Nicht verzagen, Paulus fragen

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Betrachtung einer Kraftspritze aus dem Neuen Testament (ursprünglich erschienen auf www.amicididio.com)

In der Mitte des Römerbriefs ermutigt der heilige Paulus uns mit Worten, die in ihrer Kraft kaum zu übertreffen sind. Das 8. Kapitel spricht über die Erlösung, die den Getauften durch das Leiden und die Auferstehung Christi verheißen ist. Ein schlichter Satz fasst die Hoffnung auf diese Erlösung in grenzenlosem Vertrauen zusammen:

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt...“

Paulus sagt nicht: „Wir vermuten, wir hoffen, wir glauben...“, nein: „wir wissen“. Das bedeutet, dass jede Situation, wie ausweglos sie uns auch erscheinen mag, von Gott zum Guten gewendet wird. Wenn wir ihn lieben. Das „wichtigste und erste Gebot“ zu halten (vgl. Mt 22,38), nämlich Gott zu lieben „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft“ (Dtn 6,5), ist die Voraussetzung für diese Gewissheit. Durch das Halten der Gebote „wird es dir gut gehen“ (Dtn 6, 18). Und wenn wir Jesus lieben, werden wir auch seine Gebote halten (vgl. Joh 14,15).

Das klingt eigentlich recht leicht, ist aber freilich nicht immer so einfach im Alltag umzusetzen. Was kann ich tun?

Jesus, die Muttergottes und alle Heiligen laden uns unermüdlich zum Gebet ein. Im Gebet erhält Gottes Liebe Einzug in unsere Herzen und wir erlauben es Ihm, unsere Seele nach Seinem Willen heranzubilden. Die größte Gnade im Gebetsleben des Katholiken ist der Empfang des Leibes Christi in der Heiligen Messe. Unsere Liebe zu Gott wird größer mit jedem würdigen Empfang Seines Leibes, auch wenn wir es oft nicht merken oder sogar eher das Gegenteil in unserem Leben wahrzunehmen glauben. Paulus rät, wieder im 8. Kapitel seines Briefes an die Römer: „Hoffen wir aber auf das, was wir nicht sehen, dann harren wir aus in Geduld.“

Treues und geduldiges Ausharren im Empfang der Sakramente sind der Schlüssel zur Erfüllung des Versprechens, das uns der heilige Paulus schenken möchte, dass nämlich Gott „alles zum Guten“ führen wird. Klingt realitätsfremd? Weit entfernt von den Problemen, die das Leben uns stellen kann? Nein. Wir müssen in der Tiefe ansetzen, wenn es um unser Seelenheil geht. Das geistliche Leben wird genährt vom Gebet, vom bedingungslosen Übergeben unseres Menschseins in die Hände Gottes. Dort, tief verborgen im Unsichtbaren passieren die wichtigen und großen Dinge, die Gott an uns tun will. Das Wort Gottes verwandelt uns.

Lernen wir Sätze wie jenen aus dem Römerbrief auswendig, damit sie unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe stärken. Bleiben wir treu in unserer Liebe zu Jesus, die sich im häufigen Empfang der heiligen Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung kundtut. Dann werden wir, wenn die Dunkelheit uns wieder einmal zu erschlagen droht, voller Zuversicht mit dem heiligen Paulus ausrufen können:

„Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt“!


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