Dimitri Schostakowitsch zum 35. Todestag

Zu Ehren des heutigen Schostakowitsch-Jubiläums hier eines der Lieblingsstücke meines Sohnes Antonio, nämlich der zweite Satz aus Dimitri Schostakowitschs 10. Symphonie:



Und hier dirigiert Antonio selbst (das Video war bereits vor einem guten Jahr
in meinem Blog zu sehen):




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Musikalisches Gebet

Eine faszinierende, berückende Musik von Olivier Messiaen für eines der ersten elektronischen Instrumente, die Ondes Martenot. Nicht nur, dass die Musik sehr gut ausdrückt, wie beten sich anfühlt, sondern sie erhebt das Herz auch zum Gebet, wenn einem mal nicht danach ist!




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Kleiner Ragtime

Weil ich gut drauf bin, hier ein kleiner lustiger Ragtime von mir, den ich zum Spaß nach den Aufnahmen zu den Night Prayers noch eingespielt habe. Viel Spaß. :)

Little Rag (aus „Jazz Divertimento op. 68“) by davidianni
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Termine im Juni

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Liebe Leser meines Blogs, liebe Musikfreunde,

Ich möchte euch auf meine Konzerte im Monat Juni aufmerksam machen.

  • Am Sonntag, den 13. Juni spiele ich anlässlich der Jugendwallfahrt in Bochum um 11.15 Uhr ein kleines Konzert für die Jugend. Bei diesem Konzert werde ich auch kurze Einführungen in die Werke geben. Auf dem Programm stehen:
- Robert Schumann: Arabesque op. 18
- David Ianni: Fallende Perlen op. 1
- Frédéric Chopin: Ballade Nr. 2 op. 38
- David Ianni: Ballade Nr. 3 op. 78
- Felix Mendelssohn-Bartholdy: Variations sérieuses op. 54

  • Ebenfalls am Sonntag, den 13. Juni spiele ich abends um 20.00 Uhr im Rahmen des Marienlobs ein weiteres Konzert. Hier ist das Programm etwas länger:
- Robert Schumann: Kinderszenen op. 15
- David Ianni: Sonate Nr. 1 op. 64
- Felix Mendelssohn-Bartholdy: Variations sérieuses op. 54
- Frédéric Chopin: Ballade Nr. 2 op. op. 38
- Frédéric Chopin: Ballade Nr. 3 op. 47
- David Ianni: Ballade Nr. 1 op. 39
- David Ianni: Ballade Nr. 3 op. 78

  • Am Donnerstag, den 17. Juni spiele ich um 18.30 Uhr einen Klavierabend in der „Alten Kirche“ in Diekirch (Luxemburg) - (Flyer):
- Robert Schumann: Kinderszenen op. 15
- Felix Mendelssohn-Bartholdy: Variations sérieuses op. 54
- David Ianni: Sonate Nr. 1 op. 64
- Robert Schumann: Arabesque op. 18
- Frédéric Chopin: Ballade Nr. 2 op. op. 38
- Frédéric Chopin: Ballade Nr. 3 op. 47

Ich hoffe, euch zahlreich bei den Konzerten begrüßen zu dürfen. Besonders herzlich möchte ich die Jugend zur Jugendwallfahrt einladen.


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Im Studio

Ich freue mich, euch mitteilen zu können, dass ich gestern und vorgestern, also in der glücklichen Zeit der Osteroktav, die Aufnahmen für meine neue CD in Luxemburg abgeschlossen habe! Lange schon lag es mir auf dem Herzen, meine Klavierkompositionen einzuspielen. Ich weiß nicht, wie viele Stunden Musik ich bereits für mein Instrument geschrieben habe, aber es sind einige. Die Auswahl fiel mir somit auch nicht leicht, aber ich denke, dass ich eine gute Mischung gefunden habe. Unter anderen habe ich mein Erstlingswerk „Fallende Perlen“ eingespielt („Nacht der Tränen“!), sowie meine Sonate und meine drei Balladen. Die etwas düsteren und introvertierten „Night Prayers“ aus dem Jahr 2005 werden dem neuen Album wohl seinen Namen geben.

Ich kehre sozusagen aus einer Zeit der künstlerischen Zurückgezogenheit zurück, einer Zeit, in der ich
mein Leben neu entdecken und fest im Glauben an Jesus Christus verankern durfte. Während dieser Jahre meiner persönlichen „Nachtgebete“ wurde mir auch das Schönste geschenkt, was einem Menschen geschenkt werden kann: eine liebende Ehefrau und zwei prächtige Söhne, die meinem Leben einen neuen Sinn verliehen haben. Die Zeit war nun reif für diese Aufnahmen!

Alles in allem wird es wohl das persönlichste meiner bisherigen Projekte sein und ich freue mich, dass bisher alles so gut verlaufen ist. Nun bin ich gespannt auf die Aufnahmen, die mein wunderbarer Tontechniker in den nächsten Wochen abmischen wird. Weitere Updates folgen!

Update (17.04.10): Auf meinem Posterous-Blog gibt es einige Fotos von den Aufnahmen.


studio


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Chopin wird 200 - Gedanken über das Transzendente in der Musik

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Heute vor 200 Jahren wurde Frédéric Chopin geboren. Aus diesem Anlass spielte ich zusammen mit anderen luxemburgischen Pianisten am Wochenende ein Konzert mit seiner Musik. Ich hatte die vier Balladen des Komponisten auf dem Programm. Ich hoffe, dass Chopin mir verzeiht, dass ich am Samstag Abend nicht ganz auf der Höhe war. Gut Einstudiertes ging plötzlich nicht mehr so leicht von der Hand und ein paar falsche Noten zuviel hatten sich eingeschlichen. Trotzdem kam meine Interpretation von Herzen und ich bin dankbar, dass ich als Pianist die herrliche Musik Frédéric Chopins spielen darf.

Als Musiker lebt man quasi von den Kompositionen der großen Tonschöpfer, die als klingende Schätze der Menschheit damals wie heute zu dem Tiefsinnigsten gehören, was Kunst über das Mysterium des Menschseins auszudrücken vermag. Damals wie heute bewegt die Musik des polnischen Künstlers die Zuhörer und Interpreten. Seine Musik wird wohl weiterklingen bis ans Ende der Geschichte. Worin aber liegt das Geheimnis großer Musik? Was genau daran berührt unsere Seelen so tief?

Es kann darauf keine eindeutige Antwort geben. Klar ist jedoch, dass allein das handwerkliche Können des Komponisten nicht ausreicht, um ins
Transzendente vorzudringen, obwohl es freilich unerlässlich für das Schaffen eines Meisterwerks ist. Eine Musik ist dann zeitlos und genial, wenn man spürt, dass etwas Größeres als das kleine menschliche Ich, etwas ganz und gar Unerklärliches hinter den Tönen hervorscheint. Als gläubiger Musiker erkläre ich mir dieses „Größere“ in der Musik durch die Inspiration, das durchdrungen sein von Gottes Heiligem Geist. Das Heilige in der Musik der großen Meister werden Worte nie fassen können. Andeuten und im Ansatz beschreiben, ja, soviel mag der Sprache noch gegeben sein. Um tiefer einzudringen in das Geheimnis der klassischen Musik des Abendlandes bleibt jedoch nur das Zuhören. Stille werden und zuhören.

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Hörtipp: Himmel auf Erden

Am Donnerstag, den 28.01.2010 strahlt SWR2 um 15.05 Uhr eine einstündige Sendung über die Renaissance des gregorianischen Chorals und die Liturgie der Kirche aus. Ich hoffe, dass die Sendung auch als Podcast erhältlich sein wird.

„Die Kirche betrachtet den gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang; demgemäß soll er in ihren heiligen Handlungen den ersten Platz einnehmen“: so die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils. Seitdem ist die Gregorianik aus dem Leben der allermeisten Pfarreien annähernd verschwunden. Ein Refugium fand sie seit Ende des 20. Jahrhunderts dagegen in den CD-Charts - jüngst wieder durch die singenden Zisterzienser von Heiligenkreuz. Unterdessen hat Papst Benedikt XVI. mit einem Motu proprio den überlieferten Römischen Ritus der katholischen Kirche wieder zugelassen, dessen liturgische Kernsubstanz - wie der Choral - auf die Zeit Gregor des Großen zurückgeht, bis ins 6. Jahrhundert. Ob und wie sich der traditionelle Ritus und der Choral gegenseitig befruchten werden, ist eine der spannendsten Zukunftsfragen der katholischen Kirchenmusik.

Klingt spannend!

[via
Pro Missa Tridentina]


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Zum 300. Geburtstag von Pergolesi

Mit nur 26 Jahren verstarb der vor 300 Jahren geborene Giovanni Battista Pergolesi, einer der wichtigsten Komponisten des Barock. Vor allem seine letzte Komposition, das „Stabat Mater“, machte ihn unsterblich:




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Zum Geburtstag von Victor Hely-Hutchinson

Ob Victor Hely-Hutchinson die Idee für seine berühmte Carol Symphony an seinem Geburtstag kam? Hely-Hutchinson wurde am zweiten Weihnachtstag des Jahres 1901 in Südafrika geboren. Im Alter von 25 Jahren komponierte er die Carol Symphony, eine Symphonie, in der er vier Weihnachtslieder musikalisch auf höchstem Niveau verarbeitet.

Hier ein Auszug aus dem dritten Satz, der „The First Noel“ zum Thema hat:


Eine schöne Aufnahme der Symphonie sowie ähnlich konzipierten Werken von anderen Komponisten gibt es bei Naxos.


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Pärts O-Antiphonen

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Seit Donnerstag werden die so genannten „O-Antiphonen“ in der abendlichen Vesper der Kirche gesungen. Diese besonders feierlichen Verse, die das Magnificat der Muttergottes umrahmen, wurden Ende der 80er Jahre vom estnischen Komponisten Arvo Pärt in deutscher Sprache vertont. Das Magnificat hat er zur gleichen Zeit auf Latein komponiert.

Ich kann mich dem Bann dieser schlichten und doch so großartigen Musik nie entziehen und werde bei jedem Hören aufs neue von Pärts eindringlicher Musiksprache ergriffen. Arvo Pärt hat die Gabe des Wesentlichen in der Musik errungen. Errungen, ja, denn in den Schoß ist sie ihm nicht gefallen, wenn man seine Biografie liest: Pärt hat sich wie die meisten Komponisten seiner Generation der seriellen Avantgarde angeschlossen, um schließlich festzustellen, dass dieser Weg bereits am Ende der Sackgasse angelangt war. Nach dem Eintritt in die russisch-orthodoxe Kirche und mehreren Jahren des Schweigens erwuchs in ihm ein neuer, sehr einfacher, aber höchst konzentrierter Stil, den er als „Tintinnabuli“ bezeichnete, und der seine Werke so unverkennbar macht.

„Tintinnabuli“ (lat.) bedeutet Glöckchen. Gemeint ist das „Klingeln“ des Dreiklangs, dessen drei Töne das ganze Stück über mittönen. Das Ziel dieses Stils ist eine Reduktion des Klangmaterials auf das absolut Wesentliche.

(Zitat Wikipedia)

Aber schauen wir weiter als auf die Person des Komponisten, nämlich auf die Botschaft seiner Kompositionen. Im Kern von Pärts Schaffen steht das Evangelium, die Frohe Botschaft unseres Erlösers Jesus Christus, der in den O-Antiphonen vielfältig umschrieben wird. So lautet der Text der heutigen Antiphon (20.12.):

O Schlüssel Davids, 
Zepter des Hauses Israel, 
du öffnest und niemand kann schließen,
du schließt, und keine Macht vermag zu öffnen:
o komm und öffne den Kerker der Finsternis
und die Fessel des Todes.





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Zum 50. Todestag von Heitor Villa-Lobos

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Der berühmteste aller brasilianischen Komponisten, Heitor Villa-Lobos, verstarb heute vor 50 Jahren. Ihm ist es gelungen, die Tradition der großen abendländischen Musik mit der Musik und den Tänzen seines Heimatlandes zu verbinden.

Eine seiner bekanntesten Kompositionen ist die Cantilena aus den „Bachianas Brasileiras“, hier in einer Aufnahme mit Barbara Hendricks (übrigens mit Bildern des
Melatenfriedhofs in Köln):



Sehr typisch für seinen Stil sind auch die Präludien für Gitarre, hier sehr einfühlsam interpretiert von Julian Bream:



Eine ungewöhnliche, aber sehr schöne Klangwelt hat Villa-Lobos in seinem Mundharmonika-Konzert geschaffen – hier eine Aufnahme des Mittelsatzes:



Wer mehr über diesen großen Komponisten erfahren möchte, wird auf der
Villa-Lobos-Webseite sicher fündig.


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Zum 119. Geburtstag von Aaron Copland

Einer meiner Lieblingskomponisten des 20. Jahrhunderts, Aaron Copland, wurde heute vor 119 Jahren geboren. Hier eine Aufnahme seines wunderschönen Klarinettenkonzerts mit dem Komponisten am Pult und dem Widmungsträger Benny Goodman als Solisten:






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Zum 20. Todestag von Horowitz…

…zwei beeindruckende Videos mit dem Jahrhundertpianisten, der vor 20 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben ist.

1. Alexander Skrjabin: Vers la flamme op. 72



2. Robert Schumann: „Träumerei“ aus den „Kinderszenen op. 15“




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Konzerte im November

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Ein kleiner Hinweis in eigener Sache – im November spiele ich zwei Konzerte, zu denen ich meine Leser, die nicht allzu weit weg wohnen, herzlich einladen möchte:

Am Mittwoch, den 11. November in Ettelbruck (L)… gibt’s mit dem Kammermusikensemble KMVL einen tollen Mozartabend mit Musik und Briefen (!) von Wolfgang Amadeus Mozart.

Am Dienstag, den 17. November… spiele ich (endlich mal wieder!) einen Soloklavierabend mit Werken von Bohuslav Martinů, Felix Mendelssohn-Bartholdy (der heute vor 162 Jahren gestorben ist) sowie meinen drei Balladen, die ich in den vergangenen Wochen in der MusicMonday-Rubrik vorgestellt habe. Das Konzert findet im Foyer Européen in Luxemburg statt.

Nähere Informationen gibt’s bei den
Terminen.


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Echo Klassik Musikpreis für Heiligenkreuz

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Herzlichen Glückwunsch an die Mönche des Stiftes Heiligenkreuz, deren Bestseller-CD Chant - Music for Paradise vor einigen Tagen mit dem ECHO Klassik Musikpreis in der Dresdner Semperoper ausgezeichnet wurde. Vom ORF gibt es einen kurzen TV-Bericht, in dem man neben P. Karl Wallner auch mal den großartigen Stiftskantor P. Simeon Wester zu sehen bekommt, der wesentlich zum Gelingen der Aufnahmen beigetragen hat. Mit dem ihm eigenen rheinischen Humor meint er: „Man muss die Dinge, die einem der liebe Gott schenkt, halt so nehmen wie sie sind…“ Auch eine Art, mit Erfolg umzugehen!


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Zu Chopins 160. Todestag

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Blumen am Grab eines Menschen sind ein Zeichen für die Liebe und die Dankbarkeit der Hinterbliebenen. Spätestens aber nach 2 oder 3 Generationen schwindet ihr Andenken dahin. Wenn nach 160 Jahren immer noch frische Blumen an einem Grab blühen, ahnt man, dass da jemand beerdigt wurde, dem bis heute Liebe und Dankbarkeit zuteil werden. Wen wundert es bei der Musik eines Frédéric Chopin?

Wer sich ein wenig Zeit nimmt, um sich die folgenden Musikstücke von Chopin anzuhören, wird reich beschenkt werden!

Zunächst wollen wir die „
Berceuse op. 57“ hören. Ursprünglich nannte Chopin die Komposition „Variations“, doch der Titel, der für die Veröffentlichung gewählt wurde, trifft es gut, wenn nicht besser. Chopin entlockt dem Klavier die Töne einer Spieluhr, aber einer Spieluhr, wie wir sie noch nie gehört haben. Es spielt der legendäre Arturo Benedetti Michelangeli:



Nach solch einer Schönheit wird das Herz des Hörers allerdings schneller schlagen. Wer könnte nach diesen perlenden Klängen des Himmels gleich einschlafen und wollte nicht noch mehr hören?

Darum: hören wir den berühmten
Walzer in cis-Moll op. 64 Nr. 2, gespielt von Artur Rubinstein, einem der großartigsten Chopin-Interpreten des 20. Jahrhunderts:



Als drittes Beispiel für die göttliche Kunst Frédéric Chopins habe ich den langsamen Satz aus seinem
Klavierkonzert Nr. 1 in e-Moll op. 11 ausgewählt. Die Passage in H-Dur bei 1'45'' gehört für mich zu den schönsten der gesamten Klavierliteratur. Wunderbarer Interpret des Konzerts ist Dinu Lipatti, über den ich in einem anderen Blogbeitrag bereits geschrieben habe.



Frédéric Chopin war übrigens ein frommer Katholik. Franz Liszt, der mit ihm befreundet war, sagte dass Chopin ein „Mann des Gebets“ war. Obwohl er stark im Katholizismus verwurzelt gewesen sei, habe er nie offen über dieses Thema gesprochen. Wer mehr über den Glauben von Chopin (und anderen großen Komponisten) wissen möchte, dem sei das Buch „
The Spiritual Lives of the Great Composers“ wärmstens empfohlen. Auf Google Books kann man darin stöbern.


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Todestag des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll

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Empfehlung zum 110. Todestag des Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll:

„Die gotischen Räume der französischen Kathedralen wusste er mit romantischen Klängen zu füllen: Der aus dem südfranzösischen Montpellier stammende Orgelbauer Aristide Cavaillé-Coll. Als er heute vor 110 Jahren in Paris starb, hatte er die französische romantische Orgel als Typ etabliert und seine Instrumente nach Spanien, den Niederlanden, England, Russland und Brasilien exportiert. Die gesamte sinfonische französische Orgelmusik von Komponisten wie César Franck, Charles-Marie Widor oder Louis Vierne ist ohne die Instrumente von Cavaillé-Coll nicht denkbar.“ © WDR 2009

Aus den
WDR Zeitzeichen.


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Zum 101. Geburtstag von David Oistrach…

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…möchte ich zu später Stunde noch eine wundervolle Aufnahme dieses Ausnahmekünstlers posten. Schwer bei den vielen herrlichen Videos, die sich von David Oistrach auf YouTube finden, ein Stück auszuwählen. Ich habe mich für den wunderschönen zweiten Satz aus dem Doppelkonzert BWV 1043 in d-moll von Johann Sebastian Bach entschieden, den er hier kongenial mit Yehudi Menuhin interpretiert. Menuhin durfte ich als Kind noch live erleben, als er in Straßburg ein Jugendorchester mit Beethoven-Symphonien dirigierte. Nach dem Konzert bekam ich in der Loge von dem kleinen großen Mann (ich schätze, dass er nicht größer als 1,55 war) sogar ein Autogramm. Oistrach starb noch vor meiner Geburt. Wie gerne hätte ich diesen Mann live spielen gehört!




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Abendsegen

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Eine Musik, bei der mir immer wieder wohltuende Schauer über den Rücken krabbeln, ist die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck. Eigentlich wollte ich vorgestern darüber gebloggt haben, da der 27. September der (heuer 88.) Todestag dieses wunderbaren Komponisten ist. Doch auch heute scheint mir ein guter Anlass zu sein, feiern wir doch das Fest der heiligen Erzengel Michael, Gabriel und Raphael. Und am 2. Oktober, also am kommenden Freitag ehrt die Kirche unsere heiligen Schutzengel.

Heute Vormittag habe ich ein liebevoll gemachtes Musikvideo auf YouTube gefunden, in dem der berühmte „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ mit hübschen Schutzengelbildchen unterlegt wurde:



Musikalisch besser gefällt mir die Klassiker-Version mit Elisabeth Schwarzkopf und Elisabeth Grümmer unter Herbert von Karajan:



Ebenfalls schön interpretiert, je nach Geschmack jedoch vielleicht etwas zu kitschig aufgezogen, ist die Weihnachtskonzertfassung von Renée Fleming, in der die Altstimme von mehreren Sängerknaben gesungen wird:



Besonders reizend ist freilich diese Version mit zwei kleinen Jungs als Solisten. Zu was Kinder alles fähig sind, wenn man sie fördert! Gut, der Schluss ist etwas schrill, aber das wird jeder den kleinen Wonneproppen nachsehen, hoffe ich. :)



Anhören solltet ihr euch auf jeden Fall auch die fantastische Ouvertüre zur Oper:



Und zu guter Letzt noch das Gebet zum Mitbeten (sollte es noch nicht bekannt sein):

Abends wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel bei mir stehn,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füssen,
Zwei die mich decken,
Zwei die mich wecken,
Zwei die mich weisen
In das himmlische Paradeischen.

Eine gesegnete Nacht!


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Vollkommenes Klavierspiel

Über einen meinen Lieblingspodcasts, „Was heute geschah“, wurde ich darauf aufmerksam, dass vorgestern vor 59 Jahren, also am 16. September 1950 der legendäre rumänische Pianist Dinu Lipatti sein letztes Konzert im französischen Besançon gab. Es gibt - Gott sei Dank - einen Mitschnitt dieses phänomenalen Konzerts.

Lipatti hatte seine professionelle Karriere als Konzertpianist gerade mal 15 Jahre zuvor mit Dame
Myra Hess' Transkription des Bach-Chorals „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben BWV 147“ begonnen. Ein gutes Jahrzehnt später ließen heftige Fieberschübe Böses ahnen. 1947 wurde eine seltene Form der Leukämie bei Lipatti diagnostiziert, die so genannte Hodkinsche Krankheit. Aufgrund seiner körperlichen Schwäche musste er zahlreiche Konzerte absagen. Die Entdeckung des Cortisons ließ eine Heilung der schweren Krankheit erhoffen, doch blieb die Behandlung letztlich erfolglos. 1950 fand das eingangs erwähnte Konzert statt. Auf dem Programm stand die erste Partita Johann Sebastian Bachs in B-Dur BWV 825, Mozarts a-moll-Sonate KV 310, zwei Schubert-Impromptus sowie die 14 Walzer von Frédéric Chopin. Auf dem zugeklappten Notenpult des Flügels stand ein Glas Wasser. Den letzten Walzer konnte der geschwächte Lipatti nicht mehr spielen. Stattdessen beendete er das Konzert mit dem Stück, mit dem er seine Karriere begonnen hatte: dem Bach-Choral „Jesus bleibet meine Freude“.

Jesus bleibet meine Freude,
Meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide,
Er ist meines Lebens Kraft,
Meiner Augen Lust und Sonne,
Meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht.

Dieses bewegende musikalische Vermächtnis blieb der Nachwelt dank des Mitschnittes von Dinu Lipattis „Abschiedskonzert“ erhalten. Für mich ist diese Aufnahme eine der schönsten Klavieraufnahmen schlechthin. Eine unerschöpfliche Tiefe durchdringt die Interpretation Lipattis, jede Note ist beseelt von religiösem Geist, der uns die Ewigkeit erahnen lässt. Die Klangkultur dieses begnadeten Pianisten bleibt unübertroffen. Man beachte das gleichmäßige Perlen der dahinfließenden Triolen in der rechten Hand und die wundervollen Choral-Einschübe, die wie runde, volltönende, weiche Glockentöne das Gebet des Bach-Chorals wiedergeben. Ein Musizieren, das in der Tiefe der Seele berührt.

3 Monate später erlag Dinu Lipatti seiner tödlichen Krankheit im Alter von nur 33 Jahren.




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In Loving Memory

Aus aktuellem Anlass ein Klagegesang des estnischen Komponisten Arvo Pärt, der heute übrigens 74 geworden ist.




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Kirchenmusik von Richard Rice

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Sehr schöne, leicht neoromantisch angehauchte Kirchenmusik im Stil etwa eines Ralph Vaughan Williams findet man auf der Seite des amerikanischen Komponisten Richard Rice. Der Komponist stellt die Partituren kostenlos als PDF zur Verfügung, bittet allerdings um Benachrichtigung, sollte man eines oder mehrere seiner Werke zur Aufführung bringen. Die Kompositionen lassen sich als MIDI-Dateien anhören, von manchen gibt es auch MP3-Aufnahmen. Many thanks to the composer!

[via
New Liturgical Movement]


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Musik zu Mariä Geburt

Zum heutigen Fest „Mariä Geburt“ (s.a. den schönen Beitrag der Braut des Lammes) möchte ich euch einen wunderbaren Mariengesang eines der großen Meister der polyphonen Vokalmusik der Spätrenaissance vorstellen.



Habt ihr euch betören lassen von diesen sphärischen Klängen? Der Komponist, ein Neffe des hl. Carlo Borromeos, ist heute vor knapp 400 Jahren gestorben. Man könnte annehmen, dass seine Geschichte, die ich kurz umreißen möchte, dem wilden Geist eines Krimi-Autors entsprungen sei. Leider ist sie wahr und durch historische Dokumente belegt.
weiterlesen...
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Musik von mir auf Twiturm

Für jene, die an Musik interessiert sind, werde ich zukünftig jeden Montag eine Aufnahme von mir über den Twitter-Dienst Twiturm präsentieren. Es werden hauptsächlich eigene Kompositionen, aber auch Aufnahmen mit klassischen Werken zu hören sein. Um über die neuesten Stücke informiert zu werden, ist es am einfachsten, wenn ihr mir auf Twitter folgt. Ihr könnt jedoch auch gleich Twiturm besuchen und dort den RSS-Feed abonnieren. Ich werde für meine Blogleser auch jeweils eine kurze Einführung in das betreffende Stück hier posten. Viel Freude beim Hören!

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Nachtrag (31.08.2009):
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob ich twiturm oder vielleicht doch Soundcloud nutzen werde. Das lässt sich halt sehr schön auf meinen Blog einbinden. Die Erfahrung wird’s zeigen.


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Maria Himmelfahrt mit Heinrich Biber

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Am 12. August, also vor drei Tagen, war der 365. Geburtstag von Heinrich Ignaz Franz Biber. In Ars bin ich nicht mehr dazu gekommen, über Biber zu bloggen, obwohl ich es mir eigentlich fest vorgenommen hatte. Doch auch heute bietet sich eine wunderbare Gelegenheit, die Musik dieses großen Komponisten kurz vorzustellen.

Eines seiner Hauptwerke sind die so genannten „
Rosenkranz-Sonaten“ (oder auch „Mysterien-Sonaten“) für Violine. Jedes der 15 Rosenkranzgeheimnisse wird durch eine mehrsätzige Sonate musikalisch betrachtet. So möchte ich am heutigen Hochfest „Maria Himmelfahrt“ (lesenswerte Einführungen gibt es u.a. bei Elsa, Stefan, Andreas und natürlich auf kath.net) einen Auszug aus der 14. Sonate hier einbetten. Diese Musik kann uns helfen, tiefer in die strahlende Freude des heutigen Tages einzudringen und unser Herz durch Maria zu Gott emporzuheben.

Ich wünsche allen Lesern ein gesegnetes und von tiefer Freude erfülltes Fest!




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Zum Geburtstag von Hans Rott

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Heute vor 151 Jahren wurde eine tragische Figur der Musikgeschichte geboren: Hans Rott. Sein Werk ist sehr spärlich und bruchstückhaft, doch eine Komposition hat es (einigermaßen) in den Konzertbetrieb geschafft: Rotts wunderbare Symphonie Nr. 1 in E-Dur, die er als junger Mann um die 20 komponierte. Zu Lebzeiten war ihm kein Erfolg beschieden, seine visionäre Musik wurde nicht verstanden. Gustav Mahler, der ihn Gott sei Dank um viele Jahre überlebte, schätzte sein Werk allerdings sehr und nannte ihn gar den „Begründer der neuen Symphonie, wie ich sie verstehe.“ Ja, man hört neben Wagner auch Mahler aus Rotts faszinierender Musik heraus, die dennoch einen ganz eigenständigen Stil besitzt. Dass Rott nicht mehr Musik hinterlassen hat, liegt neben der Kürze seines Lebens auch an einer schweren psychischen Krankheit, unter der er litt. Hans Rott wurde keine 26 Jahre alt, seine letzten drei Lebensjahre verbrachte er in der Irrenanstalt.

Sein Lebensende war, um es gelinde auszudrücken, traurig:

„1876 bis 1878 hatte Rott eine Organistenstelle an der Piaristenkirche in Wien, widmete sich dann - neben Privatstunden - ganz der Komposition, vor allem seiner Sinfonie in E-Dur. Dieses Hauptwerk wurde jedoch von Johannes Brahms negativ beurteilt und eine Aufführung von dem interessierten Dirigenten Hans Richter aus Zeitgründen zurückgestellt. Als auch ein Antrag auf Gewährung eines staatlichen Stipendiums abgelehnt wurde, verließ Rott 1880 Wien, um eine Stelle als Chorleiter in Mulhouse anzutreten. Bei der Abreise dorthin manifestierte sich seine schwere psychische Krankheit – seinerzeit als „halluzinatorischer Irrsinn und Verfolgungswahn” bezeichnet. Der Abschied von Wien bedeutete offenbar eine derart schwere Belastung, dass es im Zug zur persönlichen Katastrophe kam. Rott bedrohte einen Mitreisenden mit dem Revolver, als der sich eine Zigarre anzünden wollte, weil Brahms den Zug mit Dynamit habe füllen lassen. Rott wurde nach Wien zurückgebracht und dort zunächst in die Psychiatrische Klinik, 1881 in die Niederösterreichische Landes-Irrenanstalt eingewiesen. Den Rest seines kurzen Lebens verbrachte er dort, empfing Besuche seiner Freunde, komponierte noch fallweise, vernichtete aber auch viele seiner Werke. Er verstarb 1884 an Tuberkulose.“ (
Wikipedia)





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Zum Todestag von Vivaldi und Bach

Sowohl Johann Sebastian Bach (1685-1750) als auch Antonio Vivaldi (1678-1741) sind am 28. Juli gestorben. Grund genug, um auf eine wichtige Beziehung (außer dem gemeinsamen Todestag) hinzuweisen: beide Komponisten kannten sich zwar nicht persönlich, jedoch hat J.S. Bach Vivaldis Werke so hoch geschätzt, dass er fast ein Dutzend von dessen Solo-Konzerten während seiner Weimarer Zeit (1708-1717) für andere Besetzungen umgeschrieben hat.

Hier ein schönes Beispiel. Das Original von Antonio Vivaldi (Estro Armonico op. 3 Nr. 10, Konzert für 4 Violinen, erster Satz):



Und nun die Transkription von Johann Sebastian Bach (Konzert für 4 Cembali BWV 1065, erster Satz):





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Joaquín Rodrigo zum zehnten Todestag

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Heute vor zehn Jahren auf den Tag genau verstarb der große spanische Komponist Joaquín Rodrigo (1901-1999). Ich habe mich immer gefragt, wie er trotz seiner Erblindung im dritten Lebensjahr in der Lage war, zu komponieren. Über Google habe ich herausgefunden, dass Rodrigo seine Werke einem Assistenten Stimme für Stimme diktierte und ggf. auf dem Klavier vorspielte. Ich finde das höchst erstaunlich, gehört für mich beim Komponieren komplexerer Werke doch auch der Sehsinn unabdingbar dazu, um den Überblick über die verschiedenen Stimmen zu behalten.

Aufgrund der enormen Popularität des 2. Satzes seines „
Concierto de Aranjuez“ (wer nicht weiß, welche Musik das ist, bitte unbedingt anklicken), werden bis heute seine anderen Werke immer noch sehr vernachlässigt. Auf der offiziellen Seite der Rodrigo-Stiftung kann man mehr über den Komponisten und sein Werk erfahren.

Zum Tagesausklang möchte ich ein etwas unbekannteres, aber in seiner Schlichtheit berührendes Stück von Rodrigo hier posten: den 2. Satz aus der „Fantasía para un gentilhombre“ für Gitarre und Kammerorchester mit dem Titel „Españoleta y Fanfare de la Caballería de Nápoles (Adagio - Allegretto molto ritmico)“. Gute Nacht!




(Bild von der Seite der Rodrigo-Stiftung)


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Lobpreis-Lieder

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In Musik der Anbetung habe ich versucht darzulegen, welche Kriterien eine Musik erfüllen muss, um im Dienste der Liturgie stehen zu können. Fußballlieder (!) sowie manche Neue Geistliche Lieder scheinen mir da eher ungeeignet. Die Musik der Kirche sollte sich in der Regel am Vorbild des Gregorianischen Chorals orientieren, wie die Päpste immer wieder festgehalten haben. Das heißt nicht, dass die Kirchenmusik sich den Einflüssen von Neuer Musik oder Pop-Musik grundsätzlich ganz verschließen muss. Allerdings gehört viel Feingefühl dazu, wenn es darum geht, neue Wege zu suchen, um über die Musik beispielsweise jüngere Zielgruppen zu erreichen. Da die Harmonik der Pop-Kultur bereits derart tief im Lebensgefühl der Menschen verwurzelt ist, kann man sich diese unter Umständen auch für den Gottesdienst zu eigen machen.

Voraussetzung für das Musizieren in der Kirche ist immer die Zurücknahme des eigenen Geltungsbedürfnisses, also die Fähigkeit, ganz im Dienst der Anbetung klein zu werden, damit Gott groß sein kann. Ist dies nicht gegeben, wird jede Form von geistlicher Musik ihrer Aufgabe nicht gerecht werden.

Heute möchte ich auf die besonders in charismatischen Gruppen weit verbreiteten Lobpreis-Lieder eingehen, die in den 70er Jahren vermehrt auftauchten und ihren Ursprung vor allem in evangelikalen Kreisen haben. Man bedient sich bei dieser Gattung der Sprache der populären Musik, die dem Lebensgefühl junger Menschen oft am nächsten liegt, um zu beten und Gott anzubeten. Ein positives Beispiel für ein Liederbuch dieser Art ist z.B. „
Singe Jerusalem“, das vom „Verein zur Förderung der Katholisch-Charismatischen Erneuerung“ herausgegeben wird.

An einem Lied erkennt man schnell „wessen Geistes Kind“ es ist. Wenn ich „Neue Geistliche Lieder“ kritisch sehe, dann nicht nur wegen der Musiksprache, sondern vor allem wegen der kirchenkritischen bis -feindlichen Geisteshaltung ihrer Autoren, die soviel am kirchlichen Lehramt verändert sehen wollten und dabei der Kirche einen nicht unerheblichen Schaden zugefügt haben.

Viele der mir bekannten Lobpreis-Lieder sind durchaus in der Lage, mit ihrer Freude am Glauben und ihrer Liebe zur katholischen Kirche anzustecken und die Liturgie zu bereichern. Ihnen ist gewiss viel Gutes im Leben der Kirche der vergangenen Jahre zu verdanken. Besonders Lobpreisabende für junge Menschen sind ohne diese Form des musikalisch-betenden Ausdrucks nicht mehr denkbar. Der Lobpreis-Musik kommt vor allem in Gebetskreisen und Anbetungsstunden eine tragende Rolle zu.

Für die Liturgie selbst gelten nach wie vor die Sätze von
Papst Pius X., der 1903 im Motu proprio über die Erneuerung der Kirchenmusik „Tra le sollecitudini“ schrieb:

Die Kirchenmusik muß in höchstem Maße die besonderen Eigenschaften der Liturgie besitzen, nämlich die Heiligkeit und die Güte der Form; daraus erwächst von selbst ein weiteres Merkmal, die Allgemeinheit. Diese Eigenschaften finden sich in höchstem Maße im Gregorianischen Choral, besitzt in vorzüglichem Maße auch die klassische Polyphonie. Eine Kirchenkomposition ist um so heiliger und liturgischer, je mehr sie sich in Verlauf, Eingebung und Geschmack der gregorianischen Melodik nähert; und sie ist um so weniger des Gotteshauses würdig, als sie sich von diesem höchsten Vorbild entfernt.


Sofern es also möglich ist, sollte man stets bemüht sein, diesem Ideal gerecht zu werden. Die Verbreitung von Gebetskreisen wäre sicher hilfreich: hier könnte man sich einerseits zu gemeinsamem Gebet, Lobpreis, Anbetung sowie zu Katechesen und persönlichem Austausch treffen und sich dabei auch an modernerem Liedgut erfreuen, während andererseits das Verständnis für die heilige Liturgie und die Kirchenmusik im Laufe der Zeit wachsen könnte und dadurch auch Auswirkungen auf die Feier der heiligen Messe haben würde.


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Neue Geistliche Lieder…

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In meinem Artikel „Musik der Anbetung“ schnitt ich kürzlich das so genannte „Neue Geistliche Lied“ an und schrieb:

Abraten möchte ich jedoch vom Neuen Geistlichen Lied (in der heiligen Messe), das viel an Ehrfurcht in unserer Kirche zerstört hat. Gero Vehlow schreibt in seinem lesenswerten Buch ‚Maria in der Musik‘: ‚In der Kirchenmusik hat es im Zeitraum von weniger als vier Jahrzehnten ein so starkes Absinken des Niveaus gegeben wie in keiner anderen musikalischen Gattung.‘

Hier besteht ein viel zu wenig beleuchteter Zusammenhang zwischen u.a. dem Schwund der Mundkommunion, der Hochaltäre und Kniebänke und letztlich dem Glauben der Menschen im allgemeinen und der Einführung mehr und mehr „kreativer Elemente“ und „Zusammengebasteltem“ in der heiligen Liturgie der Kirche, die den Kirchgängern das Gefühl wahrer Anbetung immer fremder hat werden lassen. Poplieder und Neues Geistliches Lied sind ein Ausdruck dieser Strömung. Natürlich haben auch Einflüsse von außen, wie die wandelnden Wertvorstellungen der Gesellschaft und die falsche Definition von Freiheit zu dieser Entwicklung beigetragen. All dies kann ich hier nur kurz andeuten, da es sonst den Rahmen sprengen würde.


Ich verstehe, dass diese spärlich begründeten Aussagen von manchem Leser mit Skepsis und Unverständnis gelesen werden können und möchte daher versuchen, behutsam und verständlich zu erklären, was damit gemeint ist.

Zunächst gilt zu definieren, welche Lieder ich unter dem Begriff „Neues Geistliches Lied“ verstehe. Eine Sammlung mit typischen Neuen Geistlichen Liedern ist das Liederheft „Unterwegs“, das in unserem Bistum (Trier) verbreitet ist und u.a. vom Deutschen Liturgischen Institut und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben wurde. Ich schlage das Büchlein aufs Geratewohl auf und vor mir liegt das Lied „Freunde, dass der Mandelzweig“. Hier der Text der ersten Strophe:

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
Ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

So geht es während 4 Strophen weiter, ohne dass Gott ein einziges Mal erwähnt wird.

Nächstes Beispiel, „Wir kommen und gehen“ von Zenetti/Biersack:

Wir kommen und gehen, Wolken im Wind,
Wer kann es verstehen, wozu wir sind?
Wir kommen und gehen, Spuren im Sand,
Die Spuren verwehen, keinem bekannt.

Drittes und letztes Beispiel, „Wo Menschen sich vergessen“ von Laubach/Lehmann:

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen,
und neu beginnen, ganz neu,
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Friede werde unter uns.

Diese Art von Liedern habe ich also damit gemeint, Lieder, die zum großen Teil musikalisch banal sind, textlich an der Oberfläche bleiben und nicht zu Gott hinführen. Solche Lieder sind für die Liturgie unpassend.

Wahrhaft liturgische Lieder sind Gebete, die direkt an Gott oder an die Heiligen gerichtet sind. Keine philosophischen Essays oder hochtrabende Gedankenausschweifungen mit sozialkritischem Touch, die vielleicht das Lebensgefühl einer Generation beschreiben, denen jedoch das Zeitlose - entsprechend dem Zeitlosen der Liturgie - vollständig abgeht. Mit der Zeit wurde durch jene modernen (oder sollte man mittlerweile nicht sagen
altmodischen?) Lieder im Zusammenhang mit den falsch verstandenen Liturgiereformen der 60er und 70er Jahren das Verständnis der heiligen Messe nach und nach ausgehöhlt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie wenig Raum viele Lieder dieser Epoche dem lieben Gott gewähren und stattdessen den Menschen mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens zu rücken bestrebt sind.

Eine prägnante und gute Beschreibung der Kritik an den seit den 60er Jahren auftauchenden Neuen Geistlichen Liedern liest man auf
Wikipedia:

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche wächst zunehmend die Kritik am Neuen Geistlichen Lied. Gegner dieser Gattung werfen dem sogenannten „NGL“ eine Profanierung des Mysteriums des katholischen Glaubens vor. Lieder wie „Ins Wasser fällt ein Stein“, „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ oder ähnliche Stücke moderner Art entsprechen nach der Auffassung vieler katholischer Theologen nicht Charakter und Würde der katholischen Liturgie. Viele Lieder seien zwar für Katechesen geeignet, jedoch lassen sich aufgrund ihrer oftmals unliturgischen Texte für sie kein Platz im Gottesdienst finden. Und auch das II. Vatikanische Konzil spricht sich in seinen Dokumenten für den Erhalt der klassischen Kirchenmusik aus.


Dennoch halten sich diese, ich nenne sie mal „Wohlfühl-Lieder“ in vielen Gemeinden hartnäckig bis auf den heutigen Tag. Sie vermitteln nichts von der Heiligkeit des liturgischen Geschehens. Ihnen fehlt gänzlich die Aura katholischer Mystik, die der Mensch braucht, um ein Gefühl für des grenzenlose Gut, das die heilige Messe für die Menschheit darstellt, zu gewinnen. Durch das Verdrängen der Musik der Mönche des Mittelalters und der polyphonen Meister der Renaissance hat der Gläubige gewissermaßen den Bezug zum Heiligen in der Musik verloren und tut sich zuweilen schwer, einen Zugang zu „alter“ Musik zu finden, die objektiv gesehen freilich nicht alt und verstaubt, sondern in höchstem Maß aktuell und eben zeitlos ist. Nicht umsonst stürmten die Mönche von Heiligenkreuz die Charts mit ihrer CD „
Music for Paradise“, die frei von populären und verharmlosenden Arrangements den Gregorianischen Choral in wohlklingendster, schlichter Authentizität einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat. Diesen Erfolg kann man sich letzten Endes nur durch die Sehnsucht der Menschen nach heiliger Musik, die der Seele eine Ahnung des Ewigen zu schenken vermag, erklären.

Ist es nicht in höchstem Maß bedauerlich, dass liturgische Kirchenmusik, allen voran der Gregorianische Choral aus dem Gemeindeleben vielerorts vollständig ausgestorben zu sein scheint? Es mangelt schließlich nicht an würdigem Liedgut, dem noch das Vermögen innewohnt, die Herzen der Gläubigen zu Gott zu erheben. Dennoch gilt dem Banalen oft der Vorrang gegenüber dem Kunstvollen in der Kirchenmusik. Gefragt sind Priester, Kirchenmusiker und Kirchenchöre, die den Mut haben, die alten Schätze katholischen Liedguts aus der Versenkung zu heben und von den großen Bischofsmessen bis in die kleinen Pfarreien hinein wieder in ihrer unendlichen Schönheit neu erklingen und aufblühen zu lassen.


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Musik der Anbetung

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Kurz vor der Papstwahl 2005 führte ich mit einem Kollegen ein Gespräch darüber, welche Eigenschaften man sich vom zukünftigen Papst wünschen könnte. Als Musiker hofften wir natürlich, dass auch die Musik ihm ein Anliegen sein würde. Immerhin ist es mit der Kirchenmusik seit den 60er Jahren derart den Bach runtergegangen, dass man sich als Musiker fragen möchte, wieso kein Papst nach Pius XII. eine Enzyklika über die Kirchenmusik geschrieben hat. Man könnte meinen, dass die Kirche dringlichere Probleme habe als die Frage, welche Art von Musik angemessen ist, um in der heiligen Messe zu erklingen. Aber es gibt einen tiefen Zusammenhang zwischen dem Glaube und der Musik der Kirche, wie wir gleich sehen werden.

Nun ist Gott sei Dank mit Papst Benedikt ein wahrer Kenner zum Oberhaupt der katholischen Kirche gewählt worden, der sich auch immer wieder zu Problemen der Kirchenmusik geäußert hat. Einige dieser Schriften wurden 2008 von Franz Josef Stoiber im Herder Verlag in einem schönen Sammelband unter dem Titel „
Im Angesicht der Engel“ veröffentlicht. Es ist erstaunlich, mit welcher Klarheit der „Mozart der Theologie“ (Kardinal Meisner) auch zu diesem Thema profunde Analysen vorgelegt hat.

Die Musik sollte in der Kirche erklingen, um Gott zu loben, nicht um sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen. „Liturgische Musik muss demütig sein; ihr Ziel ist nicht der Beifall, sondern die Erbauung.“ - „Musik, die Medium der Anbetung werden will, bedarf der Reinigung; nur so kann sie selbst reinigen und ‚erheben‘“.

Der Papst beruft sich auf den hl. Thomas von Aquin, wenn er schreibt:

„Loben ist selbst eine Bewegung, ein Weg; es ist mehr als Verstehen, Wissen, Tun - es ist das ‚Aufsteigen‘, Rühren an den, der im Lobgesang der Engel wohnt. (…) Solches Aufsteigen reißt den Menschen heraus aus dem, was gegen Gott steht. Wer die verwandelnde Macht großer Liturgie, großer Kunst, großer Musik je erfahren hat, weiß dies. Das tönende Lob führt uns und andere zur Ehrfurcht“ (…) und „weckt den inwendigen Menschen auf.“

Welcher Art sei nun dieses klingende Lob? Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, muss man zuerst eine tieferes Verstehen für die Liturgie gewinnen: „Der Streit um die Kirchenmusik wird symptomatisch für die tiefere Frage, was Gottesdienst sei.“ Liturgie sei natürlich „für alle da. (…) Sie muss daher ‚einfach‘ sein. Aber das Einfache ist nicht das Billige. Es gibt die Einfachheit des Banalen, und es gibt die Einfachheit, die Ausdruck der Reife ist. In der Kirche kann es nur um diese zweite, die wahre Einfachheit gehen.“

Ein Problem sei das falsche Verständnis der „participatio actuosa“, die tätige Teilnahme des ganzen „Gottesvolkes“ an der Liturgie. „Aber dieser Begriff ist doch nachkonziliar einer fatalen Verengung verfallen. Es entstand der Eindruck, als ob tätige Teilnahme nur da vorliege, wo feststellbare äußere Aktivität - Reden, Singen, Predigen, liturgische Assistenz - vorliegt.“ Aber, „ist Vernehmen, Aufnehmen, Ergriffensein nichts Aktives“?

Ohne den Raum der Stille in der Liturgie kann die Seele ihr Herz nicht zu Gott erheben. Wer ständig in äußere Tätigkeiten wie aufstehen, setzen, knien, reden, singen usw. eingebunden ist, wird schwer innerlich zur Ruhe kommen können. Manchmal scheint es mir, als hätte man nicht nur in der säkularen Welt, sondern auch in der Kirche Angst vor allzu langer Stille und Schweigen. Wenn wir schweigen, heißt das noch lange nicht, dass Gott schweigt. Wir müssen hörende Christen werden. Um dorthin zu kommen, müssen wir den Weg der Reinigung gehen und
das Hören sowohl von Musik als auch von Stille neu erlernen.

Dadurch wird unser Herz für Gott bereitet und wir werden nach und nach von selbst ein besseres Verständnis für den angemessenen Duktus einer Musik, die Gott in würdiger Weise preist, gewinnen können. Der Gläubige muss der heiligen Messe in einer Haltung tiefen inneren Gebets beiwohnen. Nur der wahre Beter kann „den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit“ (vgl. Joh 4,23).

Leider kann nicht jeder diesen Weg so einfach beschreiten. Was ist, wenn man nicht zur Ruhe kommen kann in der Messe, wenn es einem einfach nicht gelingt, das Herz zum Gebet zu erheben? Genau in diesem Fall kann die Kirchenmusik ihren höchsten Dienst erfüllen: „Sie legt den verschütteten Weg zum Herzen, zur Mitte unseres Seins frei, dahin, wo es sich mit dem Sein des Schöpfers und des Erlösers berührt. Wo immer dies gelingt, wird Musik die Straße, die zu Jesus führt; der Weg, auf dem Gott sein Heil zeigt.“

Eine liturgische Musik, die diesem Anspruch zweifelsohne gerecht wird, ist der Gregorianische Gesang. Leider haben viele Katholiken den Zugang zu dieser wahrhaft himmlischen Musik verloren. Das ist mehr als bedauerlich, darf aber nicht so einfach von unseren Bischöfen und Priestern hingenommen werden. Sie mögen unsere Pfarreien und besonders unsere Kirchenchöre an das II. Vatikanische Konzil erinnern, das in der Konstitution über die heilige Liturgie „
Sacrosanctum Concilium“ „den Gregorianischen Choral als den der römischen Liturgie eigenen Gesang“ vorsieht, weshalb er „in ihren liturgischen Handlungen, wenn im übrigen die gleichen Voraussetzungen gegeben sind, den ersten Platz einnehmen“ soll. Ich stelle leider immer wieder fest, dass dem Gregorianischen Choral in unseren Kirchen oft der letzte Platz zugewiesen wird.

Nach dem Gregorianischen Choral kennt die Kirchenmusik in ihrer Tradition natürlich noch viele andere Gesänge, die in der Lage sind, das Herz der Gläubigen für Gott zu öffnen, seien es nun anspruchsvolle Chormessen oder einfache Gemeindelieder.

Abraten möchte ich jedoch vom Neuen Geistlichen Lied, das viel an Ehrfurcht in unserer Kirche zerstört hat. Gero Vehlow schreibt in seinem lesenswerten Buch „
Maria in der Musik“: „In der Kirchenmusik hat es im Zeitraum von weniger als vier Jahrzehnten ein so starkes Absinken des Niveaus gegeben wie in keiner anderen musikalischen Gattung.“

Hier besteht ein viel zu wenig beleuchteter Zusammenhang zwischen u.a. dem Schwund der Mundkommunion, der Hochaltäre und Kniebänke und letztlich dem Glauben der Menschen im allgemeinen und der Einführung mehr und mehr „kreativer Elemente“ und „Zusammengebasteltem“ in der heiligen Liturgie der Kirche, die den Kirchgängern das Gefühl wahrer Anbetung immer fremder hat werden lassen. Poplieder und Neues Geistliches Lied sind ein Ausdruck dieser Strömung. Natürlich haben auch Einflüsse von außen, wie die wandelnden Wertvorstellungen der Gesellschaft und die falsche Definition von Freiheit zu dieser Entwicklung beigetragen. All dies kann ich hier nur kurz andeuten, da es sonst den Rahmen sprengen würde.

Bleibt zu hoffen, dass die untrennbare Verbindung zwischen Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten und ihrem würdigen Ausdruck durch die Sprache der Musik aufs Neue besonders von jungen Christen wiederentdeckt wird, damit die Kirche eine Neubelebung des Glaubens erfahre.


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Dinge gibt's!

Dieses Video wurde mir heute von einem Kollegen zugeschickt. Der türkische Marsch von Mozart, 4-händig und… auf einer Gitarre!




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Fauré, der Tröster

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Gestern wäre Gabriel Fauré 164 Jahre alt geworden. Wie Beethoven und Smetana wurde auch Fauré gegen Ende seines Lebens taub. Ich kannte und liebte bereits viele seiner wundervollen Lieder und das berühmte Requiem bevor ich letztes Jahr sein erstes Klavierquartett op. 15 und sein Klaviertrio op. 120 gespielt habe. Dadurch habe ich diesen Komponisten noch mehr schätzen gelernt. Jedes Mal, wenn ich seine Musik höre, empfinde ich Trost. Ja, tröstlich, das ist wohl die treffendste Beschreibung der Musik Gabriel Faurés.

Es gibt Momente, da braucht man neben dem göttlichen Beistand auch den Trost, der einem durch die Musik gespendet werden kann. Wie ein heilender Balsam kann sie die Schmerzen der Seele lindern. Für einen Komponisten-Kollegen, der am Wochenende seine Frau durch einen tragischen und unverschuldeten Unfall verloren hat, möchte ich das Sanctus aus Faurés Requiem hier einstellen. Meine Gebete gelten dir und deiner Familie, lieber Camille Kerger.



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Etwas Musik… Teil 2

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Geschafft! Heute morgen habe ich die Audio-Seiten vorläufig fertig gestellt. Es befindet sich nun eine größere Auswahl an Klavier- und Chorwerken dort (es ist schließlich nicht nur ein Blog, sondern auch die Homepage eines katholischen Künstlers). In den kommenden Tagen werde ich mich wieder mehr dem Bloggen zuwenden und etwas über Glaube und Musik schreiben. Ich musste feststellen, dass diese Themenkombination verhältnismäßig nur spärlich im Web vertreten ist. Darf man die etwas provokante These aufstellen, dass Katholiken oft wenig musikkundig sind, während Tonkünstler selten als überzeugte Katholiken leben?


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Etwas Musik…

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Ich habe mal einiges an Musik hochgeladen in der Hoffnung, dass es euch gefällt. Unter Audio könnt ihr ja mal reinhören. Es ist allerdings nur eine kleine Auswahl an Kompositionen. Zu den Chorwerken habe ich auch noch keine Einführungen geschrieben. Vielleicht vervollständige ich die Sammlung im Laufe der Zeit.

Ein kleines Weihegebet an die Muttergottes soll an dieser Stelle nicht fehlen:

Geliebte Muttergottes, so wie meine Seele und mein Leib, alles, was ich bin und habe, dir gehören, so möge auch jeder Ton meiner Musik deinem unbefleckten Herzen geweiht sein, damit du sie zur größeren Ehre Gottes und zur Freude der Menschen erklingen lässt.



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Für Antonio

Das neue Lieblingsstück meines Sohnes Antonio (*24.06.2007). „Pini di Roma“ von Ottorino Respighi. Oder hieß der Komponist doch Walt Respighi?




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Über die Notwendigkeit der Musik

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Vergangenes Wochenende hatte ich das Glück, an einem Seminar des Neurologen und Querflötisten Dr. Prof. med. Eckart Altenmüller teilzunehmen. Dass Musik positive Auswirkungen auf den Menschen haben kann, weiß man intuitiv. Prof. Altenmüller belegt diese Ahnung durch seine ausgiebigen Forschungen mit beeindruckenden Resultaten. Den Inhalt seiner Vorträge kann ich hier nicht wiedergeben, aber seine 8 Argumente für die Notwendigkeit von Musik an unseren Schulen möchte ich kurz erläutern. Sie fassen komprimiert zusammen, wieso Wissenschaftler wie Prof. Altenmüller ihre Forschungen diesem Gebiet widmen.

1. 98% der Menschen sind mit einem Sinn, mit Liebe für die Musik geboren

Die restlichen 2 Prozent leiden wohl unter einer „kongenitalen Amusie” (früher mit dem besser verständlichen Namen „Seelentaubheit“ bezeichnet).

2. Musik ist ein Teil der Kulturen

Prof. Altenmüller legt Wert auf die Mehrzahl, da Musik in allen Kulturen eine wichtige Rolle spielt.

3. Musik lehrt uns das Zuhören

Musikhören muss ein aktiver Prozess sein, wenn man die Musik verstehen will. Sie hilft uns, auch im Leben besser zuzuhören.

4. Musik fordert uns heraus

Will sagen: Musik ist nicht da, um uns glücklich zu machen (natürlich kann sie das auch!), sondern sie kann und soll uns auch verstören, Dinge in Frage stellen, unser Denken herausfordern. So manch eine Biographie wurde schon durch ein kleines Musikstück drastisch umgeschrieben!

5. Musik ist interdisziplinär

Sie vereint verschiedene Disziplinen wie z.B. Dichtung, Mathematik, Architektur und fördert unsere Fähigkeit in Querverbindungen zu denken.

6. Musik macht unser (Innen-)Leben reicher

Wenn Sie zu den 98% gehören, die mit einer Affinität für Musik geboren sind, werden Sie dieses Argument ohne Weiteres bestätigen können!

7. Musik ist eine „Insel“ der Kreativität

Musizieren, aber auch Musikhören, bietet wunderbare Möglichkeiten, die Kreativität auszuleben und auszubauen.

8. Musik ist eine Möglichkeit, der Welt Sinn zu geben
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Der letzte Punkt in Prof. Altenmüllers Argumentation gefällt mir persönlich am besten: Musik kann tatsächlich helfen, die Welt zu erklären und besser zu verstehen. Sie kann Realitäten „aussprechen“, für die die Sprache keine Worte mehr hat. Hier ist natürlich die spirituelle Dimension der Musik gemeint, die ein Bindeglied ist zwischen dem Sicht- und dem Unsichtbaren.

Prof. Altenmüllers neues Buch kann man hier vorbestellen. Danke, lieber Prof. Altenmüller, für die tollen Vorträge!


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„Die Winterreise“ aus der Sicht des Sängers

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Eine Einführung in Franz Schuberts „Winterreise“ von Marion Michels.

“Am Brunnen vor dem Tore” oder “Das Wandern ist des Müllers Lust” - jedem fällt hier der Begriff “Deutsches Volkslied” ein und eventuell der Name: Franz Schubert. Wer allerdings für die Texte verantwortlich zeichnet, ist den meisten Leuten nicht bekannt. Wer war der Dichter dieser Lieder, die Schubert einen “schauerlichen Zyklus” nannte, als er die Winterreise vertonte?weiterlesen...
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Kinder und klassische Musik

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Vor einigen Tagen zeigte mir eine junge Mutter eine CD von Detlev Jöcker, die sie dem Kind einer Freundin schenken wollte. Nach kurzem Hinheinhören musste ich auch schon wieder ausschalten. Muss man Kinder derart unterfordern?

Nichts gegen Jöcker oder sonstige Kinderliedermacher, die sicher viel Liebe in ihre Musik stecken und damit auch viele Kinder (und Eltern) begeistern. Es ist ja schön, ab und zu diese Lieder mit Kindern zu hören, wenn es nicht ausschließlich dabei bliebe. Die Musikgeschichte kennt ja so viel bessere Musik! Zum Beispiel die klassische Musik eines Bach, Mozart, Beethoven, Mendelssohn…

Klar, wenn die Eltern nie einen Zugang zur klassischen Musik gefunden haben, werden sie sie ihren Kindern auch nicht weiter geben. Vielleicht können unsere Kinder jedoch ein Grund sein, dass wir unsere CD-Sammlung um ein paar Klassik-CD’s erweitern. Unsere Liebsten werden es uns danken.

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Wissenschaftliche Untersuchungen belegen, dass nicht nur das Musizieren, sondern auch das Musikhören die Entwicklung eines Kindes maßgeblich fördern kann. Ich merke immer wieder, dass meinen beiden Söhnen klassische Musik einfach gut tut. Besonders Antonio, der im Juni 2 Jahre alt wird, liebt es, auf langen Autofahrten z.B. Beethovens Symphonien zu hören. Und es muss nichts Seichtes sein, im Gegenteil, je temperamentvoller, umso besser. Während der enormen Steigerungen im ersten Satz der berühmten Fünften jauchzt er laut lachend mit und wackelt aufgeregt mit seinen kleinen Beinchen - im Takt!

Ich glaube nicht, dass dies ein Zeichen besonderen Talents ist (wobei mich das als Vater natürlich freuen würde), sondern vielmehr, dass Kinder einfach noch derart offen für die direkte und kraftvolle Sprache der klassischen Musik sind, dass sie diese tief mitempfinden können.

Zur Geburt von Antonio habe ich ihm auch Baby-CD’s gekauft, auf denen klassische Musik von einem Spieluhren-Orchester gespielt wird. Das ist süß, wirklich. Es war auch schön, diese Kindermusik ab und zu mit unseren Babys zu hören. Aber wir wollen nicht dabei stehen bleiben, sondern mit ihnen zusammen die Originale hören. Sie haben es verdient!

Siehe auch: Antonio dirigiert


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Der katholische Musiker

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Musik kann bis ins Innerste des Menschen vordringen. Dies ist Geschenk und verantwortungsvolle Verpflichtung zugleich. Wie wird man dieser Gabe gerecht?

Die Musik spricht eine Sprache jenseits der Worte und führt somit auch über diese hinaus. So ähnlich ist es mit dem Gebet: gedanklich oder tatsächlich gesprochene Worte, die an Gott, an Maria, an die Heiligen, die Engel oder die armen Seelen gerichtet sind, führen in eine Realität jenseits des Wahrnehmbaren, um schlussendlich in der Stille zu münden. Denn hier, und nur hier im Schweigen ruht die Fähigkeit, auch wirklich zuzuhören. Erst wenn das Herz im Gebet aufhorcht, kann der Mensch Gott ge-horchen, kann unser Gebet fruchtbar werden.

Genau so sollte es auch mit der Musik sein: zu Beginn steht die Sammlung und das zur-Ruhe-Kommen. Erst nach diesem Aus- und Einatmen (die Reihenfolge ist bewusst gewählt) darf ein Musiker, der für Gott musizieren will, seinem Instrument die ersten Töne entlocken. Und dann muss das gespielte oder gesungene Gebet tief in das eigene Ohr gelangen um im Herzen, von wo es eigentlich immer ausgehen sollte, wieder anzukommen. Natürlich setzt dies voraus, dass die dargebrachte Musik beherrscht wird und dem „musikalischen Opfer“ eine angemessene Zeit des Studiums vorausgegangen ist, damit die Hingabe beim Musizieren nicht durch technische Schwierigkeiten beeinträchtigt wird.

Also: nicht nur der Hörer, sondern besonders auch der Interpret muss zuhören, hinhorchen, sich mit jeder Pore in die Musik hinein fühlen können. Ob es sich um einen Instrumentalisten, einen Chorsänger oder einen die Präfation singenden Priester handelt, ob es um Musik im Gottesdienst, im Konzert, beim Gebetsabend oder beim Wandern geht: Höre! Nicht umsonst taucht dieses wundervolle Verb weit über vierhundertmal im Neuen Testament auf. Das höchste Gebot für das Musizieren ist nach dem Lieben - ohne Liebe keine Musik - das Wort Jesu: „Wenn einer Ohren hat zum Hören, so höre er!“ (Mk 4,23)


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