Mutter Teresa über die Beichte

Das Sakrament der Versöhnung: „Alles, was du auf Erden lösen wirst, wird auch im Himmel gelöst sein“
Die Beichte ist ein großartiges Geschehen, ein Akt großer Liebe, nur hier können wir als Sünder, als Sündenbeladene hineingehen und herauskommen als Sünder, denen vergeben ist, als Sündenfreie.
Die Beichte ist niemals etwas anderes als in die Tat umgesetzte Demut. Wir nannten sie früher Bußsakrament; aber in Wahrheit handelt es sich um ein Sakrament der Liebe, um ein Sakrament der Versöhnung. Wenn sich eine Bresche auftut zwischen mir und Christus, wenn ein Riss durch meine Liebe geht, dann kann alles Mögliche diese Spalte auffüllen. Die Beichte ist der Zeitpunkt, wo ich Christus erlaube, alles von mir zu nehmen, was spaltet, alles was zerstört. Dass ich Sünder bin, muss mir bewusst sein. Die meisten von uns laufen Gefahr zu vergessen, dass wir Sünder sind und dass wir als solche in die Beichte gehen. Wir müssen uns an Gott wenden, um ihm zu sagen, wie tiefbetrübt wir sind über alles, was wir zu tun im Stande waren und was ihn verletzt hat.
Der Beichtstuhl ist kein Ort für banale Unterhaltung oder bloßes Gerede. Hier geht es nur um das Eine: um meine Sünden, meine Reue, meine Vergebung; darum, wie ich meiner Versuchungen Herr werden kann, wie ich Tugend in die Tat umsetzen kann und wie die Liebe zu Gott wachsen kann.
| Sel. Teresa von Kalkutta (1910-1997), Gründerin der Missionarinnen der Nächstenliebe Es gibt keine größere Liebe 1997, p. 116 |
Die Zehn Gebote (Video)
via Johannes Maria Schwarz (dessen Vimeo-Kanal sehr zu empfehlen ist!)
Hochinteressantes Gespräch über die Hl. Messe
O, wie tun diese Worte von Professor Spaemann gut… Ich verstehe nicht, wieso seine Ansichten, die eigentlich leicht nachzuvollziehen und wohl kaum zu widerlegen sind, nicht auch von allen Bischöfen und Priestern so vertreten werden. „Ein Ausblick, der Mut macht“, wie der Journalist am Ende meint – und bezieht sich damit auf die jüngere Generation, die „die alten Vorurteile“ gegen die „Alte Messe“ nicht hat. Vieles von dem, was Prof. Spaemann sagt, kenne ich aus Erfahrung. Dass zum Beispiel junge Eltern gerne in die Alte Messe gehen und so den Glauben an ihre Kinder weitergeben wollen, kann ich unterschreiben. Das Beispiel mit dem Priester, der sich weigert, den ersten Kanon zu beten, kommt mir leider auch bekannt vor.
Werter Leser, der du auf diesen Beitrag gestoßen bist: ich hoffe, dass du dir die halbe Stunde Zeit nimmst, um dir dieses Interview zu Gemüte zu führen! Es lohnt sich. Es wird nämlich eine Zeit des Übergangs kommen: jene, denen die „Gregorianische Messe“ so verhasst ist, werden in den kommenden Jahren nach und nach aussterben, und ebenso werden es die paar wenigen alten Messbesucher tun, die sie noch bei der Stange halten konnten. Wir Jungen wollen - brauchen mehr! Gebt uns die ganze Wahrheit, lasst uns teilhaben an der vollen Schönheit der Liturgie, hört auf, die heiligen Riten der Väter zu kastrieren und zu verschandeln!
Wenn ich mich so reden höre, glaube ich, dass ich früher oder später - eher früher als später - nur noch zur Alten Messe gehen werde. „Wie die Hirschkuh verlangt nach dem Wasser der Quelle, so verlangt, o Gott, meine Seele nach dir.“ (Psalm 42)

Quelle: Causa Nostræ Lætitiæ
Wenn beginnt das menschliche Leben?
Only You - Gib der Liebe eine Chance!
Das Büchlein umfasst gerade mal 80 Seiten und richtet sich an junge Menschen, die auf der Suche nach erfüllter Liebe sind. Also wohl an alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die offen und mutig genug sind, sich mit Ideen auseinanderzusetzen, die ihr Leben von Grund auf verändern können. Der Leser wird von der Autorin behutsam und doch zielsicher in Gedankengänge zum Thema Liebe, Freundschaft und Sexualität eingeführt, die für viele vielleicht neu und ungewöhnlich sein werden, aber dennoch leicht nachvollziehbar bleiben. Das Buch ist in einem sehr persönlichen Ton gehalten und lädt auf unaufdringliche Weise auf ein imaginäres Gespräch mit der Autorin ein, das „ungefähr so lang wie ein Besuch“ dauert. Wer sich darauf einlässt, wird bald spüren, dass hier jemand schreibt, dem es nicht um Verkaufsquoten, sondern aufrichtig um das Wohl des Adressaten geht. So fehlt dem Buch beispielsweise jeglicher Hinweis auf Gabriele Kubys anderen (äußerst empfehlenswerten!) Bücher oder sonstige Eigenwerbung, die Büchern aus der Sparte „Ratgeber“ sonst meist zu eigen ist.
Mit Beginn der Pubertät wächst der Sexualtrieb und die Frage nach Sex und Liebe gerät mehr und mehr in den Vordergrund des jungen Menschen. Die Möglichkeit, damit verantwortungsbewusst und klug umzugehen, um sich unnötige Verletzungen zu ersparen und einen Grundstein für eine lebenslange, glückliche Partnerschaft zu legen, wird den Jugendlichen unserer Zeit jedoch kaum mehr vermittelt. Was die „sexuelle Aufklärung“ des Mainstream propagiert und als „Liebe“ verkauft, sind Ideologien über Sexualität und deren Sinn und Ausleben, die nicht zu erfüllter Liebe führen können. Die ungeheure Anzahl der Scheidungen und unglücklichen Beziehungen, der Alleinerziehenden und der Abtreibungen sollte dies zur Genüge bewiesen haben.
Da die 68er Generation mit ihrer „sexuellen Revolution“ radikal und erfolgreich gegen ihre Eltern und deren Moralvorstellungen rebelliert hat, gibt es für die Jugend von heute „keine Grenzen mehr, die ihr einreißen könntet. Neu wäre Umkehr statt Revolution.“ Den Weg dieser Umkehr weist Gabriele Kuby in den 11 Kapiteln ihres Büchleins klar und verständlich auf. Wer ihn wagt, „wird erfahren, dass das Leben gut wird, sich Lebensfreude und Zufriedenheit einstellen und unvermeidliches Leid getragen werden kann.“
Ein derartiges Buch kann gar nicht genug empfohlen und den jungen Menschen ans Herz gelegt werden. Wer endgültig die Schnauze voll hat von Beziehungsstress und dem Schmerz unglücklicher Beziehungen, wird in „Only You“ Ideen finden, die wie Dynamit die zerstörerischen Muster der Vergangenheit wegblasen und das Leben in eine ganz neue Richtung lenken können. Diese Erfahrung habe ich gemacht. Wer bereits spürt, dass ungeschützter Sex - Sex, der nicht durch die Ehe und durch wahre Liebe geschützt wird - nicht sein Ding ist, wird hier Bestätigung und Ermutigung finden. Wer nicht weiß, wie er/sie mit dem Thema Sex umgehen soll, wird durch die Lektüre dieses kostbaren kleinen Buchs Klarheit gewinnen.
Seminar-Tipp:
Vom 2. bis zum 4. Oktober wird in Reisbach (Bayern) ein Seminar mit Gabriele Kuby, Fabian Lair (22) und Pfarrer Martin Ramoser sowie den Schwestern und Brüdern vom Heiligen Blut und den Brüdern Samariter stattfinden.
Gloria.tv-Link zum Flyer
Anselm Grün über den Choral von Heiligenkreuz

Journalistin: Hier im Kloster wird - Sie haben es gerade erwähnt - der gregorianische Gesang sehr gepflegt. Sie haben auch ein Buch über die spirituelle Kraft der Musik geschrieben. Es heißt: „Höre, so wird deine Seele leben“. [Klar, worüber hat der Mann noch nicht geschrieben?] Was passiert mit Ihnen, wenn Sie Musik hören?
P. Anselm Grün: [nuschelt:] Die Musik dringt einfach in tiefere Schichten ein. Wenn ich eine Bach-Kantate höre, muss ich nicht die Worte glauben, sondern die Worte fallen in die Seele hinein und ich spüre, was die Worte ausdrücken. Für mich ist Musik immer ein Fenster auch zum Himmel und ein Weg, offen zu werden für Transzendenz und in Berührung zu kommen mit meiner tiefsten Sehnsucht, mit meinem Herzen - oft kleben wir ja auch oberflächlich und äußerlich… - und die Musik ist für mich ein wichtiger Weg, mich zu spüren und in den Grund der Seele zu kommen und da die Sehnsucht zu spüren [spüren, spüren, spüren], dass die eigentliche Sehnsucht zu Gott geht.
Journalistin: Die Zisterzienser-Mönche vom Stift Heiligenkreuz sind ja mit ihrer CD mit gregorianischen Gesängen in den Charts gelandet, „Music for Paradise“ heißt die CD, glaube ich. Kennen Sie diese CD?
P. Anselm Grün: Ich habe sie nicht angehört. Es ist immer gefährlich, wenn man Choral dann zu sehr verzweckt, also Choral ist ein geistlicher Gesang und ich denke nicht, dass er für die Massen so geeignet ist, da wird dann irgendwas verfälscht. [Wie bitte?! Pater Grün, Sie verzwecken alles Mögliche, sei es katholisch oder nicht katholisch, um ihren Senf dazuzugeben und das dann in bares Geld umzuwandeln - zugegegeben, das können Sie gut - und jetzt bezichtigen Sie die Heiligenkreuzer Mönche der Verzweckung und Verfälschung, ausgerechnet Sie, die Sie den katholischen Glauben so oft bis zur Unkenntlichkeit entstellen und der breiten Masse ständig ein synkretistisches Mischmasch auftischen?!]
Eine kurze Klarstellung für P. Grün: Ich bin den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz, und besonders dem Stiftskantor, der zum großen Teil für die Qualität des Gesanges verantwortlich ist, persönlich sehr verbunden und kann Ihnen, lieber P. Grün, versichern, dass hier der Choral so gesungen wird, wie die Mönche ihn auch ohne Mikrofone singen: das Herz auf Gott ausgerichtet, im Sinn die größere Ehre Gottes. Das Resultat wird aufgrund ihres Glaubens und ihres Talents eben besonders schön und ergreifend. Hinter dem Gebet (denn es ist gesungenes Gebet in reinster Form) verschwinden die Mönche - allen voran ihr Chorleiter - fast vollständig, während a) ihnen der Erfolg überhaupt nicht so wichtig ist, wie Sie vielleicht meinen, und b) sie diesen ganzen Medienrummel nicht lieben. Umso besser, dass ein Mönch - stellvertretend für alle - bereit ist, die Öffentlichkeitsarbeit zu übernehmen. P. Karl Wallner wird man oft gesehen, gehört, gelesen haben, Mitwirkende des „Hit-Albums“ wohl kaum.
Stört P. Anselm Grün vielleicht der Erfolg des Stiftes Heiligenkreuz, riecht er eine unliebsame Konkurrenz? Hat er geahnt, dass nach den Musik-Charts auch die Bestseller-Listen von Heiligenkreuzer Mönchen betreten werden? Es wäre höchst wünschenswert, dass P. Karl Wallner mit seinen Büchern auch ein breites Publikum erreicht. So hätten wir endlich ein katholisches Pendant zu Ihnen, lieber P. Anselm Grün. Aber keine Angst, die Welt liebt Ratgeber, und ich bin sicher, Sie haben noch nicht über jeden Furz einen solchen geschrieben.
P.S.: Surftipp - der YouTube-Kanal eines jungen Mönchs aus Heiligenkreuz mit vielen Videos über das Stift.
Die Messe - online!


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Love Story - Teil 3

Als wir vor knapp drei Jahren heirateten, hörte ich manch gut gemeinten Rat von älteren, „erfahreneren“ Bekannten, die mich davor warnten, dass a) mein überzeugter Katholizismus und b) die Liebe zu Martina nicht ewig andauern würden, und dass es keine Garantie gäbe, dass nicht auch unsere Ehe eines Tages in der Scheidung enden würde.
Oberflächlich betrachtet sind diese Befürchtungen durchaus realistisch. Immerhin ist die aktuelle Scheidungsrate alles andere als ein Beispiel für glückliche Beziehungen. All diese Paare, von denen jeder von uns sicher einige kennt, haben sich irgendwann doch auch geliebt, oder? Oder war es vielleicht keine wahre Liebe? Oder hat das Scheitern zahlloser Ehen in unserer Zeit andere Ursachen? Wieso „nimmt die Liebe ab“ und die Streitereien überhand und weshalb kann man dagegen anscheinend so wenig tun?
Ich bin kein Eheberater (eigentlich bin ich Pianist und Komponist, auch wenn man das aus meinem Blog kaum herausliest), führe vielleicht auch nicht die perfekte Ehe (was auch immer man darunter verstehen mag), aber – und das ist das Entscheidende – ich bin glücklich mit meiner Frau. Natürlich liegt das daran, dass sie ein lieber Mensch ist, dass sie klug, reif und verständnisvoll und unkompliziert ist. Ich könnte die Liste beliebig erweitern. Doch es handelt sich hier lediglich um Eigenschaften, die eben nur einen Teil des Eheglücks ausmachen. Schließlich gibt es bei jedem Menschen auch weniger angenehme Seiten, die man weder bei sich und schon gar nicht bei anderen jemals ganz los wird. Also muss die Liebe zum Partner so grenzenlos sein, dass dieser sich immer geliebt weiß, auch bei Meinungsverschiedenheiten und Streitigkeiten. Denn sogar der verhärtetste Mensch hat in seinem Innern das tiefe Grundbedürfnis, bedingungslos geliebt und angenommen zu werden.
Doch wie kann diese Sehnsucht erfüllt werden und wie kann die Liebe zwischen zwei Menschen von Dauer sein, wenn:
- in einer Partnerschaft eine Hintertür geöffnet bleibt, die einem erlaubt, jederzeit aus der Beziehung zu flüchten und seine Liebe dem Partner zu entziehen?
- das Gut des anderen nicht über dem eigenen Gut steht, wenn man nicht gelernt hat, uneigennützig zu lieben?
- wenn nicht ein größeres, gemeinsames Ziel angestrebt wird?
1. Beginnen wir mit Punkt 1, der Hintertür. Einen Hinterausgang – und ich beschreibe im folgenden den Idealfall aus katholischer Sicht – hat man in der Phase der Prüfung, nämlich dann, wenn man sich auf eine Beziehung einlässt, um sich und den Partner besser kennen- und einschätzen zu lernen und die Freundschaft im Laufe einer gewissen (nicht über die Jahre ausufernden) Zeit auf ihre Standfestigkeit hin zu überprüfen. Bleibt der Wunsch bestehen, sein ganzes Leben mit diesem Menschen zu teilen, konkretisiert man diese Bereitschaft durch den Akt der Verlobung. Bis zur Eheschließung lässt man sich immer noch die Möglichkeit offen, sich aus Gründen der Klugheit und Einsicht zurückzuziehen und auf getrennten Wegen weiterzugehen. Mann und Frau haben sich zu diesem Zeitpunkt weder das ewige Ja in der Kirche vor Gottes Angesicht und vor den anwesenden Zeugen gegeben, noch haben sie sich durch das körperliche Ja, den Geschlechtsverkehr, einander ganz geschenkt und versprochen. Geschenke sollte man nämlich nicht zurückfordern.
Entscheidet man sich allerdings für die Ehe und gibt einander das Ja-Wort, dann geht die Hintertür nicht nur zu, sondern sie löst sich auf, sie verschwindet, weil das glückliche Paar sich ab diesem Zeitpunkt in der Unauflöslichkeit der Ehe befindet. Unser „Ja sei ein Ja“ (Mt 5,37), sagt Jesus – und genau darin liegt ein grundlegendes Geheimnis einer intakten Ehe: beide Partner wissen, dass das „Ja“ bis zum Ende gilt und dass dem anderen dieses Versprechen genau so heilig ist wie einem selbst. Auf dieser Basis gedeiht ein unerschütterliches Vertrauen ineinander (und in Gott – doch zu dem kommen wir beim nächsten Punkt), so dass viele Probleme wie Eifersucht, Verlustängste oder Misstrauen die Ehe gar nicht erst angreifen und vergiften können. Das Verschwinden der Hintertür ist weder ein Verlust von Freiheit noch ein Gefangensein in einem rein gesellschaftlich geprägten Schema, wie manche Ideologien es uns weismachen möchten. Es ist vielmehr der Schritt, der uns dank Gottes Gnade dazu verhilft, unsere Liebe im sicheren und gesegneten Umfeld der Familie zu entfalten und daran zu wachsen.
2. Solange mein Partner mein Ein und Alles ist und ich all meine Hoffnungen und Wünsche auf ihn projiziere, bleibt meine Liebe egoistisch und meine Ehe unerfüllt. Erhebt man den Partner zu einer Art Gottesfigur, ist die Ehe zum Scheitern verurteilt. Man wird weder in der Lage sein, frei und unegoistisch zu lieben, noch kann der Partner für all das herhalten, was man nur bei Gott suchen sollte und finden kann. Die uneigennützige Liebe lernen wir von Gott, der uns Seine Liebe dadurch offenbart hat, dass Er „seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben“ (1Joh 4,9). Jesus, die Muttergottes und die Heiligen sollen die Vorbilder der Eheleute sein. Sie helfen uns, unsere Partner so zu lieben, wie der heilige Paulus es im 5. Kapitel seines Briefes an die Epheser fordert: „Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Ehrfurcht vor Christus.“ Überhaupt enthält dieser Abschnitt der Heiligen Schrift einen Schatz an Empfehlungen, die helfen, eine gute Ehe zu führen.
Das Gebet, die regelmäßige Gewissenserforschung und die Reinigung durch die heilige Beichte, die häufige Kommunion mit Jesus in der Messe: all dies sind Waffen, die die Liebe eines Ehepaars stärken, sie läutern und von egoistischen Beschränkungen befreien. Kleine Aufmerksamkeiten, gute Worte und Liebesdienste am anderen sind die natürlichen Folgen eines praktizierten Glaubens. Man muss in der Ehe das Gut des anderen vor das eigene Gut stellen. Wird diese Grundeinstellung von beiden Eheleuten getragen, kann die Ehe – trotz aller Disharmonien, die nicht zu vermeiden sind und die natürlich auch ihre Berechtigung haben – nicht anders als glücklich sein.
Selbstredend ist man als Ehepaar auch offen für die Kinder, die Gott einem schenken möchte und würde sich nie aus egoistischen Gründen vor diesem Gottesgeschenk verschließen. (Uns wurden bis jetzt 2 Söhne geschenkt.)
3. In der gemeinsamen Ausrichtung auf Gott sehe ich die dritte Grundlage einer glücklichen Ehe: über allem anderen muss die Beziehung zu Gott stehen, die mindestens genau so gepflegt werden will wie diejenige zum Ehepartner. Wer keine Beziehung zu Gott sucht und lebt, wird früher oder später unzufrieden mit sich und seinem Partner, da ein anderer Mensch nie in der Lage sein wird, jenen inneren Frieden zu schenken, den nur Gott, nicht aber die Welt geben kann (vgl. Joh 14,27). Wo Gott im Mittelpunkt einer Partnerschaft steht, wo gemeinsam gebetet wird, wo in der hl. Beichte regelmäßig mit sich selber ins Gericht gegangen wird, dort wird das Liebesglück täglich erneuert. Der gelebte Glaube erhält die Gnade des Ehesakraments ein Leben lang, wenn beide Partner ihr Leben immer neu auf Gott als gemeinsames Ziel ausrichten.
Diese drei Grundlagen – keine Hintertür, eine gereinigte Liebe und die gemeinsame Ausrichtung auf Gott – sind nur dort möglich, wo der Glaube ernst genommen wird. Christliche Eheleute dürfen den Glauben nicht in der Schublade des „Privaten“ verstecken, nein, sie müssen ihren Glauben gemeinsam leben und verkünden. Jedes Ehepaar, das sucht, wird seinen Weg finden, seine ihm eigene Art, die Ehe in den Dienst Gottes zu stellen. Es ist ein Weg, der unendlich reich belohnt wird. Er gibt der Liebe die Tiefe, jene Lebendigkeit, nach der jeder Mensch sich sehnt. Vielleicht wird ein solches Paar ein paar Liebesromane und -filme weniger konsumieren, da die Liebe ihr wunderschönes Lied ununterbrochen im eigenen Leben singt. Aber wen würde das stören?
Unsere Liebe Frau vom Berge Karmel

Esoterik und katholischer Glaube

Ist Esoterik mit dem katholischen Glauben vereinbar? In einer e-mail hat mir David darauf geantwortet: nicht die kleinste Kleinigkeit.
Diese Frage ist höchst aktuell. Wer sich heute auf „Sinnsuche“ begibt, wird fast zwangsläufig mit esoterischen Angeboten konfrontiert. Dabei darf schon gefragt werden, ob mit dem Begriff „Esoterik“ nicht Etikettenschwindel betrieben wird. Denn: Was soll an Lehren, die in hoher Auflage auf den Markt geworfen werden, noch esoterisch, also allein den Eingeweihten zugänglich, sein? Im Grunde dürfte ich als Uneingeweihter gar nichts davon wissen. Recht besehen hat jede Religion neben einer exoterischen auch eine esoterische Seite, auch die christliche. Früher zumindest waren die Katechumenen bei der eigentlichen Mysterienfeier unerwünscht, denn sie mussten eben erst eingeweiht werden (durch das Sakrament der Taufe). Und Dionysius Areopagita warnt in seiner mystischen Theologie: „Gib aber acht, dass niemand der Nicht-Eingeweihten etwas von diesen Dingen zufällig hört.“
Gemeint ist mit Esoterik daher eher eine subjektiv-synkretistische Religiosität oder eine New-Age-Spiritualität; alles Mögliche fällt darunter, seien es alternative Heilmethoden, Spiritismus, Schamanentum oder Anthroposphie, so dass dem Begriff eigentlich jede Trennschärfe mangelt. Ich bin damit vielfältig in Berührung gekommen, und zwar ohne großartig danach gesucht zu haben. Ich bin kein Aussteiger, denn dazu war ich zu wenig eingestiegen. Einem katholischen Esoteriker wie Valentin Tomberg verdanke ich jedoch wertvolle Einsichten, auch was den katholischen Glauben betrifft. Tomberg – dessen Schriften immerhin von Robert Spaemann herausgegeben werden – kann als Beispiel dafür dienen, dass sich esoterische Weisheit und katholischer Glaube durchaus etwas zu sagen haben, natürlich unter Vorrang des päpstlichen Lehramts. Das einzige heterodoxe Element, das ich bei Tomberg habe finden können, ist die Reinkarnationslehre; diese soll aber keineswegs die Auferstehung der Toten „ersetzen“, sondern kann als Erfahrungstatsache daneben bestehen – wie in der Orthodoxie die Unzerstörbarkeit der Seele. Ein aufschlussreiches Statement dazu gibt es von Papst Johannes Paul II.
Beginnen möchte ich mit den unterschiedlichen esoterischen Praktiken; denn auf Praxis und Erfahrung wird in der „Szene“ sehr viel Wert gelegt, noch ehe es um theoretische Grundlagen geht. Ein weites Feld, das von nicht wenigen Scharlatanen und Hochstaplern bevölkert wird. Offen gestanden, habe ich mich nie sonderlich dafür interessiert. Es wäre daher unfair, alle diese Praktiken in Bausch und Bogen zu verdammen. Aber sind diese Praktiken nicht gefährlich? Nicht gefährlicher als das Leben an sich, scheint mir. Dämonen sind überall unterwegs, und wer fest im Glauben steht, muss nichts fürchten – außer den Herrn. Das heißt nicht, dass ich ein wildes Herumexperimentieren mit diesen Praktiken befürworten würde; spiritistische Sitzungen oder satanische Rituale sind natürlich indiskutabel. Statt Furcht erscheint mir die Tugend der Klugheit jedoch angemessener. Ich kann z. B. nicht ausschließen, dass an Astrologie etwas „dran“ ist. Aber wenn ich angesichts des Kreuzes bete, kann ich mich nicht anders als frei und verantwortlich fühlen vor Gott – determiniert weder durch Sterne noch durch Gene; und angesichts des Kreuzes kann ich auch nicht anders empfinden, als dass mein persönliches Schicksal in der Hand Gottes liegt – weder in Sternen noch in Genen.
Daneben haben sich viele esoterische Praktiken im Gesundheitsbereich ausgebreitet, offenbar mit mehr oder weniger Erfolg. Dabei kann einen nüchterner Pragmatismus schützen: Was hilft, hilft. Der Körper ist ein unbestechlicher Richter, und sein Urteil erkennt man daran, ob das Symptom verschwindet oder eben nicht. Problematisch wird das erst, wenn zwecks Heilung bestimmte esoterische Glaubenssätze angenommen werden sollen. Ja, es gibt zwar keinen esoterischen „Katechismus“, aber wiederkehrende Sätze, die man – gelegen oder ungelegen – zu hören kriegt, auch wenn die „Szene“ sich antidogmatisch (und antiinstitutionell) geriert.
Denn jeder spirituelle Fortschritt kann nur auf eigener Erfahrung beruhen. Erfahrung gehört gewissermaßen zu den Zauberwörtern, mit denen man auf esoterischen Kongressen punkten kann. Nur Dummköpfe, schreibt Gomez-Davila, müssen alle Erfahrungen selber machen. Und nur Dummköpfe, so könnte man Davila paraphrasieren, denken, Dogmen seien lebendiger Erfahrung entgegengesetzt. In Wirklichkeit aber sind die geoffenbarten Dogmen Beschreibungen einer objektiven-geistigen Realität, in die ich nicht unmittelbar Einsicht habe; erst dadurch, dass ich sie annehme, öffnen sich mir – analog zu Ikonen – Fenster zu dieser Realität, und ich kann Erfahrungen in und mit dieser Realität machen. Dabei kommt das Erfahrungsmoment im christlichen Glauben nicht zu kurz: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir geschaut und was unsere Hände berührt haben, das Wort des Lebens – das Leben ist erschienen, und wir haben gesehen und bezeugen und verkündigen euch das ewige Leben, das beim Vater war und uns erschienen ist.“ (1 Joh 1, 1-3) Ist diese Erfahrung – das sinnliche Wahrnehmen des fleischgewordenen Logos – nicht im Glauben selbst enthalten, und zwar so, dass derjenige, der sich zu Christus bekehrt hat, über diese Erfahrung ganz selbstverständlich verfügt, ob nun bewusst oder unbewusst? Besondere mystische Erfahrungen sollten deshalb nicht überbewertet werden. „Alle Sakramente sind größer als jedwede Vision“, schreibt der Zisterzienser Thomas Keating und führt aus, dass die meisten mystischen Erfahrungen nicht in kontemplativen Orden, sondern außerhalb – zumeist von Laien – gemacht werden; durchaus denkbar ist, dass Gott mit diesen mystischen Gnadengaben gerade einem Mangel an Glauben aufhelfen will.
In der Regel werden aber nicht nur Dogmen an sich für obsolet erklärt, sondern Gott gleich mit – zumindest der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, erst recht der dreifaltige Gott, den zu denken Esoterikern offenbar zu kompliziert ist. Wenn Esoteriker von Gott sprechen, dann ist alles Mögliche damit gemeint – das Leben, der Kosmos, das Universum, eine Wunscherfüllungsmaschine, das höhere Selbst, aber eben nicht der christliche. Die Personalität Gottes wird sodann – so zum Beispiel in der durchaus ernst zu nehmenden transpersonalen Psychologie – abgelehnt oder zumindest als veraltet angesehen (das personale Gottesbild entspreche der rationalen Stufe, die nun aber durch die transrationale Bewusstseinsstufe abgelöst werde, wo – grob gesagt – jede Dualität aufgehoben ist). Für mich hat das „personale Gottesbild“ allerdings Vorzüge, die ich nicht missen möchte. Denn nur so weiß ich, dass meine Bitt- und Dankgebete einen Adressaten haben; der/das neoplatonische Eine, aus dem die Welt emaniert ist, kommt dafür nicht in Frage (konsequenterweise lehnte es der exklaustrierte Benediktinerpater Willigis Jäger ab, einen Brief an „Gott“ zu schreiben). Der/das Eine hat es auch nicht nötig, sich am Sinai oder durch Jesus Christus zu offenbaren, denn es offenbart sich ja am vollkommensten durch das, was geschieht. Die Liste ließe sich beliebig erweitern, mit dem Ergebnis, dass am Ende der ganze christliche Glaube, die Auferstehung der Toten inklusive, beseitigt wäre. Auf dieser Ebene – der metaphyischen – muss ich David unumwunden recht geben: das hat mit dem katholischen Glauben nicht die kleinste Kleinigkeit zu tun. Dass Jesus Christus am Kreuz für unsere Sünden gestorben sein soll, ist in die esoterische Weltsicht schlechterdings nicht integrierbar. Wie sollte es auch, wenn es darum geht, eine bestimmte Bewusstseinsstufe zu realisieren? Deshalb wird Jesus Christus auch nicht als Gottessohn oder Gottmensch gesehen (oder nur in der Form, dass diese Gottmenschlichkeit ein allgemeines Wesensmerkmal des Menschen sei), sondern als „Weltenlehrer“ (was auch immer das heißen mag) oder als Mensch mit einer tiefen Gotteserfahrung (Willigis Jäger). Der Zen-Spruch – Triffst du den Buddha, schlag ihn tot – ist auf Jesus eben nicht übertragbar, auch wenn Willigis Jäger, der offenbar vor keinem Irrtum haltmacht, das meint. Anders gesagt: Es wäre doch wohl verfehlt, die Nachfolge Christi als buddhistischen Übungsweg zu betrachten. Wer also Christus sucht, ist in der Esoterik schlecht aufgehoben.
Weitere Sätze sind: „Alle Religionen führen zum selben Ziel“, - „Nichts ist Zufall, alles hat einen Sinn“, - „Alles, was dir widerfährt, ist von dir gewollt“ etc. Sätze also, wie es im Faust heißt, mit viel Irrtum und einem Fünkchen Wahrheit – die weniger nerven würden, wenn sie nicht immer wie der Weisheit letzter Schluss vorgetragen würden. Nervend ist weiterhin – da alles bewusstseinsabhängig ist – das unselige Herumpsychologisieren, das einem Tanz um's golden Kalb gleicht.
Was hat das jetzt aber mit Religion zu tun? Meines Erachtens so viel wie ein Bordellbesuch mit einer Hochzeitsnacht. Oder weniger krass: so viel wie Esperanto mit einer gewachsenen Sprache. Nebenbei: Richtig klar geworden ist mir das, zugegeben, erst, nachdem ich ein paar Mal an der Hl. Messe im außerordentlichen Ritus teilgenommen hatte, in dem – so scheint mir, ohne Beweise dafür zu haben – die Religion an sich aufgehoben ist. Der Vergleich mit Esperanto trifft es ganz gut; die moderne Esoterik ist hochgradig künstlich, zusammengemixt aus allen möglichen Religionen, von denen sich keine darin wiedererkennen mag. Höchst unauthentisch dafür, dass auch „Authentizität“ zu den oben erwähnten Zauberwörtern gehört.
Dennoch plädiere ich für mehr „Esoterik“ innerhalb der Kirche. Der esoterische Spiritualismus scheint mir letztlich eine Reaktion einerseits auf den Materialismus zu sein, andererseits auf eine rationalistische Theologie, die das Jenseits „entvölkert“ hat – ja, wo sind nur die Engel hin, wo sind sie geblieben? Auf esoterischen Engelkongressen? Der katholische Glaube ist nämlich konkrete Metaphysik, nicht zufrieden mit blassen Abstraktionen. Mit Esoterik meine ich daher auch nicht eine aufgeblähte Innerlichkeit, sondern vielmehr eine Vertiefung des christlichen Glaubens; dieser ist zwar Geschenk Gottes und daher unverfügbar, aber es kann dafür gesorgt werden, dass er – wie der Herr im Gleichnis vom Sämann ausführt – auf fruchtbaren Boden fällt und wachsen und Frucht bringen kann – mittels mystagogischer Katechese, kontemplativen Gebets, des Herzens- oder Rosenkranzgebets, der Entwicklung der „geistlichen Sinne“ (R. Guardini) oder der Feier der Hl. Messe im außerordentlichen Ritus etc., also allem, was die reiche katholische Tradition hergibt. Dazu bedarf es nicht zuletzt „väterlicher“ Seelsorger, die aus einer echten christlichen Spiritualität leben, Menschenfischer eben, die einen geistig-seelisch zu Christus führen – man denke nur an die Starzen im orthodoxen Russland, die selbst einem Tolstoj imponiert haben. Mit Kritik kann an dieser Stelle nicht gespart werden, denn weite Teile des gegenwärtigen Klerus’ scheinen diesbezüglich selbst Nachholbedarf zu haben – vielleicht nicht zuletzt deswegen hat der Hl. Vater ein Priesterjahr ausgerufen.
Christ sein

Das Christentum ist eine lebensverändernde, persönliche Erfahrung des auferstandenen Christus. Jeder, der Jesus aufrichtig sucht, wird Ihn finden. Doch wenn wir ihn finden, müssen wir bereit sein für die Konsequenzen, denn nichts wird mehr sein wie vorher.
Der Bischof zitiert den seligen Franz Jägerstätter, der sich nach einer wilden Jugend bekehrt hat und fortan ein vorbildliches christliches Leben führte: „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wie schmerzhaft es ist, als halbherziger Christ zu leben“. Er stellt fest, dass die Gläubigen versucht seien, ein halbherziges Christentum zu akzeptieren und ein doppeltes Leben zu führen: ein Mensch zu sein, wenn wir in der Kirche sind oder beten und ein anderer, wenn wir mit Freunden, Familie oder auf der Arbeit sind, um ja nicht aufzufallen. Dabei, so der Bischof, kann kaum etwas wichtiger sein als der Glaube, der zu tun hat mit der letztendlichen Bedeutung unseres Lebens. Dies seien die Dinge, über die wir reden müssen, wenn wir ein ganzes und ungeteiltes Leben in Jesus Christus leben möchten.
Wir sind innerhalb weniger Jahrhunderte von einer Welt, in der es unmöglich war, nicht an Gott zu glauben, zu einer Welt übergegangen, in der der Glaube an Gott nicht mehr nötig zu sein oder keinen Unterschied zu machen scheint. Der Mehrzahl der Menschen in unserer westlichen, „entwickelten“ Kultur können ihr ganzes Leben so zubringen, als würde Gott nicht existieren. Wohl dürfen wir unseren Glauben frei leben, zusammen beten und Messe feiern, aber die Massenmedien trichtern uns ständig ein, dass wir unsere religiösen Ansichten niemanden aufdrängen dürfen. Diese kuriose Idee wurde immer als vernünftige und aufgeklärte Art zu leben proklamiert. Du bist frei zu glauben, was du glauben möchtest, ich bin frei zu glauben, was ich glauben möchte und die Regierung stimmt damit überein, uns nicht vorzuschreiben, was wir zu glauben haben. Klingt nicht falsch.
Doch die Dinge sind nicht so vernünftig und aufgeklärt wie sie scheinen. Als Beispiel erwähnt Bischof Chaput die Afrika-Reise Papst Benedikts im März diesen Jahres (s. meinen Kommentar dazu): obwohl kaum jemand derart viel Geld und menschliche Hilfe in den Kampf gegen Aids investiert wie die katholische Kirche, wurde aufgrund der Aussage des Papstes, Kondome würden nicht helfen, das Problem dieser schrecklichen Epidemie zu bekämpfen - die im übrigen von führenden Wissenschaftlern der Aids-Forschung bestätigt wurde - die Lüge in den Medien verbreitet, der Papst wäre verantwortlich für den Tod von Millionen Afrikanern und die Haltung der Kirche würde eine Bedrohung für das öffentliche Gesundheitswesen darstellen. Der „Kult des Kondoms“ und die dahinter liegende Ideologie, dass Sex als fundamentales Bedürfnis der Menschen nicht hinterfragt werden darf, verhinderte jede öffentliche Diskussion und Verständnis für die Position des Papstes: Kondome auszuteilen vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl und ermuntert zu gerade jenen Verhaltensweisen, die Aids verbreiten.
Wir lernen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die religiöse Freiheit und den freien Austausch unterschiedlicher Ideen respektiert. Aber dem ist nicht so, wie das eben dargelegte Beispiel zeigt. Es kann tatsächlich so weit kommen, dass wir irgendwann auf legaler Basis daran gehindert werden, unsere Meinung öffentlich zu vertreten. Die Frage, die dann auftaucht, ist: „Wie werden wir in dieser neuen Welt leben? Wie können wir ein ‚neues Leben in Christus‘ in einem ungläubigen Zeitalter leben?“
Diese Frage können wir nur beantworten, wenn wir manche Dinge über das Christsein klarstellen. Dies bedarf jedoch der Klarstellung über die Person Jesu Christi. Heutzutage ist Jesus nicht mehr der Herr, der Sohn Gottes, sondern eher ein aufgeklärter, humanistischer Typ. Das Problem ist: Wenn Jesus nicht Gott ist, kann er nichts für uns tun. Dann ist das Evangelium nicht mehr als eine interessante Lebensphilosophie.
Wir müssen also daran glauben, dass Jesus der Sohn Gottes und Mariens ist, wahrer Gott und wahrer Mensch. Jesus ist nicht vom Himmel gekommen, um uns zu sagen, dass wir jeden Sonntag zur Messe gehen müssen oder dass wir mehr beten und freundlicher zu unseren Nachbarn sein sollen. Sogar Nichtgläubige können den Texten der Bibel entnehmen, dass es hier nicht um Kompromisse geht. Jesus will alles von uns, nicht nur am Sonntag. Er möchte, dass wir Gott mit ganzem Herzen lieben, mit ganzer Seele, mit all unserer Kraft unserem ganzen Geist. Er will, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst. In anderen Worten: mit einer uneingeschränkten Liebe.
So müssen wir Christus beim Wort nehmen, Ihn lieben, als würde unser Leben davon abhängen. Jetzt. Ohne Ausreden. Christsein macht dein ganzes Wesen aus. Es bedeutet, dass dein Leben eine Aufgabe hat, es bedeutet, jeden Tag danach zu streben, ein besserer Nachfolger Jesu zu sein, Ihm immer ähnlicher zu werden in Wort und Tat, dort zu wachsen, wo Er dich hingepflanzt hat und das Evangelium durch dein Leben zu predigen, ob in der Schule, im Beruf oder zuhause.
Ein letzter Punkt: Liebe die Kirche, liebe sie als deine Mutter und deine Lehrerin. Hilf dabei, sie aufzubauen und zu reinigen. Wir alle werden wütend, wenn wir die Schwächen und Sünden innerhalb der Kirche sehen. Aber wir müssen immer bedenken, dass die Kirche weit, weit mehr ist als die Summe ihrer menschlichen Teile. Die Kirche ist die Braut Christi. Wo die Kirche ist, ist Jesus Christus - bis ans Ende der Tage. Und wir wollen immer dort sein, wo Jesus ist, denn es gibt keinen anderen Weg heim zu Gott außer durch Ihn.
Liebe die Kirche und wisse und ehre, was sie lehrt. Sie lehrt, woran Christus dich und jeden teilhaben lassen möchte, zu deinem Besten und für deine Erlösung. Wenn du weißt, was die Kirche lehrt, kannst du danach leben und die Lehre mit anderen teilen.
Die Führer unserer säkularisierten Gesellschaft wollen sich als große Humanisten ausgeben. Doch genau diese Gesellschaft rechtfertigt das Morden von Millionen Babys und die Verstümmelung von Embryonen im Laboratorium. Wir fertigen Behinderte und alte Menschen ab und nennen es „würdevolles Sterben“. Die Familie ist nicht mehr der Bund von Mann und Frau, der zu neuem Leben führt und somit zur Zukunft der Gesellschaft. Tatsächlich werden in den westlichen Ländern derart wenig Kinder geboren, dass man sich fragen muss, ob unsere Zivilisation ihren Überlebenswillen verloren hat.
Nur die Kirche erhebt sich gegen diese inhumanen Strömungen unserer Zeit. Es ist unsere Mission, als Laien sicherzustellen, dass Christi Lehre auf jeder Ebene unserer Gesellschaft verkündigt und erklärt wird: in der Politik, auf unserem Arbeitsplatz, in unserer Kultur. Dies erfordert wahrhaft Mut. Subtiler und weniger subtiler Druck wird ausgeübt, um Jesus loszuwerden und seine frohe Botschaft zu verwässern. Oder nur einzelnes aus seinen Lehren herauszupicken. Doch das können wir nicht tun. Verspreche Jesus, dass du der Lehre der Kirche nie durch deine Worte oder Taten widersprechen wirst.
Nur die Wahrheit kann den Menschen befreien. Diese Wahrheit ist Jesus Christus. Wenn wir unsere Mitmenschen wirklich lieben, wollen wir, dass sie die Wahrheit kennen. Die ganze Wahrheit. Nicht nur die Teile, die ihnen angenehm sind und sie nicht herausfordern.
Es ist wirklichen Christen nicht möglich, ein Doppelleben zu führen. Unser ganzes Denken und Handeln muss von unserem Glauben verwandelt werden oder wir werden zu Hypokriten.
Dies ist der Pfad zu einem neuen Leben in Christus: Nutze jeden Tag, um etwas für die Ewigkeit zu tun. Und die Zeit damit zu beginnen, ist jetzt.
Kuschelkatholizismus

Verdient eine Gesellschaft, die Stellungnahmen des Heiligen Vaters als gefährlichen Fundamentalismus betrachtet, noch Attribute wie liberal oder tolerant?
Nein, sie ist weder liberal noch tolerant, es sei denn, man versteht unter Liberalismus die Überzeugung, dass es keine Überzeugungen geben darf. Ursprünglich heißt Toleranz Respekt vor den Überzeugungen anderer. Das ist im Augenblick bei uns im Schwinden begriffen. Toleranz heißt jetzt nicht mehr Respekt vor Überzeugungen anderer, sondern Ablehnung jeder Überzeugung. Was dem Papst vorgeworfen wird ist ganz schlicht, dass er das verkündet, was die katholische Kirche immer verkündet hat. Er tut es auf eine besonders vernünftige und menschliche Weise. Aber er verzichtet nicht darauf, den christlichen Lebensweg zu lehren.
Wie meine Twitter-Follower gestern mitbekamen, war ich von meiner Pfarrei aus zu einer Versammlung der katholischen Erwachsenenbildung unseres Dekanats geschickt worden. Ich kam etwas zu spät und war beim ersten Anblick der Versammlung gleich etwas irritiert, die lieben Leute - so 40 an der Zahl - in Grüppchen sitzend zu sehen, in der Mitte des Raumes eine Kordel in Kreisform ausgelegt, die wohl für ein Begrüßungsspiel verwendet worden war. Gut, ich gesellte mich also dazu. Ideen für etwaige Projekte wurden gesammelt. Wir setzten uns wieder in einen Kreis.
Der Leiter der Erwachsenenbildung sprach die prima Zusammenarbeit mit Referenten verschiedenster Couleur an. Leider, so bemängelte er, dürfe man nicht mehr mit Donum Vitæ und Pro Familia zusammenarbeiten, das habe das Bistum verboten. Keiner der Anwesenden schien sich an dieser Aussage zu stören. So blieb es an mir, den Einwand vorzubringen, dass man das „leider“ des Herrn Leiters so nicht im Raum stehen lassen könne, es gehe hier immerhin um Institutionen, die Abtreibungen befürworten und deren Sexualerziehung so gar nicht im Sinne der Kirche ist. Er habe das bedauert, so seine Antwort, weil diese Leute doch wirklich tolle Dinge zur Sexualität zu sagen haben, aber man dürfe nicht sehen, welche Möglichkeiten man nicht habe aufgrund des Verbots von Trier, sondern was einem noch alles offen stehe. Glückliches Grinsen des Leiters und zustimmendes Nicken in der Runde.
Einen Vorbehalt hatte ich gegen Ende der Versammlung noch anzubringen: wieso fürchte man sich vor einem katholischen Profil, wo sei in unserem Bistum denn der Raum, seinen Glauben zu vertiefen und in den Glaubenswahrheiten der Kirche unterrichtet zu werden, wenn nicht in der so genannten „katholischen“ Erwachsenenbildung? Da seien die Kollegen in Luxemburg konsequenter, dort nenne man sich seit einiger Zeit nur noch „Erwuessebildung“ und habe das „katholisch“ gleich weggelassen. Wahrscheinlich um nicht anzuecken. Man wird zwar finanziell von der Kirche getragen, obwohl man gegen Papst und allzu Katholisches ist, aber gut, sei’s drum. Könne man nicht anstatt dieses „Kuschelkatholizismus“ doch katholischere und tiefer gehende Angebote ins Programm aufnehmen?
Man dankte mir für den interessanten Hinweis. Dann meldete sich der Herr, der anschließend die Kordel zusammenrollte, noch zu Wort: „Ich bin gerne Katholik. Aber ich bin nicht besser als ein Protestant oder ein Moslem. Wir müssen uns davor hüten, uns als etwas Besseres zu fühlen.“ Er warnte auch vor radikalen Gruppierungen wie Orthodoxen und Syriern (Hä? Was er damit wohl meint?). Ich weiß nicht, wieso meine Kritik am fehlenden katholischen Profil ihn auf solche Gedanken gebracht hat. Er bevorzugt im Themenangebot der katholischen Erwachsenenbildung auf jeden Fall scheinbar Veranstaltungen wie „Trommeln im Kreuzgang“ oder „Kochkurs für Männer“. Das sei ihm gelassen. Ich hielt auch brav meinen Mund. Aber ich dachte an die Aussage Robert Spaemanns, die ich anfangs zitiert habe: „Toleranz heißt Ablehnung jeder Überzeugung“, und ich füge hinzu: „auch der eigenen.“ Das habe ich bei dieser ernüchternden Versammlung gelernt.
Über die Mundkommunion

Leider hat man es als bekennender „Mund-Kommunizierender“ nicht immer leicht. Es ist schwer geworden, sich als einziger in einer Kirche zum Kommunionempfang hinzuknien, wo alle stehend die Handkommunion empfangen. Früher ging’s nicht anders: man hat auf der Kommunionbank nebeneinander kommuniziert ohne gleich verständnislosen Blicken ausgesetzt zu sein und Gegenstand des Klatschs zu werden. Das ist heute leider nicht mehr so.
Immer wieder höre ich auch, dass sogar Priester abfällig über Gläubige reden, die den Leib Christi in Form der Mundkommunion empfangen möchten, ja manche Geistliche würden sich wünschen, diese Gläubige nicht mehr in ihrer Kirche zu sehen. Ich erinnere mich, wie mir vor Jahren ein Priester beim Österreichischen Ordenstag (!) glatt die kniende Mundkommunion verweigern wollte. „Stehns auf! Wir sind schließlich erlöste Christen“, maulte er mich an und spendete mir dann doch widerwillig die heilige Kommunion.
Vielleicht könnte die unvoreingenommene Lektüre dieses wertvollen Büchleins vielen Christen helfen, ihre Vorurteile abzubauen und sich der uralten und von den Heiligen gut begründeten Tradition der Mundkommunion zu öffnen. Wenn Kardinal Arinze betont, dass er „das ganze Buch mit großer Freude gelesen“ habe und Erzbischof Malcolm Ranjith, Sekretär der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, das Vorwort zu Bischof Schneiders Schrift beisteuert, wenn der Papst die Kommunionbank bei den großen Papstmessen wieder einführt - sind all dies nicht Hinweise, die wir als Christen ernst zu nehmen haben?
Ich möchte ein paar Abschnitte aus dem Vorwort von Erzbischof Ranjith zitieren, die das Problem der mangelnden Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten verdeutlichen:
„Gemäß der Tradition ist es klar, dass es konsequent und unerlässlich geworden ist, Gesten und Haltungen des Leibes und des Geistes anzunehmen, die das Schweigen, die innere Sammlung, die demütige Annahme unserer Armseligkeit erleichtern vor der unendlichen Größe und Heiligkeit desjenigen, der uns in den eucharistischen Gestalten entgegen kommt. Die beste Art, unseren Sinn für die Ehrfurcht dem eucharistischen Herrn gegenüber auszudrücken, besteht darin, dem Beispiel des Apostels Petrus zu folgen, der sich vor dem Herrn auf die Knie warf und ausrief: „Herr, geh weg von mir, denn ich bin ein Sünder!“ wie das Evangelium uns berichtet. (Lk 5,8)
Nun aber bemerkt man in einigen Kirchen, dass diese Praxis immer mehr verschwindet und die Verantwortlichen nicht nur die Gläubigen nötigen, die hl. Kommunion stehend zu empfangen, sondern sie haben sogar alle Kniebänke entfernt und zwingen so ihre Gläubigen zu sitzen oder zu stehen, sogar während der Erhebung der eucharistischen Gestalten, die zur Anbetung gezeigt werden. [Siehe zu diesem Phänomen auch meinen Eintrag Happy Birthday, lieber Bischof] Es ist seltsam, dass eine solche Maßnahme in den Diözesen von den Verantwortlichen der Liturgie verfügt wurde oder in den Kirchen von den Pfarrern, ohne auch nur im Geringsten die Gläubigen zu befragen, wo man doch heute mehr denn je in gewissen Kreisen von Demokratie in der Kirche spricht. Gleichzeitig muss man zugeben, dass dies eine Praxis ist, die missbräuchlich und in aller Eile in einigen Gebieten der Kirche sofort nach dem Konzil eingeführt wurde; auf diese Weise veränderte man die vorausgegangene, jahrhundertealte Praxis und die neue Praxis wurde zur Regel für die ganze Kirche. Man rechtfertigte diesen Wandel, indem man sagte, dies entspräche besser dem Evangelium und der alten Praxis der Kirche. Es ist wahr: was man auf die Zunge empfängt, kann man auch auf die Hand empfangen, da dieser Körperteil von gleicher Würde ist. Um diese Praxis zu rechtfertigen, verweisen einige auf die Worte Jesu: „Nimm und iss“ (Mk 14,22; Mt 26,26).
Was auch immer die Gründe sein mögen, diese Praxis zu rechtfertigen, wir können nicht die Augen verschließen vor dem, was auf Weltebene geschieht, wo diese Praxis durchgeführt wird. Diese Geste trägt zu einer schrittweisen zunehmenden Schwächung der Haltung der Ehrfurcht den heiligen eucharistischen Gestalten gegenüber bei. Die vorausgehende Praxis bewahrte besser den Sinn für die Ehrfurcht. Dagegen haben sich ein alarmierender Mangel an Sammlung und ein Geist allgemeiner Unaufmerksamkeit eingeschlichen. Man sieht heute oft Kommunizierende, die an ihre Plätze zurückkehren, so als wäre nichts Außergewöhnliches geschehen. Am meisten zerstreut sind die Kinder und Jugendlichen. In vielen Fällen kann man den Geist der Ernsthaftigkeit und des inneren Schweigens nicht erkennen, der die Gegenwart Gottes in der Seele anzeigen müsste.“
Es gibt von vielen Seiten Bemühungen, Katholiken wieder näher an die Geheimnisse der heiligen Liturgie heranzuführen. Beten wir in diesen Tagen besonders zum Heiligen Geist, dass Er unsere Herzen erfülle und das Herz Seiner Gläubigen mit Seiner Liebe entzünde.
Mögen wir die „flammende Ermahnung“ Johannes Pauls II. verstehen, die er der Kirche in seiner letzten Enzyklika „Ecclesia de Eucharistia“ gleichsam einem Testament hinterlassen hat:
„Wir müssen mit aller Sorgfalt darauf bedacht sein, keine der Dimensionen oder Erfordernisse der Eucharistie abzumindern. Nur auf diese Weise zeigen wir, dass wir uns wahrhaft der Größe dieses Geschenkes bewusst sind. (…) Es besteht keinerlei Gefahr, die Sorgfalt im Umgang mit diesem Geheimnis zu übertreiben.“ (Nr. 61)
Weiterführende Links: Weihbischof Schneider auf Gloria.tv:
- Ein Bischof darf nicht schweigen
- Handkommunion: Wie die Verteilung von Keksen
- Die Heilige Kommunion
- Für die knieende Mundkommunion
Ein dreifacher Friede

Papst Benedikt stellt in dieser Frage, die mir heute im Kalenderblatt begegnet ist, die These der Notwendigkeit eines dreifachen Friedens auf, wobei er die Reihenfolge sicher mit Bedacht gewählt hat. An erster Stelle steht also der liebe Gott. Ohne Frieden mit Gott kein Friede in der Welt. Viele würden behaupten, dass der dritte Frieden, der Friede mit sich selbst, an erster Stelle stehen müsste. Doch die Logik lässt uns rasch erkennen, dass Gott, aus dem unsere Existenz hervorgeht, auch die Quelle des Friedens mit sich selber sein muss.
Der Friede, den Jesus uns gegeben und hinterlassen hat (vgl. Joh 14,27), liegt in den Sakramenten der Kirche verborgen wie die Blume in der Knospe. In der heiligen Taufe wird das Fundament gelegt, das uns durch die Gnade Christi Anteil am göttlichen Leben schenkt. Da der Mensch immer wieder dazu neigt, den Frieden mit Gott, dem Nächsten und sich selbst zu beeinträchtigen, hat Gott das Sakrament der Versöhnung eingesetzt, damit wir den Frieden wiedererlangen können.
Die heilige Eucharistie - die wir nur empfangen dürfen, wenn wir regelmäßig zur Beichte gehen - stärkt den Frieden in unseren Herzen. Um also den Frieden in der Welt sicherzustellen, müssen wir die Kraft der von Gott gespendeten Sakramente in der Kirche wieder entdecken!
Update: Okay, ich gebe zu, das ist alles etwas vereinfacht… Aber die These enthält ein Stückchen Wahrheit. :-)
Was Er euch sagt, das tut!

Beeindruckend war zunächst das authentische Zeugnis, das P. Maximilian als Mensch und Priester bei den Menschen hinterlässt. Wenn er über die Muttergottes und über Jesus spricht, spürt man, dass er über Vertraute redet, über Personen, zu denen er eine innige und lebendige Beziehung hat. Ich merke oft, wie ich im Alltag dazu geneigt bin, im Stillen meinen Glauben, der soviel Un-glaubliches beinhaltet, durch die steten Widerstände unserer Umwelt in Frage zu stellen und den tiefen Herzensbezug zur Realität Gottes in der Kirche und in der Welt zu verlieren. Dann weiß nur noch der Kopf, dass die Geschichte mit der Erbsünde und die Erlösung durch den auferstandenen Heiland Wirklichkeit sind. P. Maximilian bezeugt, dass auch ein gelehrter Professor in seinem Glauben von kindlicher Freude und Dankbarkeit erfüllt sein kann und dass Glaube und Vernunft sich nicht widersprechen, sondern die beiden Flügel sind, die uns zur Erkenntnis der Wahrheit erheben.
Die innige Liebe der Muttergottes zu Jesus wurde uns anhand ausgewählter Bibelstellen veranschaulicht. Maria beantwortete die Anfrage des Erzengels mit ihrem „Fiat“, obwohl sie nicht verstand, wie ihr geschah. Ihr tiefer Glaube an das Kommen des Messias ließ sie offen sein für die Empfängnis des Jesuskindes durch den Heiligen Geist. Bei der Erläuterung der vier Mariendogmen hat P. Maximilian nebenbei klargestellt, dass das Dogma der Unbefleckten Empfängnis nichts mit dieser Perikope zu tun hat. Maria war von Gott vorherbestimmt, die Mutter des Erlösers zu sein, weshalb sie von der Erbsünde verschont blieb und bei ihrem Tode mit Seele und Leib in den Himmel aufgenommen wurde.
Wie sie mit den Aposteln in den Tagen vor der Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten gebetet hat, so stünden auch wir jetzt in der Novene zu Pfingsten und sollten uns ihrer Fürsprache anempfehlen. Der Sinn der Marienweihe bestünde darin, dass Maria die Möglichkeit bekomme, ihr durch das Schwert geöffnete Herz der Liebe anstelle unseres harten Herzens zu setzen, damit wir offen seien für die Gnade Gottes.
P. Maximilian gab uns 4 Merksätze des Aachener Bischofs Klaus Hemmerle mit auf den Weg, die als Leitsätze für das ganze Leben gelten können:
1. Was Er euch sagt, das tut
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium (Joh 2,5) verdeutlicht das bedingungslose Vertrauen Mariens in ihren Sohn. Mit diesem Vertrauen dürfen auch wir auf Gott und seine Gebote hören.
2. Was Er euch tut, das sagt
Auch die Umkehrung der Aufforderung Mariens zu Kanaa gelte es zu berücksichtigen. Wie Maria sollen wir uns nicht scheuen, über Gott zu reden und ihn zu loben, „denn der Mächtige hat Großes an mir getan“ (Lk 1,49).
3. Was Er euch gibt, das nehmt
Gott möchte uns beschenken. Wir dürfen seine Gaben nicht ablehnen, sondern sollen dankbar das annehmen, was er uns gibt.
4. Was Er euch nimmt, das gebt
Dieser Satz sei der schwierigste der vier. Oftmals muss man Abschied nehmen von geliebten Menschen oder von Dingen, die wir nur ungerne loslassen. Gott, der uns beim Namen kennt, meint es dennoch gut mit uns und oft sind solche Abschiede Teil eines größeren Guts.
Wie setzen wir all das um? Das Herz unseres Glaubens sei die Liturgie der Kirche, die nie zur „Show“ ausarten dürfe, da sie nicht Menschenwerk sondern Gotteswerk sei. Es sei unabdinglich, sich in die überlieferten Formen und Traditionen einzufügen, und Gott selbst durch diese Formen wirken zu lassen. (Anmerkung: Die Heiligenkreuzer Mönche sind bekannt für ihre würdige Umsetzung der nachkonziliaren Messe. In Heiligenkreuz und Stiepel habe ich erlebt, wie würdig, feierlich und doch schlicht die Messe im Neuen Ritus auch gefeiert werden kann).
Wir sind dankbar, dass P. Maximilian uns in diesen Tagen näher zur Gottesmutter geführt hat und hoffen, dass er uns bald wieder besuchen wird.
Nachtrag: Auf kath.net gibt es ein gutes Interview mit P. Maximilian über seine neueste Buchveröffentlichung, über den Papst und über die heilige Liturgie.
Mit Maria auf Christus schauen

Kardinal Arinze über Pro-Abortion-Politiker
[via Anthony Barry]
Die Messe.org
Absolute Kaufempfehlung!Wie angekündigt melde ich mich nun mit ersten Einblicken und einer anderen guten Nachricht: Die preiswerte DVD ist noch preiswerter geworden - und dies gleich in doppelter Hinsicht. Die große Nachfrage und gute Konditionen bei der Vervielfältigung erlauben mir die DVDs schon ab 1,39 Euro abzugeben. Einzelne Pakete wurden angepasst (12 statt 10 und 33 statt 25 Stück zum gleichen Preis). 100 Stück kosten nun statt 190 Euro nur mehr 139 Euro. Zweitens entfällt das Porto: Gratisversand für ganz Europa! Auf www.diemesse.org finden Sie ab sofort 7 Minuten Ausschnitte aus der DVD (auch wenn diese Ausschnitte für die Endfassung noch etwas Polieren und Nachbearbeitung erwartet).
Die Melodie des Gewissens

P. Ramm verweist auf das lateinische Wort für ‚Gewissen‘: ‚conscienta‘, das wörtlich ‚Mitwissen‘ bedeutet. Das Gewissen ist also eine Instanz, durch die der Mensch am Wissen um das göttliche Gesetz teilhaben kann, ein Hilfsmittel, das uns befähigt, die sittliche Qualität unseres Handelns einzuordnen. Ob unser Gewissen etwas als gut oder schlecht einstuft, liegt nicht an Regeln, die uns von außen auferlegt werden, sondern an der göttlichen Ordnung, die tief in unserem Inneren verwurzelt ist.
Der Katechismus der Katholischen Kirche definiert das Gewissen unter Punkt 1778 folgendermaßen:
„Das Gewissen ist ein Urteil der Vernunft, in welchem der Mensch erkennt, ob eine konkrete Handlung, die er beabsichtigt, gerade ausführt oder schon getan hat, sittlich gut oder schlecht ist.“
Die Frage, warum dann nicht alle Menschen ein einheitliches Verständnis von Gut und Böse haben, drängt sich auf. In Bezug auf das 5. Gebot („Du sollst nicht töten“) sind sich die meisten wohl einig. Allerdings nur scheinbar, denn bei Themen wie Abtreibung, Euthanasie oder Todesstrafe klaffen die Meinungen weit auseinander. Andere Gebote wie z.B. Nummer 2 („Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren“) und Nummer 3 („Du sollst den Sonntag heiligen“) können offenbar nur für eine gewisse „Zielgruppe“ wahr und richtig sein. Das berühmte sechste Gebot - „Du sollst nicht ehebrechen“ - lässt wiederum Raum für viele verschiedene Interpretationen.
P. Ramm erklärt sich diese willkürliche Gewissensausrichtung („autonomes Gewissen“) dadurch, dass wohl „jeder Mensch ein Gewissen hat“, es jedoch „nicht bei allen gleich gut“ funktioniere. „Wo man nämlich gewohnheitsmäßig gegen das Gewissen handelt, wird seine Stimme immer leiser wahrgenommen“. Geht man in einer bestimmten Sache zum ersten Mal über sein Gewissen hinweg, wird die fragwürdige Handlung von einem starken Herzklopfen oder einem mulmigen Gefühl begleitet. Diese innere Regung ist sozusagen das Aufleuchten eines feindlichen Objekts auf dem Radar des Gewissens. Bei jedem wiederholten Ausführen der betreffenden Tat wird der innere Widerstand schwächer, bis man zu guter Letzt vergessen hat, dass man eigentlich etwas Verkehrtes tut.
Der Teufel macht sich diesen Mechanismus im Kleinen wie im Großen zunutze. Je mehr die Gesellschaft in ihren sittlichen und moralischen Wertvorstellungen abstumpft, umso „normaler“ erscheint die Sünde. Hier braucht der Einzelne viel Kraft, um sich über die gängigen „Wertvorstellungen“, die dem Menschen eine Schein-Freiheit vorgaukeln, zu erheben.
Als ich 2003 anfing, mich gegen alle inneren und äußeren Widerstände ernsthaft mit der Lehre der katholischen Kirche zu beschäftigen, hat mich die Einsicht, wie wahr, schlüssig und vernünftig diese ist, schier umgehauen. Ich musste einsehen, dass all meine Vorurteile im Grunde genommen haltlos waren. Dieses Eingeständnis war kein leichter Schritt, zumal er mit ernsthaften Konsequenzen für mein Leben verbunden war. Dennoch war es die beste Entscheidung, die ich jemals getroffen habe.
Wenn es um das ewige Leben geht, sollte man durchaus versuchen, einen Kurswechsel im zeitlichen und so ungemein kurzen Leben vorzunehmen. Dann wird die Stimme des Gewissens, die fast verstummt ist, ihre Melodie durch ein langsames aber stetiges Crescendo wieder ins Bewusstsein aufsteigen lassen. Man wird in vielen Punkten merken, dass man „es eigentlich immer gewusst“ hat und versuchen, schlechte Gewohnheiten, die nicht im Einklang mit dem göttlichen Willen sind, abzulegen.
Jesus hat der Kirche ein wunderbares Heilmittel geschenkt, das hilft, diese Ausrichtung zu bestärken: die heilige Beichte. Es bedarf allerdings des großen Vertrauens, dass Gott gut ist, und dass sein Wille unser Bestes möchte und keinen Deut weniger. Und im nächsten Schritt: dass die Kirche gut ist, und dass sie trotz aller Schwächen und Fehler das Werkzeug Gottes ist, um die Menschen zur ewigen Seligkeit zu führen.
An dieser Stelle scheint die Vernunft der Irrationalität zu weichen. Hier befindet sich der Abgrund, dem die meisten schnell zu Tode erschrocken den Rücken kehren. Wagst du jedoch wider alle Vernunft den ersten Schritt in diese unbekannte Leere, wirst du die größte Überraschung deines Lebens vorfinden: deine Seele wird von Gott gehalten und emporgehoben in Reiche, die den blinden Augen des Leibes verborgen waren. Die Liebe Gottes wird das Lodern deines Herzens aufflammen lassen zu einem großen Licht, das ahnend begreift, welch unbeschreibliche Herrlichkeit vor uns liegt. Unsere Sünden lassen das Licht schnell wieder erblassen, aber die heiligen Sakramente werden uns auf unserer Pilgerreise zum Ewigen immer wieder neu auf das Wahre ausrichten, damit unsere Seele tapferen Schrittes durch die Wirrnisse des Lebens vorwärts Richtung Gott schreiten kann.
Bravo, Herr Kaplan!

Einen Vorgeschmack kann man sich derzeit in einem kurzen Teaser holen, der den ersten Teil der Serie ankündigt: „Die Messe“. Man siehe und staune: die DVD soll im Sommer diesen Jahres um 1,90€ (!) erhältlich sein. Der Preis spricht Bände. Nicht etwa was die Qualität, sondern was die Intention des Ganzen betrifft. Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall bereits 100 Exemplare vorbestellt.
Wenn man bedenkt, wie unwissend der größte Teil der Bevölkerung in Bezug auf den katholischen Glauben ist, sollte ein derartiges Missionierungsprojekt mit Kräften unterstützt und verbreitet werden. Qualität und Preis machen es einem hier leicht.
Bisher hat Don Johannes auf YouTube, KathTube und Gloria.tv mit seinen erfrischend anderen Werbevideos für Furore gesorgt. Viele zehntausendmal wurden seine Videos bereits angeklickt. Das liegt nicht nur an den äußerst originellen Plots, sondern auch an der professionellen Umsetzung derselben.
Im vergangenen Jahr hat er ebenfalls das enorm erfolgreiche „Sonntags-Stickeralbum“ in die Kirchen des deutschsprachigen Raums gebracht. Man darf gespannt auf die weiteren kreativen Ideen sein, die diesem Gottesmann scheinbar mit Leichtigkeit zufallen!
Kleine Katechese für die Kommunionkinder

Liebe Kinder!
Wir freuen uns sehr, dass ihr heute gekommen seid, um mit uns Jesus anzubeten. Ich bin sicher, dass auch Jesus selbst sehr froh ist, euch jetzt in der Kirche zu sehen.
Was wir heute tun, nämlich Jesus in Seiner leiblichen Gegenwart anbeten, ist etwas sehr Schönes und zugleich sehr Geheimnisvolles. Vielleicht verstehen wir Erwachsenen auch viel zu wenig von diesem großen und schönen Geheimnis, um es euch wirklich gut erklären zu können.
Als Jesus bereits von den Toten auferstanden war, sagte Er zu Seinen Jüngern: „Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.“ (Mt 28,20) Damit sagt Jesus nicht nur, dass Er durch den Heiligen Geist bei uns ist, sondern auch durch Seine leibliche Gegenwart.
Zu diesem Zweck stiftete Jesus die 7 Sakramente. Menschen erfinden und bauen Dinge. Manches kleine Wunder kann ein Physiker oder ein Chemiker oder ein Arzt mithilfe der Naturgesetze vollbringen. Doch die 7 Sakramente kann kein Mensch einfach „machen“. Sie sind Zeichen der göttlichen Gegenwart auf Erden, die Gott selbst uns geschenkt hat. Die 7 Sakramente sind:
- Die Taufe
- Die Kommunion
- Die Firmung
- Die Ehe
- Die Priesterweihe
- Die Beichte
- Die Krankensalbung
Sie sind eng miteinander verbunden: Der Priester wird durch das Sakrament der Priesterweihe von Gott mit der Kraft ausgestattet, das Opfer der heiligen Messe darzubringen, wo Brot und Wein in den Leib und das Blut Jesu Christi gewandelt werden. Durch den Priester wiederum dürfen wir dann die heilige Kommunion empfangen. Um die heilige Kommunion empfangen zu dürfen, müssen wir unser Inneres rein halten. Hierfür hat Gott uns die heilige Beichte geschenkt.
Wer nie beichten geht, darf auch nicht zur Kommunion gehen. Leider halten sich viele Menschen nicht mehr an diese Regel und die Priester trauen sich nicht mehr, es ihnen zu sagen. Dennoch ist die Beichte die unverzichtbare Voraussetzung für den würdigen Empfang der heiligen Eucharistie (das ist ein anderes Wort für „Kommunion“). Die Fenster unserer Herzen werden durch unsere Sünden täglich ein wenig schmutziger. Eines Tages sieht man Gott dann gar nicht mehr in seinem Leben. Im Sakrament der Beichte fließt jedoch der Gnadenstrom von Gottes Barmherzigkeit und spült den ganzen Schmutz deiner Sünden hinweg, so dass dein Herz wieder ganz frei wird für Seine Gegenwart und Seine Liebe. Wenn wir regelmäßig beichten, kriegen wir von Gott ganz viel Kraft und wir werden wachsen in unserem geistigen Leben. Wir werden die heilige Kommunion viel würdiger empfangen und Gott wird stärker in unserem Leben wirksam sein können. Nehmt euch deshalb vor, oft beichten zu gehen, auch wenn die anderen es nicht tun. Die Kirche sagt, dass man mindestens einmal im Jahr beichten muss, empfiehlt jedoch den häufigeren Empfang des Bußsakramentes, z.B. einmal im Monat. Wieso? Weil man nach einem Jahr kaum noch eine gute Beichte ablegen kann, zu viel hat man dann schon wieder vergessen, zu oberflächlich wird man beichten…
Wir haben vorhin gehört, dass der Priester Brot und Wein in der heiligen Messe in Leib und Blut Jesu wandelt, oder um es genauer zu sagen: Gott tut es selbst durch den Dienst des Priesters. Nach der Messe wird immer mindestens eine geweihte Hostie - so nennt man das gewandelte Brot - im Tabernakel in der Kirche aufbewahrt. Um zu zeigen, dass Jesus gegenwärtig ist, lässt man das „ewige Licht“ brennen, auch außerhalb der Gottesdienste. Bei der Anbetung nimmt nun der Priester - und nur der Priester darf das tun - Jesus in Gestalt der Hostie aus dem Tabernakel und stellt Ihn in der Monstranz auf den Altar, damit die Gläubigen Jesus anbeten können.
Keiner von uns versteht dieses Geheimnis ganz und gar, aber durch einen Akt des Glaubens nähern wir uns ihm an. Wir können z.B. im Gebet still für uns sagen: „Jesus, ich verstehe nicht, wie Du da in diesem kleinen Brot so ganz für mich da sein kannst, aber ich glaube, dass Du da bist. Hilf Du mir beten! Heilige Maria, Muttergottes! Keiner war Jesus so nah, wie Du. Ich gebe Dir mein Herz, damit Du es für Jesus schmückst und es Ihm gibst. Amen.“
Wir wollen gleich still beten und nachdenken über das, was wir gehört haben. Alle hier in der Kirche werden ganz besonders für euch, liebe Kommunionkinder, beten, dass ihr eure Herzen weit öffnen könnt für den Empfang Seines heiligen Leibes bei eurer Erstkommunion. Zur Kommunion werdet ihr viele Geschenke bekommen. Aber das größte Geschenk wird Jesus selber sein. Die Geschenke werden eines Tages vielleicht verschwunden oder kaputt sein, aber Jesus in der Kommunion wird euch euer Leben lang begleiten und ins ewige Leben führen. Er wird bei euch sein „alle Tage bis zum Ende der Welt“.
Das Skapulier

Den Mitgliedern der katholischen Gemeinschaft „Amici di Dio“ wird bei ihrer Aufnahme in die Gemeinschaft das braune Skapulier vom Berg Karmel von einem Priester aufgelegt. Dieses Zeichen, das uns persönlich an unsere Verbundenheit untereinander erinnert, beinhaltet jedoch andere wichtige Aspekte, die im folgenden kurz erläutern werden.

Was ist das Skapulier?
Das Skapulier besteht aus zwei Stückchen braunen Wollstoffes, die durch zwei Tragbändchen miteinander verbunden sind. Der Name dieses Sakramentale leitet sich ab vom lateinischen Wort „scapulæ“, Schultern. Das Skapulier wird über beide Schultern hängend getragen und deutet das braune Schulterkleid des Ordensgewandes der Karmeliter an. Eines der Wollstückchen trägt ein Bildnis der Muttergottes mit ihrem göttlichen Kinde auf dem Arm. Auf dem anderen Wollstückchen befindet sich das Bild des Gekreuzigten oder des Heiligsten Herzens Jesu.
Ursprung
Nach der Überlieferung des Skapulierfestes überreichte die Muttergottes, die von den Mönchen des auf dem Berge Karmel gegründeten Bettelordens besonders verehrt wurde, am 16. Juli 1251 dem englischen Ordensgeneral Simon Stock ein Skapulier mit den Worten: „Mein Sohn, empfange dieses Skapulier deines Ordens; es ist das Zeichen der besonderen Vergünstigungen, die ich für dich und die Kinder des Karmel erlangt habe. Wer in diesem Gnadenkleide sterben wird, wird vor dem ewigen Feuer bewahrt bleiben. Es ist ein Zeichen des Heiles, ein Schutzkleid in Gefahren, das Unterpfand eines besonderen Friedens und besonderen Schutzes.“ Sobald dieses Versprechen den Gläubigen bekannt wurde, wollten auch sie dieses kostbare Unterpfand für ein gutes Leben und einen guten Tod besitzen. Päpste und Kardinäle, Kaiser und Könige, Bischöfe und Priester und Abermillionen von Gläubigen haben sich in der Folge mit diesem Schutzkleid Mariens bekleiden lassen.
Ein Zeichen
Das Skapulier ist von der Kirche approbiert und vom Karmeliterorden angenommen als äußere Manifestation der Liebe zu Maria, des kindlichen Vertrauens zu ihr und des Versprechens, ihr Leben nachzuahmen. Es symbolisiert ebenso die Verbundenheit der Laien, die es tragen, mit dem Karmeliterorden. Natürlich ist es nur ein Zeichen, welches dem Gläubigen zwar Gnaden gewährt, ihn jedoch nicht seiner Pflicht entbindet, sich bestmöglich im Weg der Nachfolge Christi zu bemühen. Durch dieses marianische Zeichen werden laut Johannes Paul II., der selbst das braune Skapulier seit seiner Kindheit trug, zwei Wahrheiten wach gehalten: „Einerseits der beständige Schutz der Allerseligsten Jungfrau, und zwar nicht nur auf unserem Lebensweg, sondern auch beim Übergang in die Fülle ewiger Herrlichkeit, andererseits das Bewusstsein, dass die Verehrung Marias sich nicht auf Gebete und Übungen zu ihrer Ehre in manchen Lebenslagen beschränken darf, sondern zu einem ,Habitus' werden muss, also zu einer beständigen Ausrichtung der persönlichen Lebensführung als Christ, die im häufigen Empfang der Sakramente und der Ausübung der geistlichen und leiblichen Werke der Barmherzigkeit ihre Grundlage hat. Auf diese Weise wird das Skapulier zum Zeichen des ,Bundes' und der gegenseitigen Verbundenheit zwischen Maria und den Gläubigen. In ihm wird greifbar zum Ausdruck gebracht, wie Jesus vom Kreuz aus dem Johannes, und in ihm uns allen, seine Mutter übergab, und wie sich ihr der Lieblingsjünger und mit ihm wir alle vertrauensvoll anheimgeben, so dass sie zu unserer geistlichen Mutter wird“ (aus der Botschaft Johannes Pauls II. an den Karmeliterorden anlässlich der Weihe des Jahres 2001 an die Mutter Gottes und anlässlich des 750. Jahrestags der Übergabe des Skapuliers).
Als Schwester Lucia befragt wurde, warum Maria bei ihrer letzten Erscheinung in Fatima als Muttergottes vom Berge Karmel erschienen war, sagte sie: „Maria wollte dadurch ihren Wunsch bekunden, dass alle Menschen das Skapulier als Zeichen ihrer Weihe an Ihr Unbeflecktes Herz tragen.“ Da die „Amici di Dio“, die Freunde der großen Freunde Gottes im Himmel, in regelmäßigen Abständen ihr Leben durch die Grignion-Weihe ganz in die Hände Unserer Lieben Frau legen, entspricht das Skapulier unserer marianisch ausgerichteten Spiritualität und erinnert uns täglich an unsere Zugehörigkeit zu Mutter Maria, der Mutter der heiligen katholischen Kirche.
Am 16. Juli, dem Fest „Unserer Lieben Frau auf dem Berge Karmel“, wollen wir, jeder auf seine Art, etwa durch den Besuch der Heiligen Messe, alljährlich unsere Dankbarkeit für die gütige Führung Mariens in unserem Leben und für das Gnadengeschenk des Skapuliers, das wir tragen dürfen, zum Ausdruck bringen.
Praktische Hinweise
- Das Skapulier wird nur einmal von einem Priester oder einer beauftragten Person überreicht.
- Das Skapulier ermutigt uns und erinnert uns daran, den Anforderungen des Evangeliums gerecht zu werden, die Sakramente zu empfangen und eine besondere Verehrung der Jungfrau Maria zu pflegen, welche sich durch das tägliche Rosenkranzgebet, die tägliche Andacht der drei „Ave Maria“ oder aber auch durch das Gebet des „Angelus“ ausdrückt.
Kurzformel zur Überreichung des Skapuliers
„Empfange dieses Skapulier als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit Maria, der Mutter Jesu, der Du versprichst, sie nachzuahmen. Dieses Skapulier soll Dich an Deine Würde als Christ, Deine Hingabe im Dienst am Nächsten und die Nachahmung Mariens erinnern. Trage es als Zeichen ihres Schutzes und als Zeichen der Zugehörigkeit zur Familie des Karmels in der Bereitschaft, Gottes Willen zu befolgen und im Einsatz im Dienst am Aufbau einer Welt, die seinem Plan der Brüderlichkeit, Gerechtigkeit und des Friedens entspricht.“
© Skapulierabbildung aus dem Shop St. Josef
