass sie tiefgreifende Auswirkungen hat!
Worte Papst Johannes Pauls II. über das „Goldene Buch“:
Diese beiden Worte bringen die vollkommene Zugehörigkeit zu Jesus durch Maria zum Ausdruck: „Totus Tuus ego sum, et omnia mea tua sunt!“ schreibt der Hl. Ludwig und er übersetzt: „Mein Jesus, ich bin ganz Dein, und alles, was mein ist, ist Dein durch Maria, Deine heilige Mutter!“„Ich selbst schöpfte in meiner Jugend großen Gewinn aus der Lektüre dieses Buches, denn darin fand ich die Antwort auf meine Ratlosigkeit: Meine Furcht bestand darin, dass die Verehrung Mariens und ihre große Verbreitung, den Vorrang der Verehrung Christi, gefährdete. Unter der weisen Führung des Hl. Ludwig verstand ich, dass wenn man das Geheimnis Marias in Christus lebt, diese Gefahr nicht besteht. Auf meinem Bischofswappen ist der Wahlspruch ‚Totus Tuus‘ zu lesen, der sich bekanntlich an der Lehre des Hl. Ludwig inspiriert.“
Aus dem „Flammengebet“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort:
„Heiliger Ludwig Maria, bitte für uns!“„Um wahre Kinder Mariens, Deiner heiligen Mutter, bitte ich Dich, die von ihr in Liebe empfangen und in ihrem Schoß getragen, geboren und an ihrer Brust ruhend, von ihrer Milch genährt und durch ihre Sorge groß gezogen, von ihrer Hand gestützt und mit ihren Gnaden bereichert sind!“
Johannes Paul II. und seine Mutter Maria

Ich stehe auf einem hölzernen Klappstuhl auf der Piazza San Pietro, gut 100 m vom schlichten Sarg unseres geliebten Papstes Johannes Paul II. entfernt und verfolge gebannt den feierlichen und erhabenen Trauergottesdienst, an dem dank der medialen Ausstrahlung weltweit wohl bis zu einer Milliarde Menschen teilnehmen. Berührt und überwältigt von der Liebe der Pilger, deren Herz es ebenso wie mich und die fünfzig anderen kath.net-Leser unserer Busreise nach Rom verschlagen hat, bete ich im Stillen und danke Gott für diesen großen Papst.
Immer wieder denke ich an Maria, die Mutter Jesu, in deren Hände Karol Wojtyla sein Leben bedingungslos gelegt hat. Nachdem er als junger Mann während der Wirren des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1942 in der Chemiefabrik Solvay, wo er damals arbeitete, das „Goldene Buch“ des hl. Ludwig Maria Grignion de Montfort zum ersten Mal gelesen hatte, ein Buch „über die wahre Verehrung der seligen Jungfrau Maria“, klärte sich in ihm die Frage nach seiner Berufung vollends. Er, der das Schauspielen, die Dichtkunst und die Philosophie so sehr liebt, tritt im Herbst 1942 ins Priesterseminar von Krakau ein.
Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr trägt er das Karmelskapulier, Zeichen inniger Marienverehrung und innerer Verbundenheit mit dem Karmel, dem wohl marianischsten aller Orden. Nicht einmal bei seiner Operation nach dem gesundheitlich folgenschweren Attentat von 1981 lässt er zu, dass man ihm das Skapulier abnimmt.
Als er 1978 zum Papst gewählt wird, betont er sogleich den hohen Stellenwert, den der Rosenkranz, sein Lieblingsgebet, für ihn hat: „Er ist ein wunderbares Gebet, wunderbar in seiner Schlichtheit und Tiefe“, das „uns (…) durch das Herz seiner Mutter in lebendige Verbindung mit Jesus bringt“ (Rosarium Virginis Mariae, Nr. 2).
Durch Maria zu Jesus. – Dies ist der Weg, der einen der größten Päpste aller Zeiten hervorgebracht hat, einen Papst, der die Menschen geliebt hat, mit jeder Faser seines Herzens, und der diese Liebe in Wort und Tat bewiesen und gelebt hat. Weshalb lagen und liegen ihm so viele Herzen zu Füßen? Weil wir uns geliebt wussten vom polnischen „Stellvertreter Christi auf Erden“. Christen sowie Menschen anderer Konfessionen und Nichtgläubige fühlten, dass die Liebe dieses Menschen und seine Sorge um das Geschick der Menschheit durch und durch echt waren.
In seiner ersten Enzyklika „Redemptor Hominis“ aus dem Jahre 1979 stellt er die Weichen für das kommende Vierteljahrhundert seines Pontifikats: „Der Erlöser des Menschen, Jesus Christus, ist die Mitte des Kosmos und der Geschichte“ (Redemptor Hominis, R.H. Nr. 1). Er spricht sich aus für die Würde und die Freiheit jedes Menschen und gegen jegliche Form der Ungerechtigkeit. Die „Königswürde“ des Menschen „besteht im Vorrang der Ethik vor der Technik, im Primat der Person über die Dinge, in der Überordnung des Geistes über die Materie“ (R.H. Nr. 16). Diesem „Wahlprogramm“ ist Johannes Paul II. zeit seines Lebens treu geblieben.
Die Welt bewundert das Wirken dieses Papstes, seine Güte und seine Menschlichkeit, lobt seinen unermüdlichen Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit, seinen Mut zum offenen Dialog mit Andersdenkenden, seine große Demut, die ihn dazu bewog, um Vergebung für die Sünden der Kirche zu bitten und sein Kreuz der Krankheit und des Alters bis zum Ende ohne Klagen zu ertragen und somit die christliche Botschaft von Kreuz und Auferstehung vor den Augen aller zu bekunden. Kaum jemand, der ihn erlebte, blieb unberührt von seinen Worten und Taten. Doch wir sollten die Gnade dieser Stunde dazu nutzen, tiefer zu schauen: Johannes Paul II. zeigte stets auf Jesus Christus, den Erlöser der Menschheit, der in der Kirche im Sakrament der Eucharistie präsent ist, der „Quelle des Lebens und der Heiligkeit“ (Litanei vom Herzen Jesu). Diese Quelle, das Zentrum, die Mitte, das Herz unseres christlichen Glaubens hat unserem Heiligen Vater die Kraft gegeben, Stimme des Gewissens in einer so gewissenlosen Zeit zu sein!
Schauen wir nach innen! Nicht die Form gebiert den Inhalt, sondern der Inhalt schafft das Äußere, die Form. „Ein guter Mensch bringt Gutes hervor, weil in seinem Herzen Gutes ist. (…) Wovon das Herz voll ist, davon spricht der Mund“ (Lk 6, 45). Johannes Paul II. war ein Nachfolger Christi, dessen ganzes Leben auf Christus verweist, wie ein Fenster, durch das die barmherzige Liebe Gottes schien und weiter scheinen wird. In grenzenlosem Vertrauen auf seine himmlische Mutter Maria hat er die Kirche durch den „neuen Advent“ (R.H. Nr. 1) des „Großen Jubiläums“ des Jahres 2000 geführt. Als er am 16. Oktober, dem Beginn des 25. Jahres seines Pontifikats mit dem Apostolischen Schreiben „Rosarium Virginis Mariae“ der Christenheit erneut den unschätzbaren Wert des Rosenkranzgebetes ans Herz legte, das Jahr des Rosenkranzes ausrief und die neuen „lichtreichen Geheimnisse“ veröffentlichte, die im Geschenk Christi der Eucharistie an uns gipfeln, setzte er wiederholt ein Zeichen seines marianischen Weges, der für alle Katholiken verbindlich sein sollte:
Durch Maria zu Jesus. – Johannes Paul II. führte sein Werk „zum Höhepunkt des beschrittenen Weges“ (Mane Nobiscum Domine, M.N.D. Nr. 10), indem er nach der bedeutenden Enzyklika über die Eucharistie am 7. Oktober 2004 (Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz!) sein letztes Apostolisches Schreiben „Mane Nobiscum Domine“ veröffentlichte und das Jahr der Eucharistie ausrief, um somit die Christen erneut als ihr Vater, Hirte und Lehrer tiefer in dieses unergründliche Geheimnis einzuführen. Es ist sicher kein Zufall, dass Papst Johannes Paul II. diese Welt im Jahr der Eucharistie verlassen hat, dessen Höhepunkt für viele junge Menschen aus der ganzen Welt der Weltjugendtag in Köln sein wird: „Sehr viel erwarte ich schließlich von euch, liebe Jugendliche, während ich unsere Verabredung für den Weltjugendtag in Köln in Erinnerung rufe. Das Thema ‚Wir sind gekommen, um ihn anzubeten’ (vgl. Mt 2,2) eignet sich in besonderer Weise dafür, um euch die rechte Haltung nahezubringen, wie wir dieses eucharistische Jahr leben können. Bringt zu diesem Treffen mit dem unter dem eucharistischen Schleier verborgenen Jesus die ganze Begeisterung eurer Jugend, eurer Hoffnung und eurer Liebesfähigkeit mit!“ (M.N.D. Nr. 30). Er hinterlässt nicht nur der Kirche, sondern der ganzen Menschheit ein derart reiches Erbe, das im gegenwärtigen Augenblick sicher noch niemand wirklich zu erfassen vermag. Lassen wir uns weiterhin von ihm unterweisen, seine Lehre studieren und ergründen, um uns von ihm dorthin führen zu lassen, wohin er die Menschheit als Mensch, Priester, Bischof, Kardinal und letztendlich als Papst immer geleiten wollte:
Durch Maria zu Jesus.
Mit den Heiligen zum Allerheiligsten

Die katholische Gemeinschaft „Amici di Dio“ steht unter dem Schutz von 12 Heiligen. Diese Heiligen und überhaupt die Heiligen im allgemeinen sind Vorbilder, deren Leben wir immer wieder betrachten wollen. Sie spornen uns an, Christus und die Kirche an die erste Stelle unseres Lebens zu setzen. Das ist nicht immer einfach und gelingt auch nicht immer, aber es stellt sich doch jedes Mal heraus, dass es richtig ist, unser Schicksal ganz in die Hände dessen zu legen, der uns geschaffen hat.
Gottes Liebe ist unendlich - sie ist eigentlich mit menschlichen Maßstäben nicht zu begreifen. Davon erzählen die Heiligen durch ihr lebendiges Beispiel. Sie haben nicht gezögert, mit ihrem ganzen Leben für Gott einzustehen und seine Güte zu verkünden. Oft wurden sie für verrückt erklärt, doch in Wahrheit zeigen sie uns, dass Gottes Existenz Realität ist. Nur weil Gottes Liebe sie ergriffen hatte, konnten sie so leben, wie sie gelebt haben. Der Heiland hat sie im Himmel als mächtige Fürsprecher für uns und seine ganze Kirche eingesetzt.
Deshalb lautet auch das Motto der „Amici di Dio“: „Mit den Heiligen zum Allerheiligsten“. Das heißt, dass wir nie allein zu Gott beten und ihm entgegen gehen, sondern Ihn immer im Vertrauen auf die Unterstützung und die Fürbitte der Heiligen anbeten. Dies schützt uns vor groben Irrtümern. Uns selbst sollten wir nämlich immer misstrauen, da wir uns selbst so oft enttäuschen und schwach sind im Umsetzen unserer guten Vorsätze und wir ständig der Sünde ausgesetzt sind. Aber auf Gott und auf seine Heiligen, die uns auf dem Weg zum Himmel vorangegangen sind, dürfen wir unser ganzes Vertrauen setzen.
Papst Johannes Paul II. prägte den Leitsatz: „Werdet die Heiligen des neuen Jahrtausends!“ Damit wollte er den jungen Menschen unserer Zeit und allen Menschen zeigen, dass die Heiligkeit nicht unerreichbar ist und nur irgendwelche Leute von irgendwo heilig werden können. Die heilige Thérèse von Lisieux zeigt uns den so genannten „Kleinen Weg“, ein Weg auf dem jeder in der Heiligkeit wachsen kann: es gilt nicht, Großes zu vollbringen und durch Heldentaten in die Geschichte einzugehen, sondern im Kleinen, d.h. in den alltäglichen Dingen des Lebens, wie z.B. im Verrichten seiner Arbeit oder in den familiären Pflichten eine innere Haltung der Hingabe an Gott einzunehmen, was uns Gottes Willen mehr und mehr gleichförmig machen kann. Keiner wird heilig aus sich heraus. Es ist eine Gnade, um die wir innig beten müssen, denn alles Gute, jede Gnade und Gunst des Himmels kann uns nur von Gott durch die Hände Mariens zukommen. Alle Heiligen Gottes, bittet für uns!
Mit Maria zum Allerheiligsten

Zahllos sind die Ermahnungen zum immerwährenden Gebet in der heiligen Schrift, in den Gedanken der Heiligen, in den Dokumenten der katholischen Kirche. Die Wahrheit, die in der Aufforderung zum häufigen, ja zum ewigen Gebet aufstrahlt, wird jeder in sich finden, der einmal erlebt hat, wie richtig das Beten sich anfühlt. In der Folge wird man wohl auch eine Regung des Gewissens wahrgenommen haben, das einem mitteilen möchte, dass das Pensum der täglichen Zwiesprache mit Gott eigentlich selten ausreichend ist.
Maria, die in jedem Anliegen helfen will - sofern es nicht gegen Gottes Gebote gerichtet ist - wird uns auch helfen, unsere Beharrlichkeit im Gebet zu stärken. Fortschritte im geistlichen Leben und die Freundschaft Gottes erlangt nur, wer ausdauernd im Gebet ist, in guten wie in schlechten Tagen. Deshalb kann der Marienmonat Mai ein willkommener Anlass sein, Empfindungen der Liebe zur Muttergottes im Herzen zu wecken und sich oft im Gebet an sie zu wenden, damit sie uns zu ausharrenden Betern formt. Sie wird unser Beten und unser Rufen derart verstärken, dass es direkt in Gottes Herz dringt. Denn kein Mensch hat Jesus inniger geliebt und ist ihm näher gestanden als seine leibliche Mutter, die heilige Jungfrau Maria. Es ist bekannt, dass sie aus eben diesem Grund die mächtigste Fürsprecherin im Himmel ist, die wir bei Gott haben.
Wer sich Gott mit Maria nähert, wird schneller ankommen. Mögen wir deshalb Gott so häufig wie möglich in der heiligen Eucharistie begegnen, und zwar immer mit Maria an der Hand, sowohl in der heiligen Messe als auch in der eucharistischen Anbetung. Übergib deine Sorgen und Anliegen dem Herrn im Allerheiligsten Sakrament und bete Jesus mit Maria an. „Lobe den Herrn und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“ (vgl. Ps 103,2). Werde ein Freund Gottes!
Nicht verzagen, Paulus fragen

In der Mitte des Römerbriefs ermutigt der heilige Paulus uns mit Worten, die in ihrer Kraft kaum zu übertreffen sind. Das 8. Kapitel spricht über die Erlösung, die den Getauften durch das Leiden und die Auferstehung Christi verheißen ist. Ein schlichter Satz fasst die Hoffnung auf diese Erlösung in grenzenlosem Vertrauen zusammen:
„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt...“
Paulus sagt nicht: „Wir vermuten, wir hoffen, wir glauben...“, nein: „wir wissen“. Das bedeutet, dass jede Situation, wie ausweglos sie uns auch erscheinen mag, von Gott zum Guten gewendet wird. Wenn wir ihn lieben. Das „wichtigste und erste Gebot“ zu halten (vgl. Mt 22,38), nämlich Gott zu lieben „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Dtn 6,5), ist die Voraussetzung für diese Gewissheit. Durch das Halten der Gebote „wird es dir gut gehen“ (Dtn 6, 18). Und wenn wir Jesus lieben, werden wir auch seine Gebote halten (vgl. Joh 14,15).
Das klingt eigentlich recht leicht, ist aber freilich nicht immer so einfach im Alltag umzusetzen. Was kann ich tun?
Jesus, die Muttergottes und alle Heiligen laden uns unermüdlich zum Gebet ein. Im Gebet erhält Gottes Liebe Einzug in unsere Herzen und wir erlauben es Ihm, unsere Seele nach Seinem Willen heranzubilden. Die größte Gnade im Gebetsleben des Katholiken ist der Empfang des Leibes Christi in der Heiligen Messe. Unsere Liebe zu Gott wird größer mit jedem würdigen Empfang Seines Leibes, auch wenn wir es oft nicht merken oder sogar eher das Gegenteil in unserem Leben wahrzunehmen glauben. Paulus rät, wieder im 8. Kapitel seines Briefes an die Römer: „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.“
Treues und geduldiges Ausharren im Empfang der Sakramente sind der Schlüssel zur Erfüllung des Versprechens, das uns der heilige Paulus schenken möchte, dass nämlich Gott „alles zum Guten“ führen wird. Klingt realitätsfremd? Weit entfernt von den Problemen, die das Leben uns stellen kann? Nein. Wir müssen in der Tiefe ansetzen, wenn es um unser Seelenheil geht. Das geistliche Leben wird genährt vom Gebet, vom bedingungslosen Übergeben unseres Menschseins in die Hände Gottes. Dort, tief verborgen im Unsichtbaren passieren die wichtigen und großen Dinge, die Gott an uns tun will. Das Wort Gottes verwandelt uns.
Lernen wir Sätze wie jenen aus dem Römerbrief auswendig, damit sie unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe stärken. Bleiben wir treu in unserer Liebe zu Jesus, die sich im häufigen Empfang der heiligen Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung kundtut. Dann werden wir, wenn die Dunkelheit uns wieder einmal zu erschlagen droht, voller Zuversicht mit dem heiligen Paulus ausrufen können:
„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“!