Christ sein

ZZ2472EA11
Was bedeutet es, ein Christ zu sein? Dieser Frage geht der Erzbischof von Denver, Charles J. Chaput in einem Vortrag über das „neue Leben in Christus“ nach, der mich sehr beeindruckt hat. Deshalb möchte ihn hier zusammengefasst wiedergeben.

Das Christentum ist eine lebensverändernde, persönliche Erfahrung des auferstandenen Christus. Jeder, der Jesus aufrichtig sucht, wird Ihn finden. Doch
wenn wir ihn finden, müssen wir bereit sein für die Konsequenzen, denn nichts wird mehr sein wie vorher.

Der Bischof zitiert den
seligen Franz Jägerstätter, der sich nach einer wilden Jugend bekehrt hat und fortan ein vorbildliches christliches Leben führte: „Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, wie schmerzhaft es ist, als halbherziger Christ zu leben“. Er stellt fest, dass die Gläubigen versucht seien, ein halbherziges Christentum zu akzeptieren und ein doppeltes Leben zu führen: ein Mensch zu sein, wenn wir in der Kirche sind oder beten und ein anderer, wenn wir mit Freunden, Familie oder auf der Arbeit sind, um ja nicht aufzufallen. Dabei, so der Bischof, kann kaum etwas wichtiger sein als der Glaube, der zu tun hat mit der letztendlichen Bedeutung unseres Lebens. Dies seien die Dinge, über die wir reden müssen, wenn wir ein ganzes und ungeteiltes Leben in Jesus Christus leben möchten.

Wir sind innerhalb weniger Jahrhunderte von einer Welt, in der es unmöglich war,
nicht an Gott zu glauben, zu einer Welt übergegangen, in der der Glaube an Gott nicht mehr nötig zu sein oder keinen Unterschied zu machen scheint. Der Mehrzahl der Menschen in unserer westlichen, „entwickelten“ Kultur können ihr ganzes Leben so zubringen, als würde Gott nicht existieren. Wohl dürfen wir unseren Glauben frei leben, zusammen beten und Messe feiern, aber die Massenmedien trichtern uns ständig ein, dass wir unsere religiösen Ansichten niemanden aufdrängen dürfen. Diese kuriose Idee wurde immer als vernünftige und aufgeklärte Art zu leben proklamiert. Du bist frei zu glauben, was du glauben möchtest, ich bin frei zu glauben, was ich glauben möchte und die Regierung stimmt damit überein, uns nicht vorzuschreiben, was wir zu glauben haben. Klingt nicht falsch.

Doch die Dinge sind nicht so vernünftig und aufgeklärt wie sie scheinen. Als Beispiel erwähnt Bischof Chaput die Afrika-Reise Papst Benedikts im März diesen Jahres (s. meinen
Kommentar dazu): obwohl kaum jemand derart viel Geld und menschliche Hilfe in den Kampf gegen Aids investiert wie die katholische Kirche, wurde aufgrund der Aussage des Papstes, Kondome würden nicht helfen, das Problem dieser schrecklichen Epidemie zu bekämpfen - die im übrigen von führenden Wissenschaftlern der Aids-Forschung bestätigt wurde - die Lüge in den Medien verbreitet, der Papst wäre verantwortlich für den Tod von Millionen Afrikanern und die Haltung der Kirche würde eine Bedrohung für das öffentliche Gesundheitswesen darstellen. Der „Kult des Kondoms“ und die dahinter liegende Ideologie, dass Sex als fundamentales Bedürfnis der Menschen nicht hinterfragt werden darf, verhinderte jede öffentliche Diskussion und Verständnis für die Position des Papstes: Kondome auszuteilen vermittelt ein falsches Sicherheitsgefühl und ermuntert zu gerade jenen Verhaltensweisen, die Aids verbreiten.

Wir lernen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die religiöse Freiheit und den freien Austausch unterschiedlicher Ideen respektiert. Aber dem ist nicht so, wie das eben dargelegte Beispiel zeigt. Es kann tatsächlich so weit kommen, dass wir irgendwann auf legaler Basis daran gehindert werden, unsere Meinung öffentlich zu vertreten. Die Frage, die dann auftaucht, ist: „Wie werden wir in dieser neuen Welt leben? Wie können wir ein ‚neues Leben in Christus‘ in einem ungläubigen Zeitalter leben?“

Diese Frage können wir nur beantworten, wenn wir manche Dinge über das Christsein klarstellen. Dies bedarf jedoch der Klarstellung über die Person Jesu Christi. Heutzutage ist Jesus nicht mehr der Herr, der Sohn Gottes, sondern eher ein aufgeklärter, humanistischer Typ. Das Problem ist: Wenn Jesus nicht Gott ist, kann er
nichts für uns tun. Dann ist das Evangelium nicht mehr als eine interessante Lebensphilosophie.

Wir müssen also daran glauben, dass Jesus der Sohn Gottes und Mariens ist, wahrer Gott und wahrer Mensch. Jesus ist nicht vom Himmel gekommen, um uns zu sagen, dass wir jeden Sonntag zur Messe gehen müssen oder dass wir mehr beten und freundlicher zu unseren Nachbarn sein sollen. Sogar Nichtgläubige können den Texten der Bibel entnehmen, dass es hier nicht um Kompromisse geht. Jesus will
alles von uns, nicht nur am Sonntag. Er möchte, dass wir Gott mit ganzem Herzen lieben, mit ganzer Seele, mit all unserer Kraft unserem ganzen Geist. Er will, dass wir unseren Nächsten lieben wie uns selbst. In anderen Worten: mit einer uneingeschränkten Liebe.

So müssen wir Christus beim Wort nehmen, Ihn lieben, als würde unser Leben davon abhängen. Jetzt. Ohne Ausreden. Christsein macht dein ganzes Wesen aus. Es bedeutet, dass dein Leben eine Aufgabe hat, es bedeutet, jeden Tag danach zu streben, ein besserer Nachfolger Jesu zu sein, Ihm immer ähnlicher zu werden in Wort und Tat, dort zu wachsen, wo Er dich hingepflanzt hat und das Evangelium durch dein Leben zu predigen, ob in der Schule, im Beruf oder zuhause.

Ein letzter Punkt: Liebe die Kirche, liebe sie als deine Mutter und deine Lehrerin. Hilf dabei, sie aufzubauen und zu reinigen. Wir alle werden wütend, wenn wir die Schwächen und Sünden innerhalb der Kirche sehen. Aber wir müssen immer bedenken, dass die Kirche weit, weit mehr ist als die Summe ihrer menschlichen Teile. Die Kirche ist die Braut Christi. Wo die Kirche ist, ist Jesus Christus - bis ans Ende der Tage. Und wir wollen immer dort sein, wo Jesus ist, denn es gibt keinen anderen Weg heim zu Gott außer durch Ihn.

Liebe die Kirche und wisse und ehre, was sie lehrt. Sie lehrt, woran Christus dich und jeden teilhaben lassen möchte, zu deinem Besten und für deine Erlösung. Wenn du weißt, was die Kirche lehrt, kannst du danach leben und die Lehre mit anderen teilen.

Die Führer unserer säkularisierten Gesellschaft wollen sich als große Humanisten ausgeben. Doch genau diese Gesellschaft rechtfertigt das Morden von Millionen Babys und die Verstümmelung von Embryonen im Laboratorium. Wir fertigen Behinderte und alte Menschen ab und nennen es „würdevolles Sterben“. Die Familie ist nicht mehr der Bund von Mann und Frau, der zu neuem Leben führt und somit zur Zukunft der Gesellschaft. Tatsächlich werden in den westlichen Ländern derart wenig Kinder geboren, dass man sich fragen muss, ob unsere Zivilisation ihren Überlebenswillen verloren hat.

Nur die Kirche erhebt sich gegen diese inhumanen Strömungen unserer Zeit. Es ist unsere Mission, als Laien sicherzustellen, dass Christi Lehre auf jeder Ebene unserer Gesellschaft verkündigt und erklärt wird: in der Politik, auf unserem Arbeitsplatz, in unserer Kultur. Dies erfordert wahrhaft Mut. Subtiler und weniger subtiler Druck wird ausgeübt, um Jesus loszuwerden und seine frohe Botschaft zu verwässern. Oder nur einzelnes aus seinen Lehren herauszupicken. Doch das können wir nicht tun. Verspreche Jesus, dass du der Lehre der Kirche nie durch deine Worte oder Taten widersprechen wirst.

Nur die Wahrheit kann den Menschen befreien. Diese Wahrheit ist Jesus Christus. Wenn wir unsere Mitmenschen wirklich lieben, wollen wir, dass sie die Wahrheit kennen. Die ganze Wahrheit. Nicht nur die Teile, die ihnen angenehm sind und sie nicht herausfordern.

Es ist wirklichen Christen nicht möglich, ein Doppelleben zu führen. Unser ganzes Denken und Handeln muss von unserem Glauben verwandelt werden oder wir werden zu Hypokriten.

Dies ist der Pfad zu einem neuen Leben in Christus:
Nutze jeden Tag, um etwas für die Ewigkeit zu tun. Und die Zeit damit zu beginnen, ist jetzt.


Bookmark and Share

0 Comments

Herzlichen Glückwunsch, Jugend für das Leben!

ZZ5FB611E4
Am Mittwoch, den 24. Juni 2009, erhielt „Jugend für das Leben“ - die heuer ihr 20-jähriges Bestehen feiern - den Stiftungspreis 2009 der deutschen „Stiftung Ja zum Leben“. Johanna Gräfin von Westphalen, Stifterin der „Stiftung Ja zum Leben“, übergab den Jugendlichen im Rahmen eines Festaktes im Künstlerhaus in München die Preisurkunde mit den Worten „Ich bewundere euren Mut.“

Der Salzburger
Weihbischof Dr. Andreas Laun, ein unermüdlicher Kämpfer für den Lebensschutz, begann seine Festrede mit den Worten: „Geistliche haben aufgrund des Zölibats keine Kinder. Aber ich liebe Euch, wie wenn ihr meine eigenen Kinder wärt.“ Laun würdigte die Lebensschutzarbeit der Jugend für das Leben, insbesondere ging er auf die Pro Life Märsche und die Lichterketten ein: „Bei den Pro Life Märschen bin ich gerne mitgegangen.“ Weihbischof Laun hat immer wieder die Jugendlichen bei ihren Märschen durch Österreich, die unter dem Motto „Wie weit würdest Du gehen, um ein Menschenleben zu retten?“ fast jährlich statt fanden und finden, begleitet und den Rücken gestärkt. Auch bei den Lichterketten hat Laun regelmäßig teilgenommen, hierbei halten die Jugendlichen immer mit Kerzen und Fackeln Mahnwache und erheben das Wort für das Lebensrecht der Ungeborenen. Laun habe diese Veranstaltungen gerne unterstützt.

Ich möchte „Jugend für das Leben“ ganz herzlich für den Preis der „Stiftung Ja zum Leben“ gratulieren und ihnen Gottes Segen für ihr weiteres Engagement wünschen. Es ist toll, dass es euch gibt!

Picture 1
Nachtrag: In der neuen „Life Times“, der Zeitschrift des Vereins, habe ich gelesen, dass die SPÖ Jugend für das Leben verklagt, „weil der Jugendverein im Landtagswahlkampf die Landeshauptfrau für ihre Weisung zur Errichtung einer Abtreibungsstation kritisierte.“ Desweiteren bitten „Jugend für das Leben“ um finanzielle Unterstützung, u.a. aus aktuellem Anlass zur Begleichung der erforderlichen Anwaltskosten.

[Link zum Artikel von „Jugend für das Leben“]


Bookmark and Share

0 Comments

Gedanken über die Anbetung

ZZ1628C94C
Der folgende Beitrag wurde den „Amici-News“ vom März 2007 entnommen. Wir baten damals mehrere Priester, einen Gedanken zur eucharistischen Anbetung niederzuschreiben.

Danke auch an dieser Stelle noch einmal für euern Dienst und für die wertvollen Impulse!


Ein Rendez-vous mit dem Herrn

Anbetung ist für mich die höchste – und vielleicht gerade deshalb die schwierigste – aller Gebetsformen. Wenn es stimmt, dass Gebet im Allgemeinen nicht zuerst ein Tun des Betenden ist, sondern ein Tun Gottes – sozusagen ein Rendez-vous des Herrn mit uns –, dann wird das in der Anbetung für mich am deutlichsten: Er ist da! Und Er ist da als der, der Er wirklich ist und als der Er angebetet werden will: als König der Welt, der Schöpfung, der Erlösung und der Vollendung, der sich klein macht und verschenkt wie gebrochenes Brot, um mir Sein Leben zu schenken. Er ist da – das ist alles und zugleich der Anfang und die Vollendung von allem!

(Paul Galles, Pfarrer in Esch/Alzette, Luxemburg)

***

Dusche für die Seele

Anbetung ist die Dusche für meine Seele. Das warme Wasser der Gottesliebe umfließt mich, ich schaue hinauf, darf die Augen schließen, darf einfach da sein, muss nicht viel reden, darf einfach ich sein.

(Roger Ibounigg, Pfarrer in Pöllauberg/Steiermark)

***

Sein Herzschlag…

‚Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe‘ (Ps 62). Beim stillen Gebet hilft mir die Szene des Evangeliums, in der Johannes im Abendmahlsaal an der Brust Jesu ruht. Christus in der hl. Eucharistie lädt mich ein, mich in die Vertrautheit seiner Freundschaft loszulassen, gleichsam seinen Herzschlag zu erlauschen. Ich muss nichts tun - er handelt an mir. Er weiß, was zu tun ist, was von Nöten ist. Ich halte still und werde still. So wird die Anbetung zum Ort tiefer Verwandlung, die Gott bewirkt, und damit zur Grundlage aller Aktivität.

(Andreas Schätzle, Priester der ED Wien und Programmdirektor von Radio Maria Österreich)

***

Vorgeschmack des Himmels

In der Anbetung des allerheiligsten Sakraments begegnen wir Jesus ‚live‘. Wir blicken uns gegenseitig an, sozusagen Aug in Auge, allerdings auf der Ebene des reinen Glaubens. Was wir sehen, ist ausschließlich die demütige Gestalt der Hostie. Diese unspektakuläre, verborgene Gegenwart des Herrn hat uns so viel zu sagen; zunächst über Ihn, wer Er ist und wie Er zu uns steht; aber auch über uns, wer wir in seinem Licht sind und sein können. Die eucharistische Anbetung setzt das Wandlungsgeschehen der Messe in uns fort, indem wir durch den Herrn immer mehr in Ihn verwandelt werden nach dem Maß, mit dem wir uns treu und beständig seiner Gegenwart aussetzen.

Heute ist mir beim Betrachten der Schriftlesung aus dem Stundenbuch eine Erkenntnis geschenkt worden, die sich auf die Anbetung der Eucharistie übertragen lässt. Es handelt sich um 1 Joh 3,2: ‚Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.‘ Mit anderen Worten: Wenn wir Jesus eines Tages im Himmel schauen werden, werden wir durch diesen Anblick in Ihn verwandelt, ‚ihm ähnlich sein‘. Seine Schönheit, sein Licht, sein Wesen werden uns bei Seinem Anblick durch und durch durchdringen, so dass wir selbst ein Stück ‚Jesus‘ werden; so wie ein Mensch selbst ein Stück ‚Sonne‘ wird, wenn ihm die Sonne direkt ins Gesicht leuchtet. Die Begegnung mit Jesus im heiligen Sakrament ist ein kleiner Vorgeschmack des Himmels. In der eucharistischen Anbetung macht er uns allmählich Ihm ähnlich.

(Christoph Haider, Pfarrer in Oberhofen/Tirol)


***

Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit

Warum wagen sich manche Seelen nicht an das ruhende Gebet vor dem Allerheiligsten heran; warum finden sie nicht den Weg dazu; oder lassen doch bald wieder davon ab? Tag und Nacht wartet er im Tabernakel auf mich, weil er mich bis ans Ende liebhat! Sind es nicht drei große Themen, drei weite Bezirke, drei wichtige Angelegenheíten, über welche ich zu Gott reden, mit Gott mich beraten, also vor Gott kommen darf?

Einmal ist es mein Leben in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Was alles an Sorgen, Taten, Hoffnungen, Zweifeln, Aufgaben, Ereignissen, was an Reue, Einsicht und Absicht, Planung und Ahnung, Erfolg und Enttäuschung, Irrnis und Wirrsal, Ruhe und Unruhe liegt doch im Leben eines Menschen, so auch in meinem Erdendasein? Ja, würden wir mit alledem zu Gott kommen, vor Gottes Angesicht mit ihm und uns zu Rate gehen, demütig, ehrlich und vertrauend an Gott uns wenden: - wir hätten mehr lebendiges Christentum in der Welt, und ungleich mehr Seelen würden aus einem wahrhaft innerlichen Gebet Frieden schöpfen und Kraft gewinnen, zur Heiligung.

Zum anderen das Versenken in das Geheimnis der Dreifaltigkeit, Schöpfer, Erlöser, Heiligmacher; Allmacht, Weisheit und Liebe, Kreuzweg und Gnade: - was liegt für eine Welt von Gedanken, was an Reichtum, an Größe von Wundern im Geheimnis der Allerheiligsten Dreifaltigkeit! Was tut sich uns doch eine Welt auf, wenn wir beginnen, darüber mit Gott zu reden?

Und noch ein großes Thema gibt es: des Menschen Verhältnis zu seiner Umwelt, zu seinem Beruf. Kann dies nicht ein würdiger und wichtiger Gegenstand des Gebets sein? Ob du Mutter, Vater bist oder Kind, ob Vorgesetzter oder Untergebener, ob Krankenschwester oder Büroangestellte, Professor oder Bauernknecht, ob Novize in einem Kloster oder Lehrling in einer Schlosserwerkstatt, ob Pflegling in einem Versorgungsheim oder Präsident eines Staates: die Erfüllung deines Berufes und dein Umgang mit dem Nächsten sind wahre Angelegenheiten einer Prüfung vor Gottes Angesicht, dem sich in Liebe verzehrenden Herrn im Tabernakel!

(Werner Wolff, Pfarrer in Eintürnenberg/Deutschland)


***

Du, der Lebendinge!

Herr, ich komme zu Dir. Du bist da in diesem schlichten Brot. Ich glaube, dass Du es bist. Du, den die Welt nicht fassen kann, Du bist hier - wahrhaft, wirklich gegenwärtig. Du der Lebendige, Du der Herr. Du schaust mich an, ich schaue Dich an. Unsere Blicke treffen sich - geheimnisvoll - und doch wirklich. Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus - so singt ein Hymnus. Ich darf hier sein: mit meiner Gebrochenheit, meiner Schwachheit, meiner Sünde. Wer zu mir kommt, sagst Du, Herr, den weise ich bestimmt nicht ab. Danke, Herr, dass ich da sein darf. Danke, dass ich nichts leisten muss, dass ich einfach vor Dir sein darf. Du kennst mich. Ich brauche Dich so sehr: Deine Hilfe, Deine heilende Berührung, Deine Befreiung, Dein Leben. Herr, nimm mich so, wie ich bin, und mach mich so, wie Du mich haben willst.

Herr, Du weißt alles, Du weißt auch, dass ich Dich liebe. Ich erfahre die eucharistische Anbetung als einen Ort, wo das Wasser aus dem Heiligtum fließt (vgl. Ez 47): überall, wo das Wasser aus dem Heiligtum hinkommt, wird alles gesund. Der Herr in der Eucharistie ist wie der Felsen, aus dem für das Volk der Israeliten damals das Wasser strömte. In beharrlichen Schritten des Glaubens wird dieser mein Glaube wie ein Stab, mit dem ich das Wasser aus dem Felsen schlage. Im Blick auf den eucharistischen Herrn erkenne ich Ihn, der auch um meinetwillen durchbohrt wurde, und ich tauche ein in den Strom, der aus seinem Herzen fließt. Oft ist es trocken und mühsam, wenn ich Ihn dort suche, und doch bricht sich auch jene Erfahrung Bahn, die ein Jakob auf seiner Flucht vor Esau machen durfte. Inmitten der Ausweglosigkeiten und unbeantworteten Fragen ist Er plötzlich da und staunend rufe ich aus: Gott ist an diesem Ort, und ich wusste es nicht.

(P. Andreas Hasenburger, Missionar vom kostbaren Blut/Kufstein)



Bookmark and Share

0 Comments

Rosenkranz-Atelier

ZZ5A659A10
Eine liebe Bekannte und Landsmännin von mir stellt wunderbare Rosenkränze her und führt seit einiger Zeit auch einen Blog, über den sie einmal pro Monat eins ihrer Kunstwerke verlost. Ein Besuch lohnt sich allemal, auch ohne Verlosung! Auf der Homepage von Maryse kann man sich neben den handgefertigten Rosenkränzen auch schönen Schmuck, den sie selbst herstellt, anschauen und bestellen. Viel Spaß beim Stöbern!


[via
Apostolicam Actuositatem]
antoniusdetail



Bookmark and Share

0 Comments

Interview mit Herr Alipius

me_klein
Bei einer interessanten Studie, die sich mit der Kirche im Web 2.0 befasst (Weblink / Studie als PDF), wurde auch Herr Alipius von Rom, Römer, am Römsten interviewt, dessen Blog ich sehr schätze und regelmäßig lese. Er bloggt ja auch in einer bewundernswerten Regelmäßigkeit. Wenn er nicht gerade in Klosterneuburg ist und versucht, Diebe zu fangen.



Worum geht es bei dem Blog?

In erster Linie um zwei Dinge: Um meinen Katholischen Glauben und um mich.

Was hat Sie motiviert, den Blog anzulegen? Was waren die Ziele?

Ursprünglich sah ich in einem Blog eine einfache Möglichkeit für Verwandte und Bekannte, auf dem Laufenden zu bleiben. Da ich für fünf Jahre in Rom studiere, aber nicht sekündlich nach Hause telefonieren kann, um allen mitzuteilen, wie es mir geht und was ich so treibe, lag das Anlegen eines Blogs nahe. Ein weiteres Ziel wurde dann sehr schnell eine gewisse Gegenaufklärung, die es den Lesern ermöglichen sollte, die Kirche nicht nur vordergründig in dem Licht zu sehen, welches durch die oft voreingenommenen Medien, durch Diskussionen über Abtreibung, Zölibat, etc. auf sie geworfen wird, sondern sie in ihrer Gesamtheit als organisch gewachsenes Etwas zu betrachten, welches unseren Kontinent entscheidend geprägt hat und welches neben dem offensichtlichen, unvollkommenen und menschlichen Anteil auch eine gehörige Portion Heilsmittel, Gnade und Unterstützung durch den Heiligen Geist genießt.

Warum haben Sie sich für einen Blog entschieden?

Weil man mit wenig Aufwand viele Menschen erreichen kann. Weil ich gerne schreibe. Weil ich einen kreativen Output brauche.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Blog?

Positiv. Er bietet mir eine schöne und abwechslungsreiche Gelegenheit, mich abseits vom Studium mit für mich persönlich interessanten Themen zu beschäftigen, ein wenig herumzuulken und - wenn nötig - einem schlecht informierten aber dafür lauten Kirchenkritiker argumentativ die Ohren lang zu ziehen. Man muß ein wenig Zeit investieren.

Konnten Sie Ihre Ziele mit dem Blog erreichen?

„Schau’ mer mal”, wie der Kaiser sagen würde. Ernsthaft: Was die Information der Homefront betrifft, klar. Was die ‚Gegenaufklärung’ betrifft, unsicher. Es gibt positive Rückmeldungen, aber die stammen in der Regel von Leuten, die auch vor Besuch auf meinem Blog schon so empfanden wie ich. Naja: „Wichtig ist auf dem Platz”, demnach geht es für mich auch erst wirklich los, wenn ich einmal in der Pastoral stecke.

Wer sind die Nutzer des Blogs?

Eine Mischung aus einer wachsenden Stammkundenschaft und Zufallsbesuchern, die entweder gleich beim ersten Mal entsetzt das Weite suchen oder hin und wieder nochmal hineinschauen.

Wie sind die Rückmeldungen, die Sie auf den Blog / dessen Einsatz erhalten?

Es gibt viel Lob, weniger Kritik, was - glaube ich - auch daran liegt, daß meine Stammkundschaft weiß, was sie zu erwarten hat.

Wie aufwendig war die Einrichtung?

Gar nicht. Hat vielleicht fünf Minuten gedauert, wenn überhaupt. Das Zurechtbasteln des Erscheinungsbildes hat dann etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, aber auch nicht immens viel.

Wer macht die Betreuung und wie aufwendig ist sie?

Ich mache alles selbst, von den Einträgen bis hin zu den gestalterischen Änderungen. Diese sind beim Anbieter „Blogger” in dessen alten Templates einfacher, weil dort das HTML durchsichtiger ist. Das ist für einen Bastler wie mich wichtig, bedeutet aber andererseits, daß ich die neuen Features von „Blogger 2.0” nicht nutzen kann. Die Betreuung ist so aufwendig, wie man es will. Sprich: Wenn ich meinen Kunden tägliche Unterhaltung bieten will, dann muß ich eben bereit sein, täglich ein bis zwei Stunden zu investieren.

Was planen Sie an weiteren Schritten?

Nichts. Das Blog wird mit Beendigung des Studiums eingestellt, weil ich dann nach Österreich in mein Stift zurückkehre und mich auf die Diakon- und Priesterweihe vorbereite. Wenn ich mich dann irgendwann in einer Position niedergelassen habe und die nötige Zeit locker machen kann… Mal sehen…

Würden Sie Kollegen empfehlen einen Blog anzulegen?

Unbedingt, vorausgesetzt, sie bringen die nötige freie Zeit mit. Das Internet ist ein ultra-schnelllebiges Medium, und wer sich da den Ruf einhandelt, sein Blog nicht regelmäßig in kurzen Abständen upzudaten, dem laufen - abgesehen vielleicht von einem kleinen treuen Kern - die Kunden bald davon. Es sei dann, man bietet ganz spezielle Informationen an, auf die die Leute auch gerne mal ein paar Tage warten.

Quelle: Studie zu kirchlichen Sinnangeboten im Web 2.0


Bookmark and Share

0 Comments

Lobpreis-Lieder

ZZ2F202B05
In Musik der Anbetung habe ich versucht darzulegen, welche Kriterien eine Musik erfüllen muss, um im Dienste der Liturgie stehen zu können. Fußballlieder (!) sowie manche Neue Geistliche Lieder scheinen mir da eher ungeeignet. Die Musik der Kirche sollte sich in der Regel am Vorbild des Gregorianischen Chorals orientieren, wie die Päpste immer wieder festgehalten haben. Das heißt nicht, dass die Kirchenmusik sich den Einflüssen von Neuer Musik oder Pop-Musik grundsätzlich ganz verschließen muss. Allerdings gehört viel Feingefühl dazu, wenn es darum geht, neue Wege zu suchen, um über die Musik beispielsweise jüngere Zielgruppen zu erreichen. Da die Harmonik der Pop-Kultur bereits derart tief im Lebensgefühl der Menschen verwurzelt ist, kann man sich diese unter Umständen auch für den Gottesdienst zu eigen machen.

Voraussetzung für das Musizieren in der Kirche ist immer die Zurücknahme des eigenen Geltungsbedürfnisses, also die Fähigkeit, ganz im Dienst der Anbetung klein zu werden, damit Gott groß sein kann. Ist dies nicht gegeben, wird jede Form von geistlicher Musik ihrer Aufgabe nicht gerecht werden.

Heute möchte ich auf die besonders in charismatischen Gruppen weit verbreiteten Lobpreis-Lieder eingehen, die in den 70er Jahren vermehrt auftauchten und ihren Ursprung vor allem in evangelikalen Kreisen haben. Man bedient sich bei dieser Gattung der Sprache der populären Musik, die dem Lebensgefühl junger Menschen oft am nächsten liegt, um zu beten und Gott anzubeten. Ein positives Beispiel für ein Liederbuch dieser Art ist z.B. „
Singe Jerusalem“, das vom „Verein zur Förderung der Katholisch-Charismatischen Erneuerung“ herausgegeben wird.

An einem Lied erkennt man schnell „wessen Geistes Kind“ es ist. Wenn ich „Neue Geistliche Lieder“ kritisch sehe, dann nicht nur wegen der Musiksprache, sondern vor allem wegen der kirchenkritischen bis -feindlichen Geisteshaltung ihrer Autoren, die soviel am kirchlichen Lehramt verändert sehen wollten und dabei der Kirche einen nicht unerheblichen Schaden zugefügt haben.

Viele der mir bekannten Lobpreis-Lieder sind durchaus in der Lage, mit ihrer Freude am Glauben und ihrer Liebe zur katholischen Kirche anzustecken und die Liturgie zu bereichern. Ihnen ist gewiss viel Gutes im Leben der Kirche der vergangenen Jahre zu verdanken. Besonders Lobpreisabende für junge Menschen sind ohne diese Form des musikalisch-betenden Ausdrucks nicht mehr denkbar. Der Lobpreis-Musik kommt vor allem in Gebetskreisen und Anbetungsstunden eine tragende Rolle zu.

Für die Liturgie selbst gelten nach wie vor die Sätze von
Papst Pius X., der 1903 im Motu proprio über die Erneuerung der Kirchenmusik „Tra le sollecitudini“ schrieb:

Die Kirchenmusik muß in höchstem Maße die besonderen Eigenschaften der Liturgie besitzen, nämlich die Heiligkeit und die Güte der Form; daraus erwächst von selbst ein weiteres Merkmal, die Allgemeinheit. Diese Eigenschaften finden sich in höchstem Maße im Gregorianischen Choral, besitzt in vorzüglichem Maße auch die klassische Polyphonie. Eine Kirchenkomposition ist um so heiliger und liturgischer, je mehr sie sich in Verlauf, Eingebung und Geschmack der gregorianischen Melodik nähert; und sie ist um so weniger des Gotteshauses würdig, als sie sich von diesem höchsten Vorbild entfernt.


Sofern es also möglich ist, sollte man stets bemüht sein, diesem Ideal gerecht zu werden. Die Verbreitung von Gebetskreisen wäre sicher hilfreich: hier könnte man sich einerseits zu gemeinsamem Gebet, Lobpreis, Anbetung sowie zu Katechesen und persönlichem Austausch treffen und sich dabei auch an modernerem Liedgut erfreuen, während andererseits das Verständnis für die heilige Liturgie und die Kirchenmusik im Laufe der Zeit wachsen könnte und dadurch auch Auswirkungen auf die Feier der heiligen Messe haben würde.


Bookmark and Share

0 Comments

Neue Geistliche Lieder…

ZZ3CE48ABC
In meinem Artikel „Musik der Anbetung“ schnitt ich kürzlich das so genannte „Neue Geistliche Lied“ an und schrieb:

Abraten möchte ich jedoch vom Neuen Geistlichen Lied (in der heiligen Messe), das viel an Ehrfurcht in unserer Kirche zerstört hat. Gero Vehlow schreibt in seinem lesenswerten Buch ‚Maria in der Musik‘: ‚In der Kirchenmusik hat es im Zeitraum von weniger als vier Jahrzehnten ein so starkes Absinken des Niveaus gegeben wie in keiner anderen musikalischen Gattung.‘

Hier besteht ein viel zu wenig beleuchteter Zusammenhang zwischen u.a. dem Schwund der Mundkommunion, der Hochaltäre und Kniebänke und letztlich dem Glauben der Menschen im allgemeinen und der Einführung mehr und mehr „kreativer Elemente“ und „Zusammengebasteltem“ in der heiligen Liturgie der Kirche, die den Kirchgängern das Gefühl wahrer Anbetung immer fremder hat werden lassen. Poplieder und Neues Geistliches Lied sind ein Ausdruck dieser Strömung. Natürlich haben auch Einflüsse von außen, wie die wandelnden Wertvorstellungen der Gesellschaft und die falsche Definition von Freiheit zu dieser Entwicklung beigetragen. All dies kann ich hier nur kurz andeuten, da es sonst den Rahmen sprengen würde.


Ich verstehe, dass diese spärlich begründeten Aussagen von manchem Leser mit Skepsis und Unverständnis gelesen werden können und möchte daher versuchen, behutsam und verständlich zu erklären, was damit gemeint ist.

Zunächst gilt zu definieren, welche Lieder ich unter dem Begriff „Neues Geistliches Lied“ verstehe. Eine Sammlung mit typischen Neuen Geistlichen Liedern ist das Liederheft „Unterwegs“, das in unserem Bistum (Trier) verbreitet ist und u.a. vom Deutschen Liturgischen Institut und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken herausgegeben wurde. Ich schlage das Büchlein aufs Geratewohl auf und vor mir liegt das Lied „Freunde, dass der Mandelzweig“. Hier der Text der ersten Strophe:

Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,
Ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?

So geht es während 4 Strophen weiter, ohne dass Gott ein einziges Mal erwähnt wird.

Nächstes Beispiel, „Wir kommen und gehen“ von Zenetti/Biersack:

Wir kommen und gehen, Wolken im Wind,
Wer kann es verstehen, wozu wir sind?
Wir kommen und gehen, Spuren im Sand,
Die Spuren verwehen, keinem bekannt.

Drittes und letztes Beispiel, „Wo Menschen sich vergessen“ von Laubach/Lehmann:

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen,
und neu beginnen, ganz neu,
Da berühren sich Himmel und Erde,
dass Friede werde unter uns.

Diese Art von Liedern habe ich also damit gemeint, Lieder, die zum großen Teil musikalisch banal sind, textlich an der Oberfläche bleiben und nicht zu Gott hinführen. Solche Lieder sind für die Liturgie unpassend.

Wahrhaft liturgische Lieder sind Gebete, die direkt an Gott oder an die Heiligen gerichtet sind. Keine philosophischen Essays oder hochtrabende Gedankenausschweifungen mit sozialkritischem Touch, die vielleicht das Lebensgefühl einer Generation beschreiben, denen jedoch das Zeitlose - entsprechend dem Zeitlosen der Liturgie - vollständig abgeht. Mit der Zeit wurde durch jene modernen (oder sollte man mittlerweile nicht sagen
altmodischen?) Lieder im Zusammenhang mit den falsch verstandenen Liturgiereformen der 60er und 70er Jahren das Verständnis der heiligen Messe nach und nach ausgehöhlt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, wie wenig Raum viele Lieder dieser Epoche dem lieben Gott gewähren und stattdessen den Menschen mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens zu rücken bestrebt sind.

Eine prägnante und gute Beschreibung der Kritik an den seit den 60er Jahren auftauchenden Neuen Geistlichen Liedern liest man auf
Wikipedia:

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche wächst zunehmend die Kritik am Neuen Geistlichen Lied. Gegner dieser Gattung werfen dem sogenannten „NGL“ eine Profanierung des Mysteriums des katholischen Glaubens vor. Lieder wie „Ins Wasser fällt ein Stein“, „Herr deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ oder ähnliche Stücke moderner Art entsprechen nach der Auffassung vieler katholischer Theologen nicht Charakter und Würde der katholischen Liturgie. Viele Lieder seien zwar für Katechesen geeignet, jedoch lassen sich aufgrund ihrer oftmals unliturgischen Texte für sie kein Platz im Gottesdienst finden. Und auch das II. Vatikanische Konzil spricht sich in seinen Dokumenten für den Erhalt der klassischen Kirchenmusik aus.


Dennoch halten sich diese, ich nenne sie mal „Wohlfühl-Lieder“ in vielen Gemeinden hartnäckig bis auf den heutigen Tag. Sie vermitteln nichts von der Heiligkeit des liturgischen Geschehens. Ihnen fehlt gänzlich die Aura katholischer Mystik, die der Mensch braucht, um ein Gefühl für des grenzenlose Gut, das die heilige Messe für die Menschheit darstellt, zu gewinnen. Durch das Verdrängen der Musik der Mönche des Mittelalters und der polyphonen Meister der Renaissance hat der Gläubige gewissermaßen den Bezug zum Heiligen in der Musik verloren und tut sich zuweilen schwer, einen Zugang zu „alter“ Musik zu finden, die objektiv gesehen freilich nicht alt und verstaubt, sondern in höchstem Maß aktuell und eben zeitlos ist. Nicht umsonst stürmten die Mönche von Heiligenkreuz die Charts mit ihrer CD „
Music for Paradise“, die frei von populären und verharmlosenden Arrangements den Gregorianischen Choral in wohlklingendster, schlichter Authentizität einem breiten Publikum zugänglich gemacht hat. Diesen Erfolg kann man sich letzten Endes nur durch die Sehnsucht der Menschen nach heiliger Musik, die der Seele eine Ahnung des Ewigen zu schenken vermag, erklären.

Ist es nicht in höchstem Maß bedauerlich, dass liturgische Kirchenmusik, allen voran der Gregorianische Choral aus dem Gemeindeleben vielerorts vollständig ausgestorben zu sein scheint? Es mangelt schließlich nicht an würdigem Liedgut, dem noch das Vermögen innewohnt, die Herzen der Gläubigen zu Gott zu erheben. Dennoch gilt dem Banalen oft der Vorrang gegenüber dem Kunstvollen in der Kirchenmusik. Gefragt sind Priester, Kirchenmusiker und Kirchenchöre, die den Mut haben, die alten Schätze katholischen Liedguts aus der Versenkung zu heben und von den großen Bischofsmessen bis in die kleinen Pfarreien hinein wieder in ihrer unendlichen Schönheit neu erklingen und aufblühen zu lassen.


Ähnliche Artikel:


Bookmark and Share

0 Comments

Grönemeyer über das Leben

ZZ12989BBB
In einem früheren Beitrag über meine Lieblingspodcasts habe ich die Sendung „Klassik à la carte“ erwähnt, in der berühmte Persönlichkeiten interviewt werden. Kürzlich war dort der Bruder von Herbert Grönemyer, Dietrich Grönemeyer, ein berühmter Mediziner und Autor eines Medizin-Abenteuerromans für Kinder, zu Gast. Bemerkenswert fand ich, wie offen er sich zum Verlust seines Bruders Wilhelm, der vor einigen Jahren an Leukämie gestorben ist, äußerte und dabei auch den lieben Gott nicht unerwähnt ließ:

Ich habe am Grab meines Bruders erlebt, dass wir als Ärzte, wir als Menschen nicht entscheiden, wann wir kommen und gehen. Ich bin demütig geworden, hab vorher mit dem Schöpfer gehadert und Ihn auch im Grunde verneint. Mir wurde klar, genau durch diesen Tod, wie wunderbar Leben ist und wie schön es ist, leben zu dürfen und was für eine Gnade es ist, auch diese kurze Zeit in der Existenz des Kosmos einfach hier sein zu dürfen. Das habe ich in diesem Moment begriffen durch den Tod meines Bruders und auch die Begrenztheit unseres eigenen Tods und unseres eigenen Tuns in der Medizin. Seitdem hat sich ganz viel bei mir verändert, und ich sehe auch, dass Medizin mehr ist, als nur den Körper zu behandeln.


Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer für die Gnade des Lebens - welch schönes Fazit eines Mediziners!


Bookmark and Share

0 Comments

Für die Priester

ZZ1FF02BEF
Um die Gebete von gestern für Kirche, Papst und Bischof zu vervollständigen, möchte ich noch ein schönes Gebet für unsere Priester hier veröffentlichen, das der hl. Thérèse von Lisieux zugeschrieben wird:

O Jesus, ewiger Hoherpriester, bewahre Deine Priester im Schutze Deines heiligen Herzens, wo ihnen niemand schaden kann. Bewahre ihre gesalbten Hände unbefleckt, die täglich Deinen heiligen Leib berühren. Bewahre rein die Lippen, die gerötet sind von Deinem kostbaren Blute. Bewahre ihr Herz rein und unirdisch, das gesiegelt ist mit dem erhabenen Zeichen Deines glorreichen Priestertums. Lass sie wachsen in der Liebe und Treue zu Dir und schütze sie vor der Ansteckung der Welt. Gib ihnen mit der Wandlungskraft über Brot und Wein auch die Wandlungskraft über die Herzen. Segne ihre Arbeiten mit reichlicher Frucht und schenke ihnen dereinst die Krone des ewigen Lebens.

In einer Woche, am 19. Juni, dem
Herz-Jesu-Fest und dem Weltgebetstag zur Heiligung der Priester, wird Papst Benedikt XVI. das „Jahr des Priesters“ ausrufen. Kardinal Cláudio Hummes, Präfekt der Kongregation für den Klerus, hat ein schönes Schreiben veröffentlicht, in dem er hofft, dass es „ein Jahr voller Initiativen“ werden solle, „ein positives Jahr, in dem die Kirche vor allem den Priestern, aber auch allen Christen und – mithilfe der Massenmedien – der ganzen Welt sagen möchte, dass sie auf ihre Priester stolz ist, dass sie sie liebt, hochschätzt, bewundert und mit Dankbarkeit ihrem pastoralen Wirken und ihrem Lebenszeugnis Anerkennung entgegenbringt.“ Es soll „ein Jahr des Gebets sein, des Gebets der Priester selbst, des Gebets mit den Priestern und für die Priester, ein Jahr der Erneuerung im Hinblick auf die Spiritualität des Priestertums und im Hinblick auf jeden einzelnen Priester selbst.“

Unsere Priester haben in unserer Zeit kein leichtes Los. Ihre Schäflein laufen in Scharen davon und tauchen nie wieder in ihren Kirchen auf. Die übrig Gebliebenen machen es ihnen auch nicht leicht: der Katechismus ist nicht mehr so bekannt wie ehemals, aber vieles weiß der aufgeklärte Christ trotzdem besser: er braucht nicht mehr jeden Sonntag zu Messe, muss nicht mehr zur Beichte, hat mit der Morallehre der Kirche nichts am Hut, weil sie ja längst überholt ist…

Manchmal kommen Priester sich wohl auch ausgenutzt vor: wenn z.B. plötzlich ein junges Brautpaar vor der Tür steht, das in der Kirche heiraten möchte, sich sonst jedoch nie in einem Gotteshaus blicken lässt; wenn Eltern eine prunkvolle Kommunionfeier haben möchten, aber nicht bereit sind, mit ihren Kindern jeden Sonntag den Gottesdienst zu besuchen; wenn kreative Mütter bei der Gestaltung einer Kindermesse mitreden wollen, aber von Liturgie keine Ahnung haben, weil sie fast nie zur Messe gehen…

Ihr Beruf, der ja weit mehr ist als ein Beruf - ihre
Berufung zum Dienst an Gott und am Menschen also, zu der sie ihr „Ja“ ausgesprochen haben, wird vom Volk weniger geschätzt als je zuvor. Viele meinen, dass sie die Gnaden, die dem Priester kraft der Priesterweihe zu eigen sind, nicht mehr brauchen, oder mehr noch, dass diese Gnaden überhaupt nicht existieren. Machen sich lustig über den Zölibat, ohne deren Sinn erfasst zu haben und die Größe, die ein Mensch braucht, um sich für diesen Weg zu entscheiden. Greifen sie an mit Vorwürfen, die die Medien und ihr Umfeld ihnen eingetrichtert haben, mit Vorwürfen, die zwar oft haltlos, aber dennoch so schwer zu widerlegen sind, weil die Wahrheit sich nicht so einfach beweisen lässt und im Gegensatz zur lärmenden Angriffslust der Welt in leisen Tönen redet, die nur ein offenes Ohr und ein offenes Herz wahrnehmen können.

Lieben also wenigstens wir Katholiken unsere Priester, wie es ihnen gebührt und schätzen wir die Opfer, die sie täglich zum Wohl der Kirche und zum Wohl der Menschen bringen. Versichern wir ihnen unsere Gebete und seien wir dankbar für ihren unschätzbaren Dienst an der Menschheit!


Bookmark and Share

0 Comments

Gebete um Erhalt der kirchlichen Einheit

ZZ2E54F96F
Gestern bin ich auf eine sehr schöne Initiative von Jens Falk aufmerksam geworden, die ich unterstützen möchte.

Hier die Gebete, die man täglich um Erhalt der kirchlichen Einheit beten kann:

Gebet für den Heiligen Vater
Laßt uns beten für unseren Papst Benedikt XVI. Der Herr erhalte ihn und stärke ihn und mache ihn glücklich auf Erden und übergebe ihn nicht in die Hände seiner Feinde! Vater unser… Gegrüßet seist du, Maria…

Gebet für unseren Bischof
Lasset uns beten für unseren Bischof, N. Er möge in Deiner Kraft, o Herr, Deine Herde weiden. Herr Jesus Christus, Du Hirte und Haupt Deiner Kirche, wir bitten Dich, steh unserem Oberhirten mit der Kraft Deines Segens bei, daß er an uns Deine Stelle vertritt, uns entflammt durch seinen Eifer, uns beschämt durch seinen Wandel, uns trägt durch seine Liebe, uns stärkt durch seine Geduld, uns segnet durch seine Gebete, uns weidet durch seine Lehre und uns reinigt und läutert zu Deinem heiligen Volke und zum unbefleckten Gottesdienst im Geist und in der Wahrheit. Der Du lebst und herrschest mit Gott dem Vater in der Ewigkeit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. (Bischof J. M. Sailer)

Maria, Schutzherrin der Kirche
Maria, du mächtige Jungfrau, du bist die hohe, ruhmvolle Schützerin der Kirche, die wunderbare Hilfe der Christen. Du bist furchtbar wie ein zum Kampf gerüstetes Kriegsheer. Du allein hast alle Irrlehren auf der ganzen Welt vernichtet. In unseren Nöten, unseren Kämpfen, unseren Bedrängnissen schütze uns wider den Feind, und in der Stunde unseres Todes nimm unsere Seele auf in den Himmel! Amen. (Hl. Don Bosco)


Bookmark and Share

0 Comments

Kuschelkatholizismus

ZZ25740B50
Aus einem Interview der Tagespost mit dem Philosophen Robert Spaemann:

Verdient eine Gesellschaft, die Stellungnahmen des Heiligen Vaters als gefährlichen Fundamentalismus betrachtet, noch Attribute wie liberal oder tolerant?

Nein, sie ist weder liberal noch tolerant, es sei denn, man versteht unter Liberalismus die Überzeugung, dass es keine Überzeugungen geben darf. Ursprünglich heißt Toleranz Respekt vor den Überzeugungen anderer. Das ist im Augenblick bei uns im Schwinden begriffen. Toleranz heißt jetzt nicht mehr Respekt vor Überzeugungen anderer, sondern Ablehnung jeder Überzeugung. Was dem Papst vorgeworfen wird ist ganz schlicht, dass er das verkündet, was die katholische Kirche immer verkündet hat. Er tut es auf eine besonders vernünftige und menschliche Weise. Aber er verzichtet nicht darauf, den christlichen Lebensweg zu lehren.


Wie meine Twitter-Follower gestern mitbekamen, war ich von meiner Pfarrei aus zu einer Versammlung der katholischen Erwachsenenbildung unseres Dekanats geschickt worden. Ich kam etwas zu spät und war beim ersten Anblick der Versammlung gleich etwas irritiert, die lieben Leute - so 40 an der Zahl - in Grüppchen sitzend zu sehen, in der Mitte des Raumes eine Kordel in Kreisform ausgelegt, die wohl für ein Begrüßungsspiel verwendet worden war. Gut, ich gesellte mich also dazu. Ideen für etwaige Projekte wurden gesammelt. Wir setzten uns wieder in einen Kreis.

Der Leiter der Erwachsenenbildung sprach die prima Zusammenarbeit mit Referenten verschiedenster Couleur an. Leider, so bemängelte er, dürfe man nicht mehr mit
Donum Vitæ und Pro Familia zusammenarbeiten, das habe das Bistum verboten. Keiner der Anwesenden schien sich an dieser Aussage zu stören. So blieb es an mir, den Einwand vorzubringen, dass man das „leider“ des Herrn Leiters so nicht im Raum stehen lassen könne, es gehe hier immerhin um Institutionen, die Abtreibungen befürworten und deren Sexualerziehung so gar nicht im Sinne der Kirche ist. Er habe das bedauert, so seine Antwort, weil diese Leute doch wirklich tolle Dinge zur Sexualität zu sagen haben, aber man dürfe nicht sehen, welche Möglichkeiten man nicht habe aufgrund des Verbots von Trier, sondern was einem noch alles offen stehe. Glückliches Grinsen des Leiters und zustimmendes Nicken in der Runde.

Einen Vorbehalt hatte ich gegen Ende der Versammlung noch anzubringen: wieso fürchte man sich vor einem katholischen Profil, wo sei in unserem Bistum denn der Raum, seinen Glauben zu vertiefen und in den Glaubenswahrheiten der Kirche unterrichtet zu werden, wenn nicht in der so genannten „katholischen“ Erwachsenenbildung? Da seien die Kollegen in Luxemburg konsequenter, dort nenne man sich seit einiger Zeit nur noch „
Erwuessebildung“ und habe das „katholisch“ gleich weggelassen. Wahrscheinlich um nicht anzuecken. Man wird zwar finanziell von der Kirche getragen, obwohl man gegen Papst und allzu Katholisches ist, aber gut, sei’s drum. Könne man nicht anstatt dieses „Kuschelkatholizismus“ doch katholischere und tiefer gehende Angebote ins Programm aufnehmen?

Man dankte mir für den interessanten Hinweis. Dann meldete sich der Herr, der anschließend die Kordel zusammenrollte, noch zu Wort: „Ich bin gerne Katholik. Aber ich bin nicht besser als ein Protestant oder ein Moslem. Wir müssen uns davor hüten, uns als etwas Besseres zu fühlen.“ Er warnte auch vor radikalen Gruppierungen wie Orthodoxen und Syriern (Hä? Was er damit wohl meint?). Ich weiß nicht, wieso meine Kritik am fehlenden katholischen Profil ihn auf solche Gedanken gebracht hat. Er bevorzugt im Themenangebot der katholischen Erwachsenenbildung auf jeden Fall scheinbar Veranstaltungen wie „Trommeln im Kreuzgang“ oder „Kochkurs für Männer“. Das sei ihm gelassen. Ich hielt auch brav meinen Mund. Aber ich dachte an die Aussage Robert Spaemanns, die ich anfangs zitiert habe: „Toleranz heißt Ablehnung jeder Überzeugung“, und ich füge hinzu: „auch der eigenen.“ Das habe ich bei dieser ernüchternden Versammlung gelernt.


Bookmark and Share

0 Comments

Warum ich sonntags zur Messe gehe

ZZ74231682
Als Kind ging ich sporadisch zur Messe. Vor meiner Kommunion und meiner Firmung regelmäßig. Danach gar nicht mehr. Kommt euch das bekannt vor?

Es geht den meisten doch gut ohne Messe, wieso „vergeude“ ich dann seit 5 Jahren soviel Zeit, um wenigstens zwei- oder dreimal, oder wenn möglich sogar täglich die Messe zu besuchen?

Ein Sonntag ohne Messe mit meiner Familie kann ich mir nicht mehr vorstellen. Das liegt nicht daran, dass es so etwas wie die
Sonntagspflicht gibt und ich sonst beichten müsste, dass ich eine Messe geschwänzt habe. Es hat auch nichts damit zu tun, dass die Musik so wunderbar oder der Priester so lustig ist.

Ich gehe sonntags (oder samstags oder werktags) zur Messe, weil Gott mich dazu einlädt. Einem Freund oder einem Familienmitglied würde ich eine Einladung aus Bequemlichkeit bestimmt nicht ausschlagen. Demnach tue ich das bei Gott erst recht nicht.

Ich weiß, dass Jesus sich in jeder heiligen Messe aufs Neue der Menschheit opfert, dass Er sich uns schenken möchte, damit wir Anteil am ewigen Leben haben. Ich werde nicht warten, bis ein Unglück über mich hereinstürzt, um mich an Gott zu wenden. Ich werde nicht warten, bis ich zu einer Beerdigung muss oder Freunde ihre Hochzeit in der Kirche feiern. Nein. Gott ist Teil meines Alltags, je nach Moment mehr oder auch weniger bewusst. Diese eine Stunde in der Woche soll jedoch ganz IHM gehören. In dieser Stunde kann ich mein Herz auf Gott richten und es Ihm darbringen, mit meinen Sünden, meinen guten Vorsätzen, meinen Bitten und meinen Dankgebeten.

Die heilige Messe ist die Quelle, aus der ich die Kraft für mein Leben schöpfe. Es ist ein Geschenk, zur heiligen Messe gehen zu dürfen ohne dafür verfolgt, bestraft oder gar getötet zu werden. Dieses Geschenk nehme ich dankbar an.

Lieber Leser, bedenke, auch DU bist eingeladen! :)


Bookmark and Share

0 Comments

Fußballlieder in der Messe

ZZ0E5FBC41
Interessanterweise habe ich neulich, als ich über die Kasel des neuen Bischofs von Trier berichtete, nebenbei kurz die geplante „Fußballmesse“ unseres Dechants angesprochen. Als ahnte ich, dass es dort einen Zusammenhang geben könnte:

Ein Dechant veranstaltet anlässlich eines Fußballfestes demnächst eine Messe bei uns auf dem Sportplatz. Schade eigentlich, wenn man so eine schöne Kirche im Dorf hat. Muss man da aufs Fußballfeld ausweichen? Als Liedvorschläge für die Messe hat er mir Klassiker wie „Der Ball ist rund“, „Hier kommt die Welle, macht alle mit“ oder „Fi-Fa-Fußball ist ein Superspiel“ zukommen lassen. Die Ministranten sollen wohl in Trikots dienen. Da bleibt einem glatt die Spucke weg…


Wohl oder übel musste ich einen neuen Liedplan zusammenstellen, den ich dem Herrn Pastor mit der Anmerkung schickte, dass ich unter seinen vorgeschlagenen Fußballliedern beim besten Willen keins finden könne, das für die heilige Messe geeignet sei. Über seine Antwort staunte ich dann doch nicht schlecht. Er beruft sich auf Bischof Ackermann und Weihbischof Leo Schwartz:

Sehr geehrter Herr Ianni,

an den Liedern, die ich Ihnen gesandt hatte, haben weder Bischof Dr. Ackermann noch Weihbischof Leo Schwarz für einen Fußballgottesdienst nichts auszusetzen, wird darin doch der Gedanke des fair-play und eines guten Miteinanders angesprochen. Da Sie aber so große Probleme mit solchen Liedern haben bin ich mit Ihrem Liedplan einverstanden.


Daraufhin tat ich, was ich von Anfang an vielleicht hätte tun sollen: ich sagte ihm ab. Wenn es stimmt, dass nicht einmal unser neuer Bischof mit solch einer Messe ein Problem hat (die noch dazu als Gemeindemesse gedacht ist), was hilft da noch diskutieren?

Als Katholik habe ich das Recht auf eine schöne und würdige Messe am Sonntag, die einen angemessenen Rahmen bietet, um Jesus gebührend zu empfangen. Insofern fahre ich diesen Sonntag in eine Kirche und nicht aufs Fußballfeld.

Es gibt einige
wunderbare Schriften zur Kirchenmusik. Da die meisten jedoch „vorkonziliar“ sind, werden sie von fortschrittlichen Klerikern wie unserem Dechant und vielleicht auch unserem Bischof nicht mehr ganz so ernst genommen, schließlich habe die Kirche sich ja „weiterentwickelt“. Also wage ich gar nicht erst, daraus zu zitieren, sondern gebe der Ritenkongregation das Wort, die in der Instruktion über die Musik der heiligen Liturgie „Musicam sacram“ vom 5. März 1967, also einem „nachkonziliaren“ Dokument, folgenden Wunsch äußert:

Es ist zu hoffen, daß Seelsorger, Musiker und Gläubige in der bereitwilligen Annahme und Durchführung dieser Normen den eigentlichen Zweck der Musica sacra zu erreichen bemüht sind, nämlich die „Verherrlichung Gottes und die Heiligung der Gläubigen“.

a) Darum kann nur jene Musik „Musica sacra“ genannt werden, die für die Feier des göttlichen Kultes geschaffen und durch die Heiligkeit und Güte ihrer Formen ausgewiesen ist.

b) Unter dem Begriff Musica sacra kommen hier in Betracht: Der Gregorianische Choral, die alte und neue Polyphonie in ihren verschiedenen Gattungen, Musica sacra, die für die Orgel und für andere erlaubte Instrumente geschaffen wurde, und der kirchliche Volksgesang, der liturgische wie der religiöse.


Ist das so schwer zu verstehen? Steht da etwas von Ausnahmen und Fußballgottesdiensten?!

Je weniger ernst wir unsere Liturgie nehmen, umso weniger ernst werden wir als Katholiken genommen. Eine Banalisierung der liturgischen Feier führt niemanden näher zur Kirche und entfernt uns, die Gläubigen, nur mehr und mehr von den Geheimnissen unseres Glaubens. Dass man das nach 40 Jahren des Rumexperimentierens immer noch nicht gelernt hat!

Liturgie und Musik hängen eng zusammen, wie wir im Schlusszitat von unserem Papst hören werden. Was sagen dann Titel wie „Fi-Fa-Fußball“ oder „Der Ball ist rund“ über die Qualität einer Liturgie aus, die derart infantile Lieder braucht?

In der Tat kann man von Liturgie gar nicht reden, ohne auch von der gottesdienstlichen Musik zu sprechen; wo Liturgie verfällt, verfällt auch die „Musica sacra“, und wo Liturgie recht verstanden und gelebt wird, wächst auch gute Kirchenmusik. (Joseph Kardinal Ratzinger)



Bookmark and Share

0 Comments

Katholische iPhone-Programme

Für das iPhone bzw. den iPod Touch gibt es mittlerweile Tausende von Programmen. Darunter befinden auch ein paar katholische „Apps“, von denen ich euch die 5 schönsten vorstellen möchte. Die Links verweisen auf den App Store in iTunes.

1. Holy Rosary Audio

1rosary
Von diesem Programm bin ich begeistert: Der Rosenkranz wird (auf englisch) vorgebetet, merkt sich automatisch die Stelle, an der man aufgehört hat (sollte man mal nicht alles auf einmal beten können) und weiß sogar, an welchem Tag welcher Rosenkranz angesagt ist. Zusätzlich ist das Programm optisch hübsch gestaltet und man kann, wenn man möchte, auch die Texte mitlesen. Was man in der Praxis wohl allerdings weniger tun wird. Der Barmherzigkeits-Rosenkranz, der bereits in Text-Form enthalten ist, soll später auch als Audio nachgeliefert werden.

2. Bibel

2bible
Es ist immer gut, eine Bibel in der Tasche zu haben. Dieses Bibel-Programm hat eine Suchfunktion eingebaut, mit der man schnell ein Wort oder einen Vers finden kann. Verse können auch kommentiert oder per Email verschickt werden. Eine große Anzahl von Bibelübersetzungen stehen im Programm zum Download bereit. Kommerziell geschützte Übersetzungen wie die gängige Einheitsübersetzung sind nicht enthalten.

3. iBreviary

3breviary
Das erste Programm des eifrigen Geek-Priesters Paolo Padrini. Das digitale Stundenbuch wurde offiziell vom Vatikan gelobt und scheint tatsächlich auch von einigen Priestern und Laien genutzt zu werden. Beim Programmstart kann man die Gebete und Lesungen des Tages herunterladen. Als Sprachen stehen zur Verfügung: Latein, Italienisch, Spanisch, Französisch und Englisch. Leider keine deutsche Version.

4. H2onews

4h2o
Der Vatikan wird richtig geeky. Nachdem man vor kurzem in die Welt von Twitter eingestiegen ist und die Pope2you-Seite gestartet hat, folgt nun der nächste IT-Coup aus Rom: offizielle Nachrichten aus der Kirche in Text, Audio und Video. Ebenfalls in mehreren Sprachen. Wirklich gelungenes App! Don Paolo Padrini scheint auch H2O-News mit programmiert zu haben. Online gibt es die H2O-News schon länger.

5. Catholic Calendar

bonus
Ein liturgischer Kalender für das iPhone. Kostenlos.







Bookmark and Share

0 Comments