Kinder und die heilige Messe

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Über Pater Recktenwalds Fundgrube kath.info bin ich auf das folgende starke Zitat gestoßen:

„Es ist einer der Hauptirrtümer zu glauben, dass es eigene Kinder- oder Familiengottesdienste geben müsse. Es gibt ja auch keine Kinderflugzeuge, Kinderstraßenbahnen und so weiter. Die Kinder können ganz normal am Glaubensleben der Eltern und Erwachsenen teilnehmen. Dadurch, dass man die Kinder ausgliedert und ihnen gleichsam Reservate zuweist, geschieht in Wirklichkeit eine verhängnisvolle Desintegration. Und dieses Problem begegnet uns besonders in Kinder- und Familiengottesdiensten. Ich plädiere daher dafür, dass Kindern die Messe erklärt wird und sie zusammen mit den Erwachsenen am Gottesdienst teilnehmen; sie sich genauso wie die Erwachsenen von der Heiligkeit Gottes berühren lassen. Auf diese Weise überwinden wir die Desintegration und erleben die Kontinuität der Geschichte Gottes mit seinem Volk. Wir haben denselben Gott für Kinder, Erwachsene und Alte. Liturgie und Pastoral dürfen nicht miteinander verwechselt werden. Die liturgischen Formen sind so reich, dass sie jeden ansprechen können.“

Prof. Dr. Albert Richenhagen, Professor für Musiktheorie an der Universität der Künste in Berlin, in einem sehr lesenswerten Interview mit Hinrich Bues in der Tagespost vom 10. Juli 2008.

Als Vater von zwei Kleinkindern mache ich mir öfter Gedanken über den sonntäglichen Messbesuch mit der Familie. Neulich machte jemand mir die Bemerkung, ich sollte meine Kinder doch lieber nur zu Kindergottesdiensten mitnehmen, da sie bei den Messen stören. Nun darf man nicht meinen, dass Antonio und Raphael durch die Kirche rennen oder die ganze Zeit plappern, brüllen, weinen. Nein - aber freilich sind kleine Kinder auch nicht eine ganze Messe lang still, es sei denn, sie schlafen friedlich, und das kommt ab einem gewissen Alter nicht mehr so oft vor.

Ich plädiere dafür, dass junge Familien den Messbesuch nicht säumen, nur weil sie meinen, ihre Kinder seien noch zu klein, oder schlimmer, die Kinder sollten nur in „Kindergottesdienste“ mitgenommen werden. Kinder entwickeln im frühesten Alter einen Sinn für das Heilige, und ich durfte oft erleben, wie die verschiedenen Abschnitte der Messe kleine Kinder tief beeindrucken. Ein Mönch erzählte mir mal, dass seine Berufung auch dadurch gewachsen sei, weil er von klein auf jede Woche mit in die heilige Messe
durfte. Genau: Kinder haben ein Recht auf die heilige Messe, und die Eltern haben die Pflicht, zumindest an Sonntagen einer Messe beizuwohnen, auch wenn die Andacht vielleicht nicht mehr ganz so groß ist wie ehemals ohne Kinder. Dafür sind die Gnaden nicht weniger gering.

Deshalb mein beherzter Zuruf an alle junge Familien mit Kleinkindern: geht zur heiligen Messe und lasst den Sonntagsgottesdienst zu einem zentralen Mittelpunkt für eure Familie werden! Jesus, Maria und Josef, erleuchtet uns, helfet uns, rettet uns!


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